12 Bilder vom 12. September

Gestern haben wir – manche Leser werden sich erinnern – in der Fränkischen gepflückt und fünf Eimer, dick mit Pflaumen gefüllt mit nach Hause genommen. Aus diesem Grund stand der heutige Tag ganz im Zeichen der Pflaume:

Pflaumen waschen.

Erst wurden die Pflaumen aus dem Eimer in die Spüle gekippt und gewaschen. Die Bäume standen schließlich am Rand einer winzigen Straße, ich hätte sie als Feldweg bezeichnet, doch es stand wirklich ein Ortsausgangsschild und jedes Mal, wenn ein Auto vorbeifuhr, staubte es.

Pflaumen

Pflaumen tropfen ab.

Dann durften die Pflaumen auf einem Geschirrtuch ein wenig trocknen.

Entkernte Pflaumen.

Ich habe sie entkernt. Eine Pflaume nach der anderen. Dann kam ein Teil von ihnen in den großen Bräter, in dem sich sonst die Weihnachtsgans im Ofen lümmelt.

Pflaumen im Bräter.

Aus ihnen wird Pflaumenmus. Früher hatten die Familien eine Waschküche und in dieser Waschküche stand ein Waschkessel. Unter diesem Kessel konnte ein Feuer entfacht werden, im Kessel wurden die Windeln, die Wäsche, das Siedefleisch beim Schlachten und eben auch die Pflaumen gekocht. Da musste den ganzen Tag jemand stehen und mit einem großen Holzlöffel im künftigen Pflaumenmus rühren, damit es nicht am Boden anbrannte. Würde ich die Pflaumen in einen Topf stecken und auf den Herd stellen, müsste ich auch den ganzen Tag rühren. Oder ich hätte Pflaumenkohle am Topfboden. Im Backofen dagegen dauert Pflaumenmuskochen zwar immer noch lange, aber es brennt nicht an. Ab und an muss die Klappe offen stehen, damit das Wasser verdampft und das Mus schön dick wird.

Ziebeleskäs.

Es roch überall nach Pflaumen. Deswegen gibt es keine Pflaumen, sondern Ziebeleskäs zum Mittagessen. Das ist eine fränkische Spezialität, die wir sehr schätzen. Es ist ein sehr spezieller Frischkäse aus saurer Milch, hier gibt es ihn mit Lauchzwiebeln und klein gewürfelten Spitzpaprika. Weil mit der sauren Milch früher kleine Küken gefüttert wurden, die auf fränkisch „Zieberla“ heißen, heißt dieser Frischkäse Ziebeleskäs, erzählte der Mitbewohner.

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Kartoffelpuffer.

Die Kartoffelpuffer mache ich aus geriebenen Kartoffeln und Möhren. Der Franke sagt dazu: Baggers. Die Franken-Blogger erklären das ganz wunderbar: Hier klicken.

Pflaumenkuchen.

Nach dem Mittag war der Hefeteig gut, so dass ich ihn weiter verarbeiten konnte. Zu Pflaumenkuchen mit Streuseln, was auch sonst, oder auf fränkisch: Zwetschgenplootz.

Das Pflaumenmus wird langsam.

Hier war das Pflaumenmus schon angedickt. Höchste Zeit für die Gewürze.

Gewürze für Pflaumenmus.

In diesem Fall: Zimt, süßer Paprika, Kardamom, Koriander und Anis. Wie viel? Auf jeden Fall ausreichend, da die Pflaumen an sich bereits einen intensiven Geschmack haben.

Zwetschgenplootz ist fertig.

Der Pflaumenkuchen war fertig. Ich hätte gerne eine Tasse Kaffee mit Kuchen dazu auf dem Balkon, zumal die ganze Wohnung nach Pflaumen roch. Aber nein.

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Nagellackiererei.

Dort lackierte sich die Lieblingshausziege ihre Krallen. Hier roch alles nach Azeton. Also ging ich wieder rein. Die Arbeit musste schließlich getan werden.

Pflaumen einwecken.

Eine Pflaume nach der anderen entkernen, in das Einweckglas schichten, alles einkochen, bis sämtliche fünf Eimer verarbeitet sind. Dann ist der Vorrat im Keller und der Winter kann kommen.

Das ist mein Beitrag zu: 12 von 12, die anderen gibt es bei Draußen nur Kännchen zu sehen.

2 Gedanken zu „12 Bilder vom 12. September

  1. Der Geruch reicht bis ins Rheinland… und erinnert mich an die vielen, vielen Pflaumenbäume meines verstorbenen Vaters in Badisch Sibirien. Vor zwei Jahren hatten wir auch so eine Schwemme. Dieses Jahr konnte ich nicht vorbeischauen wegen weiterer Familiensorgen. Jetzt hast du mich erinnert, auch das der Pflaumenkuchen dort auch Plootz heißt…
    Einen schönen Sonntag!
    Astrid

    • Ja, das ganze Haus duftet nur so nach Pflaumen. Und meine Fingerspitzen sind schon ganz schrumpelig. Trotzdem werde ich noch ein Weilchen weitermachen. Sonntag kann ich ja ausruhen 🙂
      Viele Grüße
      Jaelle

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