Mein Stadtmantel ist fertig

Auch wenn der Mitbewohner in den vergangenen Tagen über: „Ein Mäntlein steht im Walde“ gewitzelt hat und ich gerne bei etwas besserem Wetter dort spazieren gegangen wäre, haben wir die Fotos vom Mantel lieber direkt am Haus gemacht. Wer genau guckt, kann im Gras noch die Reste des Schnees liegen sehen, der eben noch in dichten Flocken vom Himmel fiel.

Der Mantel gefällt mir sehr gut, andernfalls hätte ich mir die Mühe mit dem Nähen sparen können.

Es gab schon die eine oder andere knifflige Stelle, doch wozu gibt es schließlich einen Nahttrenner? Die liebsten Kleidungsstücke sind ohnehin diejenigen, die sich einer einfachen Herstellung ein wenig widersetzen. Dafür hat die als schwierig beschriebene Stelle mit dem Einnähen der Futterärmel hervorragend geklappt, vielleicht lag es auch daran, dass ich erst kürzlich unter Aufsicht und Anleitung einer zweifachen Schneidermeisterin (Damen- und Herrenfach) meinen fränkischen Kittel genäht habe.

Details von Innen.

Also: Besten Dank an Frau Crafteln für den Schnitt und die ausführliche Nähanleitung. Immerhin winkte der Sew-Along mit Fertigstellung am Ostermontag genügend mit dem inneren „Nun-mach-doch-mal-endlich“ und der Mantel ist tatsächlich fertig geworden. Und das von mir, der Queen der angefangenen (und nie beendeten) Dinge.

Verbunden mit: Me made Mittwoch.

Alles für die Katz #55

Katzen und ihre Kisten: Da habe ich eine Kiste in der Ikea-Fundgrube für mich entdeckt, so für allen möglichen Krimskrams. Kaum erspähte die Katz die Kiste, hat sie diese schon für sich okkupiert. Und passt perfekt hinein.

Meine Kiste!

Ist draußen noch alles in Ordnung? Ja, der Kirschbaum blüht.

Dann kann ich mich ja beruhigt hinlegen.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen.

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

Ein goldenes Blatt auf den Mund

Wer viel labert, dem stöhnen geplagte Mitmenschen gerne vor: „Wenn du stirbst, muss man die Klappe extra erschlagen“: In Nordzypern besuchten wir ein kleines Museum. Dort waren neben ausgestopften Tieren der Gegend auch antike Grabbeigaben der Römerzeit zu sehen. Wie diese goldene Maske, die wohl jemandem über den Mund resp. die Klappe gelegt wurde. Damit sie auf ewig schweige…

Goldene Maske über dem Mund: So ging Klappe halten in der Römerzeit.

Verbunden mit: Black & White bei Czoczo.

12 Bilder vom 12. April

Da ich gelegentlich am Wochenende arbeite, nehme ich mir auch mitten in der Woche frei. Ist das Wetter schön, kann ich es so nutzen und muss nicht warten, bis der nächste Regen die geplante Wanderung zur Schlammschlacht werden lässt. Wir fuhren nach Kasendorf, das nicht weit von Kulmbach und Bayreuth entfernt liegt und schöne Aussichten verspricht.

Vor der Gastwirtschaft „Goldener Anker“ begrüßt uns ein Herkules auf dem österlich geschmückten Brunnen.

Herkules auf dem Osterbrunnen in Kasendorf

Was macht der hier? Ich frage ihn, doch er schaut nur stumm über mich hinweg und antwortet nicht. Bevor er mir jedoch seine Keule über den Kopf ziehen kann, gehen wir lieber weiter.

Herkules in Franken. Mit Löwenfell und Keule.

Bis zum Ortsausgang müssen wir der Hauptstraße folgen. Soll etwa der ganze Wanderweg an dieser entlang führen? Nein, wir biegen links ab. Von einem alten Haus ist nur noch der Keller zu sehen, auf den Mauerresten hat sich ein Baum eingenistet. Wird die Natur nicht gestört, wächst sie einfach wild und überall. Ab hier geht es steil bergauf. Wir überholen ein junges Paar mit kleinem Kind, das sich hier im Spazierenstehen übt.

Auf dem Berg war eine Wallanlage, vom Tor ist nichts mehr vorhanden. Eine Tafel klärt auf, dass der Weg schon damals im Uhrzeigersinn auf den Berg führte: Da Rechtshänder ihren Schild links trugen und rechts das Schwert, blieben sie so ungeschützter und waren von oben leichter mit Pfeilen zu treffen.

Der Magnusturm. Auf dem Rest einer alten Zufluchts- und Wehranlage erbauter Signalturm.

Bald sind wir oben: Hier steht der Magnusturm, der 1498 als Wart- und Signalturm auf den Ruinen eines früheren Turmes errichtet wurde und damals Signale an die Plassenburg und Burg Zwernitz gab. Die Plassenburg können wir deutlich in der Ferne erkennen, nur von Burg Zwernitz ist nichts zu sehen. Vielleicht suchen wir ja auch in der falschen Richtung, wer weiß.

Jetzt, so hier oben, würde ich auch Kaffee und Kuchen genießen. Aber außer der Aussicht wird nichts geboten.

Oben auf dem Magnusturm.

Die Buchen sind noch unbelaubt, unter ihnen grünt und blüht es: weiße und gelbe Buschwindröschen, Himmelsschlüssel, Scharbockskraut und Lerchensporn, der ein wenig wie kleine Akeleien aussehen. Gelegentlich fliegt eine dicke Hummel des Wegs, Zitronen- und andere Falter flattern.

Lila Lerchensporn.

Wenn wir auf dem Weg zurück nicht so eifrig geschwätzt und währenddessen einfach geradeaus gelaufen wären, wäre uns vielleicht aufgefallen, dass der richtige Weg nach rechts abbog.

Also: Wieder zurück, steil nach oben stiefeln und den richtigen Abzweig nehmen. Wer auf der falschen Bergseite absteigt, muss andernfalls unten einen viel längeren Umweg laufen. Zurück in Kasendorf überqueren wir die Hauptstraße und steigen auf der anderen Seite den nächsten Berg hoch. Ein Weg soll nach rechts zum Sonnentempel führen, doch welcher mag das sein? Der erste führt zu einer Art Müllhalde. Wer ein Handwaschbecken braucht, an dem selbst die chromblitzende Armatur noch vorhanden ist, bitte sehr. Hier werden Sie fündig.

Erst ganz oben steht der Wegweiser und zeigt auf einen schmalen Pfad. Dieser führt um eine Bank und zwischen Wald und Feld entlang zunächst durch den Wald, dann bis zum Sonnentempel. Wir gehen näher und setzen uns. Die Farbe riecht noch ganz frisch, der Mitwanderer muss zweimal niesen, aber sie ist völlig trocken.

So schön es hier oben auch ist, die Vögel geben sich wirklich die allergrößte Mühe, doch der Verkehr dröhnt. Während jedoch die Autos immer leiser unterwegs sind, scheint für Motorräder das Gegenteil zu gelten. Sie dröhnen immer lauter.

Wandermarkierung in Blau-Weiß. In Franken!

Wir gehen weiter nach rechts und übersehen fast den schmalen Pfad, der rechts in den Wald hineinführt. Die blau-weiße Markierung schimmert jedoch schon von weitem und führt uns zum Felsentor.

Felsentor bei Kasendorf

Wir gehen hindurch, passen aber immer gut auf, wo wir hintreten. Fränkische Steine und Wege sind schließlich keine ebene Fußgängerzone.

Das Felsentor bei Kasendorf von der anderen Seite.

Da wir jetzt auf der anderen Seite von Kasendorf unterwegs sind, haben wir immer mal einen schönen Blick auf das Dorf und den Magnusturm. Als der Weg an einer kleinen Schlucht entlang führt, sind die hellen Felsen gut zu sehen. Noch ist nichts belaubt. Hier ist auch der Endpunkt eines Geologischen Lehrpfades. Auf Tafeln wird erklärt, wie die Steine hier entstanden, die wir so schnöde mit Füßen treten.

Geologischer Lehrpfad. Hier wird alles erklärt.

Tafel mit Aussicht.

Das Bienenhäuschen erkennen wir nicht sofort als solches, die Bretter vor den Fluglöchern wirkten wie gemütliche Bänke. Da hätten wir aber bestimmt nicht lange gesessen. Durch einen Hohlweg geht es zurück nach Kasendorf.

Aussicht: Auf dem gegenüberliegenden Hügel ist der Magnusturm.

Das sind meine 12 Bilder vom 12. April, die anderen sind bei der freundlichen Nachbarin zu sehen, bei der es Draußen nur Kännchen gibt.

Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen

„Leise summt der Frühling“ titelte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung an dem Tag, an dem ich mit der Lektüre von Maja Lundes „Geschichte der Bienen“ begann. Die Zahl der Insekten ist zurückgegangen, heißt es in dem Bericht. Das gilt nicht nur für Bienen, sondern auch für Schmetterlinge, Fliegen, Käfer und Hummeln.

Die „Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde beginnt damit, dass es 2098, in etwa achtzig Jahren, in China keine Bienen mehr gibt. Menschen klettern auf den Bäumen herum und bestäuben in mühevoller Kleinarbeit die Blüten. Eine von diesen Arbeiterinnen ist Tao, die gemeinsam mit ihrem Mann Kuan einen kleinen Sohn hat, Wei-Wen. Jeden Abend bleibt ihr nur eine Stunde, die sie mit ihrem Sohn verbringen kann und in der sie versucht, ihm etwas beizubringen. Sie wünscht ihm eine bessere Zukunft. Leider dauert es nicht lange, da geschieht etwas Mysteriöses mit Wei-Wen und er verschwindet.

Die zweite Geschichte spielt in England, 1852. William, Biologe und achtfacher Vater, liegt in seinem Bett und leidet. Mit seiner Forschung erntet er keine Anerkennung, immer war schon jemand vor ihm da. Sein einziger Sohn, auf den er seine ganze Hoffnung gesetzt hatte, ist eine einzige Enttäuschung, die Klugheit seiner Tochter Charlotte nimmt er dafür nicht wahr. William ist besessen von den Bienen und von seiner Idee, für diese den perfekten Bienenstock zu bauen.

Eine dritte Geschichte ist 2007 in Ohio angesiedelt: In dieser ist Imker George die Hauptperson. Er lädt seine Bienen in Kästen auf und zieht mit ihnen von Ort zu Ort, immer dorthin, wo es etwas zu bestäuben gilt. Erst hört er von anderen, die ihre Bienen verlieren, dann trifft es ihn selbst. Dabei soll doch sein Sohn Tom den Hof und die Bienen übernehmen. Doch dieser studiert und hat andere Pläne.

In diesen drei miteinander verwobenen Geschichten – deren genauen Zusammenhang Maja Lunde erst am Ende des Buches verrät – erzählt die Autorin liebevoll und genau von dem, was sich zwischen den Menschen in Familien so abspielt, von den großen und kleinen Dramen des Lebens. Sie erzählt von den Beziehungen, die Eltern zu ihren Kindern haben und davon, was sich Eltern für ihre Kinder wünschen. Das stimmt allerdings nicht immer mit dem überein, was die Kinder selbst wollen. Aber so ist der Lauf des Lebens.

Während es in England und Amerika größtenteils um die Beziehung der Väter zu ihren Söhnen geht, um deren Sprachlosigkeiten und Erwartungen, ist es in China die Frau, Tao, die nicht resigniert, sondern sich auf die Suche nach ihrem verschwundenen Sohn macht.

Eine klare Empfehlung für dieses wirklich sehr lesenswerte Buch.

Beuteltasche

Neulich war ich zu Besuch in Kassel. An diesem Wochenende fand dort ganz überraschend und völlig ungeplant der holländische Stoffmarkt statt, selbstredend konnte ich diesen nicht ignorieren, nachdem ich davon erfuhr und selbstverständlich fand ich Stoff. So weit, so vorhersehbar.

Hach. Dort kaufte ich einen Stoff, wunderschön grün mit Pfauen, ganz passend für eine repräsentative Einkaufstasche, eine, die so schön werden könnte, dass ich sie gerne nehmen würde. Ich meine, auch eine simple Einkaufstasche darf doch schön werden, oder?

Damit nichts schief geht, wenn ich mich an diesen grünen Stoff mache, ihn zerschneide und neu zusammensetze, habe ich erst einmal eine Probetasche genäht. Der blaue Stoff lag noch im Schrank, als Innenfutter habe ich einen alten, löcherigen Bettbezug so zurechtgeschnitten, schließlich war glücklicherweise noch genügend Stoff zwischen den Löchern.

Außentasche und Innentasche

Schnell waren die Nähte genäht (außen weiß, innen lila, weil der Faden gerade auf dem Spulchen war), blauer Stoff auf das Band appliziert und die Tasche fertig. Kam die Jüngste des Wegs, beguckte sich die Tasche von allen Seiten und monierte: „Och Mutter, hättste aber wenigstens den Unterfaden mal wechseln können.“

Fertige Tasche.

Ach was, das ist nur eine Probetasche. Da ist das nicht so wichtig. Da die Tasche aber schon das Weite gesucht hat, resp. von der Lieblingshausziege okkupiert wurde, werde ich wohl noch so eine blaue Tasche nähen und die grüne Tasche (mit Pfau!) ebenfalls. Aber vorher brauche ich neues Band für die Träger.

Tagebuchbloggen am 5. April

Wie jeden 5. des Monats ruft die freundliche Nachbarin Frau Brüllen zum gemeinsamen Tagebuchbloggen auf:

Da ich mitten in der Nacht munter wurde – und dann eine Weile gelesen habe – schlief ich heute morgen etwas länger. Das war auch nicht weiter schlimm, manche Texte sind da ganz geduldig. Da heute der erste Mittwoch im Monat war, fuhr ich am späten Vormittag nach Forchheim, parkte das Auto auf der Sportinsel und freute mich über die Spinnweben am Brückengeländer.

Spinnwebe mit Tautropfen im Morgenlicht.

In der Forchheimer Stadtbibliothek traf ich mich mit den anderen Mitgliedern des Literaturkreises. Wir lasen uns gegenseitig Texte vor und kommentierten diese.

Fenster der Stadtbibliothek. Die Buchstaben sieht man doch, oder?

Auf dem Rückweg zum Auto sah ich noch weitere Fenster:

Altes Fenster mit Schnörkelgitter.

Innen bunt verziertes Fenster. Was machen die Schneemänner dort?

Das Haus schläft wohl noch. Jedenfalls sieht es so aus, wenn die Jalousien heruntergezogen sind.

Glasbausteine.

Ein schiefes Fenster zwischen schrägen Balken.

Kaum war ich wieder Zuhause, tischte der Mitbewohner auf. Er hatte in meiner Abwesenheit für leckeres Essen gesorgt.

Der restliche Tag verlief echt unspektakulär: Ich habe Texte geschrieben. Gelegentlich kam die Katz vorbei und forderte ihre Streicheleinheiten. Das Brot, das ich gestern Abend angesetzt hatte, wurde ebenfalls fertig (das nächste Mal nehme ich etwas mehr Salz für den Teig). Da die Lieblingshausziege den restlichen Jogurt zu einem Mango-Smoothie verbastelt hat, habe ich neuen Jogurt angesetzt. Dieser muss nur bis morgen ganz erschütterungsfrei und ruhig auf dem Schrank stehen, bevor er in den Kühlschrank kommt und dort nachreifen kann.

Jetzt ist es fast Zeit fürs Abendbrot, ich werde allerdings noch weiter Texte schreiben.

Verbunden mit: Frau Brüllen

Verbunden mit: Mustermittwoch: Fenster

In der fränkischen Seenlandschaft unterwegs

Gestern war Zeit und Gelegenheit, das Fahrrad aus dem Keller an die frische Frühlingsluft zu holen. Für die erste größere Tour haben wir den Altmühlsee und den Brombachsee ausgesucht, schließlich wollten wir erst einmal probieren, wie gut wir noch fahren können. Auf Bayern zwei kam unterwegs die Meldung, dass der Englische Garten in München ab jetzt sowohl für Engländer als auch für englische Hunderassen gesperrt sei. Die Absurdität ließ uns schmunzeln, war doch gestern – richtig: der erste April.

Am Altmühlsee angekommen, wollte der Mitbewohner zunächst einen Teil des Proviantes futtern, damit er diesen nicht auf das Fahrrad packen und als Gepäck transportieren muss. Wir fanden eine freie Bank, auch wenn sich drei Meter vor dieser ein Pärchen auf einer Decke gemütlich gemacht hatte. Der männliche Teil dieses Pärchens krempelte die Hosenbeine hoch und stiefelte halbwadentief ins Wasser: Boah, zehn Grad, ey. Zwei Würstchen, zwei Möhrchen, zwei Frikadellen und zwei Brötchen später fuhren wir los.

Die Menschen waren in ihrer ganzen bunten Vielfalt auf fast ebenso vielen unterschiedlichen Gefährten auf dem drei Meter breiten Radweg unterwegs: Wir sahen Liegeräder, Fahrräder mit und ohne Elektroantrieb, Menschen auf Rollschuhen und Inline-Skates, Menschen zu Fuß und in Fahrradrikschas. Während manche fast unhörbar fuhren, surrten die Mountainbikes mit ihren Stollenreifen wie ein wütender Bienenschwarm.

Auf der Vogelinsel strolchten Männer mit dicken Objektiven und Ferngläsern herum, kamen aber auch nicht näher an die Vögel heran als sämtliche anderen Besucher auch.

Kurz bevor wir den Ausgangspunkt unserer Fahrt um den Altmühlsee erreichten, gönnten wir uns ein Hefeweizen an einer der vielen Imbissmöglichkeiten, die so rings um den See ihre Bänke und Stühle bereits entstaubt und ins Freie geräumt hatten. Am Tisch vor uns schwärmten die Frauen von Speyer: „Dort kannste des Auto beim Ikea stehen lassen und überall toll feiern“.

Überhaupt: Der Altmühlsee ist nicht nur großartig mit Imbissbuden, sondern auch mit Toilettenanlagen bestückt. Gefühlt stand an jedem Kilometer mindestens eine. Da uns die 12 Kilometer, die der Rundweg um den See führte, noch nicht genug waren, fuhren wir bis zum Brombachsee. In Absberg gab es erst Kaffee, Erdbeer- und Windbeutelkuchen, dann begaben wir uns auf den gut 20 Kilometer langen Rundweg. Auf dem Damm überholen wir junge Leute, die alle ein Geschirr und große Karabinerhaken auf dem Rücken tragen. Aber wozu? Hier gibt es doch nichts zu klettern? Doch es hängt ein Seil quer über den kleinen Brombachsee – und über diesen ließen sie sich gleiten. Es surrte dabei wie ein kleiner Motor. Ein Fahrradfahrer kam vorbei und monierte, an seine Begleiterin gewendet: „Wennse auf der anderen Seite noch so’nen Turm gebaut hätten, dass de wieder rüber kannst, aber so?“ „Ich hoffe, dass die alle festgeschnallt sind“, versicherte eine Mutter ihrem Kind.

Über weite Strecken hinweg dürfen Fußgänger und Fahrradfahrer auf unterschiedlichen Wegen fahren. Als es ein kleines bisschen bergauf ging, stiegen wir ab und schoben die Räder. Eine Gruppe Radfahrer überholte und eine Frau rief uns zu: „Ich empfehle Elektro“. Mag sein, dass ich damit leichter fahren könnte, doch will ich das wirklich? Ich war ganz froh, dass ich – Anstieg sei Dank – auch ein paar Schritte laufen konnte. Nunja. Das sollte jeder für sich entscheiden dürfen.

Irgendwann führte der Weg an einem militärischen Sicherheitsgelände vorbei. Zwei Kinder standen am Zaun und warfen etwas darüber. Was machen die da? Wir kamen näher – und sahen, dass eine Rotte junger Wildschweine hinter dem Zaun stand. Sie warteten darauf, dass ihnen trockenes Brot und andere Leckereien über den Zaun geworfen oder durch die Maschen gesteckt wurde. Ein kleines Stückchen weiter hing ein Schild am Zaun: „Füttern verboten“ und ein Ministerium warnte vor der Schweinepest. Es sah allerdings nicht so aus, als würde sich jemand davon beeindrucken lassen.

Kurze Zeit später erreichten wir das Auto und packten die Fahrräder hinten auf den Fahrradträger. Gut war es.