Eiszeit

Weihergebiet bei Mohrhof.

Auch wenn die Sonne scheint – die Temperaturen sind eisig. Doch eine Runde zwischen den Weihern von Mohrhof ist trotzdem drin, schließlich haben wir dicke Jacken und feste Schuhe. Jetzt können wir alle Wege zwischen den Weihern laufen, auch die, die ab März wieder gesperrt sein werden – der Vogelbrut wegen. Hier im Weihergebiet ist eine Vogelfreistätte, ein Naturschutzgebiet.

Weihergebiet bei Mohrhof.

Rechts ist noch Feld, doch weiter hinten, dort, wo das Schilf wächst, dort sind die Weiher.

Weihergebiet bei Mohrhof.

Manche Weiher sind leer, andere mit Eis und Schnee bedeckt. An manchen Stellen glitzert es, dort ist noch Wasser. Als wir an einem Weiher vorbeikommen, steht dort ein Mann in dicker Joppe, geht auf das Eis und schlägt mit einer Spitzhacke ein Loch. Will er Eisbaden? Hier? Im Karpfenweiher?

Neinnein, lacht er. Er will nur prüfen, ob für die Karpfen noch genügend Sauerstoff im Wasser ist, hängt eine Sonde ins Wasser und guckt auf das Messgerät. Da unten ist jetzt das Wasser noch fast vier Grad warm, sagt er. Die Karpfen schwimmen ganz unten, so lange es kalt ist, sie ruhen, sind ja wechselwarme Tiere. Solange kein Schnee auf dem Eis liegt, kommt noch genügend Licht in den Teich: Die Pflanzen sorgen dann für den Sauerstoff im Wasser. Nur wenn der Schnee die Oberfläche abdeckt, wie ein Teppich, im Teich dunkle Nacht herrscht, dann gibt es keine Photosynthese und somit keinen Sauerstoff.

Wir unterhalten uns noch ein Weilchen, er erzählt, dass er hier im Weihergebiet Führungen mache. Wenn wir mögen, sollten wir uns mal melden.

Weihergebiet bei Mohrhof.

Weihergebiet bei Mohrhof.

verlinkt mit: dem 52 Wochen Fotoprojekt bei Heidi Ries.

Gut gepolstert: Die Ecken am Kalender

Das neue Jahr hatte schon begonnen, als ich zu Hause den aktuellen Kalender suchend feststellen musste: Ups. Vergessen. Es ist nichts da, um Termine und sonstige Dinge einzutragen. Sicher, ich könnte das virtuell oder online, aber das ist nichts für mich. Ich möchte ein Kalenderbuch, so wie seit Jahren schon. Dort ist genügend Platz und ich kann alles, was mir wichtig ist, eintragen.

Stoffkanten mit Nahtband gesichert.

Da mir allerdings das schlichte Schwarz der Kalender nicht so gefällt, habe ich Stoffreste herausgekramt und mir einen Umschlag genäht. Die Ränder mit Nahtband gegen Ausfransen gesichert, wollte ich die Ecken einfach mit einem runden Stoffkreis sichern. So ähnliche Ecken hatte ich mal – das ist allerdings Ewigkeiten her – an einem Futteral für Briefpapier gemacht. Allerdings waren diese Ecken aus einem festen Stoff und wurden mit Buchbinderleim geklebt. Durch das Falten und Annähen ist die Ecke richtig mit Stoff gesichert, hier gibt es weder Naht noch Schnittkante.

Die Ecken wollte ich schließen – ohne eine Naht unten und oben.

 

Den Karpfen hatte mir die Lieblinghausziege vor einiger Zeit gezeichnet, ich habe die Zeichnung eingescannt und einen Stoff damit bedrucken lassen. Auf ein Trägerpapier gebügelt, ließ sich das Tier bereitwillig aufnähen und hat gar nicht dabei gezappelt.

Stoffkreise auf die Ecken gesteckt

Stoffkreise angenäht: Nur ein Viertelkreis wird mit der Maschine genäht.

Alles wird zusammengeklappt, der Rest ist ein wenig Handarbeit.

Fertig.

Der fertige Kalender mit seinem Umschlag. Ob sich die Ecken im täglichen Gebrauch bewähren, weiß ich, wenn das Jahr wieder vorbei ist. Bis dahin verlinke ich den Umschlag bei Frollein Pfau, die mittwochs alles sammelt, was sie mag.

Gesendet.

Das ist ein Briefkasten. Steht ja drüber.

Meine liebste Sendung: Immer, wenn wir irgendwo unterwegs sind, verschicken wir Postkarten.

Mal mehr, mal weniger. Es gibt Menschen, die (so gut wie) immer mit einer solchen beglückt werden, es gibt andere Menschen, die bekommen gelegentlich eine Postkarte ab. Je nachdem.

Postkarten habe ich früher mal gesammelt, früher, als wir noch nicht weit reisen durften und uns an bunten Bildern auf Postkarten berauschten. Von diesen Karten habe ich kaum noch welche, leider. Aber sie zeigten uns, dass die Welt ein bisschen größer war, und dass dort auch vergnügte Menschen lebten, die gelegentlich an uns dachten und eine Karte schickten.

Sunny hatte heute nach unserer Lieblingssendung gefragt, und ihre eigenen als Bild präsentiert. Jedoch war „Akte X“ die letzte Serie, die ich einigermaßen regelmäßig geguckt habe – daher kann ich beim Fernsehen weniger mitreden. Doch als jetzt kurz nach Weihnachten die alten „Winnetou“-Filme im Fernsehen kamen, na, die habe ich tatsächlich geguckt und mich gefreut, wie schön vorhersagbar dort alles ist. So konnte ich nebenher geruhsam an meinen Socken stricken, von der Handlung ging mir dabei nichts verloren.

Alles für die Katz #50

Katzmatz guckt in die Brötchentüte.

Katzmatz ist neugierig, so wie kleine Katzen halt sind. Sie steckt ihre Nase gerne in Taschen und Tüten, so wie hier in die Brötchentüte, die beim Frühstück auf unserem Tisch lag. Solange sie sich mit ihrem Katzenfutter begnügt und nicht mit Messer und Teller und Gabel mit uns essen möchte, darf sie mal schnuppern. Mehr nicht.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen.

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

 

12 Bilder vom 12. Januar

Hach. Es klingelt schon früh an der Tür und die grüne Kiste steht davor.

Katzmatz schnüffelt zwischen dem Gemüse. Nein, da ist kein Leckerli versteckt.

Katzmatz springt auf den Tisch und kontrolliert, ob ihr der Inhalt zusagt. Der Kohlrabi hinten ist übrigens gut anderthalb Kilo schwer. Da muss ich mir echt was einfallen lassen… (oder hat jemand eine Idee, was ich damit alles anstellen könnte?)

Katzmatz guckt aus dem Fenster, doch draußen ist nichts los.

Ich muss noch Texte schreiben. Das findet Katzmatz nur mäßig interessant. Manchmal allerdings legt sie sich dabei vor die Tastatur und auf meinen linken Arm. Das wiederum finde ich nur mäßig toll, aber gelegentlich kann ich ja auch ein kleines Päuschen brauchen.

Morgen ist die Amaryllis aufgeblüht. Bestimmt.

Die Amaryllis blüht bald. Leider hat sie sich nicht so fest wie sonst im Topf verwurzelt – also lasse ich sie an der Wand stehen, da kann sie nicht umkippen.

Kuchen…

Mittag ist längst vorbei, die Texte erledigt, da darf es noch ein Stückchen Kuchen sein. Der blieb vom gestrigen Geburtstag übrig.

Dechsendorfer Weiher mit Verbotsschild.

Ich fahre zum Dechsendorfer Weiher, das ist kurz vor Erlangen. Überall taut es, da laufe ich lieber nicht in der Pampa herum, sondern dort, wo es ordentliche Wege gibt. Diese Schilderhalter stehen neu herum, je nach Anlass lassen sich wechselnde Verbotsschilder dort einfügen. Nun denn.

Schwäne und Blesshühnchen auf dem Wasser.

 

In den eisfreien Stellen schwimmen die Schwäne, Enten und Blesshühnchen. Doch ich habe nichts für die Vögel zu fressen eingepackt. Also kommen sie ganz umsonst neugierig heran.

Ein echter Lichtblick auf dem Weiher.

Zwischendrin versucht die Sonne, zwei oder drei Strahlen durch die dicke Wolkendecke zu schicken. Hat ja auch geklappt. Aber zu mehr hat es denn doch nicht gereicht.

frierender Reiher auf dem Eis.

Der Reiher sieht aus, als würde er frieren, so wie er die Schultern bis zu den Ohren hochzieht. Dabei ist Tauwetter…

Blesshühnchenfüßchenabdrücke.

Hier sind Blesshühnchen lang gelaufen. Deren Füßchen erinnern mich immer ein bisschen an Seetang.

Mit bunten Bändern geschmücktes Bäumchen.

Am Wegrand steht ein kleines Bäumchen, mit bunten Stoffbändern geschmückt. Ein Zettel hängt auch dran, Moment:

Ein Wunschbaum.

Siehe da: Die Kelten und die Tibiter hängen Bänder und Gebetsfahnen in Bäume und den Wind, damit die Wünsche erfüllt werden können.

Danach war die Runde um den Dechsendorfer Weiher zu Ende. Ich glaube, so einsam wie heute war es hier noch nie. Jetzt ist es dunkel, die Lieblingshausziege liegt müde auf dem Sessel und ich müsste noch ein wenig bügeln. Mal sehen, ob ich mich aufraffen kann. Wenn nicht, bleibt die Wäsche auch ganz geduldig liegen und mault nicht.

Die anderen Bilder vom 12. gibt es bei „Draußen nur Kännchen“ zu sehen.

Große Ereignisse und ihre Schatten

Der Jäger, der im Erdgeschoss wohnt, hat heute Geburtstag. Da er ein notorischer Einzelgänger ist, wäre es ihm am liebsten, er bliebe – ganz wie sonst auch – allein für sich in seiner Küche. Es gibt solche Menschen. Der Mitbewohner hat aus längst vergangenen Tagen berichtet, als der Jäger sich gleich nach der Arbeit und einem kleinen Imbiss in den Wald verzog. Es gab Zeiten, in denen sich Vater und Söhne so gut aus dem Weg gingen, dass die Söhne noch nicht einmal merkten, dass der Vater im Urlaub war.

Doch leider sagten sich andere Jäger an, wollten gratulieren und so wuselte er in den vergangenen Tagen vor sich hin, räumte hier etwas weg und putzte an anderer Stelle etwas sauber. Dabei ließ er oft genug die Haustür offen stehen, so dass es im ganzen Flur eiskalt wurde. Irgendwie scheint bei den Männern als solchen ja dieses Ich-machs-mir-hübsch-und-gemütlich-Gen nicht so ausgeprägt zu sein. Solange sich kein Besuch ankündigt, sieht der gewöhnliche Mann keinerlei Notwendigkeit, leere Flaschen zum Container zu schaffen oder gar den Staubflusen unter dem Schrank auf die Pelle zu rücken. Erst wenn der Besuch quasi schon am Horizont zu sehen ist, verfällt diese Sorte Mann in quirlige Betriebsamkeit, saugt und wischt, was das Zeug hält und kauft den nötigen Getränkevorrat ein.

Reh im Wildpark: Da passiert ihm garantiert nichts.

Dabei werden auch Dinge erledigt, die seit Wochen und Monaten auf ihre Reparatur warten: So ist beispielsweise neben der Garage eine Unterstellmöglichkeit. Dort steht der Traktor, hinter einer Plane versteckt. Die Plane ist seit dem Sommer zerfetzt und eingerissen, bietet ein Bild des Jammers. Doch erst jetzt fiel dem Jäger auf, dass er dringend etwas unternehmen muss, weil doch so eine kaputte Plane ein ganz schlechtes Licht auf ihn wirft. Er besorgte eine neue Plane und befestigte sie, auch wenn das für ihn nicht so ganz einfach war, schließlich ist er nicht mehr der Jüngste und es dauerte lange, bis er so weit oben auf der Leiter stand, dass er die Plane anhängen konnte.

Er hustete die ganze Zeit, als wollte er dem nicht vorhandenen Hofhund Konkurrenz machen, lehnte aber jede angebotene Medizin ab. Heute morgen entschloss er sich, doch noch einen Arzt aufzusuchen, setzte das Bad beim Duschen ordentlich unter Wasser und fuhr los. Kam zurück, hatte eine drei große Laib Brot gekauft, schließlich sollten die Gäste zur Brotzeit auch etwas zu essen kriegen. Der Mitbewohner hatte Wurst und Leber besorgt, ich hatte eine Schwarzwälder Kirsch und einen Rührkuchen gebastelt, diesen noch mit Schokoglasur überzogen. Die Leber wurde in der Pfanne angebraten und mit Cassis und Balsamico gewürzt, auch wenn der Jäger darüber zunächst die Nase rümpfte, getreu seinem Motto: Was ich nicht kenne, will ich nicht, das kann gar nicht gut sein. Doch die anderen Jäger waren neugierig, ihnen schmeckte es ausgezeichnet und von den karamellisierten Zwiebeln habe ich noch eine zweite Pfanne voll geschmurgelt.

Jetzt ist der Tag vorbei, unten sitzt der alte Jäger noch mit zwei von seinen fünf Söhnen, vielleicht hat er sich doch darüber gefreut, dass er seinen Geburtstag nicht so ganz allein verbringen musste, dass er Kuchen und Torte und überhaupt etwas leckeres futtern konnte.

Fast nichts tun

Dieser Sonntag ist so schön kalt und trüb, dass ich ganz ohne schlechtes Gewissen einfach weiter zu Hause vor dem warmen Ofen hocken kann, Socken stricke, Fernsehen gucke, was man einfach so macht, wenn man mal zu nichts Lust hat und sich zudem in der fabelhaften Position befindet, dass man auch keine Lust haben darf.

Das Hühnchen war schon gekocht, das musste ich heute nur noch auseinanderzuppeln. Nur der Mitbewohner fand zunächst die Aussicht auf Nichtstun zu Hause wenig erbaulich und entwickelte so etwas wie einen Lagerkoller. Am liebsten wäre er – mit mir selbstverständlich – auf und davon, aber dazu konnte ich mich nun überhaupt nicht aufraffen. Meinen Vorschlag, er könne ja ein Vogelhäuschen bauen oder die Einfahrt von Eis und Schnee befreien, fand er wenig erbaulich, hockte sich an seinen Schreibtisch und hatte plötzlich Wichtiges vor.

Katzmatz war ebenfalls so bequem, dass sie mich in Ruhe das Hühnchen auseinanderpflücken ließ, sortierte sich im Regal ein

und schlief dort ein Weilchen vor sich hin.

So lässt sich der Tag gut verbringen. Ganz in Ruhe.

Weil Sunny heute aber Krach sehen möchte, nehme ich ein paar Töpfe – und mache Radau. Allerdings nicht in meiner Küche: Mitten in der Medina von Fez gibt es den Seffarine-Platz. Wer heiratet, kommt hierher und mietet sich mindestens einen der großen Kupferkessel, schließlich wollen die Gäste genügend zu Essen bekommen. Die Kessel werden nicht gekauft, sondern gemietet und je nachdem, wie viel Geld die Familie für die Hochzeit zur Verfügung hat oder aufbringen kann, lässt sie das Essen darin kochen.

Alles Kupferkessel. Das waren noch nicht einmal die größten…

Hier werden die Kupferkessel gehämmert. Das macht Krach.

Bunt gekleidete Trommler.

Licht im Dunkeln

Wer im Dunkeln steht oder sitzt, kann Licht besser sehen:

So ging es uns gestern Abend. Ich habe gerade telefoniert, dochdoch, das geht noch, allen Unkereien zum Trotze, sogar ausgezeichnet und manchmal stundenlang, aber das hängt davon ab, wer sich am anderen Ende der Leitung befindet. Obwohl da eigentlich keine Leitung mehr ist, also: Wer sich am anderen Ende der Funkstrecke befindet. Während ich also telefoniert habe, gab es einen Knall, so heftig, dass das Fenster klapperte und die Scheiben klirrten.

Nach dem Telefonat ging ich nach nebenan und fragte den Mitbewohner, ob er den Knall auch gehört hätte, wir guckten, ob ein Vogel gegen die Scheibe geflogen war oder ob wir – immerhin war es draußen stockduster – irgendetwas sehen konnten. Das Fenster war weit geöffnet und ich habe mich so weit hinausgelehnt, wie es eben ging. Ich gucke nach links: Dort war nichts zu sehen, geradeaus auch nicht. Aber da, ganz rechts, war da nicht eine helle Wolke? Wir gehen zum anderen Fenster, doch dort steht ein Haus im Weg, so dass wir nichts sehen konnten. Also zogen wir die Jacken an, doch, wir waren neugierig, und gingen raus. Außer uns waren noch andere Menschen auf der Straße unterwegs, die Bürgermeisterfrau stand mit anderen Menschen vor ihrem Haus – und von dort konnten wir es von weitem sehen: Es brannte, vielmehr: Es qualmte und dampfte und weißer Rauch stieg in dicken Wolken himmelhoch.

Die Schreinerei brennt, sagte die Bürgermeisterfrau, und als es geknallt hat, da sind Farben explodiert. Ich sah aus der Entfernung, wie die Feuerwehr den Bau begoss, wir rätselten, wie kalt es wohl werden muss, bis das Wasser in den Schläuchen friert. Der Mitbewohner wusste noch, dass der Schreiner eine Holzheizung hat und murmelte irgendwas wie: hoffentlich bleiben die Maschinen verschont. Es dauerte nicht lange, da hatten wir kalte Füße. Die Aufregung hätte sie nicht mehr gebraucht, verabschiedete sich die Bürgermeisterfrau und ging, wir gingen auch, wieder zurück ins Warme.

Feuerzauber in der Nacht

Am nächsten Morgen las ich es online: Eine Stunde hat die Feuerwehr gebraucht, bis der Brand gelöscht war, ein Nachbar hat den Brand gesehen und ihn gemeldet, und nein, es kamen glücklicherweise keine Menschen zu Schaden, aber die Schreinerei und die Maschinen sind wohl hin.

So faszinierend, wie Feuer auch immer ist – wir heizen ja auch mit Holz – so unberechenbar und zerstörerisch kann es jederzeit werden, wenn es außer Kontrolle gerät.

Das Foto zeigt, wie Feuerketten geschwungen werden: Bleibt der Verschluss der Spiegelreflexkamera lange genug geöffnet, ziehen die Ketten solche Kreise. Das ist immer ein bisschen kniffelig, meistens muss ich eine ganze Reihe Fotos machen und hoffen, dass ein oder zwei dabei sind, die gut genug sind.

Fotos zeigen normalerweise etwas Konkretes, einen Baum, ein Haus oder ein Feuer. Das Spiel mit dem Feuer ist allerdings dann nicht mehr so konkret, es verwischt, ich kann es so zeigen, wie es mit bloßem Auge nicht sichtbar ist, sondern anders.

Abstraktion ist das Januar-Motto bei Paleica.

Feuerzauber bei Dunkelheit.

Und weil es so schön passt, schicke ich die Bilder auch zur Weekly Photo Challenge mit ihrem Thema: Ambience.

Tagebuchbloggen am 5. Januar

Es ist wieder der 5., der erste im neuen Jahr. Ich werde gegen fünf Uhr munter und habe Kopfschmerzen. Das ist wenig erfreulich, wenn mich mein Kopf auf diese Weise weckt, habe ich in der Regel den ganzen Tag etwas davon. Schlafen nutzt hier nichts mehr, ich stehe also auf, nehme eine Schmerztablette, mache mir meinen Kaffee und lese ein bisschen in der Zeitung.

Irgendwann bin ich halbwegs wach und setze mich an den Computer. Kopfschmerz hin oder her, wenigstens zwei Texte müssen fertig werden. Da nutzt alles nichts.

Zwischendrin vernähe ich noch die Fäden zweier Socken, mit der letzten war ich gestern gerade fertig geworden. Die Socken packe ich zusammen mit einem Säckchen voll Lavendel aus dem Sommer und einem Foto mit Sonnenstrahlen in ein Kuvert und adressiere es an mein ältestes Kind.

Die Texte sind erstaunlich schnell fertig, der Kopfschmerz hält sich allerdings hartnäckig hinter der Stirn. Da der Mitbewohner in der Küche werkelt, nehme ich mir einfach das Bad vor. Fast den ganzen Dezember war ich unterwegs, da hatten die Spinnen ausreichend Zeit – und die haben sie auch eifrig genutzt. Ich hole mir einen Stuhl, damit ich das Regal, in dem die Lieblingshausziege ihr Schmink- und sonstiges Zeugs aufbewahrt, leichter auswischen kann und Katzmatz klettert hinter mir auf den Stuhl und guckt zu. Ich staune, was so eine 17-jährige alles an interessantem Kram braucht und überlege, ob ich in dem Alter damals ähnlich viel hatte. Ich glaube nicht. Das war eine Zeit, da war das Schminken gerade nicht so angesagt. Bunte Nägel trug ich nicht mit 17, sondern mit 27. Oder so.

Der Badputz ist meditativ und genau das Richtige, wie mir scheint. Während ich den Boden wische, verkrümelt sich das Kopfweh langsam.

Katzmatz bleibt allerdings außerordentlich anhänglich. Ich fege noch den Flur und die Küche, sie spielt mit dem Besen und mit dem, was ich an Krümeln so unter dem Küchenschrank hole.

Weil es mir dann besser geht, ziehe ich mir den Mantel und die Stiefel an, nehme den Umschlag und bringe ihn zu Fuß bis zur Post, die hier eine kleine Filiale in der Tankstelle hat. Das ist nicht weit, und ich habe wenigstens einen Grund, auch mal vor die Tür zu gehen.

Anschließend suche ich noch einen Text und schicke ihn ans Wortwerk: Wir wollen gemeinsam mit Fotografen eine Ausstellung mit Fotos und dazu passenden Texten machen, die Texte sind längst geschrieben und die Fotos gemacht, da allerdings ein Buch aus allem werden soll, sollen die Texte noch lektoriert werden. Meine beiden anderen Texte werde ich dann am Wochenende noch ein bisschen putzen und wegschicken.

Der Mitbewohner ist immer noch in der Küche am Basteln. Ich bin gespannt, wie es nachher schmecken wird, auch wenn ich erst spät zum Essen komme: Ich fahre nämlich bald nach Erlangen, zum wöchentlichen Treffen der Wortwerker. Mehr wird also heute hier nicht passieren.

Was alle anderen so machen? Das gibt es wie immer bei Frau Brüllen zu lesen.

Kalt erwischt

Winterlich weiß bereifter Baum vor strahlend blauem Himmel.

Tja. Da mokierte ich mich doch gestern über Weihnachtsbäume, die schon kurz nach dem Fest wieder aus dem Haus fliegen. Heute sehe ich die Sache etwas moderater: Selbstverständlich kann jeder mit dem Weihnachtsbaum machen, was er oder sie möchte. Der Baum kann quer oder verkehrt herum gestellt werden, gleich nach Weihnachten aus dem Fenster stürzen, angezündet werden, was auch immer.

Es ist meine eigene Vorstellung vom Fest. Ich mag es, wenn es im Advent eine stille Zeit der Vorbereitung gibt, wenn dann das Weihnachtsfest gefeiert wird, ob alleine, im Kloster oder in der Familie. Alles ist wunderbar. Ich mag es sehr, wenn der Baum ganz lange im Januar noch stehen bleiben kann – und erst dann aus dem Wohnzimmer geräumt wird, wenn es gar nicht anders geht. Mit dieser – meiner – Vorstellung vom Fest urteile ich, wenn ich kurz nach den Feiertagen lese, dass die ersten Bäume fliegen lernen: Was das wohl für Banausen sein mögen.

Tja. So schnell geht das: Da macht jemand etwas anders – und ich finde das erst einmal doof. Dabei gehe ich einfach nur von dem aus, was ich mag und kenne. Ich habe nur meinen eigenen Wunsch, meine Wirklichkeit und Befindlichkeit im Blick, nicht jedoch die Motivation des Anderen. Ich habe statt dessen ge- und verurteilt. Mea Culpa. Dabei ging es nur um einen Weihnachtsbaum, nicht um einen ganzen Lebensentwurf.

Was hilft: Zeit für Reflexion. Darüber nachdenken: Was wäre, wenn mir jemand vorschreiben möchte, wie lange ich meinen eigenen Baum stehen – oder nicht stehen lassen möchte.

Den weiß bereiften Baum hat es ebenso kalt erwischt. Ein Winterbild in s/w zu konvertieren war gar nicht so einfach: Obwohl der Himmel hinter dem Baum wunderbar blau war, ist der größte Teil des Kontrastes weg. Da allerdings noch eine Weile Winter ist, kann ich ja noch ein wenig üben – vielleicht gibt es dann noch ein Bild. Dieses schicke ich jedenfalls zu Czoczos Projekt „Black & White“.

Originalbild

Jetzt hänge ich einfach das Originalbild mal an. Ich habe auf dem s/w-Bild versucht, den Himmel etwas dunkler zu gestalten, damit sich das Weiß der Äste davon abhebt.