Jubel in Malaga

Auf Ulrikes Bambooblog fand ich in einem Beitrag die WPC, die weekly photo challenge. In dieser Woche ging es darum, ein Bild für das Wort „jubilant“ zu finden, „vor Freude strahlen“. Das hat mich an Malaga erinnert, diese Stadt, die auf den ersten Blick so traurig wirkte. Als jedoch die Feria begann, schienen die Menschen wie verwandelt: Sie trugen bunte Kleider, sangen laut und unbekümmert und tanzten in den Straßen.

malaga3 119 malaga2 356 malaga2 407 malaga2 448malaga2 461Ich bin, was ausgelassenes Feiern betrifft, eher zurückhaltend. Lieber nicht. Ich vermute mal, es geht vielen Menschen so, weiß es allerdings nicht so genau. Kommt Alkohol ins Spiel, viel Alkohol möglicherweise, wird es eher unangenehm als lustig. Als ich einmal zu einem Brauereifest musste, um für die örtliche Zeitung zu fotografieren, war ich relativ früh dort und bin schnell wieder gegangen. Zwar wurden die Menschen mit jedem Glas Bier zutraulicher und wollten aufs Bild, mir war das eher unangenehm: So wollen die sich doch bestimmt weder in der Zeitung, noch in der Online-Galerie sehen, erst recht nicht, wenn sie am nächsten Tag wieder nüchtern sind.
Jubilant

Kräuter und Weiher im Aischgrund

Da mir die Lieblingshausziege meine Laufschuhe abgeschwatzt – und dafür ein paar fürchterlich kaputte Treter weggeworfen hat – waren wir gestern kurz in Herzogenaurach, neue kaufen: Schließlich haben dort sowohl Adidas als auch Puma ihre heiligen Hallen, vieles gibt es günstig, aber oft fahren wir nicht dorthin, weil: Viel zu viele Autos und Menschen. Aber es hat funktioniert, ich fand fix ein Paar Schuhe, passt, mitgenommen.

12 409Also mussten wir heute ausprobieren, ob die Schuhe auch taugen. Der gesamte Kräuterwanderweg war mir mit 24 Kilometern ein wenig zu lang für: Ähm, mal sehen, wie sich die Schuhe mit den Fußen vertragen. Also kürzten wir ab und liefen mit acht Kilometern etwa ein Drittel. In Vestenbergsgreuth das Auto geparkt, von Lonnerstadt aus konnten wir sogar den Kräuterweg über Fetzelhofen, Frimmersdorf bis Hermersdorf mit dem Auto befahren. Das war nicht nur möglich, sondern auch erlaubt. Falls ich den gesamten Weg noch einmal erleben möchte, werde ich lieber das Fahrrad nehmen: Auf Asphalt laufe ich nicht so gerne. Vestenbergsgreuth also. Eine Gemeinde mit 14 Ortsteilen, in der 1500 Menschen wohnen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie eng hier tiefste Provinz und Metropolregion beieinander liegen. Hier kostet der Quadratmeter Bauland weniger als 30 Euro, im Erlanger Umland 600 Euro. Etwa eine Stunde Fahrzeit liegt dazwischen…

In einem Hohlweg finden wir Keller (geschlossen, ist ja auch ein ganz privater), eine Bank und einen Tisch, passend für die Brotzeit. Über uns blüht etwas, das keiner von uns kennt, aber es duftet schön und summt.

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Waldweg.

Erst geht es durch Wald, rechts und links sind Heidelbeerbüsche. Irgendwann riecht es ziemlich süß, ich gucke, finde aber nichts. Um uns herum stehen Eichen und Nadelbäume, die riechen nicht so. Ein paar Meter weiter ist das Rapsfeld in Sicht und das Rätsel gelüftet. Hüfthoch steht der Raps, ein klappriger Hochsitz daneben. Doch der Riegel ist neu, also ermutigt mich der Mitbewohner hochzusteigen. Tatsächlich, die Aussicht ist besser als unten.

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Rapsfeld am Wald.

Ein Stückchen weiter ist die nächste Bank mit Aussicht aufs Dorf. Doch, es ist unglaublich idyllisch hier. Schade, dass der Mann manchmal drängelt und weiter gehen will.

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Aussicht aufs Dorf.

 

Aber es wird noch schöner, als wir an eine Weiherkette kommen. Ü-ber-all Frösche!

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Frosch im Weiher.

Ich könnte hier ewig sitzen und den Fröschen zugucken und -hören. Ich glaube, morgen kommt eine Kanne Kaffee und etwas mehr Futter mit, ich packe noch das Teleobjektiv ein und dann wird nicht gelaufen, sondern gesessen und geguckt.

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Suchbild: Wo ist der Buntspecht?

12 471Auf dem Rückweg noch ein lustiges Schild am Waldweg. Immerhin dürfen hier tatsächlich Autos fahren, obwohl nicht geteert, sondern nur geschottert ist. Provinz eben. Die sind noch nicht soweit.

Noch kurz ergänzt: Der Mitbewohner wies darauf hin, dass Vestenbergsgreuth (14 Ortsteile, 1500 Einwohner!) eine Fußballmannschaft hatte, die in der Landesliga spielte und selbst Bayern München mal besiegte. Inzwischen mit Fürth fusioniert, heißt die Mannschaft jetzt Greuther Fürth…

Hier wird nicht geklingelt, hier wird Krach gemacht!

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Eine Ratsche. 

Ja, eine Waschküche ist kein Schönheitssalon und das Taschentelefon keine Spiegelreflexkamera. Aber mit diesen Ratschen wird einmal im Jahr richtig Krach gemacht, dann, wenn von Gründonnerstag bis zum Gloria in der Osternacht die Kirchturmglocken schweigen. Dann ziehen die Jugendlichen in kleineren und manchmal auch größeren Gruppen herum, machen Krach und sagen einen Vers auf, den ich – hier in Franken – noch kein einziges Mal verstanden habe.

Echtes Fränkisch ist für ausländische Ohren manchmal durchaus eine Zumutung ;-), das stellte vor vielen Jahren der urfränkische Mitbewohner fest, als ihn seine Firma zur Montage in den fernen Norden schickte. Die Arbeitskollegen vermuteten wegen seiner für sie unverständlichen Sprache damals, er sei Italiener. Inzwischen kann er fast hochdeutsch sprechen, doch wenn ich in den Gemeindeparlamenten sitze, merke ich, dass ich nicht immer alles verstehe. Meistens macht das auch nichts, schließlich ist nicht alles wichtig.

Die Ratsche schicke ich zu Frau Tonaris Freitagsklingeln, die sagt jetzt: Feierabend. Wochenende. Was wollt ihr eigentlich noch hier? Raus, raus… (hier stellt sich jeder bitte die gewünschte hinausweisende Handbewegung vor)

Nichts mehr da. #Habseligkeiten

Endlose Weite.

Dass es besser ist, wenn er sein Herz nicht an Dinge hängt, lernte Georg schnell. Er zog bereits einige Tage lang mit seiner Kompanie durch die Sowjetunion, und hatte immer noch keine Vorstellung davon, wie weit, groß und unüberschaubar dieses Land in allen Dingen sein würde. Die Wälder und Felder waren riesig, die Wege endlos, die Dörfer kaum vorhanden und die Städte grau und öde. Zwar schien auch der dritte Krieg zunächst ein wildes, männliches Abenteuer zu sein, in dem sich gemeinsam mit den Kameraden die Unkereien der Propagandaleute belachen ließen: Frauen! Im Krieg! Die hatten doch dort nichts zu suchen… Doch das Lachen verging ihnen schnell. Hinter jedem Baum schien ein Feind zu lauern, in jedem Feld und jedem Haus.

Georg zog als Aufklärer vorneweg, saß mit vier Kameraden im leichten Spähpanzer. Die Landschaft war sommerhell, der Weg von Birken gesäumt. Hinten am Horizont zog sich der Wald scheinbar endlos dahin, er war froh, dass sie nicht dessen Tiefe erkunden mussten. Am nächsten Tag sollte es weiter gehen, sicherheitshalber schickte der Kompanieführer den Trupp noch einmal los, gerade als der Morgen graute. Wie am Tag zuvor war alles ruhig, idyllisch, kurz vor dem Wald graste ein Rudel Rehe, zwei Hasen hoppelten über den Weg und Fritz bedauerte, dass sein Gewehr nicht schießbereit war: „Die hätte ich gehabt, alle beide!“. Kaum waren die Worte verklungen, knallte es laut und ohrenbetäubend. Der Spähwagen ruckte so heftig, dass alles nach vorne flog: „Raus!“, wies der Leutnant an, doch das hätte er nicht sagen brauchen. Alle fünf drängten nach draußen, halfen sich aus dem Fahrzeug, hechteten in den kleinen Graben der neben dem Weg lag: „Hast du irgendwas gesehen?“ fragte Fritz. Georg schüttelte den Kopf: Außer den Hasen hatte auch er nichts gesehen. Als sie am Tag zuvor noch etwas weiter nach vorne gefahren waren, war hier ebenfalls alles ruhig und so übersichtlich und ruhig wie die Landschaft wirkte, hatten sie nicht mit einem Hinterhalt gerechnet.

Gebückt liefen sie durch den Graben zurück, während der Spähpanzer auf dem Weg dicke Qualmwolken in den Himmel schickte. Die ersten beiden liefen weiter vorne, Fritz und Georg sicherten den Leutnant von hinten, konnten jedoch nicht verhindern, dass ein heller Schuss peitschte und diesem quer über die Uniformjacke fuhr, diese wie mit einem Messer aufschlitzte und den Mann darin glücklicherweise unverletzt ließ. Sofort lagen alle platt auf dem Boden, bewegten sich vorsichtig schlängelnd durch das dürre Gras. Von einem Wermutstrauch gedeckt, wagte Georg einen Blick nach hinten, zum immer noch brennenden Panzer. Drumherum liefen unförmige wirkende Gestalten, die durch den dichten Qualm kaum zu sehen waren. Das waren doch keine Soldaten? Oder?

Sie wollten es nicht wissen, jetzt jedenfalls nicht. Ein zweiter Schuss hatte einen der anderen Kameraden in den Oberschenkel getroffen, sie zogen ihn gemeinsam immer weiter, durch den Graben, das trockene Gras, hinterließen eine deutlich sichtbare Blutspur und brauchten nur zwei Kilometer hinter sich zu bringen, als ihnen der zweite Spähtrupp begegnete, der ihnen gefolgt war und ihnen jetzt half, vollzählig zurückzukommen. Nicht immer hatten die Soldaten so viel Glück.

Sein Anzug war alles, was ihm von seinen Habseligkeiten noch geblieben war: Handtuch und Seife, Decke, Kaffeebecher, Essbesteck, Rasierpinsel und Apparat, sämtliche Briefe Friedes – alles war im Panzer verbrannt. Gleich nach der Rückkehr der Spähtrupps zog ein Kampftrupp los, mit dem Auftrag, die Lumpen zu erwischen. Ja, Lumpen. Es waren keine Soldaten, die geschossen hatten, es waren Frauen oder Männer in Frauenkleidern, vermuteten die Soldaten, nach allem, was sie im Qualm gesehen hatten.

Glück muss man haben, resümierte Fritz später, als er am Abend mit Georg zusammensaß und noch einmal die verpassten Hasen bedauerte. Schließlich war nicht überall ein passender Graben am Weg.

Zwei Tage später ging es weiter, immer weiter nach Süden und so lange, bis der fehlende Treibstoff die Reise für kurze Zeit unterbrach.

Das ist mein Beitrag zu Dominiks Projekt, *.txt, mit dem fünften Wort: Habseligkeiten.

Von Arachniden, Mutschekiepchen und anderen Dingen

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Mutschelkäppchen

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Geburtstagskuchen mit Holunderblüten

Da CubusRegio seinen Geburtstag verriet, kriegt er hiermit einen ganz persönlichen Glückwunsch: Eine Mutschekiepchen. Ich kannte den Ausdruck ursprünglich nicht, aber die Patentante meiner ältesten Tochter nannte die Marienkäferlein so. Die Patentante gibt es leider nicht mehr, aber an dieses Wort von ihr erinnere ich mich immer wieder gerne. Der Geburtstagskuchen ist extra mit Holunderblütensirup innendrin gebacken und außen mit Holunderblüten bestreut.

Die angenehmen Dinge sind erledigt, jetzt komme ich zu meiner fröhlichen Phobie gegen Arachniden:

ft 548 ft 550Die Spinne versperrte den hübsch geschmiedeten Eingang der Kapelle, die auf dem Friedhof stand. Ein Blick durch das Gitter zeigte allerdings, dass drinnen nichts weiter zu sehen war. Madame hing reglos in ihrem Netz und präsentierte mir leider nur die Unterseite. Vielleicht kennt ja jemand die Spinnenart – aber so wichtig ist das auch nicht. Meine Spinnenphobie habe ich schon lange: Ich kann mich erinnern, wie ich – da war ich im Grundschulalter – den schwarzen Stöpsel der Badewanne griff, unter dem – von mir unbemerkt – ein besonders gruslig-großes schwarzes Exemplar saß. Eine dicke Spinne mit haarigen Beinen, wie sie mir noch heute unheimlich ist. (Rasieren sich Frauen etwa an den Beinen, damit diese nicht so spinnenhaarig aussehen?). Die dicke Spinne kroch ziemlich flink auf meine Hand, ich warf den Stöpsel weg, schüttelte die Hand und mich und brüllte, was das Zeug hielt. Meine Mutter fand das weniger lustig, verpasste mir – wie das damals eben so üblich war – einen Satz heißer Ohren (weil ich so gebrüllt und sie damit erschreckt hatte) und sorgte dafür, dass ich jeder Spinne bis heute weitestgehend aus dem Weg gehe. Falls Unfrieden im Hause herrschen sollte, reicht es, mir eine Spinne in den Weg zu setzen: Ich bin sofort mit allen versöhnt, die diese entfernen. Die Lieblingshausziege weiß das, und amüsiert sich köstlich darüber, dass ich selbst die harmlosen Spinnen mit den dünnen Beinchen eifrig aus der Wohnung jage.

Alles zusammen wandert zu den kleinen Dingen, die Cubus Regio gerne einmal im Monat sammelt.

Am Pfingstsonntag war Grillen angesagt, mit der Familie des Mitbewohners und etlichen Freunden. Einer der Brüder war gleich angetan und nutzte die Feier, seinen runden Geburtstag vom Frühjahr nachzufeiern. Er kam sogar zwei Stunden eher, setzte sich allerdings erst einmal vor den Fernseher. Das Leben sei ja sonst so anstrengend und überhaupt müsse er ja an seiner Geburtstagsfeier nichts tun. Es gab eine Menge nette Gespräche, etliche gegrillte Forellen, Würstchen und so, als Nachtisch Vogelfuttercreme.

Jetzt in Tracht…

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Die gesteckten Borten werden aufgenäht.

Bis alles so sitzt, wie es soll und perfekt zu den persönlichen Formen der Trägerin passt, waren gut fünfzig Stunden konzentrierter Arbeit in der Kulturwerkstatt Morschreuth nötig. Jede Tracht ist ein Unikat, einzeln zugeschnitten und maßgeschneidert. Immer wieder überprüfte Schneidermeisterin Marianne Bogner den Sitz des Mieders, stellte fest: „Das ist immer noch zu weit!“ und steckte die Nadeln noch etwas enger. Damit der Rock später nicht zipfelt, wurde die Rocklänge mit Kreide angezeichnet. So fällt alles gleichmäßiger. Ist bei einem fertig konfektionierten Rock die gesamte Länge einheitlich, trifft das bei einem maßgeschneiderten Rock nur selten zu. Schließlich trägt jede Frau ihre ganz persönlichen Rundungen, an die sich die Rockbahnen schmiegen, so dass der Rocksaum hier ein wenig höher und dort ein wenig tiefer hängen kann.

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Sorgfältig wird in jeden Punkt des Stiftelbandes eingestochen, damit der Rockbund hinterher gleichmäßig gefaltet ist.

An den ersten beiden Wochenenden des Trachtennähkurses herrschte emsige Stille: Besonders das Stifteln des Rockes nahm einige Stunden in Anspruch. Das Stiftelband war auf der drei Meter weiten Rockbahn schnell aufgenäht. Anschließend musste der Stiftelfaden sorgfältig mit der Hand eingezogen werden: Immer hübsch sorgfältig in den Punkten mit der Nadel einstechen – damit sich der Stoff zum Schluss in gleichmäßig enge Falten legt. Am dritten Wochenende wurde es deutlich hektischer: Die Schneidermeisterin eilte von einer Näherin zur nächsten, achtete darauf, dass diejenigen, die nicht so schnell arbeiteten, den Anschluss nicht verpassten. Die Tracht sollte schließlich fertig werden.

12 202Nach dem Kurs verabredeten wir uns alle im Gasthaus in Morschreuth: Gelegenheit, nun endlich die fertige Tracht zu tragen und den anderen vorzuführen. (Und vor allen Dingen auch ein Grund, sie tatsächlich fertigzustellen, so ein-zwei Dinge musste fast jede noch zu Hause nähen. Bei mir waren es die Haken und Ösen, mit denen das Mieder geschlossen wird – und die Schürze). Im Gegensatz zur oberbayerischen Tracht sind die Blusen hier in Franken ordentlich geschlossen, dafür ist bei den richtig alten Trachten der Ausschnitt des Mieders eigentlich noch tiefer.

Zur Goldenen Hochzeit der Eltern trugen die Lieblinghausziege und ich unsere Trachten, die anderen Gäste im Gasthaus guckten uns auch hübsch hinterher.

Heute war noch so eine Gelegenheit, die Tracht zu tragen: Die „Kulturwerkstatt Fränkische Schweiz“ hatte Tag der offenen Tür, es gab Kaffee und Kuchen und Bratwurst. Zwar wollten wir hinterher noch ein wenig wandern, die Regentropfen scheuchten uns jedoch zurück zum Auto.

Vielleicht besticke ich mein Mieder später noch. Mal sehen. Ich hab so viele schöne Beispiele gesehen – allein, es fehlt oft die Zeit für solche Dinge.

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Ein mit Borten und Stickereien geschmücktes Mieder.

Übrigens erzählte heute eine der Frauen, dass die Hochzeitstracht ursprünglich schwarz war: Mit dem Tag der Hochzeit hörte schließlich jeder Spaß auf.

 

Alles für die Katz #34

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Luchsfütterung

Dieses Mal habe ich die netten Katzen mit Pinselöhrchen und Stummelschwänzchen, die Luchse fotografiert: Im Wildpark Hundshaupten haben wir eine Weile gewartet, bis der Wärter kam, der den beiden Luchsweibchen, die hier wohnen, das Futter brachte. Die Mädels tigerten auch schon durch ihr Gehege. Sie bekamen zwei Tüten, in denen das Futter verpackt war. Der Wärter erzählte, dass die Tiere auf diese Weise beschäftigt werden. Manchmal wird das Futter auch an Stricken an den Bäumen befestigt, wo sie es „erjagen“ müssen.

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Luchsfütterung.

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Luchsfütterung.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen. Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist.

Klingelingeling…

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Fahrradklingel Teekanne

Im Keller ist es nicht sonderlich hell, aber draußen regnet es. Also bleibt mein Fahrrad drin. Wo ich irgendwann vor Jahren über das Teekesselchen gestolpert bin, weiß ich leider nicht mehr, aber es bleibt auch bei einem Radwechsel meins. Klingele ich unterwegs, klingt es glockenhell und klar, macht einfach ein lautes „Ping“.

Da das Bild die kleine Schönheit nicht ganz in ihrer Pracht zeigt, noch ein Link dorthin, wo es das Teekesselchen zu kaufen gibt: Link. Wenn ihr dadrauf drückt, krieg ich auch nichts, keine Bange.

So kann ich wenigstens einmal bei Frau Tonaris Freitagsklingeln mitklingeln.

12 Bilder vom 12. Mai

Ist der Duft des Flieders morgens intensiver als am Abend? Mir kommt es fast so vor, als ich am Küchentisch sitze und meinen Kaffee trinke.

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Flieder auf dem Kaffeetisch.

Ich schreibe den Artikel über das Nähen der Fränkischen Tracht fertig und suche die passenden Bilder aus. Das dauert eine Weile, weil ich meine Bilderordner mal wieder sortieren müsste.

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Die Lieblingshausziege freut sich über ihre selbstgenähte Tracht. Wer sagt denn, dass diese altmodisch sein muss?

Weil anschließend Zeit und nichts dringendes zu tun ist, überrede ich den Mitbewohner – der ja heute ohnehin einen Termin in Fürth hat – mit mir eben nach Fürth zu fahren. Das machen wir prompt und essen bei einem Vietnamesen: Er wählt eine traditionelle Rindfleischsuppe mit Nudeln, ich bevorzuge die Sommerrollen mit Spargel. Als ich später noch einmal dort vorbeikomme, sieht es ganz leer aus.

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Vietnamesisches Essen in Fürth

In den achtziger Jahren hatte Fürth mit 70 Prozent die höchste Ausländerquote in Deutschland, erzählt der Mitbewohner, während wir essen. Mancherorts wurden verrufene Ortsteile einfach „Klein-Fürth“ im Volksmund genannt. Selbst die Fürther redeten schlecht über ihre Stadt, sie fühlten sich hier nicht mehr wohl.

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Leerstand in Fürth.

Ich habe etwa anderthalb Stunden Zeit und strolche durch die Fürther Fußgängerzone. Einige Monumentalbauten stehen leer. Sowas sieht natürlich nicht schön aus, das sähe es auch nicht, wenn die Sonne vom Himmel lachen würde.

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Kaufhaus. Geschlossen.

Es gibt viele Telefonläden, 1-Euro-Shops, Back-Werk und andere Ketten, alles wirkt billig, ist billig. Hier macht es den Menschen nichts aus, wie sie auf der Straße herumlaufen, es guckt sowieso keiner. Eine Filiale von Western Union, Gold-Ankauf. Erstaunlich viele Menschen rauchen auf der Straße, im Gehen oder vor einem Laden. Viele Frauen tragen Kopftuch, telefonieren unterwegs.

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Das jüdische Museum in Franken.

Von den Schildern lasse ich mich zum jüdischen Museum Franken locken. Weil ein Bauzaun einen großen Teil des Gebäudes absperrt, habe ich es fast übersehen.

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Museumseingang.

Die Tür wirkt wie der Eingang zu einem Tresor, ich bin verwundert, dass sie sich tatsächlich einfach öffnen lässt.

Innendrin gibt es eine Menge über die lange jüdische Geschichte in Franken zu sehen, alle Einzelheiten wären jetzt zu viel.

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Ein Plan vom Haus: Unten geht eine Treppe bis zur Mikwe.

Da das Haus einem jüdischen Handwerker gehörte, führt eine Treppe nach unten zur Mikwe (die gerade nicht besichtigt werden konnte, des Anbaues wegen).

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Fünf Dachfelder ließen sich zwischen den Sparren öffnen.

Oben im Dach gab es eine Stelle, an der sich das Dach richtig öffnen ließ, so dass die jüdischen Bewohner des Hauses während des Laubhüttenfestes in der kleinen Kammer darunter wohnen konnten: Unter freiem Himmel und nur von Laubzweigen bedeckt.

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Die Kammer unter dem Dach, das sich öffnen ließ.

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Modell der Fürther Synagoge.

Ein Modell der ehemaligen Fürther Synagoge stand auch im Museum.

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Der Kohlenmarkt am Rathaus.

Ich gehe zurück zum Treffpunkt: Kurz vor dem Rathaus steht ein schiefer Turm, ein Denkmal. Laut Beschreibung soll es eine Quintessenz sein: Hier treffen sich fünf Straßen und „fünf“ heißt „quintus“ auf Lateinisch. Nunja. Das muss ich mir später vielleicht noch einmal genauer angucken. Erstmal fahren wir wieder nach Hause.

Das sind meine 12 Bilder vom 12. Mai, die anderen gibt es bei: Draußen nur Kännchen.

Licht bis nach unten

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ein Hutewald.

Unsere Welt, in der wir leben, wurde von Menschen einst so gemacht, auch wenn uns vieles heute so natürlich scheint, als sei es schon immer so gewesen. Die Eichen stehen relativ einzeln am Waldrand, doch innen sind noch mehr von ihnen: Da sie viel Licht durch ihr Laub lassen, wächst unten Gras für Schafe und Kühe, oben auf ihnen die Eicheln im Herbst für die Schweine. Dabei treibt kein Bauer mehr die Schweine in den Wald, während hin und wieder Kühe auf Weiden stehen. Doch auf diesen bieten keine Eichen mehr Schutz vor Sonne und Regen.

Unter diesem Eichen war es so schön, die warmen Sonnenstrahlen reichten aufs Gras, Insekten summten und Zweige flüsterten. Ich wäre so gerne noch eine Weile geblieben, doch der Mitbewohner war hungrig. So zogen wir weiter zur Wirtschaft.

Für ein Kriegsschiff wurden 700 Eichenstämme verbaut, die möglichst lang und gerade gewachsen sein sollten. Nicht nur für Fachwerkhäuser und Dachstühle, Möbel und Heizung wurde Holz gebraucht, sondern auch für Fundamente: Selbst das Deutsche Nationaltheater in Weimar steht auf mehr als 1800 hölzernen Stützpfeilern. Ebenso wurde Holz für die deckenspannende Weite der Kathedralen gebraucht, als Schalung, auf denen Stein für Stein gemauert wurde, bis mit dem Einsetzen des Schlusssteins alles hielt. Wer Kupferstiche oder Gemälde aus dieser Zeit genau betrachtet, wird sehen: Viel Wald gab es nicht mehr. Die meisten Kuppen und Hügel, die heute dicht bewaldet sind, waren damals ziemlich kahl. Es wurde viel mehr Holz verbrannt, als nachwachsen konnte.

Das ist mein Beitrag für Black&White von Czoczo. Und weils so schön ist, auch für den Schwarz-Weiß-Blick bei Frauke.

Damit der Vergleich möglich ist: Noch die Variation in Farbe. Die Eichen schieben erst ganz langsam ihr Laub aus den Knospen.

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Der Hutewald.