Monat, fragwürdig, gehen #abc.etüden

Ich finde das ja fragwürdig: Du willst eine Frau heiraten, die dich mit Abtreibung erpresst? Manni schüttelte verständnislos den Kopf, während Harri versuchte, ihm seine Lage zu erklären, die er im übrigen für aussichtslos hielt.

Alles andere wäre Mord!

Ist das Liebe? Im Gefängnis?

Ja, sicher. Und wenn du dabei vor die Hunde gehst, wie nennst du das? Mit Siggi kannst du nicht glücklich werden, mit der wird niemand glücklich. Sie interessiert sich nur für sich, für Geld, Klamotten und Schminke. Von dir hätte ich etwas anderes erwartet, ich hätte gedacht, du suchst dir eine interessante Frau aus, eine, mit der du dich unterhalten kannst, die quasi auf deiner Wellenlänge ist. Statt dessen: Blond. In welchem Monat ist sie eigentlich?

verbunden mit: abc.etüden. 

Alles für die Katz #66

Ich kriege ja auf Wanderungen einiges zu sehen: Gelegentlich sonnt sich ein Kätzchen im Garten, manche Katzen kommen sogar an und wollen gestreichelt werden. Bei diesem Kätzchen musste ich zweimal hinschauen: Als echte Deko sitzt sie im Kellerfenster, rührt sich nicht, braucht kein Futter und macht ansonsten eine gute Figur. Ich nehme mal an, dass sie gelegentlich gebürstet wird, damit das Fell auch weiterhin so schön flauschig bleibt.

Kätzchen in der Kellerfensternische.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen.

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

12 Bilder vom 12. Oktober

Ein trüber Tagesbeginn. Die Wolken hängen tief über dem Kanal.

Heute morgen habe ich die Lieblingshausziege zum Kersbacher Bahnhof gebracht, damit sie von dort nach Nürnberg zur Arbeit fahren kann. Anschließend habe ich die Gelegenheit genutzt, war kurz einkaufen – schließlich war ich ja schon unterwegs – und habe das Auto an der Sportinsel geparkt. Das ist praktischer als in der Stadt selbst: Hier gibt es immer freie Parkplätze und ich kann ein paar Meter mal zu Fuß laufen. Das schadet nicht. Dort war ich verabredet, aber davon gibt es keine Fotos, auch nicht von dem schönen Cafe, in dem wir gesessen und Kaffee getrunken haben.

Zu Hause ging auch nicht gerade die Post ab:

Nachmittags wurde das Wetter allerdings noch richtig schön, so dass wir uns noch einmal aus dem Haus wagten.

Wilder Wein am Baum.

Vorsicht, nicht drauftreten.

Herbstzeitlose.

schwarze Beeren.

Ein kleiner Pilz.

Ein bisschen Ausblick gab es auch.

Bewegen sich etwa die Muscheln im Weiher?

Im Weiher daneben sind ebenfalls große Teichmuscheln drin. Aber alle sind leer.

Tja. Alle Karpfen sind weg.

 

Verbunden mit: Draußen nur Kännchen. Wer mag, kann auf den Link klicken und findet noch viel mehr Bilder vom 12. Oktober.

Nebenan gebloggt: Die Cadolzburg und der #Hohenzollernwalk

Die Cadolzburg bei herrlichem Sommerwetter.

Es war in diesem Jahr, im Juli, als ich auf die Cadolzburg eingeladen wurde. An die traurigen Reste habe ich neulich anlässlich der Rostparade erinnert, heute habe ich den Beitrag über die Burg geschrieben und ihn auf meinem Frankenblog veröffentlicht: Er passt wunderbar und ist garantiert eine von 111 Sachen in Franken (der Link führt zum Beitrag) die es zu machen lohnt.

Viel Spaß beim Lesen.

Tagebuchbloggen am 5. Oktober

Da wir des Autos wegen – es muss dem TÜV vorgeführt werden – bei meinen Eltern sind, ist der Ablauf des Tages anders als zu Hause. Ich bin kurz aufgewacht, jedoch nicht aufgestanden, sondern wieder eingeschlafen und habe von einer Weihnachtsfeier geträumt. Dabei ist doch erst Oktober!

Praktischerweise musste ich das Frühstück nicht selbst richten, sondern konnte mich an den gedeckten Tisch setzen, der Kaffee war gekocht, die Brötchen standen parat, selbst eine Tageszeitung war vorrätig.

Ich schrieb einen Text, es gab Mittag und es war sogar Zeit für ein Mittagsschläfchen. Nach Nachmittagskaffee kam der ersehnte Anruf: Das Auto hat den TÜV bestanden, wir können kommen. Der Vater fuhr uns durch Sturm und Regen, der Wind packte das Auto, rüttelte es durch, die Scheibenwischer schoben unermüdlich die prasselnden Tropfen beiseite, so dass es der Mutter auf dem Beifahrersitz ungemütlich wurde. Wir lachten ihre Ängste beiseite, wiesen sie darauf hin, dass wir extra Kuchen gefuttert hatten, damit das Auto mit mehr Gewicht auf die Straße fährt.

Wir schauten von unten auf die Plesse und den Plesseturm, dort waren wir vor zwei Tagen unterwegs und fuhren immer weiter nach Westen, dorthin, wo es Enten gibt und wo auch mein kleiner Citroen repariert wurde und jetzt auf mich wartete.

Wir kamen an, die Eltern verabschiedeten sich und fuhren wieder, wir schwätzten noch mit Torsten, der nebenher liebevoll die Schweißnähte einer Ente streichelte und fuhren dann ebenfalls weiter.

Kurz vor dem Rennsteig war der Thüringer Wald in schwefelgelbe Wolken gehüllt und die Strecke über Oberhof gesperrt. Wir fuhren die Umleitung und ab Zella Mehlis auf der Autobahn. Zweieinhalb Stunden später waren wir wieder zu Hause und wurden lautstark von den zwei Kätzchen begrüßt. Jetzt brennt das Feuer im Ofen, ein Steinbier ist eingeschenkt und ich verabschiede mich.

Andere Tagebuchblogger sind wie jeden 5. des Monats bei Frau Brüllen versammelt. Wer mag, kann dort lange lesen.

Interpol, Trabantenstadt, Honigpumpe #abc.etüden

„Das kann nicht sein“, flüsterte Siggi fast tonlos. Nach dem Tod des Vaters hatte der Anwalt das Testament eröffnet und der Familie mitgeteilt, dass der Besitz unter den Brüdern verteilt worden war. Der Tochter blieb nur das alte Auto – und ein kleines Appartement in der Trabantenstadt, in guter Hörweite der Autobahn.

„Tja, Schwesterherz, die Honigpumpe wird jetzt abgestellt“, teilte der älteste Bruder grinsend mit und empfahl, ihren Krempel zusammenzupacken. „Ich schick dir nächste Woche einen kleinen Transporter, was da nicht drauf passt, kriegst du ohnehin nicht in die Butze rein.“

„Aber warum?“, Siggi war fassungslos.

„Ganz einfach, Schätzchen“, drehte sich ihr älterer Bruder noch einmal um: „Du hast jahrelang behauptet, dass du so arm wie eine Kirchenmaus bist. Da haben wir dafür gesorgt, dass es ab jetzt die Wahrheit ist.“

„Geh arbeiten“, empfahl der zweite Bruder: „Hast dich lange genug auf unsere Kosten ausgeruht. Und lass uns in Ruhe. Nach dir würde niemand suchen, auch Interpol nicht.“ 

Verbunden mit: Christiane – irgendwas ist immer.

Verbunden mit: Czoczo – black&white

Alles für die Katz #65

Miep.

Heute erinnere ich an Miep, unsere Katze, die mit uns von Hessen nach Oberfranken kam und irgendwann einfach von einem Ausflug nicht mehr nach Hause kam. Sie kam ganz unverhofft zu uns: Ich war gemeinsam mit der Lieblingshausziege bei Bekannten, dort liefen Katzen auf dem Hof herum und die Frau war sich ganz sicher, dass wir dringend eines ihrer kleinen Kätzchen bräuchten, holte ein Pappkistchen, packte das Kätzchen ein und schon hatten wir eine kleine Miez, wenigstens für eine Weile.

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Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

Traurige Reste #Rostparade

Kaum passe ich einen Moment nicht auf, ist der Monat schon wieder vorbei, fast wenigstens und die nächste Rostparade ist dran. Im Juli war ich zum #HohenzollernWalk auf der neu eröffneten Ausstellung in der Cadolzburg. Da ich den Text darüber gerade schreibe und die Fotos sortiere, erinnerte ich mich an die traurigen Reste, die es dort zu sehen gibt:

Reste von Küchengeschirr.

Von 1933 bis 1945 wurde das Neue Schloss der Cadolzburg als HJ-Gebietsführerschule Josef Grün genutzt. Als im April 45 die Amerikaner kommen, ist hier immer noch eine Einheit, die kämpfen will. An der Kirche in Cadolzburg sind die Einschusslöcher der Artillerie noch immer zu sehen – und werden als Mahnung erhalten.

Stadtkirche in Cadolzburg.

Auch die Burg wird beschossen – und geht am 17. April vollständig in Flammen auf. Da niemand das Feuer löschen kann, brennt alles tagelang, die Dächer und Zwischendecken der Kernburg sind verloren. Nur die äußeren Mauern blieben stehen.

Ein Teil der Cadolzburg

Heute ist dieser Teil der Burg mit Beton gesichert – und blieb ebenfalls so stehen, zur Mahnung. Eine Videoinstallation zeigt Aufnahmen aus der NS-Zeit und Interviews von  Menschen, die diese Zeit erlebt haben. Der Raum wirkt in seiner ganzen Größe und ist deshalb bewusst ganz ohne Zwischendecken und Räume erhalten.
Das ist mein Beitrag in diesem Monat zur Rostparade von Frau Tonari. Wer mag, kann dort noch viel mehr rostige Funde bestaunen.

Quadratscheißer, postfaktisch, ergebnisoffen #abc.etüden

Auf Regierungen geb ich nix, verkündete Siggi, kurz bevor sie sich mit ihrem Wahlzettel hinter der Wand verzog: Die interessieren sich doch alle nur dafür, wie sie uns das Geld aus der Tasche ziehen.

Was die alles versprechen, nahm sie den Faden wieder auf, als sie auf dem Rückweg die lange Reihe der Wahlplakate passierten. „Neue Deutsche? Machen wir selber!“ war auf einem davon zu lesen. Wer androht, dass wir unsere Kinder alle selber machen sollen, kann gerne zur Geburt einen Backstein querscheißen, dann weiß er, wie sich das anfühlt, Siggi war ungehalten und Heini wagte nicht, ihr zu widersprechen. Er wusste, dass er sonst im Zentrum ihrer Aufmerksamkeit stehen würde – und dort wollte er auf keinen Fall sein.

Was weiß ich denn, das ist doch alles, na, postfaktisch, so nennen die das heute, von keiner Erfahrung getrübt. Und einen Tag später haben sie ohnehin alles vergessen, ergebnisoffen, ja. Lass uns lieber noch zum Schorsch gehen, einen trinken. Wenn wir dann morgen einen Kater haben, dann wissen wir wenigstens, warum.

2017_39.17_zwei_lz | 365tageasatzaday

Verbunden mit: Christiane und den abc.etüden. Die drei gewünschten Worte dieser Woche waren: ergebnisoffen, postfaktisch und Quadratscheißer.

Dank an Meike von Crafteln.de

Ein Überraschungspaket aus Hamburg.

Endlich ist es Herbst – die Tage werden kürzer, das Laub wird bunter und die Temperaturen sinken. Auf diesen Moment habe ich tatsächlich lange gewartet, vor allem dann, wenn ich mir aus unserer Kleiderkammer das nächste Sommerkleid oder die nächste kurzärmelige Bluse herausgeholt habe. Hier hing mein Stadtmantel und guckte mich fast vorwurfsvoll an: Als ich ihn im April erfolgreich fertiggenäht hatte, fielen zwar noch die letzten Schneeflocken vom Himmel, doch insgesamt war es seit dieser Zeit einfach zu warm für Walk. Tja. Das ist Oberfranken. Oft sonnig, warm und viel zu trocken.

Ich im Stadtmantel

Da nutzt der schönste Schnitt nix. Jedenfalls dann nicht, wenn das Kleidungsstück, der Stadtmantel, einfach zu warm ist. Aber auch heiße Tage gehen vorbei, jetzt ist es zwar immer noch sonnig, doch deutlich kühler.

Neulich wollte Meike wissen, wie ich – und andere auch – mit den Schnittmustern von Crafteln.de beim Nähen zurechtgekommen sind: Was wir an ihnen gut fanden, was es beim Nähen für Schwierigkeiten gab, wo die Erklärungen ausreichend waren und an welchen Stellen – immerhin sind ja die meisten Hobbynäherinnen keine gelernten Schneiderinnen – es noch hakte.

Zwar vergebe ich im Internet weder Sterne, Daumen-hoch oder andere Bewertungen, wenn ich jedoch höflich um meine Meinung gebeten werden, nun, warum nicht. Dann kann ich ja sagen, was ich gut finde und wo – meiner Meinung nach – noch etwas Verbesserungsbedarf besteht.

Als Dank kam neulich ein Überraschungspäckchen an. Ich hatte gewonnen. Dort war neben einer ganzen Menge an kleinen Nettigkeiten vor allen Dingen dieses großartige Buch zu finden: Printed at Home (Link zum Verlag). Ich habe schon kurz darin geblättert und hoffe, dass ich bald ausreichend Zeit finde, um Dinge auszuprobieren, die darin beschrieben werden.

Und weil der Schnittmusterkiosk von Meike seinen ersten Geburtstag feierte, das alles in Hamburg stattfand – und damit viel zu weit weg für mich, verlinke ich einfach noch die Beschreibung der dortigen Mädchenparty von Kittykoma, die so schön und ausführlich ist, dass ich Faultierchen mir das glatt sparen kann. Folgen Sie einfach dem Link, lesen Sie dort und lassen Sie mich mit meinem Buch in Ruhe auf dem Sofa liegen.