12 Bilder vom 12. Juli

Das Paradies? Das ist in Oberfranken, das ist ja wohl klar…

Paradiestal

Paradiestal

Schon früh am Morgen ging es los. Nicht etwa, weil die Strecke so weit war, sondern weil wir die Kühle des frischen Tages nutzen wollten. Das Paradiestal liegt auf halbem Wege zwischen Bamberg und Bayreuth, dort, wo die Orte zu klein für Straßennamen sind und die Häuser Nummern tragen. Kaum sind wir auf dem Wiesenpfad angekommen, umfängt uns himmlische Stille. Nur das Zwitschern der Vögel ist zu hören.

Widderchen, auch Blutströpfchen genannt

Widderchen, auch Blutströpfchen genannt

Ein Widderchen, auch Blutströpfchen genannt, hat auf der lila Blüte sein persönliches Paradies gefunden. Es nascht Nektar.

Paradiestal: Silberwand

Paradiestal: Silberwand

Ob die Silberwand so heißt, weil in ihr viele silbern glänzende Haken stecken?

Das Paradiestal ist auch für Kletterer ein Paradies: Viele Felsen in bizarren Formationen. Hinter jeder Biegung wartet eine neue Überraschung – und damit sie jeder gut sehen kann, sind die schönsten Felsen vom Bewuchs befreit.

Paradiestal: Das blaue Meer

Paradiestal: Das Blaue Meer

 

 

 

 

 

Im Blauen Meer ist gar kein Wasser: Das liegt daran, dass das Paradiestal ein Trockental ist. Dafür blühen viele Vergissmeinnicht und färben das Grün himmelblau. Unter dem Felsüberhang, der darüber liegt und sich jetzt hinter den Brennnesseln versteckt hat, ist nur zur Schneeschmelze und nach starken Regenfällen Wasser. Dann allerdings soll es türkisblau schimmern.

Paradiestal

Paradiestal: Ein Engelchen unterwegs

Irgendwie scheint die Sache mit dem Paradies anzustecken: Meine Begleitung ist mit Flügelchen unterwegs.

Das Paradiestal

Das Paradiestal: Jetzt – Ende Juli – ist das Gras gemäht. Das passiert nur einmal im Jahr.

Das Paradiestal ist sechs Kilometer lang. An seiner breitesten Stelle misst es stolze 200 Meter, aber im Durchschnitt liegen zwischen 50 und 80 Meter zwischen den waldbestandenen Hängen. Rundum ist nur Natur: Holunderbüsche, Eichen, Ahorn, Tannen und Birken säumen das Tal. Wir würden uns gerne sattsehen und alles genießen, doch wir haben das Paradies nicht für uns alleine. Verfolgt von Bremsen werden wir nicht etwa langsamer – wie der Name dieser Insekten nahelegt – sondern eilen raschen Schrittes über das frisch gemähte Wiesengras, gehen nicht auf dem Hauptweg entlang, sondern kürzen ab.

Paradiestal

Der Maulwurf hat das Paradies bereits erreicht.

Die Begleiterin mit den Engelsflügeln fühlt sich im Paradiestal wie in Final Fantasy, nur in echt: Da wo das Tal enger wird und keinen Ausweg bietet, dort würden im Spiel die Monster lauern. Uns begegnet mitten auf dem Weg lediglich ein toter Maulwurf.

Paradiestal

Raupe auf dem Paradiestalrundweg unterwegs

Auf dem Asphalt hieß es: Augen auf. Auch wenn die Raupen des Kleinen Fuchs durchaus fix unterwegs waren, wollten wir nicht auf sie treten.

Paradiestal

Paradiestal

Die Abkürzung führt an fast reifen Feldern vorbei,

Paradiestal

Paradiestal

bis wir wieder auf dem richtigen Weg sind, der mit Blaukreis gekennzeichnet ist. Im Hintergrund einer der beiden Parkplätze, an dem der Einstieg in das Tal gut gelingt. Das Engelchen stützt eine Säule am Rastplatz, die Bänke wurden in der Werkstatt Himmelkron gefertigt.

Paradiestal

Paradiestal

Eine Allee mit Obstbäumen säumt den Weg. Wir rätseln eine Weile, bis wir sicher sind: Das sind ja Walnüsse!

Paradiestal

Paradiestalrundweg

Birnen, Kirschen, Pflaumen, die oben erwähnten Walnüsse – alles ist vorhanden. Was darf aber auf dem Weg durch ein Paradiestal auf gar keinen Fall fehlen?

Paradiestal

Paradiestal

Klar: Die Äpfel! Noch sind sie allerdings recht klein. Das wird aber noch. Bestimmt.

Wir laufen zurück zum Auto, finden in Tiefenellern ein Gasthaus und fahren anschließend zurück nach Hause. Jetzt ist Lesezeit: Passenderweise habe ich vor einigen Tagen „Der Wundertäter“ angefangen, das passt hervorragend zum paradiesischen Thema.

Das ist mein Beitrag zu 12 vom 12. bei „Draußen nur Kännchen“: Wer dem Link folgt, findet noch viel mehr Bilder.

6 Gedanken zu „12 Bilder vom 12. Juli

    • War es auch. Lediglich auf die Bremsen hätten wir gerne verzichtet 🙂
      Das nächste Mal werden wir allerdings Ende Mai dort wandern, also bevor das Gras gemäht ist. Mal sehen, wie es dann im Paradies ist.
      viele Grüße, Jaelle

  1. Superschöne Fotos, liebe Sylvia und ich war vorgestern auch in Oberfranken. 😉 Allerdings sind wir im Höllental unterwegs gewesen, falls Dir das irgendwas sagt. *lol*

    Ganz liebe Grüße,
    Kerstin

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