Die Dampfmaschine aus Zabrze: Für die Rostparade

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Zabrze

 

Ein Rohr, aus dem dampfend heißes Wasser strömt. Damit es schneller abkühlt, wird es erst durch ein Sieb in den Behälter geleitet. In diesem schwimmen viele kleine Stücken aus Styropor, warum auch immer. Dahinter, vom Wasserdampf verdeckt, noch ein Rohr.

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Zabrze

Dicht daneben noch ein ähnlicher Behälter mit Wasser, in den ein verrostetes Rohr mündet:

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Zabrze

 

Was archaisch anmutet, ist einfach zu erklären: Nebenan steht ein Kesselhaus, in dem eine riesengroße Dampfmaschine immer noch so akkurat ihren Dienst versehen kann, wie zu der Zeit, als sie gebaut wurde. Da dachte noch niemand an Sollbruchstellen oder andere Tricks, Material zu sparen. Es wurde so gebaut, als solle es für die Ewigkeit halten. Immerhin hing Leib und Leben für Menschen daran:

 

 

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Zabrze

Mit der Dampfmaschine wurden die Seile des Fördergerüstes angetrieben.Die Dimension der riesigen Maschine lässt sich nur durch den Vergleich mit Menschen erahnen: Mit Hilfe dem Fahrstuhl des Förderturmes fuhren die Bergleute in die Tiefe, um die Kohle aus dem Berg ans Licht zu holen. Am Ende ihrer langen Schicht im dunklen Schacht durften sie auch wieder hinaus ans Licht. Hier blitzt alles und riecht nach heißem Schmieröl ebenso, wie nach dem Schwefel, der in der Kohle steckt.

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Zabrze

Der Förderturm. Hier hängen heute keine Seile mehr, an denen einst die Kabinen befestigt waren, damit sie in die Tiefe gleiten konnten. Alles ist still. Über die Treppen dürfen die Besucher der Dampfmaschine bis ganz nach oben stiefeln, die sich trauen. Durch die Stufen und zwischen den dünnen Metallstreben ist viel Platz, um nach unten zu schauen. Also nix für jemanden, dem die Höhe Schwindel bereitet.

 

 

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Zabrze

Hier bin ich Auge in Auge mit den großen Rädern, über die einst die Seile liefen.

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Zabrze

Es ging noch weiter nach oben: Blick über das Gelände. In dem kleinen Haus steht die Dampfmaschine. Da diese so vibrierten, wurden die Fördertürme daneben errichtet.

 

Wie früher: Jeden Morgen Feuer im Ofen

Jetzt ist der zweite Winter fast vorbei, in dem wir die ganze Wohnung fast ausschließlich mit einem Holzofen heizen. An Tagen, in denen sich die Temperatur mindestens um den Gefrierpunkt herum bewegt, reicht dieser eine Ofen. Sollen die anderen Zimmer beheizt werden, mache ich einfach die Türen auf.

Ist es dagegen richtig kalt, wird der zweite Ofen angeheizt, der vorne bei der Lieblingshausziege im Zimmer steht. Ab jetzt dauert es nicht lange, und wir laufen in T-Shirts durch die Wohnung, weil es so kuschelig warm ist. Ich hatte fast vergessen, wie schön eine solche Ofenwärme sein kann. Das liegt einfach daran, das ein Ofen nun einmal anders heizt, als eine Heizung. Zum einen steht der Ofen an einer Wand, die innen im Haus ist – und nicht unter einem Fenster. Zum zweiten aber, das ist entscheidend, produziert der Ofen, auch dank seines wunderschönen großen Sichtfensters, eine unglaubliche Hitze und wärmt wie eine kleine Sonne mit seiner Strahlungswärme die Bude.

Untendrin Papier und Späne, obendrauf ein großes Scheit. So reicht ein Streichholz aus.

Die Lieblingshausziege lässt sich selbst dann noch gerne von der Ofenwärme bestrahlen, wenn es in den Räumen längst kuschelig warm ist. (Weiß jemand, ob es einen automatischen Drehteller gibt? Dann könnte sie sich gewissermaßen rundum gleichmäßig wärmen.)

Schnell brennt das Feuer und es wird kuschelig warm.

Dank der Holzfeuerung fällt verhältnismäßig wenig Asche an. Ich staune immer wieder, wie wenig übrig bleibt, wenn sich die dicken Scheite in wohlige Wärme aufgelöst haben. Selbstredend gibt es ein paar kleine Nachteile: Ist es richtig bitter kalt, achten wir beispielsweise darauf, dass der Ofen auch in der Nacht brennt. Der letzte, der ins Bett geht, legt noch einmal auf – und der erste, der aufsteht, guckt gleich wieder nach dem Ofen. Sonst kühlt die Wohnung etwas aus. Aber selbst wenn der Ofen ausgehen sollte: Der Morgenkaffee ist noch nicht fertig getrunken – da ist die Wohnung wieder warm. Das dauert nur dann ein wenig länger, wenn wir ein paar Tage hintereinander nicht heizen, weil wir unterwegs und woanders sind.

Noch ein kleiner Nachteil ist: Jedesmal, wenn ich die Ofentür aufmache, um wieder Holz auf das Feuer zu legen, wirbelt etwas Asche hoch und legt sich als feine Staubschicht auf die Möbel. Gut: Auch da gibt es Schlimmeres. So habe ich wenigstens jedes Mal ein Erfolgserlebnis, wenn ich Staub wische. Es lohnt sich. Immer! Und: Jetzt, nach dem zweiten Winter, sollten wir auch die Zimmerdecke des Wohnzimmers neu streichen. Die Tapeten müssen ohnehin wieder von den Wänden: Der Katzmatz gefallen sie gar nicht und so hat Madame mit ihren Krallen schon an verschiedenen Stellen probiert, ob sie sich nicht ablösen lassen…

Den Ofen möchte ich jedenfalls nie mehr missen. Eine Zentralheizung ist dagegen nichts. Echtjetzmal.

Das Gedächtnis trainieren

Eine Mail kam kürzlich ins elektronische Postfach: Der Buchhändler in Forchheim lud ein, weil bei ihm ein Gedächtnistrainer zu Gast sei. Damit es keiner vergisst, erinnerte er kurz vorher noch einmal daran. Gut, ab und an vergesse ich schon mal etwas. Also ist ein Trainer, der mir verrät, wie ich das Gedächtnis trainieren kann, nicht ganz unsympathisch. Das ganze kostete nix, also fuhr ich hin und kam sogar rechtzeitig an.

Eigentlich muss ich mir ja nicht mehr so viel merken: In der Schule bin ich schon lange nicht mehr, und auch mein Studium habe ich erfolgreich absolviert. Das sind ja im Leben eines Menschen die großen Bereiche, in denen es etwas zu lernen gibt – und in denen das Gelernte hinterher auch einigermaßen präsent sein muss, damit es abgefragt werden kann. Dank Computer und Internet habe ich einen schnellen Zugriff auf viele Daten, Namen und Fakten, die ich mir somit auch nicht mehr merken muss. Allerdings ist es mit dem Gehirn wie mit jedem anderen Muskel auch: Wird er nicht mehr – oder nur sehr wenig – benutzt, dann wird er eben faul und träge, ganz wie andere Muskeln auch. So weit, so klar, so interessant.

Der Gedächtnistrainer stellte sich zunächst vor – und erklärte, wie er zu dieser Beschäftigung kam: Er kaufte einst ein Buch eines anderen Gedächtnistrainers und las es, als er nicht schlafen konnte, hoffend, es sei so langweilig, dass er müde würde. Doch er fand es spannend – und ließ sich von einem Satz im Buch beeindrucken: „Wenn Sie es nicht ausprobieren, wissen Sie nicht, ob es bei Ihnen funktioniert – oder nicht.“ So weit, so klar, so interessant.

Genügend Schlaf, Sauerstoff und Flüssigkeit brauche das Gehirn außerdem, erklärte der Gedächtnistrainer, damit es optimal arbeiten könne. Immer noch klar und einsichtig.

Danach zeigte der Gedächtnistrainer, wie sich Zahlen einfach durch 5 teilen lassen: Man verdoppelt sie einfach und teilt durch 10. Auch das Teilen von Zahlen durch 9 und das Multiplizieren mit der 11 erklärte er mit jeweils einem anderen Trick. Hmm. Ganz nett, ja. Aber wann brauche ich das? Eher sehr selten.

Ebenso erklärte der Gedächtnistrainer, wie man sich mit Hilfe von Bildern schnell ganz viele Vokabeln merken könne: Der Adler frisst einen Igel: heißt also: Adler = Eagle. Damit hätte sich ein Schüler zwar nicht die korrekte Schreibweise der Vokabel gemerkt, aber ich will nicht zu pingelig sein.

Nur: Ich habe prinzipiell einmal gelernt, was eine Division ist, und wie ich Zahlen dividieren kann, egal welche Zahlen das sind. Das würde ich mit diesen Tricks wahrscheinlich nicht lernen. Auch bei Vokabeln stelle ich mir das Lernen an sich mit einem solchen Trick noch ganz einfach vor. Will ich diese aber in einem Gespräch oder in einem Text verwenden, dann sind diese assoziativen Bilder eher hinderlich. Hier gilt es, diese nicht nur auswendig zu lernen, sondern situativ anzuwenden. Auch wenn die Gedächtnisweltmeister auf diese Weise trainieren, ich möchte das lieber nicht. Ich will schließlich kein Gedächtnisweltmeister werden. Was habe ich davon, wenn ich Zahlenreihen oder das Telefonbuch auswendig kann? Mit einem solchen Training übe ich nur diese eine Fähigkeit: Mir irgendwelche Zahlen, Vokabeln, Listen, was auch immer, zu merken.

Aber eigentlich will ich ja etwas anderes erreichen: Ich möchte Dinge nicht nur einfach speichern, sondern abstrahieren und somit kreativ den informatorischen Input verarbeiten. Von dem gibt es ohnehin viel zu viel. Ich möchte keine Listen lernen, sondern Dinge machen, in genau der Vielfalt, die mich interessiert. Und zwar ohne das Ziel: „Ich muss jetzt mein Gedächtnis verbessern“.

Da gehe ich lieber aufmerksam durch meinen Tag, schule meine Wahrnehmung der kleinen Dinge und bin achtsam. Wie gut es ist, neue Wege zu gehen, sehe ich selbst, seit ich vor anderthalb Jahren nach Franken zog. Ich komme mir immer noch vor, wie im Urlaub, weil ich jeden Tag Neues entdecke. Auch meine Reisen sind dafür hervorragend: Hier habe ich Abstand von den gewöhnlichen Dingen des Alltags. Ich interessiere mich immer für Neues, wenn nicht, kommt es mir vor, als würde meine persönliche Zeit zerstört. Ich aber möchte meine Zeit füllen, im Sinne von „Carpe diem“, wie einst Horaz sagte, „Nutze den Tag“. Jeder Tag ist ein Geschenk. Da will ich keine Listen lernen, die ich im Leben nicht weiter brauche.

Ach übrigens. Der Gedächtnistrainer hatte selbstverständlich seine Bücher dabei – und bewarb sein Seminar fürs Gedächtnistraining. Das ist dann nicht mehr kostenlos.

Runter vom Sofa und ab zum Sport #1

Es ist schon über ein Jahr her, seit mein innerer Schweinehund auf den Namen Max hört. Inzwischen hat er einiges gelernt: Das Portemonnaie liegt jetzt (fast) immer auf dem Regal im Flur, ebenso die Uhr. Auf dem Schreibtisch wische ich gelegentlich richtig Staub, dann sieht nicht nur die Glasplatte für einen Moment schön sauber aus, auch das Papier, das sich immer darauf stapelt, ist sortiert und wandert – wann immer es geht – in die hübsche runde Ablage P unter dem Tisch.

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Die Katze darf auf dem Sessel liegen bleiben. Ich dagegen muss: Runter vom Sofa.

Was allerdings die tägliche Bewegung angeht, lebt Max immer noch nach dem Lustprinzip. Eigentlich würde er ja gerne jeden Tag unterwegs an der frischen Luft sein, aber irgendwie kommt oft genug etwas fürchterlich Wichtiges dazwischen.

 

Da kam mir der Aufruf vom Fränkischen Tag geradezu gelegen: Runter vom Sofa, heißt es. Dabei liege ich nur relativ selten auf dem selbigen, meistens sitze ich auf meinem Stuhl vor dem Monitor – und schreibe, gucke, lese, was auch immer. Ein persönlicher Trainer soll helfen und mich motivieren.

Ab jetzt ist also Kerstin an meiner Seite. Noch sitze ich im Auto auf dem Parkplatz der Sportinsel, bin etwas zu früh und warte. Die Sonne scheint, es ist relativ warm und eine ganze Menge Leute führen ihre Hunde spazieren. Die haben schließlich mit dem Hund immer einen Grund und eine Ausrede, damit sie aus dem Haus gehen. Ich dagegen habe meine Sportsachen herausgekramt, die ich vor langen Zeiten in der Hoffnung gekauft hatte, dass sie mich zu mehr Bewegung motivieren würden. Doch auf meinen Wanderungen brauchte ich sie nicht, also lagen sie im Schrank, ohne zu murren.

Kerstin kommt. Es geht aber noch nicht gleich los. Erst muss ich unterschreiben, dass ich wirklich auf eigene Verantwortung handele.

Dann geht es los. Wir gehen ziemlich schnell in der Sonne über die Forchheimer Sportinsel, auf den ganz normalen Wegen. Dabei soll ich meine Füße richtig von der Ferse bis zur Spitze abrollen, anschließend erst mit den Fersen, dann mit den Fußspitzen zuerst auftreten. Beides fühlt sich ungewohnt an. Wann habe ich eigentlich das letzte Mal überhaupt bewusst auf das Gehen geachtet? Das habe ich schließlich gelernt, als ich jung und frisch war. Jetzt achte ich nur noch darauf, wenn der Untergrund, sprich: Der Weg, entsprechend schwierig ist. Hier ist jedoch alles eben. Kerstin führt es vor, ich mache es nach, auch wenn die Beschreibung einfacher scheint, als die tatsächliche läuferische Umsetzung. Wer jetzt grinst, soll das erst einmal selber probieren.

Wir gehen ein Weilchen, dann gibt es eine Pause. Kerstin macht eine Schrittfolge vor, bei der ich gleichzeitig die Arme nach oben und den Oberkörper drehen soll. Ups. Koordination ist gefragt: Immer hübsch gegengleich zum Fuß drehen, der gerade vorne steht, anschließend noch die Arme mit einer leichten Kniebeuge nach unten und hinten bewegen. Kapiert? Macht nichts. Ich hab auch ein kleines Weilchen gebraucht.

An der Treppe wird es leichter: Stufe hoch, Stufe runter. Drei Stufen hoch, drei Stufen runter. Und mit dem Vorderfuß auf die Stufen stellen, bis es hinten in den Waden zieht.

Weiter geht es. An einer Wegkreuzung auf der Sportinsel kommt uns Harry entgegen, der andere persönliche Trainer, er hat gleich zwei Leser des Fränkischen Tags, ein Pärchen, im Schlepp.

Mit Thera-Band zwischen den Händen ziehe ich die Arme von oben zu den Schultern, das Band hinter dem Kopf: Hier stört das Haargummi, aber nur ein bisschen. Dreimal zehn Wiederholungen, dann geht es zur nächsten freien Bank. Hier soll ich mich setzen. Nicht wie gewohnt, sondern ich soll erst den Hintern nach hinten schieben, bevor ich die Knie beuge. Das erste Mal plumpse ich einfach auf die Bank. Zuschauer gibt es zwar keine, doch Kerstin macht neben mir mit, damit ich mir nicht so blöd vorkomme. Gute Idee.

Überhaupt: Der Schulsport. Fangen kleine Kinder an zu laufen und zu krabbeln, bewegen sie sich in der Regel gerne. Sie laufen, sie hüpfen, sie rollen, sie purzeln, sie machen alles, außer still sitzen. Kommen die Kinder dann in die Schule, müssen sie auf einmal lange still sitzen, und haben als Ausgleich dafür Sportunterricht: Hier wird leider oft Ernst aus Spiel und Spaß. Allein die Noten sorgen dafür, dass viele Kinder keine Freude mehr an Sport haben. Kerstin erzählt, wie sie mit den Kindern in einer Grundschule Seilspringen übte. Ein Mädchen hielt sich abseits und beteiligte sich nicht. Kerstin musste sich erst eine ganze Weile liebevoll mit dem Kind beschäftigen, ehe sie den Grund dafür erfuhr: Im Jahr zuvor gab es für die Schülerin fürs Seilhüpfen eine Vier. Jetzt mithüpfen? Fehlanzeige. Erst war ausreichend Motivation nötig.

Dieses Verhalten kenne ich selbst nur zu gut: Lieber habe ich im Schulsport ein „Ungenügend“ kassiert, als mich beim Geräteturnen dem Gelächter der Mitschüler auszusetzen. Zum Glück für mich konnte ich das mit Laufen und Ballspielen ausgleichen, so dass die Endnote keine völlige Katastrophe wurde.

Noch ein bisschen Laufen, Dehnen, Armkreisen. Dann ist die erste Stunde bereits vorbei. Es war ganz vergnüglich und eigentlich hatte ich gedacht, ich müsse mich dabei viel mehr anstrengen. Wir verabreden uns für die kommende Woche. Damit mir die Zeit bis dahin nicht so lang wird, kriege ich Hausaufgaben auf: Zweimal Walken/ Spazieren/ Gehen, in jeweils unterschiedlichen Geschwindigkeiten, Kniebeugen und einmal etwas Krafttraining. Das geht ja.

D wie Düster: Magic Letters

Düster: Wenn etwas düster ist, ist es schlecht beleuchtet, lassen sich die Einzelheiten nur schwer erkennen, so dass es bedrohlich wirkt. Wir wissen schließlich nicht, was kommt. Aber etwas Gutes scheint es nicht zu sein. Oder? Viele Dinge wirken bedrohlich, wenn ich ahne, dass ein Unheil naht, auch wenn es nicht für mich selber ist, wie bei dem dumpf dröhnenden Flug der Bundeswehrmaschine auf ihrem Weg in den Krieg.

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Flugzeug unter dunklen Wolken

 

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Drohender Himmel über der Würzburger Festung.

Schaurige Momente sind unwiderstehlich, sie prickeln und lassen mich angenehm gruseln. Doch den Genuss gibt es nur dann, wenn ich selbst sicher bin. Egal, wie das Wetter noch spielt, ich kann mich sicher in ein Haus setzen – und auch von der Festung über der Stadt droht heute kein Unheil mehr.

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Abtei Münchsteinach.

Ein Lichtstrahl nur bringt Helligkeit. Auch die Düsternis der Kirche hat ihren Schrecken längst verloren.

Keiner muss mehr fürchten, als Hexe oder Ketzer angeklagt, gemartert und verbrannt zu werden.

Der Himmel geht jetzt zur täglichen Inspiration.

Alles für die Katz #4

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Das Leben als Katz

Zum Fressen geboren, zum Kraulen bestellt
in Schlummer verloren gefällt mir die Welt.
Ich schnurr‘ auf dem Schoße, ich ruhe im Bett
in lieblicher Pose, ob schlank oder fett.

So gelte ich allen als göttliches Tier, sie stammeln
und lallen und huldigen mir, liebkosen mir
glücklich den Bauch, Öhrchen und Tatz –
ich wählte es wieder, das Leben der Katz.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

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Katzmatz unter dem Hocker.

Tequila liebt es, sich irgendwo zu verstecken, am liebsten so, dass wir sie nicht sehen (meint sie), sie uns aber ungestört beobachten kann. Das kann die Sitzfläche des Stuhles sein, der unter dem Küchentisch steht, oder wie hier unter dem Hocker, der zum Sessel gehört. Könnte ja sein, dass einer der Dosenöffner nicht aufpasst und beispielsweise einen Stift irgendwo ablegt. Oder eine Walnuss. Die holt sich dann die Katz zum Spielen…

Ich lade jeden 1. und 15. eines Monats zum Projekt: „Alles für die Katz“ ein. Wer sich beteiligen mag, postet auf seinem Blog ein Foto von einer Miezekatz und hinterlässt hier im Kommentar den Link dazu. Außerdem darf sich jeder dafür eines der von Kerstin gestalteten Logos mitnehmen:

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Tausend Tode schreiben

Tausend. Die Zahl wirkt zwar vertraut, ist aber trotzdem fast unüberschaubar. Ob tausend Schüler auf einem Pausenhof, Märchen aus 1001 Nacht oder ein 1000er Puzzle: Auf den ersten Blick sieht die Menge unglaublich viel aus. Die Bibel weiß das schon seit langem, denn in den Texten des Alten Testamentes steht die 1000 für „unermesslich viel“.

Tausend Tode schreiben: Hier schreiben 1000 Autoren 1000 kurze Texte über den Tod. Ob Fiktion, Erinnerung, nüchterne wissenschaftliche Betrachtung oder Lyrik – jede Annäherung ist individuell. Das Projekt von Christine Frohmann ist ein Mammutwerk. Jetzt (am 16.2.) erscheint die dritte Version von insgesamt vier und die letzte soll am 13.3., rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse erscheinen. Wer eine der früheren Versionen bereits gekauft hat, bekommt die neuen jeweils gratis: Tausend Tode schreiben.

Die Nr. 335 ist von mir.

Der Erlös dieses E-Books wird komplett an ein Berliner Kinderhospiz gespendet. Die 4,99 Euro dafür sind gut angelegt, auch wenn jemand nicht gerne über den Tod lesen sollte. Zwar erzählen viele der kurzen Geschichten von Ereignissen, die so tatsächlich passiert sind, doch es gibt auch andere Formen der Annäherung. Immer, wenn ein Mensch geboren wird, tritt auch der Tod dazu. Im E-Book wird dieser wie in einem Kaleidoskop betrachtet, facettenreich – und doch immer wieder anders. Und dass der Tod an sich spannend ist, lässt sich nicht leugnen, gäbe es doch keine Krimis ohne ihn.

Webmasterfriday: Die fundierte Recherche

Wozu Recherche? Es gibt doch das Internet… Da tippe ich meine Suche in den Eingabeschlitz ein und kriege alles perfekt serviert:

Horst hat seine Meinung, braucht keine Recherche und verkündet das auf: Netzexil. 

Viktor stellt verschiedene Möglichkeiten zur Suche vor: Mittwald.

Da Tina über Bücher bloggt, bildet sie ihre Meinung dazu, in dem sie diese liest – und weniger darüber recherchiert: Saphirasworld.

Breakpoint findet das Recherchieren ebenfalls überflüssig, schreibt lieber über eigene Erlebnisse auf dem Blog Breakpt.blog.de.

Sabine ist dagegen vorsichtiger, und recherchiert lieber doch einmal mehr. Auch wenn es nur bei der Omi ist: Sabienes.

Hans achtet darauf, dass er seine Quellen, auf die er bei der Recherche stößt, auch nennt. Trotzdem lässt er sich manchmal treiben und schreibt seine Meinung, ganz ohne Recherche: Tagesgedanken.

Kurbelursel liest sich ein, guckt, was andere so schreiben und achtet darauf, dass sie die Dinge persönlich überprüft, bevor sie diese einfach so übernimmt: Mered.

Der Contentking recherchiert als erstes, was die Leser so suchen, bevor er sich ans Schreiben der Artikel macht: Contentking.

Das waren jedenfalls die Beiträge der anderen Teilnehmer am Webmasterfriday.

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Auch das Kätzchen recherchiert, ob sich in der Zeitung etwas interessantes verbirgt.

Wenn ich danach gehe, auf welchen abenteuerlichen Pfaden bzw. nach welch seltsamen Suchanfragen Menschen auf meinem Blog landen – darüber möchte ich in den meisten Fällen lieber keinen Beitrag schreiben. Oder ich sollte es… aber dazu später. Da muss ich erst recherchieren.

Ob ich nun recherchiere, oder nicht – das kommt ganz darauf an. Heute morgen habe ich einen Blogbeitrag über Zusatzernährung beim Sport geschrieben, und einen anderen über die Entfernung von Tattoos. Da muss ich erst recherchieren, klar. Anschließend geht es darum, die Fakten hübsch lesbar aufzubereiten und so anschaulich zu schreiben, dass es für den Leser vergnüglich zu lesen ist. Diese Beiträge erscheinen allerdings nicht hier im Blog, sondern ganz woanders. (Wer Interesse daran hat, dass ich Blog- und andere Beiträge schreibe, kann sich gerne melden.)

Die Recherche ist dank Internet viel einfacher, als noch vor einigen Jahren. Hier kann ich (fast) alles finden. Ein zweiter Schritt ist – meiner Meinung nach – aber wesentlicher: Nach der fundierten Recherche, bei der ich auch überprüft habe, ob die behaupteten Tatsachen stimmen können, geht es darum, das Wissen so aufzubereiten, dass es gut zu lesen und zu verstehen ist. Da muss ich gelegentlich zusammenfassen, ein passendes Bild finden, abstrakte Fakten in konkrete Beispiele wandeln, na und so weiter.

Manche Texte sind sich allerdings so ähnlich, dass ich den Eindruck´habe, dass sich jemand über das schöne Internet gefreut hat, weil er bei seiner Recherche über einen passenden Artikel gestolpert ist. Nachdem er diesen ein wenig umfrisiert hat, „paraphrasiert“ nennt man das – ist er fertig. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt… Das betrifft eher die Ratgeber, die behaupten, dass sie genau wissen, in welchen sieben Schritten der perfekte Blogartikel, die funktionierende Diät oder der Weg ins persönliche Nirwana gemeistert werden kann. Da Rezepte nur dann richtig gut funktionieren, wenn hinterher ein Kuchen aus dem Ofen kommt, sind diese Anleitungen zwar nett zu lesen, doch das war es auch meistens.

Hier im Blog erscheinen durchaus Beiträge, zu denen ich nicht recherchiere. Dafür ist dieser ja ein privater Blog, da darf ich auch (fast) schreiben, was ich will. Wenn ich dagegen unterwegs bin, ob in Franken oder anderswo, recherchiere ich oft hinterher, was ich eigentlich gesehen habe, passe aber auf, dass meine Beiträge auf Schreibreise nicht so klingen, wie ein Eintrag im Reiseführer. Hier sollen die Fakten nur meine eigenen Eindrücke ergänzen. Und die sind subjektiv. Schließlich war ich ja da – und habe es eben auf meine eigene Weise erlebt.

12 Bilder vom 12. Februar

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Meine Gemüsekiste

Gleich früh am Morgen klingelt es an der Tür: Dann steht die frisch gefüllte Gemüsekiste davor und die leere Kiste, die wir am Abend vorher rausstellen, ist weg: Salat, Blumenkohl, Möhrchen, Zwiebeln, Kartoffeln, Lauch und… Weißkohl. Da muss ich mir was einfallen lassen, die Lieblingshausziege isst den nicht so gerne. Und wir haben noch den Weißkohl von der vorletzten Gemüsekiste liegen, der hält sich immer so schön lange.

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Leere Salatschüssel

Der Salat wird jedenfalls als erstes zubereitet. Heute waren noch eine Banane, ein Apfel, angeschmorte Speckwürfelchen, Champignons und Sonnenblumenkerne drin. Und Käse. Dass der Salat lecker war, ist unschwer zu erkennen.

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Die Katzmatz auf meinem Stuhl.

Hier will sich die Katz auf meinem Stuhl gerade bequem einrichten. Da könnte sie auch meine Arbeit machen, warum nicht.

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Verblühte Amaryllis

Die Amaryllis, die sich im November noch nicht zeigen wollte und im Dezember nur Blätter hatte, hat jetzt geblüht. Leider hat sie nicht bis zum 12. mit ihrer Pracht gewartet, so dass jetzt nur noch die verblühte Blüte zu sehen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein neuer Boiler kommt.

Da der Boiler unter der Küchenspüle kein heißes Wasser mehr liefert, muss ein neuer eingebaut werden. Der kam heute im Päckchen an.

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Katzchen im Kistchen

Kaum steht ein leeres Kistchen da, liegt das Kätzchen drin.

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Strommast von unten gesehen.

Mit der Arbeit bin ich heute relativ früh fertig und nutze die Zeit für eine Runde, auch wenn es draußen grau und diesig ist.

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Trüber Himmel über fahlem Feld.

Die Wolken hängen tief. Auf einer etwas entfernten Koppel zieht ein Mädchen ein Pferd immer im Kreis hinter sich her. Das Pferd sieht aus, als hätte es überhaupt keine Lust dazu.

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Ein Pferd guckt neugierig.

Von einer anderen Koppel guckt mich ein Pferd an, was ich wohl hier wolle. Überall werden die armen Tiere in Einzelhaft gehalten. Ob sie das so mögen?

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Walker am Rhein-Main-Donau-Kanal

Die zwei Frauen höre ich bereits, da sind sie noch weit hinter mir. Sie unterhalten sich laut, und flitzen dabei in einem Affenzahn vorbei. So schnell bin ich nicht unterwegs.

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Baum mit Moos.

Selbst der Baum hat sich einen Moossocken angezogen, weil ihm so kalt ist.

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Feuer im Ofen.

Da ist ein schönes, warmes Feuer genau das Richtige, wenn es draußen kalt und usselig ist. Ich mache mir noch einen Tee, nehme mir ein Buch und genieße den Abend.

 

Das Ganze ist ein Projekt von Caro in ihrem Blog:

„Draußen nur Kännchen“ 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Liebster Blog Award

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Ein Liebster-Award, diesmal von Schokokamel. 

Was war deine Inspiration, wieso du deinen Blog angefangen hast?

Auf www.jaellekatz.blogspot.de habe ich 2007 mit dem Bloggen angefangen, einfach weil ich gerne in anderen Blogs gelesen habe und mir dabei gedacht habe: Das will ich auch mal. Eine ganze Weile hab ich dort mehr oder weniger unregelmäßig Posts veröffentlicht. Irgendwann schrieb ich über meine Wanderungen, die bei den Lesern viel Anklang fanden. Eine Weile später stellte ich fest, dass ich jetzt lieber auf meiner eigenen Domain bloggen möchte und legte mir für die meine Wanderungen und das Unterwegs-sein einen zweiten Blog zu.

Auf dem dritten Blog, auf dem Du mich gefunden hast, ist nicht so viel zu finden: Das liegt einfach daran, dass ich muttertierleben mit der Lieblingshausziege zusammen geschrieben habe. Da sie aus Gründen ihren Blog Lieblingshausziege nicht mehr weiterführen will, sondern sich mit Mimmeline einen neuen eingerichtet hat, werde ich das Muttertierleben langsam beenden: Da die Posts ziemlich zeitlos sind, und Themen zwischen mir als Muttertier und der Lieblingshausziege behandeln, werden sie hier im Blog einfach nach und nach integriert und sind dann unter der entsprechenden Rubrik „Muttertierleben“ zu finden.

Was war deine schönste Reise bis jetzt und warum?

Meine schönste Reise war, als ich alleine von Eisenach bis Marburg unterwegs war. Hier ist etwas darüber nachzulesen: Pilgern auf dem Elisabethpfad. 

Was war dein schlimmster Flug bis jetzt und warum war es der schlimmste?

Oh. Das ist wirklich lange her: Meine Eltern haben in Afrika gearbeitet, als ich noch in Deutschland zur Schule ging – und ich habe sie in den Winterferien besucht. Weil ein Sandsturm in der Sahara war, kehrte das Flugzeug einfach wieder um und landete nicht. Deswegen gab es eine Woche Extra-Ferien. Der nächste Flieger kam zwar, aber in Deutschland war nicht nur einfacher Winter, es war richtig Winter mit Frost und Schnee und Chaos. Deswegen landete der Flieger nicht in Berlin, sondern in Leipzig. Und ich musste mit dem Zug dann nach Berlin fahren.
Welche drei Dinge dürfen auf keinen Fall fehlen, wenn du verreist?

Meine Kamera, ein Notizbuch und ein Stift. Gut, das Portemonnaie darf auch noch mit. Auf das Taschentelefon hingegen kann ich gut verzichten.

Wie bereitest du dich auf eine Reise vor?

Das kommt ganz darauf an, wohin es geht. Wenn ich nur mal so „ums Eck“ fahre, bereite ich mich eigentlich nicht weiter vor. Da kann es passieren, dass ich während des Fahrens einen Berg mit einem Turm obendrauf sehe, dann gucke, wie ich dorthin fahre, anhalte – und losstiefele. Für die Pilgertour von Eisenach bis Marburg hatte ich nur auf einem Blatt die Reihenfolge der Orte ausgedruckt. Wer auf Feld- und Waldwegen unterwegs ist, kann sich nicht immer nach Wegweisern auf der Straße richten – die führen einfach oft in andere Richtungen. Im Sommer werde ich beispielsweise einen Monat lang in Südspanien unterwegs sein, da ist Zeit genug, um vieles zu entdecken.

Gibt es für dich einen Unterschied zwischen Reisen und Urlaub?

Nicht sehr viel. Ich würde jetzt spontan sagen, dass ich unter Urlaub eher ein Abhängen, ein Herumlungern und Nichtstun verstehe, unter Reisen dagegen ein aktives Umherziehen. Aber das eine ist so gut, wie das andere, beides kann ich weit weg ebenso, wie direkt bei mir zu Hause – insofern sehe ich da nicht so viele Unterschiede.

Welches Land würdest du gerne unbedingt mal besuchen und wieso?

Das ist eine gute Frage. Es gibt so viele Länder, die ich gerne besuchen würde: Das alte China, in dem Marco Polo unterwegs war, die Mongolei von Dschinghis Khan, Persien in 1001 Nacht. Nur sind sie leider nicht auf einer aktuellen Landkarte zu finden.

Was kannst du unterwegs gar nicht leiden?

Wenn Mitreisende alles besser wissen als diejenigen, die dort täglich ihr Leben leben müssen. Und ihnen in bester kolonialer Manier erzählen, wie sie es richtig zu machen haben, damit es funktioniert.

Was ist dein Lieblingsfoto und wieso?

Ein spezielles Lieblingsfoto habe ich nicht. Das heißt jetzt nicht, dass ich alle meine Fotos uneingeschränkt schön finde, aber ich gebe mir beim Fotografieren Mühe. Da ich ein kritisches Auge habe, lösche ich übrigens einen großen Teil der digitalen Fotos relativ schnell. Übrig bleiben also nur die, die mir gut genug erscheinen.

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Was möchtest du mit deinem Blog erreichen?

Ich mag es einfach, wenn ich hier eine Plattform habe, auf der ich meine Gedanken und manchmal auch meine Fotos posten kann.

 

Was bedeutet dein Blogname?

Jaelle Katz ist mein selbst gewähltes Alter Ego. Ursprünglich hieß tatsächlich mal eine Katze von mir so, die aber inzwischen längst im Katzenhimmel wohnt. Jaelle ist ein weiblicher Vorname, der Bergziege bedeutet. Na, und Katz: Es war einfach eine Katze. Und irgendeinen Nachnamen musste ich ja wählen. 😉

Und die Zusatzfrage für alle: Heißt es das oder der Blog!?

Inzwischen lässt der Duden ja beide Schreibweisen zu. Da allerdings das Wort Blog die kurze Form von Weblog, beziehungsweise Weblogbuch ist, muss eigentlich der sächliche Artikel davor. Aber die Hälfte aller Blogger sieht das anders, schreibt der Blog und der Duden akzeptiert das auch.

Wer mag, kann sich die Fragen einfach nehmen – und diese beantworten. Wer anschließend den Link dazu in einem Kommentar hinterlässt, bekommt von mir auch eine Antwort dazu. 🙂