Eine Beißzange für Steine: Für die Rostparade

Steinzange

Kein Motor, kein LKW, keine Mischmaschine, kein Bagger, kein – nein – einen Kran gab es auch im Mittelalter schon, mit dem die Bauleute die schweren Steine in die Höhe hoben.

Nur einen Motor hatte dieser Kran nicht, der war ja auch noch nicht erfunden.

Alles auf dem Bau wurde in Hand- und Muskelarbeit geleistet, gut, manchmal wird auch ein Esel oder Pferd geholfen haben. Wer sich die schweren Quader anguckt, aus denen Stein auf Stein die Kirchen, Stadtmauern, Festungen, Türme und andere große Gebäude errichtet wurden, hat vielleicht schon gesehen, dass in ihnen – in der Mitte – manchmal Löcher sind. In dieses Loch griff ebenjene Steinzange, die sich – sobald sie von Winde oder Kran nach oben gezogen wird – fest schließt. Der Stein wird nach oben befördert, auf der Mauer abgesetzt, dort, wo er hinsoll, und sobald die Spannung nachlässt, kann die Zange wieder entfernt werden. Diese Steinzange hängt übrigens in der Festung Rosenberg, in einer Ausstellung, in der gezeigt wird, wie und warum früher Festungen gebaut wurden.

Das ist mein Beitrag zur Rostparade von Frau Tonari.

V wie Vogelbauer: #ABC der Technik

Vogelbauer

Altes Vogelbauer

Es sieht so wunderbar federleicht aus, wenn sich die Spatzen mit den Meisen vor dem Fenster ums Futter zanken. Die Meisen lassen sich – obwohl sie gleich groß sind – von den Spatzen verjagen, wagen sich dafür allerdings sogar bis aufs Fensterbrett. Doch sie sind frei, ganz im Gegenteil zu vielen anderen Vögeln.

Ist die Federleichtigkeit eingesperrt, hinter Gitter und Stäben untergebracht, dann braucht sie sich nicht mehr um das tägliche Futter zu sorgen, wir geben es ihr ja. Die Vögelein bekommen zu fressen und zu trinken, sie sollen dankbar sein, schließlich brauchen sie ihr Futter nicht mehr selbst zu suchen, sich nicht zu sorgen. Wir passen auf, dass kein Federchen gekrümmt wird.

Ob das dem Vogel so gefällt? Dabei stecken wir ja selbst auch im Käfig, die Stäbe sind nur nicht so sichtbar und heißen: Auto, Klamotten, Essen, Wohnung, Möbel, allerlei technisches Spielzeug und Statuskram. Dafür schuften wir, begeben uns täglich aufs Neue in die Tretmühle, auf das immer genügend Geld vorhanden sei, uns alles Glück zu kaufen.

Das ist mein kurzer Beitrag zu Juttas ABC der Technik, ich stecke nämlich selbst gerade in dem Käfig, der viel Arbeit heißt und kaum Luft für anderes lässt.

Liebe Drosophila,

ich verstehe gut, dass es Dir in meiner Küche gut gefällt. Ich sitze ja schließlich selbst gerne dort, mache mir einen heißen Tee, den ich trinke, während ich die Rätselnüsse knacke, die in Zeitungsform auf dem Küchentisch liegen. Was soll ich sagen, Drosophila, hier ist es wirklich sehr schön – und Du bist immer dabei.

Du bist zwar nicht ganz so aufdringlich wie Deine große Schwester Stubenfliege, gerne auch Summsi, die Sch…hausfliege genannt, trotzdem nervst Du gewaltig. Wegen Dir putze ich fast jeden Tag die Küche so eifrig, als hätten wir weder Tisch noch Teller, sondern würden stets vom sauberen Boden essen wollen. Weder Äpfel noch Abfälle stehen herum, alles wird sogleich gewischt, geputzt, gewienert. Und Du? Du bist einfach da. Schwirrst herum. Setzt Dich überall drauf.

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Drosophila auf der Sahneflasche.

Schau mal, vielmehr: Riech mal. Ich habe Dir extra eine Sahneflasche hingestellt, ein Sahnehäubchen gewissermaßen. Holunderblütensirup mit einem Schuss Essig an Wasser, das magst Du doch. Der Duft betört Dich, ich sehe es, er zieht Dich magisch an: Du fliegst in die Flasche, willst naschen und gehst einfach baden. Es ist ein süßer Tod und ein Spritzer Spülmittel im Cocktail sorgt dafür, dass Du nicht so lange auf der Oberfläche zappeln musst. Ja, ich weiß: So richtig nett ist das nicht von mir.

Doch, Du musst das verstehen: Bisher hat Euch der Mitbewohner mit dem Staubsauger alle eingesammelt, gewissermaßen Lufttaxi gespielt und Euch alle zusammen (mit Staubsauger selbstverständlich) auf den Balkon gestellt. Rausgekrabbelt seid Ihr ja dort alleine. Nehme ich mal an. Aber jetzt regnet es ab und zu, das mag der Staubsauger nun einmal gar nicht und deswegen steht er auch nicht mehr auf dem Balkon, sondern dort, wo er nun einmal hingehört, in der Küche, in der Ecke. Aber Du bist immer noch da.

Es scheint egal zu sein, wie viele sich von Dir in den Cocktail stürzen, darin ertrinken, auf den Boden sinken und dort langsam einen dunklen Schlamm bilden: Es sind immer neue Verwandte von Dir da und sitzen vorzugsweise an Dingen, die überhaupt nicht essbar sind, weder Obst noch Gemüse. Du sitzt auf der Gießkanne aus Metall, auf dem Sprudelwasserbereiter aus Plastik und auf den Fensterscheiben aus Glas. Von was lebst Du eigentlich? Wo legst Du Deine Eier ab? Warum sind immer wieder endlos scheinende Schwärme von Dir und Deinen Verwandten in der Küche?

Könntest Du mir bitte mal antworten? Nein? Dann ist das eben mein Beitrag zum Kleinen Monat bei Cubus Regio. Das hast Du nun davon.

Wieder ein Jahr geschafft :-)

49.

Das ist sieben mal sieben, als Kinder sagten wir dazu auch: Feiner Sand.

Ab und an waren auch ein paar Edelsteine darin versteckt. Mit anderen Worten: Für ein Jahr lang wird mich diese Zahl begleiten, ich werde sie immer mal vergessen und nachrechnen, wie alt ich denn nun bin.

Übers Wochenende war ich in Hamburg, auf dem ersten Jouvenir Ideencamp, es war spannend, es war viel, es war einfach super. Da ich vergaß, dass es in Hamburg Wetter gibt, hatte ich keinen Regenschirm dabei und musste einfach etwas schneller von der Unterkunft zum Gaußhof flitzen, aber fürs Bummeln war ohnehin keine Zeit. Galt es doch, wabernde Ideen in Worte zu fassen und zu notieren. Genaueres verrate ich, wenn es an der Zeit ist.

Selbst mit den Füßen läuft alles wunderbar, der Orthopäde sah sich alles an und urteilte wesentlich entspannter als der Allgemeindoktor. Er verschrieb Einlagen für die Schuhe, die ich erst einmal ausprobieren muss. Im entsprechenden Geschäft stellte ich jeden Fuß einzeln in ein Kistchen. Die Masse darin fühlte sich wie Blumensteckschaum an, nur war sie nicht so stabil, sondern gab sofort nach. Ups. Aber sie hielt die Fußabdrücke hübsch genau fest. Demnächst kann ich alles abholen und ausprobieren. Vielleicht reicht das ja auch aus.

Noch was? Ach ja. Heute morgen stand nicht nur eine Torte auf dem Kaffeetisch, sondern neben der Tasse lag eine Karte für den Cirque de Soleil. Im Dezember geht es nach München, alles ist gebucht und die Lieblingshausziege darf auch mit. Ein Geburtstagspäckchen von einer Bookcrosserin, viele Glückwünsche und nur ein bisschen Arbeit, das war so der heutige Tag, der noch mit einem netten Essen ausklingen wird.

Da die Lieblingshausziege ordentlich erkältet ist, bekommt sie zum obligatorischen Hühnersüppchen auch heißen Tee mit Ingwer, Zitrone und Honig. Da sie ihn sogar trinkt – und nicht etwa empört: Ingwer!!! zurückweist, geht es ihr wohl wirklich nicht so gut. Aber auch das wird wieder.

Alles für die Katz #20

Unsere Hauskatzen sind Einwanderer, die ursprünglich aus Afrika stammen und sich bereits im alten Ägypten in der Nähe der Menschen aufhielten. Sie sind soziale Wesen und keine Einzelgänger, lassen sich streicheln und schmusen mit ihrem Menschen.

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Wildkater im Wildkatzendorf Hütscheroda.

Ganz anders die Wildkatzen, die auch dann nicht zahm werden, wenn sie von Menschen aufgezogen werden. Sie sind wirklich unverträgliche Einzelgänger, die gut versteckt im Wald leben. Im Nationalpark Hainich wohnen einige von ihnen, allerdings sind sie nur sehr selten für den Menschen sichtbar. Drei Wildkater sind im Wildkatzendorf Hütschenroda untergebracht, jeder in seinem eigenen Revier. Sind sie nicht im Versteck verschwunden, wo sie gerne lange schlafen, lassen sie sich beobachten. Besonders gut geht das zur Fütterungszeit, da tigern sie manchmal ausgiebig hin und her, bis es (tote) Küken und Mäuse zu futtern gibt.

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Wildkater im Wildkatzendorf Hütscheroda.

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Wildkater im Wildkatzendorf Hütscheroda.

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Wildkater im Wildkatzendorf Hütscheroda.

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Die Tatzen auf dem Asphalt zeigen, wo es zum Katzengehege lang geht.

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Hier ist der Eingang.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen. Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist.

 

Herbstzeit in Grau

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Herbstzeit.

Herbst ist goldene Zeit: Die Blätter färben sich rot und gelb, bevor sie braun auf den Boden fallen, die Sonne schickt goldene Strahlen durch das Laub, bis alles lodernd zu leuchten scheint.

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Erntezeit: Holunder

Herbst ist Erntezeit: Überall reifen Früchte und Samen. Ich brauche nur zu greifen – und kann mit vollen Händen abziehen.

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Nur noch die leere Kastanienhülle.

Übrig bleibt die leere Hülle: Der Inhalt ist längst weggekullert.

Herbstzeit ist auch Dankeszeit, Erntedankeszeit, Erntedankfest.

Dabei weiß ich gar nicht, was Hunger heißt, auch wenn meine Großeltern noch Zeiten erlebt haben, in denen das Essen knapp war, Zeiten, in denen altes und hartes Brot nicht weggeworfen, sondern kleingeschnitten und in den Kaffee gebrockt wurde.

Das ist mein Beitrag zum Black & White im Oktober. Klick auf das Logo führt zu den anderen Teilnehmern.

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12 Bilder vom 12. Oktober

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Ein Fenster von Burg Pottenstein.

Das Wetter ist wunderbar, da liegt es nahe ein wenig aushäusig zu stöbern. Es gibt immer noch so viele Winkel in Franken, die ich näher kennenlernen möchte. Diesmal also Pottenstein. Hoch über dem Dorf Pottenstein thront die Burg Pottenstein: Die älteste Burg Frankens soll es sein. Hier war sogar schon die heilige Elisabeth, naja, zu Gast. Ihr Onkel, der Bischof in Bamberg war, wollte sie eigentlich nach dem Tod ihres Mannes wieder verheiraten. Sie wollte nur nicht…

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Burg Pottenstein

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Die Zehntscheune auf der Burg Pottenstein.

Hier, in der Zehntscheune, wurde das Getreide nach der Ernte gelagert. Es sollte bis zur nächsten Ernte reichen – aber das war nicht immer der Fall.

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Burg Pottenstein

Burg Pottenstein von etwas weiter weg gesehen: Links steht die Zehntscheune, rechts das Haupthaus der Burg.

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Burg Pottenstein.

Von oben lässt sich’s prima ins Tal gucken. Wenn nur der Auf- und Abstieg nicht wäre…

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Weg von Pottenstein nach Gößweinstein.

Auf der anderen Seite der Burg geht es auf alten Pfaden nach Gößweinstein. Damals gab es in den Tälern noch keine Straßen. In den Steinen hat sich die Bremsspur der Wagen tief eingeschliffen: Rechts ist sie gut zu sehen, die linke Spur ist vom Gras überwachsen.

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Waldweg mit Pilzen

Es ist Herbst – die Pilze sprießen. Dieses Mal bleiben sie allerdings alle stehen.

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Ein Labyrinth am Weg.

Oben an der Kapelle ist ein Labyrinth. Könnte man meditativ drin bis zur Mitte laufen – und wieder zurück.

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Baum mit Schild.

Das sieht aus, als hätte der Baum Hunger gehabt und schon einmal mit Essen angefangen. Obs schmeckt?

 

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Sängerhütte bei Burg Pottenstein.

Von der Sängerhütte aus kann ich in eines der Täler sehen.

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Stufen nach oben, zurück zur Burg Pottenstein.

Noch eine Stufe, und noch eine. Hört das denn irgendwann auch wieder auf?

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Blick vom Aussichtspunkt bei Burg Pottenstein.

Wer noch mehr Bilder vom 12. Oktober sehen möchte, kann das gerne und ausgiebig bei Draußen nur Kännchen machen. Dort gibt es noch viel mehr zu sehen.

 

 

Fragen an Frau Jaellekatz: Das Gewissen

„Warum bin ich so oft das personifizierte schlechte Gewissen?“

Irgendein Gesicht muss ja das Gewissen haben, ich meine, wie sieht das denn aus, wenn das Gewissen sein ganzes liebes Leben lang durch die Gegend ziehen müsste, und hätte kein Gesicht und keine Person, wäre quasi wabernd und nebulös. Nein, so eine Person und damit ein Gesicht zu haben, ist da schon recht praktisch, das findet selbst der Tod, der mit seinen Knochenhänden die allegorische Sense umklammert.

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Auch wenn die Lampe jetzt kaputt ist: Das ist doch kein Grund, den Kopf hängen zu lassen.

Nur für Dich, die Person, die eben so als Träger das Gewissen beherbergt und die von ihm regelrecht, also richtig nach allen Regeln der Kunst geplagt wird, für die ist das Gewissen, welches sie huckepack durch das Leben schleppt, etwas, nun ja, schwierig.

Vielleicht kannst Du ja einen Deal machen, einen Pakt mit dem Gewissen schließen. Wenn Du es eine Zeitlang beherbergt hast und Dich wirklich tadellos betragen hast: keine Kirschkerne in der Gegend herumgespuckt, beim Essen nicht geschmatzt und nie und nimmer war ein Finger in der Nase, ja, wenn Du also für eine gewisse Zeitlang, sagen wir mal, damit auch künftig ohne Gewissen alles richtig klappt, für vielleicht fünf oder sechs Jahre das Gewissen trägst, ihm Dein Gesicht, Deine Person leihst, Dich perfekt benimmst, dass Du dem Gewissen mit Fug und Recht sagen kannst, es solle sich scheren, auf einen Buckel, der es nötiger habe, als Du.
Wenn ich so überlege, wie viele Menschen herumlaufen, die scheinbar gar kein Gewissen haben, könnte das doch für Dein Dir aufgehucktes Gewissen ein ziemlich guter Deal sein.
Dann brauchst Du es nicht mehr zu tragen – und nicht mehr die Person für das Gewissen zu sein.

Vielleicht wirst Du es ja bei Ebay los. Für einen Euro.

Dieser Text ist für Dominik, der auf seiner Seite Neon/Wilderness ganz viele Texte zum Gewissen versammelt 🙂

Ich hab Fuß

Dabei: Ganz stimmt die Überschrift noch nicht, denn ich hab nicht nur Fuß, sondern sogar zwei Füße, ganz so wie die meisten anderen Menschen auch.

Im Frühjahr fing es an: Jedes Mal, wenn ich laufend unterwegs war, wurde zwar die Kondition besser, doch dafür schmerzte hinterher der Fuß. Ja, gut, kann ja mal sein, was von alleine kommt, geht auch wieder. So dachte ich. Schließlich wurde es auch immer mal wieder besser. Aber leider nicht für längere, sondern immer nur für kürzere Zeit. Meistens dauerte es nicht lange, bis der Fuß wieder schmerzte und der Schmerz bis hoch zum Knöchel stach.

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Meine Füße stecken in den blauen Schuhen. Die roten Schuhe gehören der Lieblingshausziege.

Endlich raffte ich mich auf, ging zum Arzt. Der guckte sich den ersten Fuß an, sagte: „Stellen Sie sich mal hin“, guckte auf beide Füße und sagte: „Jo“.

Schön. Dass ich einen wunderbar ausgeprägten Hallux Valgus habe und mein Großer Onkel am rechten Fuß nach links zeigt, das wusste ich. Den hatte schließlich schon meine Urgroßmutter und meine Großmutter und meine Mutter und deren Schwestern, meine Cousine, na, und so weiter.

Jetzt muss ich also daran etwas machen lassen, auch wenn’s mir nicht gefällt. Damit irgendwann die Schmerzen im Fuß wieder weg sind. Hoffentlich. Hmpf.

Beim Telefonat erzählte ich meinem Vater davon, er hörte sich alles geduldig an, bevor er mir aufmunternd zusprach: Das war der Anfang vom Ende, erinnerte er mich an Omas Halluxoperation und daran, dass sie – zwar nicht daran, aber trotzdem – nicht allzu lange danach starb. Dabei wollte ich mir nur eine kleine Tüte Mitleid abholen. Nix da.

Zum Trost gibt es heute Rosenkohl mit Speck und Pfifferlingen. Das wird zwar die Lieblingshausziege nicht sehr freuen, aber man kann ja nicht alles haben.

 

Es regnet. Und alles wird nass.

Das neue Sofa ist da. Anfang September entschieden wir uns spontan für den Kauf, (kann hier nachgelesen werden) jetzt zog es bei uns ein. Zwar hat das noch Folgen, die in ihrer Gänze noch nicht abzusehen sind, da der große Sofatisch jetzt nicht mehr in die Ecke zwischen Kommode und Sofa passt. Auch die Stereoanlage, die auf ebenjenem Tisch stand, braucht jetzt einen neuen Platz. Der kleine Sofatisch reicht außerdem nicht für beide Sofas, es sei denn, die darauf Sitzenden sitzen direkt am Eck nebeneinander oder sie halten ihre Gläser fest in der Hand. Wie es eben so ist: Eine Anschaffung zieht immer noch einen Rattenschwanz an weiteren Dingen hinter sich her. Aber das war zu ahnen, schließlich war das schon immer so.

Die Lieblingshausziege, die beim Sofakauf nicht dabei war und somit nicht an der Entscheidungsfindung beteiligt war, legte sich lang aufs neue Sofa und meinte: Passt. Mit anderen Worten: Sie passt längs darauf, wir sollen uns gefälligst das andere Sofa teilen. Aber auch da ist das letzte Wörtchen noch nicht geredet. Da schaun wir mal. Schön ist ja immer, dass die Lieblingshausziege so ein Gesellschaftstierchen ist, da gucke ich schon mal über den einen oder anderen kleinen Fauxpas hinweg. Wir sind ja schließlich zu Hause und unter uns.

Saßen wir also zu dritt auf zwei Sofas, vielmehr: Eine lag und zwei saßen, schwätzten über dies und über das, genossen den Abend, das Leben und ein kleines Schlückchen Wein und hörten zu, wie es draußen eifrig regnete. Das war auch dringend notwendig, schließlich fiel in den vergangenen Wochen kaum Wasser vom Himmel. So werde ich demnächst den Garten vom Unkraut befreien können, ohne dass ich Hammer und Meißel oder einen Pressluftbohrer dazu brauche. So ein Sandboden, wie wir ihn hier im Garten haben, mutiert im Verlauf einer Trockenperiode gerne mal zu festem Sandstein, den wir fast als Baumaterial verwenden könnten.

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Regen. Hier allerdings im trockenen Auto.

Also: Wir saßen gemütlich beisammen, lauschten dem Regen, ab und an zuckte ein Blitz über den Himmel. Da die Lieblingshausziege von ihrem Platz aus das Fenster im Blick hatte, sagte sie manchmal: Oh, oder Ah, wenn sich ein ganz besonders schöner Blitz kurz blicken ließ. Der Regen ließ dabei nicht nach, sondern wurde stärker und prasselte so heftig an die Fensterscheiben, dass wir einen Augenblick innehielten, uns an die Fenster stellten und guckten, ob wir etwas sähen. Nein, wir sahen nichts, schließlich war es dunkel und die Straßenbeleuchtung schaffte es nicht, dieses Szenario angemessen auszuleuchten. Aber es hörte sich gut an. Immerhin saßen wir ja im Trockenen.

Irgendwann fiel dem Mann ein, dass die Wäsche in der Waschmaschine doch jetzt fertig sei, er würde sich dann mal kümmern. Ging kurz weg und kam mit der Nachricht zurück, dass der Keller voll Wasser stünde. Kaum hatten wir das kuschelige Wohnzimmer verlassen, rochen wir auch schon den unfeinen Duft nach Kanalisation und Fäkalien. Direkt durch den Abfluss in der Waschküche stieg das Wasser ins Haus und breitete sich im Keller aus. So nass, so unfein. Da es immer noch regnete, ließen wir das Wasser dort, wo es war, klappten alle Türen sorgfältig zu und dufteten mit Räucherstäbchen gegen den Gestank von unten an. Das funktionierte besser als gedacht, wir gingen ins Bett und hofften darauf, dass sich das Wasser zum größten Teil einfach wieder dorthin verziehen würde, wo es herkam.

Das tat es auch.

Aber wie immer bei solchen Geschichten wird es noch eine Fortsetzung geben. Immerhin steht jetzt unsere Waschmaschine in einer Wanne aus Edelstahl, da der Hausbesitzer der festen Überzeugung war, diese sei an allem schuld. Die Zukunft wird zeigen, ob er bei seiner Meinung bleibt oder diese noch einmal ändern wird.