Bereit zum Einsatz: Für die Rostparade

zabrze 0011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich stehe hier – und warte: Auf Schnee und ander Ungemach./ Zu schieben auf die Seite, was nicht gebraucht, doch ach: / Was mach ich mit den Schätzen,/ die auf so vielen Plätzen / verworfen, ausgekehrt. / Einst waren sie begehrt. / Um einen Lidschlag später fast ungebraucht zu enden? Dabei ist es oft möglich, sie wieder zu verwenden.

Das ist mein Beitrag zur Rostparade bei Frau Tonari.

Webmasterfriday: Der eigene Schreibstil im Blog

Vor einiger Zeit gab es in der Frankfurter Allgemeinen ein witziges Tool, mit dem der eigene Schreibstil mit dem Schreibstil bekannter Schriftsteller verglichen werden konnte. Damit aber zunächst der Blogpost gelesen wird, gibt es den Link erst am Ende desselben.

Der Webmasterfriday fragt in dieser Woche nach dem eigenen Schreibstil. Ob ich einfach und frei nach Schnauze schreibe oder elaboriert, also komplex und differenziert. Das kommt ganz darauf an. Weder mag ich ein Stakkato an kurzen, abgehackten Hauptsätzen, noch ein Durcheinander an Schachtelsätzen, bei denen das entscheidende Verb – das funktioniert im Deutschen ganz wunderbar – erst ganz am Schluss zu finden ist.

12o12 047

Hier wird zwar nicht geschrieben, sondern gemalt, doch das gibt irgendwann auch einen eigenen Stil.

Ich versuche, verständlich zu schreiben. Mich kurz zu fassen – und trotzdem nichts Wesentliches zu vergessen. Ich weiß, dass im Internet anders gelesen wird, als auf dem Papier, auch aus meiner eigenen Erfahrung. Langweilt der Schreiber, bin ich fix weg. Das hat allerdings nichts mit der Satzlänge zu tun, ich lese auch gerne verschachtelte Sätze. Nicht alle Gedanken sind gerade und klar, manchmal sind die krummen Wege interessant, in ihnen lassen sich wie in einem Garten mit gewundenen Pfaden interessante Ideen entdecken. Allerdings fand ich auch schon solch kompliziert geschriebene Sätze, dass ich gedachte habe: Was hat der denn geraucht? Haben will…

Ich versuche, Bilder zu finden, damit abstrakte Gedanken verständlich werden. Es ist ein Unterschied, ob jemand einfach zur Arbeit geht, dorthin trottet, sich um die Ecke drückt oder davonschleicht. Das kann eine Metapher, Anapher oder ein anderes Stilmittel sein. Hier ist eine schöne Übersicht über die unterschiedlichen Stilmittel: Link.

Ich versuche, das Passiv zu meiden: „Dem Passiv gilt die Liebe von Gebrauchsanweisungen, Kochbüchern und Behördenbriefen“, schrieb Wolf Schneider in seinem Buch: „Deutsch fürs Leben“. Die Schriftsprache kann ziemlich kompliziert sein, ich erinnere mich noch gut an manche Deutschstunde in der Oberstufe, als uns der Lehrer die unterschiedlichsten Formen und ihre Feinheiten beibringen wollte. Manchmal bedauere ich heute, dass ich damals nicht besser aufgepasst habe. Denn mit Hilfe des Konjunktivs oder anderer Konstruktionen lassen sich manche Feinheiten besser ausdrücken. Da hilft nur: Nachschlagen, wenn ich was nicht weiß. Falls es mir auffällt. Wenn nicht, nun, dann bleiben Fehler stehen, von denen ich nicht weiß, dass es welche sind. Passiert bestimmt.

Ich lese viel: Bücher, andere Blogs, Zeitungen, was mir eben so zwischen die Finger und vor die Nase kommt. Dabei merke ich schnell, wann mich ein Artikel langweilt und ihn nicht zu Ende lesen mag. Ich versuche herauszufinden, wie jemand schreibt, von dem ich gerne etwas lese: Was macht der anders als ich?

Ich besuche Seminare: Die Bundesakademie in Wolfenbüttel hat einiges im Programm, bei dem sich Schreiben lernen lässt. Einfach stöbern. Ich war schon in Seminaren, die ´beispielsweise von Harald Martenstein (Kolumnenschreiben), Christoph Biemann (Schreiben wie die Maus) oder Klaus Viedebantt (journalistischer Reisebericht) geleitet wurden.

In diesem Beispiel: Link nimmt Johannes Flörsch einen wunderbar überdrehten Satz ein wenig auseinander.

Ich lerne immer weiter, probiere Dinge aus, und schreibe. Fertig werde ich damit vermutlich nicht. Und jetzt gibt es – quasi als Belohnung fürs Lesen – noch den oben versprochenen Link:

Faz.net: Ich schreibe wie…

Da der Link zur Faz laut Alex nicht dorthin führt, wohin er soll, hier jetzt ein anderer. Den hab ich vorher extra ausprobiert, er sollte also funktionieren:

Ich schreibe wie… (und führt zu einer englischsprachigen Seite)

Hier ist (dank Stefan) der Link zum deutschsprachigen Test: Ich schreibe wie…

 

Gesehen: Das Salz der Erde

Ich weiß nicht, wie lange es her ist, dass ich eine Fotografie von Sebastião Salgado das erste Mal bewusst wahrgenommen habe, aber ich weiß noch, welches Foto das war: Eines derjenigen, die das wimmelnde Treiben in einer brasilianischen Goldmine zeigen, wo abertausende Arbeiter ameisengleich Leitern klettern, Erde in Säcken buckeln, versuchen, reich zu werden.

img056In der ZEIT grinste mich die Ankündigung für den Film „Das Salz der Erde“ an, für den Samstagabend war noch nichts geplant, also ging’s ins Metropolis-Kino nach Nürnberg. In dem Kino lief der Film, ein Film über Sebastião Salgado, gedreht von Wim Wenders.

Was soll ich sagen? Beeindruckend. Ruhig. Da der größte Teil der gezeigten Bilder Fotografien waren, und sich diese nun einmal nicht bewegen, blieb genug Zeit, in den großformatigen Bildern von Salgado auf einer großen Kinoleinwand mit den Augen herumzuspazieren.

 

 

Wer sich ein paar der Bilder selbst angucken möchte, kann das

hier

und hier mal einfach machen. 

Für mich war der Film eine beeindruckende Reise durch unsere Welt, die heute schon so klein geworden ist, dass ich alles innerhalb von Stunden erreichen könnte. Und doch ist diese Welt viel größer, als wir sie uns jemals vorstellen können: Was bewegt Menschen, die in der Sahelzone am Verhungern sind? Wieso können andere Menschen diesen die Nahrungsmittel einfach vorenthalten? Warum bringen Menschen andere Menschen einfach um, wie es in Ruanda oder auch im ehemaligen Jugoslawien vor gar nicht langer Zeit geschehen ist?

Das sind Dinge, von denen ich einfach nur sagen kann: Ich verstehe sie nicht. Ich kann nur von mir ausgehen, von dem was ich kenne, was ich wahrnehme, was mir andere spiegeln. Aber was weiß ich schon vom anderen? Weiß ich denn, wenn er „grün“ sagt, ob er das gleiche „grün“ meint, wie ich? Gut, bei „grün“ könnten wir uns auf eine Wellenlänge einigen, die zwischen 490 und 575 Nanometer liegt. Doch das ist eine so abstrakte Angabe, dass von der grünen Farbe, ihren Nuancen und Zwischentönen, nichts übrig bleibt.

Beeindruckend fand ich auch Salgados Interesse an den Menschen, seine Aufmerksamkeit und Zugewandtheit, besonders zu denen, die oft am Rand übersehen werden. Manchmal zeigt Wenders sein Gesicht in den Fotos, während er von diesen erzählt, wo er die Aufnahme gemacht hat, und noch einiges mehr.

Ja, die Bilder sind sehr schön, sehr ästhetisch, auch und gerade dann, wenn sie ein Elend zeigen, wie es für mich kaum vorstellbar ist. Susan Sontag hat einmal die Bilder von Salgado kritisiert, er mache mit dieser Schönheit das Elend konsumierbar, überhaupt erst erträglich. Darf das Elend so schön gezeigt werden? Das wurde im Film nicht diskutiert. Als Co-Regisseur war Salgados Sohn dabei, der den Vater schon mehrfach auf seinen Reisen begleitet hat. Jetzt ist er groß, jetzt darf er mit: Wie fühlte er sich aber, als er klein war und der Vater wochen-, monate-, oder gar jahrelang unterwegs war? Vieles wird im Film nicht angesprochen. Das fand ich so im Nachhinein, beim Darübernachdenken ein wenig schade. Wenders hat Salgado ein schönes Denkmal gesetzt. Mehr leider nicht.

 

Das Fremdselfie

Eine Beobachtung.

Eine etwas größere Familie sitzt in einem Restaurant gemeinsam an einem Tisch. Es sind eine ganze Menge Erwachsene und drei Kinder, zwei Jungs und ein Mädchen, im Teenie-Alter. Einer der Jungs zückt sein Smartphone. Er spielt eine Weile still vor sich hin und damit herum, ihm scheint langweilig zu sein, ist ja auch klar, wenn sich Erwachsene miteinander unterhalten und sich nicht mit den Kindern beschäftigen, wird diesen langweilig.

Nach einer Weile scheint dem Knaben die Beschäftigung nur mit sich und seinem Smartphone endgültig zu langweilig. Also ruft er ein Foto auf, das er selbst aufgenommen hat und einen der anwesenden Erwachsenen in einer für ihn sehr unvorteilhaften Pose zeigt: Er sitzt mit zurückgelegtem Kopf auf einem Sessel und schläft. Dabei steht sein Mund halb offen. Nicht nur wegen der ungünstigen Perspektive der Aufnahme sieht das Foto nicht schön aus, sondern weil es einen Menschen in einem sehr intimen Moment zeigt, nämlich während des Schlafes, während einer Zeit also, in der dieser Mensch keine Kontrolle über sich hat und deswegen auch nichts von diesem Foto mitbekommt, geschweige denn protestieren kann. Schön sieht das nicht aus.

Das Foto zeigt er, erst den anderen beiden jugendlichen Kindern, dann seiner Mutter. Eine kurze Zeit später wandert das Smartphone mit dem darauf befindlichen Foto von Hand zu Hand, rund um den Tisch. Jeder guckt sich das an, auch derjenige, der darauf zu sehen ist. Alle lachen. Irgendwie. Auch derjenige, der auf dem Foto zu sehen ist, allerdings wirkt dessen Lachen etwas gequält.

Warum lachen eigentlich die Erwachsenen über diese offensichtlich peinliche Darstellung eines der Anwesenden? Warum weisen weder der Vater noch die Mutter den Jungen darauf hin, dass es sich a) nicht gehört, solch ein Foto zu machen und dass man es b) nicht öffentlich zeigt. Der erste Artikel unseres Grundgesetzes lautet: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Hier wird jedoch die Würde eines Menschen zutiefst verletzt und missachtet, sogar innerhalb des Schutzraumes, den sonst die Familie für jeden bedeutet.

Passiert so etwas in einer Schulklasse: Ein peinliches Bild eines Mitschülers wird auf dem Handy herumgereicht und alle machen sich über diesen lustig, könnte man schon von Mobbing sprechen. Auch in Familien kommt Mobbing vor. Das Wort selbst stammt vom englischen Verb to mob = anpöbeln und meint nichts anderes, als dass eines der Familienmitglieder verächtlich und abwertend behandelt wird. Man sagt, dass derjenige, der mobbt, dies aus der Unzufriedenheit mit seiner eigenen Existenz heraus macht, weil er jemanden haben möchte, an dem er seinen Ärger quasi auslassen kann: Eine Druckentlastung auf Kosten anderer.

Was lernt also dieses halbe Kind, dieser noch nicht ganz pubertierende Knabe? Er lernt, dass er sich ungestraft über andere Menschen lustig machen darf. Seine Eltern lachen darüber, und zeigen das peinliche Bild den anderen Erwachsenen, so dass jeder darüber lachen kann, auch wenn manchen dabei das Lachen im Hals stecken zu bleiben scheint.

Darf jetzt kein Bild mehr von einem schlafenden Menschen gemacht werden? Doch. Das sicherlich. Es gibt ein wunderbares Bild von meinem Urgroßvater: Dieser liegt hinter dem Haus auf einem Liegestuhl, und schläft. Aus der Perspektive, mit der das Bild aufgenommen wurde, wirken die Schuhe meines Urgroßvaters besonders riesig. Und daran kann ich mich noch gut erinnern: Er hatte unglaublich große Füße – und beeindruckend große Schuhe.

Denn wenn man ein Bild macht, worüber man lachen kann, ohne dass man fies dabei ist oder solange es einfach wegen der Perspektive lustig anzusehen ist, solange das im Kreise der ENGEN Familie gezeigt wird, oder solange es eine Erinnerung an etwas ist, nicht deswegen aufgenommen, weil man den dargestellten Menschen lächerlich machen will, sondern einfach weil man den Blickwinkel schön findet, weil man ein lustiges Erinnerungsfoto haben möchte – ohne fiesen Beigeschmack – dann kann man diesen Menschen natürlich auch schlafend fotografieren.

Es ist die Haltung, die hinter einer derartigen Aufnahme zu spüren ist: Wenn ich den Menschen achte, den ich fotografiere, dann achte ich auch darauf, dass ich von diesem  Menschen keine Bilder zeige, die ihn beschämen könnten.

Wie macht Ihr das mit Bildern, die ihr selbst fotografiert, oder die von euch gemacht wurden – und manchmal auch unvorteilhaft sein können?

 

Die Wasserkatz

Tequila mag Wasser: Ich nahm ein Fußbad – und die Katze stiefelte mit in die Schüssel. Da meine Kamera nicht bei mir lag, habe ich davon kein Foto gemacht. Sonst wäre nicht nur die Katze, sondern auch ich mit nassen Füßen übers Parkett getappt.

Das ist eine kleine Geschichte für: Alles für die Katz von Kalle.

Der Wasserhahn tropft: herbst privat 147

Das interessiert die Katzmatz. Gehen wir doch einmal näher ran:

herbst privat 148

Noch ein Stückchen:

herbst privat 150

Nee. Lieber erstmal nicht. Von der anderen Seite geht das vielleicht besser.

herbst privat 152

Wenn nur nicht diese blöde Blume im Weg stehen würde.

herbst privat 154

Was mache ich damit? Achja…

herbst privat 155

Zwischen die Zähne klemmen…

herbst privat 157

und raus damit. Jetzt ist mehr Platz für mich.

herbst privat 159

So komme ich besser ins Waschbecken. Eindeutig. Zuerst: Vorsichtig tatzen. Man weiß ja nie…

herbst privat 161

Schon mit zwei Pfötchen drin. Der Dosenöffner hätte ruhig mehr Wasser in das Becken lassen können. Das reicht ja gerade für die Sohlen.

herbst privat 165

Bin drin.

Webmasterfriday: Hilfe, eine Blogkrise

Krise.

Krise im Blog.

Krise. Was für ein Wort. Das klingt wie: Von nun an geht’s bergab. Oder: Nächste Woche geht die Welt unter. Dabei war Krise ursprünglich nur die Bezeichnung für einen Höhepunkt. Ging es hinterher positiv weiter, mit anderen Worten: Hat der Kranke überlebt, dann war es ein Wendepunkt. Ansonsten ein Niedergang, eine Katastrophe, der Tod.

Ein Höhepunkt also: Ich stehe oben auf dem Berg. Erst einmal ist der Aufstieg geschafft. Da sollte genug Zeit und Muße für eine Rast bleiben, schließlich will ich die Aussicht ja genießen.

Für den Blog gilt das bei mir auch: Ich habe einen Beitrag verfasst, ihn noch einmal gelesen, damit möglichst wenig Fehler übrig bleiben, und stelle ihn online für alle zum Lesen bereit. Puh. Geschafft. Schön. Dann kann ich jetzt getrost eine Pause machen. Manchmal bis zum nächsten Tag, manchmal drei Tage oder aber einen Monat lang. Immerhin ist das hier mein privater Blog, da schreibt mir niemand vor, wie oft ich etwas veröffentlichen muss. Ich kriege nichts dafür bezahlt, ich mache das, weil es mir Spaß macht.

Innehalten. (Immer mal ein bisschen gucken, ob sich jemand für den Blogartikel interessiert.)

Ruhe bewahren. (Besonders dann, wenn ein Kommentar kommt, der mich erst einmal aufregt oder ärgert.)

Es nutzt nichts, wenn ich vor dem Monitor wie ein HB-Männchen auf und ab hüpfe, während ich auf die Seitenstatistik schaue. Davon lässt sie sich nicht beeindrucken.

Es sind Menschen, die meinen Beitrag angucken und lesen. Und wie das mit echten Menschen so ist, wenn es sie nicht interessiert, lesen sie das eben nicht. Das muss nicht am Thema liegen: Das, was mich interessiert, muss ja nicht alle interessieren. Ich langweile mich ja auch bei Themen, die anderen Menschen brennend am Herzen liegen und denke dann nur: Ist ja nun mal gut damit und nicht meine Baustelle.

Klar freue ich mich, wenn ich Kommentare kriege. Das fühlt sich an wie früher, als noch Bienchen unter die Hausaufgaben gestempelt wurden. Noch schöner ist es, wenn es – und sei es auf einem anderen Weg – zu einem Austausch kommt. Wie beispielsweise über die Briefe meines Großvaters, die ich hier angefangen habe, einzustellen. Damit können beispielsweise die restlichen Cousinen und Cousins mitlesen, die weit entfernt von mir wohnen. Außerdem gibt es Menschen, die sich mit der Geschichte ebenjener Infanteriedivision weitaus besser auskennen, als ich. Das ist logisch, ich habe ja gerade erst damit angefangen. Aber ich bekomme Hinweise, wie ich an alte Luftkarten der Aufklärung komme, die auf amerikanischen Webseiten lagern und die Stellungen relativ genau zeigen. Ein anderer gab mir den Hinweis zu einem Link, der zu einem Film mit privaten Filmaufnahmen aus der Division führt, die in Kampf- und Ruhepausen gedreht wurden. Die Briefe selbst verraten nicht viel vom Krieg. (Und ehrlich gesagt: Das finde ich auch ganz gut so).

Der Webmasterfriday hat nach der Krise gefragt, die eintritt, wenn der Blog mal nicht läuft, ich habe geguckt und festgestellt: Steht keine vor der Tür. Das ist auch gut so.

Immerhin schreibe ich beispielsweise Texte für andere Webseiten, da nennt sich das Arbeit, ich krieg es bezahlt und da gibt es auch keine Krise. (Dieser kleine Werbeblock musste jetzt einfach mal sein.)

 

12 Bilder vom 12. November

12o12 003Der erste Blick nach draußen: Das Wetter verspricht, schön zu werden. Schaun wir mal. Dabei habe ich heute kaum Zeit, um draußen zu sein. Schreiben ist angesagt. 

12o12 002Das tröstet mich fast: Wenn ich schon drin arbeiten muss, dann braucht draußen auch kein schönes Wetter zu sein. Dann kann ich es mir drin schön muckelig einrichten.

12o12 004

Ich hab die Katze gefragt, ob sie gerne raus gehen möchte. Sie hat sich das eine Weile angeguckt, um dann deutlich zu verneinen.

12o12 007

Der Platz hinter der Fensterscheibe zwischen meinem Grünzeug war ihr lieber.

12o12 017

Das Feuer brennt schon mal. So bleibt alles schön warm.

12o12 010

Vom Urlaub träumen: Mit den Postkarten habe ich die Fliesen in der Toilette etwas verschönert. Dabei fiel mir auf: Sie sind fast alle in Grün- und Blautönen. Ob das Absicht ist, damit sie auf den gelben Fliesen besser zur Geltung kommen?

12o12 018

Das Bild – gemalt von der Lieblingshausziege – habe ich jetzt hinter meinem Arbeitsplatz hängen. Dafür haben Hammer und Nagel gereicht.

12o12 024

Salat mit Roter Bete, Fenchel und Apfel. Igitt, sagt da die Lieblingshausziege, die den Fenchel überhaupt nicht schätzt.

12o12 041

Dafür bügelt sie – und nicht ich – die Wäsche, die noch im Korb liegt und wartet.

12o12 043

Ich mache mir lieber eine Tasse Tee.

12o12 021

Also: Wenn die Amaryllis bis Weihnachten noch blühen möchte, muss sie sich jetzt aber sputen. So wird das nichts. Sollte ich ihr drohen, dass ich mir sonst eine neue kaufe?

12o12 047

Schluss für heute. Feierabend. Nichts mehr schreiben und arbeiten, nur noch chillen. Oder wie das auch immer auf Neudeutsch heißt.

12 von 12: Das ist eine Aktion, die bei Draußen nur Kännchen läuft. Da gibt es noch viel mehr davon zu sehen.

Meine Heimat.

Heimat ist für mich kein Ort, Heimat ist ein Platz:

Das ist mein Stuhl, auf den ich mich mitten in der Küche lümmele und meine Füße auf dem nächsten Stuhl parke. Heimat ist dort, wo ich mich mitten im Raum aufhalten kann und nicht mit dem Rücken an der Wand stehen muss. Ich kann die Lieblingstasse mit Kaffeesatz stehen lassen und mich mit Lieblingsmenschen ohne Schminke treffen.
Heimat ist kein Ort, nirgends, Heimat ist ein Gefühl.

franken 090
Es gab eine Zeit, da war es dieser eine magische Moment, wenn ich, von anderswo kommend, die letzte Raststätte vor den Kasseler Abfahrten passierte. Ab dann kribbelte es in mir, weil die Zeit endlos schien, bis ich endlich daheim war. Solange ich studierte, war Kassel Heimat. Kam ich von Norden über die A7, fuhr ich trotz aller Vorfreude so langsam, dass mich selbst die dicksten Brummis überholten. Sah ich unter mir die abendlich beleuchtete Stadt mit dem Herkules, musste das Fenster runter und frische Luft ins Auto: Nie roch Heimat so gut, wie kurz vor der Ankunft zu Hause.

franken 103
Oft deckelte Dunst den Kasseler Kessel gegen jeden Luftzug ab. Dann mischte sich Kohldampf mit Abgasqualm, Hundehaufengestank mit Schimmelgeruch, der aus feuchten Kellern quoll.
Aber das Ding mit der Heimat funktionierte auch andersherum:
Zog ich gelegentlich durch die Innenstadt, schaute dabei den Nordhessen in ihre griesgrämigen Gesichter, wurde es Zeit, zurückzukehren. Ins Eichsfeld zurück, dorthin, wo meine kindliche Heimat wurzelt. Auch hier gibt es diesen speziellen magischen Moment, wenn ich die ehemalige Grenze überquere.

Dann fahre ich dorthin, wo die Welt immer noch so eng ist, dass sie mir nur dann kuschelig erscheint, wenn ich sie aus der Ferne sehe. Je länger und weiter ich von dort entfernt bin, desto flauschiger wird die Erinnerung im Lauf der Wochen und Monate und die Sehnsucht wächst immer mehr. Bis die nächstbeste Gelegenheit kommt. Das kann beispielsweise ein fast vergessener und plötzlich hochwillkommener Geburtstag sein.

 

Sobald ich allerdings Schulter an Schulter mit Menschen um mich herum sitze, die zwar aus der gleichen Heimat stammen wie ich, und doch nie aus ihrer Enge herauskamen, dann weiß ich, warum diese Heimat für mich keine mehr ist. Gut, inzwischen habe ich gelernt, dass es überall Menschen gibt, die sich nur für den Preis des billigsten Schnitzels und die Frisur der Nachbarin interessieren.

Heimat, das ist, wenn ich meine Tür aufschließe und mir die Katze um die Füße streicht, vorwurfsvoll mauzt, weil früher das Dosenfutter pünktlicher gereicht wurde. Heimat ist, wenn im Zimmer der Lieblingshausziege unter dem Bett ein nur halb gelöffelter Jogurt steht, der sich gegen die Kälte mit einem grünen Pelzchen gewappnet hat.

Antoniuskapelle 030
Nein, Heimat ist kein Ort, Heimat ist das Gefühl, das ich habe, wenn ich dort bin, wo ich hingehöre, dort, wo Menschen sind, die ich mag und die mich mögen, so wie ich bin. Dort bin ich zu Hause.
Mal ehrlich: Mir sind die Menschen suspekt, die nie ihren Ort, ihre Heimat verließen, die nie von dort wegwollten, wo sie geboren wurden, wo sie aufwuchsen. Das fühlt sich für mich an, als blieben sie morgens unter ihrer warmen, kuscheligen Decke und weigerten sich, in den frischen Tag zu gehen. Statt dessen besuchen sie sich gegenseitig zu Kaffee und Kuchen, obwohl sie sich nichts zu erzählen haben. Währenddessen grillen die Männer, trinken Bier und lamentieren darüber, wie miserabel doch inzwischen alles geworden sei. Sie nennen das Heimat. Ich würde eher sagen, es ist Angst. Angst vor etwas Neuem, Angst davor, dass etwas anderes besser sein könnte, als das altvertraute Biotop, die Heimat.

Ofen 086
Heimat: Das ist für mich dort, wo ich mich zu Hause fühle. Das kann ich überall haben, das kann ich mir überall selbst machen. Manchmal brauche ich dafür nur ein bisschen Farbe, um mir die Wände bunt zu streichen.

Und wo ist eure Heimat?

Verbunden mit: Blogparade Heimatorte von Anwolf.

Wer alle Beiträge der wunderbaren Blogparade von Anwolf nachlesen möchte, findet diese hier: Auswertung der Blogparade Heimatorte Teil 1 

und hier: Auswertung der Blogparade Heimatorte Teil 2 

Verbunden mit: Daily prompt „puncture“

Traum in der Nacht

Da sich der Lieblingsmann gerade im Krankenhaus vergnügt, ist dies eine gute Gelegenheit für mich, mal wieder zu fasten. Das hat mir heute morgen einen Traum beschert, für den ich keinen Traumdeuter brauche: Ich lief an einem reich gefüllten Büffet entlang, auf dem es viele leckere Sachen gab: Hähnchenspieße mit Curry, Drachenzungen, marinierte Auberginenscheiben. Nur: Es gab keine Teller. Also konnte ich mir nichts zu essen holen. Zwar habe ich alles gründlich abgesucht, doch es waren nirgendwo Teller zu finden. Warum bin ich eigentlich im Traum nicht auf die Idee gekommen, die Dinge einfach in die Hand zu nehmen? Hmm.

Und weil es draußen so griesegrau ist und seit zwei Tagen vor sich hin nieselt, macht es richtig Spaß, die Fotos vom letzten Samstag anzugucken. Da haben wir eine Wanderung durch einen fränkischen Weinberg gemacht und sind dafür durch Orte gefahren, von denen ich noch nie zuvor etwas gehört hatte. Die sind da zu bestaunen: Am Weinberg in Weinfranken.

herbst privat 107

 

I see faces

bodensee 003Von Ackerbau in Pankow über Frau Tonari zu Rosenruthie: Kaum fange ich mal wieder an, in den Blogs zu stöbern, stolpere ich über deren nette Projekte. Zwar möchte Rosenruthie die Gesichter am jeweils 1. des Monats, doch da hatte ich ihren Blog noch nicht entdeckt.

Das Türmchen steht ebenfalls auf der Insel Mainau, und wacht über die Blümchen. Zur Illustration als Wächter musste es bereits einmal dienen, als ich über ein kleines bisschen Unbehagen schrieb.