Städte. Große Städte


Die Bilder habe ich alle in Rumänien gemacht, in unterschiedlichen Städten.
Aber sie stehen für das, was mir selbst an Städten nicht gefällt: Sind die Dimensionen so, dass nicht mehr der Mensch als Maßstab dient, sondern die Plätze und Straßen für Autos, Aufmärsche und andere Dinge gebaut werden – und die Häuser so, dass möglichst viele Menschen in einer solchen Schachtel hausen können, dann sind sie nicht mehr gemütlich, dann fühle ich mich in ihnen nicht wohl, in der Wüste aus Stahl, Beton, Glas und Asphalt. Sind dagegen die Straßen schmaler, die Häuser kleiner, überschaubarer, ein paar Bäume dazwischen, ein bisschen Platz, einen Treffpunkt, ein paar Bänke, Stühle und Blümchen, dann wirkt die Stadt gleich nicht mehr wie eine Wüste, sondern wie ein kleiner Garten.

Verlinkt mit: Always Sunny.

Tagebuchbloggen am 5. Februar

Jeden Monatsfünften lädt die freundliche Blognachbarin zum gemeinsamen Tagebuchbloggen ein und fragt: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“, oder kurz: WMDEDGT.

Nun, gestern kamen wir später als gedacht von einer Geburtstagsfeier nach Hause, wir haben nicht lange gebraucht und lagen im Bett. Heute schlief ich deswegen sogar etwas länger, es war schon richtig hell, als ich endlich munter wurde, obwohl sich irgendein Nonsens in meine Träume geschlichen hatte.

Erst gab es Kaffee mit Zeitung, dann war noch ein kürzerer Text über Bilanzpolitik fällig, der Mitbewohner kümmerte sich währenddessen ums Mittagessen. Die Lieblingshausziege war mit ihrem Schatz mitten in der Nacht vom Sabaton-Konzert aus Bamberg zurückgekommen, als der Duft nach Essen durch die Etage zog, kamen sie auch aus dem Bett.

Die Sonne schien, wir fuhren los, waren nicht ganz schlüssig, wohin, landeten im Steigerwald, liefen dort in der Sonne etwas herum, immer auf einem Weg, der zum Drei-Franken-Stein führen sollte, aber bis dorthin kamen wir dann doch nicht. Unterwegs war dann genügend Zeit für die nötige Psychohygiene, die nach solchen Familienfeiern irgendwie dringend angesagt ist.

Das Haus ist noch keine 100 Jahre alt, wie die Inschrift über der Tür beweist.

Dort, wo sich Ober-, Unter- und Mittelfranken treffen, da ist nicht mehr viel los. Hier rauscht der Verkehr nur noch auf der nahen Autobahn vorbei. Während sich im recht nahen Bamberg und Nürnberg alles drängelt, ist hier viel Platz.

Fensterstein fällt bald heraus.

So fest gefügt aus Stein die Häuser auch aussehen, so bröckelig werden sie mit der Zeit, wenn niemand mehr in ihnen wohnt. Aber vielleicht hat ja der Untergrund auch schon vorher nachgegeben, so dass die ersten Risse entstanden sind.

Riss unter dem Fenster.

Trotzdem gefiel es mir hier ganz gut, ich glaube, im Frühjahr könnten wir hier noch einmal mit den Fahrrädern die Gegend erkunden. Als die Sonne langsam sank, trödelten wir wieder nach Hause.

Verlinkt mit: Always Sunny – Stein. 

 

Die kleine Harlekina

Die kleine Harlekina. 

Eine Harlekina, im passenden Kostüm: Eine Hälfte ist mit Rautenstoff genäht, die andere mit einer schwarzen Faschingsseide.

Damals ging das Mausezähnchen noch nicht in die Schule, glaube ich. Wer das Kostüm gewählt hat, wissen wir auch nicht mehr. Es ist möglich, dass ich den Schnitt sah, er mir gefiel und ich sie daraufhin gefragt hab: Wäre das nicht was Schönes für dich?

 

Das Faschingskostüm gibt es noch, wir haben es zwar mal verborgt, aber nicht verschenkt. Wer weiß, wer es irgendwann einmal noch tragen wird.

Weil die Lieblingshausziege heute in den alten Fotos gekramt hat, eines herausgesucht hat, auf dem sie mit der Zuckertüte zu sehen ist, habe ich auch das Foto wiedergesehen. Wer mir auf Twitter folgt, kennt das Bild ja, wenigstens in verkleinerter und etwas verfremdeter Form. Hachja. Und jetzt hat ist sie in absehbarer Zeit mit ihrem Abi fertig. So schnell geht das.

Verlinkt mit: Mustermittwoch: Rauten

52 Wochen: Erinnerungen 

Alles für die Katz #51

Katzmatz im Warenregal.

Das miesegraue kalte Wetter eignet sich vorzüglich, um in den sonnigen Fotos und warmen Erinnerungen zu schwelgen. Als ich die vielen Bilder aus Marokko mehr oder weniger fix durchgeguckt habe, weil ich für einen anderen Post etwas gesucht habe, hat mich dieses Bild erst etwas irritiert. Auf den zweiten Blick sah ich schließlich, warum ich es fotografiert habe: Ganz seelenruhig schläft die Katz zwischen den Tonwaren. Sie wird nicht weggejagt, sie darf einfach liegen und stört sich nicht am Lärm und Trubel.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen.

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

Ein Eisensäuerling #Rostparade

Das Wasser aus dem Höllental.

Am Wasserhahn ist der Rost – oder das Eisenoxid – ebenso deutlich zu sehen, wie im Inneren des Wasserbeckens: Aus den Tiefen des Höllentals wird ein Eisensäuerling gefördert. Ursprünglich wurde bis 1907 nur das darin enthaltene Kohlendioxid genutzt, abgefüllt und an Brauereien verkauft. Dass der Sauerbrunnen trinkbar und gesund ist, erkannten die Menschen dann später. Diese Quellen werden übrigens auch Stahlquellen genannt, in jedem Liter Wasser sind mehr als zehn Milligramm Eisen. Wer an Blutarmut, Eisenmangel oder sonstigen Dingen leidet, kann davon trinken.

Als Jugendliche musste ich regelmäßig Eisentabletten oder Eisentropfen nehmen, den Geschmack habe ich sofort auf der Zunge, wenn ich eine Tablette in dieser Farbe sehe. Bäh.

Verlinkt mit: Frau Tonaris Rostparade. 

Haus an Haus

Während in den Dörfern und anderen kleinen Ortschaften der Bebauungsplan vorschreibt, dass zwischen Hausmauer und Grundstücksgrenze ein Abstand eingehalten werden muss, stehen die Häuser in den Städten schon seit vielen Jahrhunderten dicht an dicht. Innerhalb der Stadtmauern war der Platz eben begrenzt, auch wenn es in früheren Zeiten brandgefährlich war, wenn sich die Häuser zu dicht auf die Pelle rückten.

Haus an Haus: In der Medina von Fez stehen auf einer Fläche von rund 280 Hektar unzählige Häuser, dazwischen 3.000 Gassen, ein wahres Labyrinth. Sie gilt als die größte Medina in Nordafrika, steht seit über 20 Jahren unter dem Schutz der Unesco.

In der Medina von Fez.

Auf Lasteseln oder Karren werden die Felle und Früchte in den Gassen transportiert, Autos haben hier keinen Platz. Die noch lebenden Hühner warten stoisch, bis sie von jemandem gekauft und mitgenommen werden.

Die Hühner warten ab, was das Schicksal mit ihnen vorhat.

Aber es gibt auch Metzger, in deren Auslagen Kuh- oder Schafköpfe liegen. Nur die Mopeds, auf denen sich zumeist junge Marrokkaner durch das Gedrängel schlängeln und die überall vorhandenen Smartphones, erinnern daran, dass auch hier Moderne angesagt ist. Ansonsten ist hier vieles wahrscheinlich wie seit tausend Jahren schon,

Enge Gassen in der Medina von Fez.

Doch die Wohlhabenden haben sich hier längst zurückgezogen, sind an den Rand der Stadt gezogen, schließlich will ja das Auto auch irgendwo stehen. Und was nutzt das Gefährt, das sich in der Medina einfach nicht nutzen lässt?

Enge Gassen in der Medina von Fez.

Es ist eng, manchmal mehr, manchmal weniger. Es gibt Gassen, die gerade einmal einen halben Meter breit sind und andere, in denen sogar Gegenverkehr möglich ist. Wer einen Blick nach oben wagt, sieht: Die meisten Gebäude wirken vernachlässigt, eher ärmlich. Jedenfalls von außen. Ob es hier jemals ruhig wird? Immerhin kommen zum üblichen Marktgetümmel noch die Touristen.

Aber auch bei uns gibt es dicht an dicht gebaute Häuser, wie hier in Bamberg. Wunderschön sind die Häuschen in Klein Venedig, aber darin wohnen wollte ich nicht. Sie sind ständig umlagert und werden immerzu fotografiert.

Klein Venedig in Bamberg

Verlinkt mit: Always Sunny.

Der Weg ist das Ziel

Jetzt haben die Wege ihre gepflasterte Schönheit hübsch unter Schnee versteckt. Aber wer will schon den warmen Platz am Ofen verlassen? Statt dessen ist Zeit und Muße, Erinnerungen nachzuspüren. Wie war das, als wir in Spanien bei 40° Hitze durch die Straßen zogen, immer genügend Zeit, dem weißen Kaninchen zu folgen? Wir wussten oft nicht, wohin wir eigentlich gehen wollten, ließen uns in der Hitze treiben und gelangten damit an Orte, die wir sonst nie gefunden hätten.

Buckeliges Pflaster in der Alhambra.

Und so Wege haben ja auch etwas für sich: Ich habe das ersehnte Ziel noch vor Augen. Ist der Berggipfel erklommen, muss ich stattdessen absteigen. Höher hinauf geht es nicht mehr.

Pflaster vor einer Kirche in Granada. Mit Reis in den Ritzen.

Überhaupt sind die Städte und Plätze in Spanien nicht immer eben und mit großen Platten gepflastert. Es gibt ebenso viele katzenbuckelig verlegte Steine.

Wappen aus schwarz-weißen Kieseln gelegt.

Mit solchen schwarzen und weißen Kieseln waren viele Innenhöfe gepflastert: Es sieht zwar steinig und kantig aus, lässt sich aber mit bloßen Füßen gut betreten und fühlt sich angenehm an. Da piekst nichts.

Ziegelpflaster in Malaga.

In den Ruinen der alten Paläste und Festungen sind die Böden auch mit Ziegeln kunstvoll bepflastert. Was das für eine Mühe gemacht haben mag? Effizient war es sicherlich nicht, dafür sieht es zu schön aus.

Ziegelwand in Malaga.

Selbst die unverputzten Ziegelwände waren einfach schön in ihrer unregelmäßigen Schlichtheit.

Verlinkt mit: Mustermittwoch

Eine runde Sache

Da ich nicht fest angestellt arbeite, muss ich auch nicht zu festen Zeiten in einem Büro sitzen. Ich kann meinen Platz vor dem Computer jederzeit verlassen – bekomme dafür aber kein festes Gehalt, so wie jemand, der angestellt ist und dafür jeden Monat pünktlich sein Salär aufs Konto kriegt.

Das hat alles Vor- und Nachteile, meistens überwiegen allerdings die Vor-, selten auch mal die Nachteile. Einen der Vorteile haben wir neulich genutzt: Mitten in der Woche schien die Sonne einfach zu verlockend, wir konnten nicht widerstehen. Die Texte waren entweder fertig oder konnten noch warten, wir zogen uns einigermaßen dick an, fuhren ins Fichtelgebirge und dort zum Fuß des Ochsenkopfs. Da es mitten in der Woche war, gab es nicht nur jede Menge freier Parkplätze, sondern auch keine Warteschlangen, weder am Kassenhäuschen, noch am Lift. Wir stiegen ein und schwebten bis hoch zum Gipfel.

Tännchen, fast vom Schnee bedeckt.

Unterwegs sahen wir kleine Hügel, wie Zuckerhüte, unter denen kleine oder mittlere Tännchen stecken, so wie das hier, das noch so vorwitzig seine Spitze aus dem Schnee reckt.

Mit etwas mehr als 1.000 Metern ist der Ochsenkopf der zweithöchste Gipfel im Fichtelgebirge. Zwei Skilifte führen nach oben, von dort aus kann man sich mit den Skiern wieder zurück ins Tal stürzen. Ski hatten wir nicht, also stiefelten wir erst einmal in die Hütte, aßen eine Kleinigkeit, ich staunte darüber, wie die Skifahrer mit ihren Schuhen über den Fußboden staksten und polterten, anschließend spazierten wir ein bisschen herum.

Die Hütte auf dem Ochsenkopf. Ja, auf den Turm kann man steigen. Nein, wir waren nicht oben.

Skifahrer auf Ochsenkopf

Der eigentliche Wahrzeichenfelsen war tief verschneit: Auf diesem soll andernfalls ein Ochsenkopf zu sehen sein. Das muss ich später noch einmal überprüfen… Aber einen schönen Blick hat man von hier oben.

Es sah überall wie im Märchenwald aus: Die Bäume so tief verschneit, dass sie ihre Äste nach unten hängen ließen, der Schnee knirschte leise unter den Sohlen, gelegentlich beschwerte sich eine Elster darüber, dass sie keine Ruhe hatte.

In der Sonne war es wunderbar warm, im Schatten dagegen eisig kalt.

Auf dem Ochsenkopf steht – wie könnte es anders sein – aber auch ein Sendemast. Dieser war dick vereist und weitläufig abgesperrt, schließlich soll kein Wanderer oder Skifahrer von herunterfallenden Eiszapfen erschlagen werden. Wir gingen ein Stückchen am Zaun entlang, es knirschte, krachte – und irgendwo flogen Brocken und schlugen krachend auf dem Boden auf. Oha.

Die Richtfunkantennen werden vom Eise befreit.

Oben auf dem Sendemast waren Techniker unterwegs, dick eingepackt und mit Seilen gesichert. Einer von ihnen klopfte mit einem Besen gegen die runden Schüsseln der Richtfunkantennen. Sind diese mit Eis bedeckt, lässt der Handyempfang deutlich nach. Und das geht „ja fei gar nicht“, wie die Franken sagen. Eine runde Sache also, da oben am Berg, wie riesige Trommeln hängen sie am Mast.

Verlinkt mit: Projekt 52 Wochen #einerundeSache.

Energie

Es ist seltsam: Als ich während meines Studiums abends anfing, zu arbeiten, konnte ich nicht nur problemlos bis zum Mittag schlafen, sondern war abends auch wach genug, um Fachliteratur zu lesen, Arbeiten zu schreiben, feiern zu gehen, was man halt so macht.

Nach der Geburt der Lieblingshausziege änderte sich das radikal, nicht nur wegen des Babys, das gerne und viel munter war. Zu dieser Zeit musste ich morgens ziemlich früh aufstehen und das große Kind zum Schnellbus an die Bundesstraße fahren: Nur weil wir in die Pampa gezogen waren, wollte sie nicht ihre Schule wechseln. Außerdem schätzte ich bald die Ruhe, die ich zu dieser Zeit hatte: Keiner war wach, außer mir natürlich, und ich konnte in aller Ruhe meine Tasse Kaffee trinken und dabei Zeitung lesen.

Das ist im Prinzip bis heute so geblieben: Ich wache relativ früh auf, und vor allen Dingen: Ich wache fast immer ohne Wecker auf. Ich bin ausgeschlafen. Gut, ich muss selten pünktlich morgens aus dem Haus, ich kann mich auch ungewaschen und ungekämmt an den Computer setzen und meine Texte tippen. Dafür werde ich abends viel schneller müde. Es gibt Tage, da verschwinde ich bereits im Bett, während der Hauptfilm im Fernsehen noch läuft. Ich lese noch ein, zwei, drei Seiten, dann reicht mir das auch.

Kerzenflamme

Verlinkt mit: Sunny: Energie.  

Brückentag

Der freundliche Blognachbar, der Ackerbau in Pankow betreibt, rief zu einem Brückentag auf und wünschte sich Bilder voller urbaner Schönheit.

Ich möchte mit einer ganz besonderen Brücke zu diesem Brückentag beitragen, mit einer Brücke, die ursprünglich nicht als Brücke gebaut wurde, sondern als Sperrwerk. Dieses sollte verhindern, dass jemand über den Fluss oder durch den Fluss hindurch die Grenze passieren konnte. Wagte es doch die Werra, jenes Grenzland zu durchqueren, mehrfach sogar. Was dem Fluss jedoch noch erlaubt war, sollte für die Menschen unmöglich sein.

Dass es schlussendlich doch anders kam und dieses Sperrwerk jetzt die beiden gegenüberliegenden Flussufer – und somit auch Thüringen und Hessen, oder West und Ost – verbindet, das zeigt, dass Mauern und Grenzen überwunden werden können, gerade dann, wenn sie von Menschen errichtet wurden.

Aus einem Sperrwerk wird eine Brücke für Wanderer.

 

Unten fließt die Werra.