Rost in der Unterwelt: Für die #Rostparade.

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Nürnberger Unterwelt

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Nürnberger Unterwelt.

 

Kellerräume sind oft feucht. Das haben die Nürnberger Keller, die mehrere Stockwerke tief in die Erde reichen, mit allen anderen Kellerräumen gemeinsam. Wer dort Dinge aus Eisen befestigt oder abstellt, muss damit rechnen, dass diese im Lauf der Jahre mit Rosten anfangen. Was es mit den Nürnberger Kellern überhaupt auf sich hat, habe ich bereits vor einiger Zeit beschrieben. Wer mag, kann hier nachlesen.

Das ist mein Beitrag zu Frau Tonaris Rostparade, zu der sie an jedem Monatsletzten aufruft. Dieses Mal habe ich gemerkt: Ich müsste mal meine Bilder aufräumen. Oft mache ich rostige Aufnahmen, weiß aber irgendwann entweder nicht mehr, wo sie sind – oder ob ich sie schon einmal in der Rostparade gezeigt habe.

 

Tschüss, 2015

Ein morgendlicher Feedreader ist was Feines, immerhin habe ich durch ihn die Fragen zu 2015 bei Frau Brüllen gefunden. Von denen nehme ich jetzt einfach welche, jedenfalls die, die zu mir passen.

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Das war zwar das Feuerwerk in Malaga, macht aber nichts.

 

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr? Mal so, mal so. Nein, nicht ganz. Mal sehr gut und mal hervorragend, besonders der August in Spanien, der nun schon wieder so weit weg scheint… Also: 9.

Zugenommen oder abgenommen? Gleich geblieben. Wenigstens. Zwar hatte ich mit Sport begonnen: Runter vom Sofa, vielleicht erinnert sich noch jemand, aber mit Fuß war das irgendwann nicht mehr gut. Das Laufen fiel immer schwerer. Jetzt hab ich erst einmal Einlagen, auch wenn der Hausarzt was von „muss operiert werden“ gemurmelt hat. Weiter sehen.

Haare länger oder kürzer? Noch kürzer. Sehr viel weniger geht fast nicht mehr, oder vielmehr: Dann brauche ich keinen Friseurbesuch mehr, sondern nehme einfach den Haarschneider vom Mitbewohner. Die Lieblingshausziege meint allerdings, etwas länger dürften die Haare ruhig sein.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Da ich mit Gleitsichtbrille und ständig am Computer sitzen und schreiben eine Hornhautverkrümmung bekam, und sämtliche Dinge plötzlich unten einen Rand hatten, bin ich konsequent auf Kontaktlinsen umgestiegen – damit das besser funktioniert, habe ich lieber die teureren gewählt – und schreibe nur noch mit einer Lesebrille am Computer. Inzwischen hat sich das Sehen wieder gebessert. Also: Never ever Gleitsichtbrille bei Bildschirmarbeit.

Und was das Leben betrifft: Lieber in Kurzsicht :-).

Mehr Geld oder weniger? Es wird mehr. Langsam.

Der hirnrissigste Plan? Als der Mitbewohner im Februar unseren August in Spanien geplant und gebucht hat, habe ich ja nicht geglaubt, dass das so gut werden wird. Ich hatte lediglich zur Bedingung gemacht, dass wir jeweils eine Woche in einer Stadt bleiben, damit genügend Zeit zum Trödeln ist. Das hat sehr gut funktioniert. Wir haben ziemlich viele weiße Kaninchen gesehen 😉

Die gefährlichste Unternehmung? Die Wanderung durch die Schlucht in der Sierra Nevada. Da dachte ich tatsächlich, ach, wenn eine Wanderung irgendwo empfohlen wird, dann ist das so ein ausgebauter Wanderpfad wie hier. War aber nix.

Das leckerste Essen? Da gab es mehrere: Rinderbäckchen und Cassoulet (beides hat der Mitbewohner selbst zubereitet) waren zwei davon, auch das Essen im arabischen Restaurant in Sevilla war superlecker.

Das beeindruckendste Buch? Huch, ich habe eine ganze Menge gelesen. Beeindruckend waren auf alle Fälle Arno Geiger „Es geht mir gut“ und Dörte Hansen „Altes Land“.

Der ergreifendste Film? So wenig Kino wie in diesem Jahr war selten. Ich glaube, wir haben tatsächlich nur „Frau Müller muss weg“ angeguckt. Naja. Irgendwie war nichts weiter dabei. Oder ich habs verpasst.

Die meiste Zeit verbracht mit…? Schreiben.

Die schönste Zeit verbracht mit…? Der Lieblingshausziege und dem Mitbewohner. Wir waren gemeinsam wandern, lümmeln manchmal hier im Wohnzimmer herum, kochen und futtern.

2015 zum ersten Mal getan? In Spanien gewesen. Einen ganzen Monat lang.

2015 nach langer Zeit wieder getan? Gemeinsam mit der Lieblingshausziege in einem Bett geschlafen. Aus Gründen. Nicht aus Bettenmangel.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Die Karten für den Cirque du Soleil, die mir der Mitbewohner zum Geburtstag geschenkt hat.

Mehr bewegt oder weniger? Eher weniger. Wegen Fuß. Mit schmerzendem Huf läuft es sich nicht so gut.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr? Ich kann mich jetzt an keine wirkliche Erkrankung erinnern, an nichts, was über Schnupfen und so gelegentliches Unwohlsein hinausging. Aber ich vergesse so etwas auch gerne schnell wieder.

Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr? Dass meine Ideen Wirklichkeit werden…

2015 war mit 1 Wort…? Vollgepackt. 

Spaziergang nach Sommerach

Spaziergang rund um Münsterschwarzach.

Oh. Kein Himmel da. Und was ist das blaue Zeug da über mir, mit der weißen Zuckerwatte drauf? Da in der Abtei Münsterschwarzach nicht nur gebetet und gesungen wird, sondern wir zum Mittag- und Abendessen ordentlich zu futtern kriegen, ist es gut, wenn ein paar Schritte dafür sorgen, dass nicht alles als Speckringe auf den Hüften hängenbleibt.

Bildstock bei Gerlachshausen.

Überall stehen Zeugnisse des Glaubens herum. Manche sind verhältnismäßig neu, andere schon viel älter.

Schön anzusehen sind sie allemal.

Was wird einst von unserem eigenen Glauben der Nachwelt Zeugnis ablegen?

Es gibt moderne Kreuze am Wegesrand. In den meisten Fällen zeigen sie, dass hier jemand im Straßenverkehr ums Leben kam.

Alter Bildstock bei Gerlachshausen.

Unter diesem alten Bildstock lässt sich entziffern, dass er 1607 von einem Melchior aus Sommerach renoviert wurde. Die eigentlich römischen Soldaten aus der Leidensgeschichte tragen hier Landsknechtsmonturen und geschlitzte Pluderhosen.

Flosshaltestelle am Main bei Münsterschwarzach

Äh. Jaklar. Hier, direkt an der Straße von Münsterschwarzach nach Sommerach bereitet sich der ganz normale Mensch schon mal auf die kommende Überschwemmung vor. Der Meeresspiegel wird steigen, sicher. Aber hier? Die Auflösung gab es später: Hinter den Büschen fließt der Main in einer üppigen Schleife entlang. Da gibt es tatsächlich auch Fähren und Flöße.

Der Main bei Münsterschwarzach.

Da isser. Der Main.

Ein Weinstock an der Hauswand.

Weinstöcke stehen hier überall herum. Jetzt sind sie ganz unbelaubt und sehen ein bisschen wie aufrecht stehende Insekten aus, denen die Fühler festgebunden wurden. Auch an vielen Häusern stehen Weinreben, die später grüne Dächer über Hofeinfahrten und Türen bilden.

eine alte Weinkelter. Darin wurden die Trauben gepresst.

Solche alten hölzernen Weinkelter, mit denen früher die Trauben gepresst wurden, stehen hier auch überall herum. Irgendwas müssen die Touristen, die kommen, ja auch zum Angucken haben.

Abenddämmerung über dem Main

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Abenddämmerung über dem Main.

Immer noch Münsterschwarzach. Im Kloster geht alles seinen geregelten Gang, auch an Weihnachten. Die Psalmen werden in der üblichen Ruhe gesungen, dafür ruht sämtliche Arbeit, da hat Effizienz keinen Platz. Sicher, die ließen sich auch fixer abhandeln, ohne Modulierungen und sicherlich könnten die Mönche auch ein wenig schneller gehen. Doch wozu? Warum sollen sie sich beeilen und ihr Leben schneller leben? Wird es dann besser? Sicherlich nicht. Es bleibt dann weniger Zeit fürs Miteinander, weniger Gelegenheit zum Reden und für Begegnungen. Heute morgen kam der Abt in den Frühstücksraum, plauderte eine Weile, auch andere Mönche kamen, schwätzten, lachten und machten Scherze. Jetzt ist die Fastenzeit vorbei, jetzt darf während des Frühstücks wieder geredet werden.

Z wie zauberhaft: Magic Letters

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Kirchenfenster in der Abtei Münsterschwarzach.

Zauberhaft. Dem Zauber verhaftet – wer spielt da die Polizei und nimmt bloß den Zauber in Haft? Jetzt ist es kurz vor Weihnachten und ich bin heute Mittag gemeinsam mit dem Mitbewohner in die Abtei Münsterschwarzach gefahren. Das ist die Abtei, wo Anselm Grün wohnt und lebt und seine Bücher schreibt und ja, ich habe ihn heute bereits zur Komplet im Chorgestühl gesehen. Er ist da.

Es sind eine ganze Menge Menschen da, die lieber Weihnachten im Kloster verbringen, als allein zu Hause. Ein Mann kommt, weil er nicht weiß, zu welchem seiner Kinder er nun fahren soll. Eine Frau kommt seit vielen Jahren, weil ihr Bruder keinen Platz mehr für sie hatte, nachdem ihr Mann gestorben war. Es wird spannend. Bruder Jakobus hat den Ablauf der nächsten Tage vorgestellt, zum Beispiel morgen: 5.25 Uhr Morgenhore, 7.00 Choralamt, 8.00 Frühstück, 9.15 Singstunde mit Bruder Pascal (das ist der Prior), 10.30 Klosterführung mit Bruder Boniface, 11.45 Mittagshore, 12.10 Mittagessen, 16 lat. Weihnachtsvesper, 18.00 Abendessen und Weihnachtsfeier, 22.45 deutsche Christmette, gegen 24 Uhr Eucharistiefeier. Langweilig wird es bestimmt nicht. Aber es besteht schließlich keine Anwesenheitspflicht, wir sind ja schon groß.

Und jetzt genieße ich den Zauber der Weihnacht. Der kommt, ganz bestimmt.

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Kirchenfenster in der Abtei Münsterschwarzach.

Kleine Weihnachten

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Heilige Nacht in Franken.

Nicht alles lässt sich auf dem Bild gut erkennen: Zwar spielt sich die Szene wie üblich in einem Stall ab, doch die Figuren tragen die fränkische Tracht, hinten in der geöffneten Stalltür sieht man den Schnee und links, vom Schäfer verdeckt, steht ein Bierfass. Das muss einfach sein, hier in Franken, wo es immer noch viele kleine Brauereien gibt.

Diese dreidimensionalen Papierkrippen werden in Fürth hergestellt, mit unterschiedlichen Motiven und diese eine, die fränkische Krippe, ist mein Beitrag zum kleinen Monat bei Cubus Regio.

Europa? Ach, da war noch was.

Ach Europa.

Schluss mit Schuften. Schließlich bist Du jetzt 59 Jahre alt, da ist Zeit für Altersteilzeit. Wärst Du ein Mensch, ein Arbeiter am Fließband oder Büroangestellter, ein Handwerker oder meinetwegen ein Bauarbeiter, dann könntest Du jetzt kürzer treten, weniger arbeiten, Altersteilzeit nennt man das, wenn die Alten, die nicht mehr so leistungsfähig sind, die mit der Geschwindigkeit des Bandes nicht mehr mithalten können – die Bandscheibe, die Gelenke, was auch immer, ich weiß – den Jüngeren und ganz Jungen Platz machen sollen. Doch Europa, Du hast längst Deine 45 Jahre an Pflichtbeiträgen entrichtet, ob am Band oder im Büro.

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Eine europäische Dämmerung. Aber morgen wird es wieder hell.

Erinnerst Du Dich noch an den Anfang? Es ging doch eigentlich immer nur ums Geld, auch damals schon. Um Geld und um Wirtschaft, um Kohle und Stahl, die im gerade vergangenen Krieg so entscheidend schienen. Alle Deine Mitglieder sollten gleichermaßen Zugang zu diesen Rohstoffen haben und sich gegenseitig kontrollieren können, damit niemand heimlich Panzer und Kanonen bauen konnte. Später waren Gas und Öl wichtiger als Stahl und Kohle. Nur um die Menschen die in Dir lebten, um die hast Du Dich nie gekümmert. Ob in EWG oder EG, es ging um Zollfreiheit, freien Kapitalverkehr, freien Dienstleistungsverkehr und freien Personenverkehr, um eine gemeinsame Handelspolitik und um Geld.

Dann kam völlig unerwartet die Wende, die deutsche Einheit, die Osterweiterung. „Und wieso durfte Ostdeutschland einfach so der Europäischen Union beitreten, ohne die ganzen Beitrittskriterien zu erfüllen?“ fragte damals eine Frau aus Tallinn mit großem Ernst. Auf diese Idee, diese Sicht wäre ich selbst nie gekommen, doch nach kurzem Nachdenken scheint die Frage angesichts der vielen Bestimmungen, welche von den Mitgliedstaaten im Rahmen der Umsetzung des gemeinsamen Besitzstandes vor einiger Zeit erfüllt werden musste, völlig berechtigt und aus Sicht der neuen Mitgliedstaaten vollkommen nachvollziehbar zu sein.

Es wäre durchaus interessant zu erfahren, ob die fünf östlichen Bundesländer diesen Beitritt aus eigener Kraft ohne die milliardenschweren Subventionen überhaupt geschafft hätten. Von dieser Frage angeregt und ohne jetzt das ganze Gezeter über die innerdeutsche Vereinigung, die ja nun nicht gerade eine liebende war, zu bemühen, möchte ich, aus der Provinz gewissermaßen und damit mit einigem Abstand, einige Gedanken, zu Europa loswerden und an der Blogparade „mein europäisches Versprechen“ teilnehmen.

Täglich werden fast nur negative Meldungen von Dir berichtet. Es geht um die Sicherung Deiner Außengrenzen, um Terrorismus, immer noch um die Hilfen für irgendwelche Banken, die sich dumm und dusselig an Dir verdienen. Mit dem Gebilde der Europäischen Union verbinde ich selbst kaum eine positive Assoziation, das mag auch an der Art der Berichterstattung über dieselbe liegen. Gibt es überhaupt eine zündende, eine gewaltige Idee des Europäischen, eine Idee, die über die Wirtschaft und das Geld hinausreicht? Ich meine, das kann doch nicht alles sein, oder?

Also, was ist an Dir, Europa, warum zieht es so viele Menschen an, ist es für so viele Menschen attraktiv? Können wir, die wir mitten in Dir sitzen, das nur deswegen nicht sehen, weil wir mittendrin sind? Oder ist der europäische Gedanke einfach zu groß und unfassbar für einen einzelnen Menschen und zeigt sich erst in der nachträglichen, geschichtlichen Betrachtung der Epoche?

Ein Leben gelingt im Kleinen, in der Familie, mit Verwandten und Freunden, manchmal mit den Menschen, mit denen man gemeinsam in einem Haus wohnt, in der Straße, dem Stadtteil, dem Dorf oder der Stadt. Diese sind uns vertraut, sie sind unsere Heimat und in ihnen fühlen wir uns sicher und von dort können wir losziehen. Immerhin gewährst Du uns seit vielen Jahren Reisefreiheit. Zwar gibt es kaum noch Stempel in Ausweis und Pass, auch Geld muss nur selten getauscht werden, selbst die Grenzen sind kaum noch sichtbar. Sind diese passiert, wird jeder Baum, jedes Haus und Schild zu einem Bedeutungsvollen, einem Anderen, erhöht der Reiz des Fremden und die Neugier auf das Unbekannte, das Nicht-Alltägliche die Spannung.

Wie wichtig Grenzen in der Erziehung sind, ist eine andere Geschichte – oder hat gar diese Grenzenlosigkeit etwas damit zu tun, wie heutige Kinder aufwachsen? Die Grenze kennzeichnet das Andere, unterscheidet außen von innen. Ich brauche eine Grenze und muss diese erfahren und anerkennen, sonst kann ich mich selbst nicht wahrnehmen. Diese Grenze kann auch die Verbindung durch eine Idee sein, aber es wird immer ein innen und ein außen geben müssen, sonst findet man sich nicht wieder.

Erinnerst Du Dich eigentlich, als Polen plötzlich ein Teil von Dir wurde, neben Ungarn, Tschechien, Slowenien, der Slowakei, Estland, Lettland und Litauen? Als plötzlich Polen offen war, hast Du fix für sieben Jahre lang den Zugang für die Menschen beschränkt. Reisen durften sie, das ja, aber nicht in den anderen Ländern arbeiten und leben oder gar Sozialleistungen beziehen, für die sie keine Beiträge geleistet hatten. Jetzt kommen sie, sind viel weniger, als Du gedacht hast, machen die Arbeiten, die andere nicht mehr machen wollen, in Schlachthöfen, auf Baustellen, in der Industrie.

Warum hast Du jetzt so viel Angst vor den Menschen, die zu Dir kommen? Vielleicht sehen sie etwas in Dir, was wir selbst in Dir noch nie gesehen haben, nicht sehen konnten? Du – oder genauer gesagt, einige Menschen in Dir – wirken oft so neidisch darauf, dass die Menschen hier Hilfe und Unterstützung bekommen. Ein neidischer Mensch ist ein Opfer starker Minderwertigkeitskomplexe, die er durch fortwährendes Vergleichen mit anderen zu kompensieren sucht. Er will immer mehr, er will alles haben, auch wenn er längst genug hat, er ist stets unzufrieden und leidend. Das Gemeinschaftsgefühl bleibt bei einer solchen Seelengestaltung unterentwickelt. Interessant ist, dass der Neider wenig aktive Anstrengung unternimmt, um seine Situation zu verbessern. Er jammert und sitzt wie das Kaninchen vor der sprichwörtlichen Schlange. Wer sich dagegen selbst entwickelt und entfaltet, wird auch bei offensichtlicher Benachteiligung nicht dem Neid erliegen.

Was kannst Du also tun, damit Du nicht in den Vorruhestand geschickt wirst, sondern wieder attraktiv und begehrenswert erscheinst? Es wird wohl eher ein Werk der Generationen sein. Es hängt davon ab, dass Kinder aufwachsen, die später nicht neidisch auf den Teller (oder die Höhe der Subventionen) der Nachbarn schauen müssen, sondern zufrieden und ein wenig bescheiden ihr Glück im Hier und Jetzt finden können. Doch dazu bedarf es ein Umdenken der Erwachsenen / Eltern, da deren Zufriedenheit oder Unzufriedenheit mit derjenigen der Kinder korrespondiert.

Wenn ein Kind mit Hilfe der Erwachsenen seine Möglichkeiten und Grenzen erfahren kann und sich somit richtig wahrnehmen kann, dann kann es auch in der Gemeinschaft aufgehen, ohne Angst haben zu müssen, dass es sich und seine Individualität verliert. Vielleicht sollte sehr viel mehr Aufmerksamkeit in allen Einrichtungen auf eine gute und europäische Erziehung der Kinder gelenkt werden um den Gedanken einer europäischen Nation zu entwickeln und in Zukunft ein förderliches Miteinander leben zu können.

Die wichtigste Erweiterung in der Geschichte der Europäischen Union ist längst vollzogen – die „Seelen“ müssen jetzt noch nachziehen – die Europäische Idee mit Begeisterung und gemeinsamen Überzeugungen gefüllt werden. Darin liegt neben den sicher wichtigen wirtschaftlichen Anpassungsprozessen unsere maßgebliche Aufgabe für eine gemeinsame Zukunft in der Europäischen Union.

Oder ist das jetzt zu hoch gegriffen?

Liebe Tageszeitung,

immer schneller, größer, weiter, hm? Was in Unternehmen recht ist, muss auch an Weihnachten billig sein? Oder wie soll ich das verstehen, wenn Du per Facebook bereits Mitte Dezember dazu aufrufst, den schönsten, den besten, den festlichsten Weihnachtsbaum zu zeigen?

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Aquarell-Engelchen.

Weihnachten beginnt am Abend des 24. Dezember, wenn ich mich recht erinnere. Dann klingt das Glöckchen, brennen die Kerzen und die Kinder kommen mit staunenden Augen ins Zimmer, in dem unter dem Weihnachtsbaum die Geschenke liegen.

Wird Weihnachten schöner, wenn der Baum schon vorher steht? Ach, ich vergaß: Er hält ja keineswegs mehr bis Lichtmess durch, die Feuerwehr klingelt bereits am Dreikönigstag und sammelt ihn ein.

Wie schön wäre es gewesen, wenn ihr danach gefragt hättet, wie es früher war, als noch ein langsam gebratener Apfel seinen Duft verströmte. Bei Kerzenschein und Weihnachtsliederklang ausgelöffelt, war so ein Apfel mehr, als ein nur ein Obststück, das der Gesundheit zuliebe verspeist werden muss. Gibt es Bratäpfel eigentlich inzwischen in der verschweißten Blisterpackung, die sich schnell aufreißen und in die Mikrowelle stopfen lässt, auf dass ja keine Zeit verloren geht?

Zeit. Ein Mangel an Zeit ist ein Mangel an Menschlichkeit, hat Heinz Kahlau mal gesagt.Nehmen wir uns lieber Zeit: Für einen Bratapfel, eine vorgelesene Geschichte, ein gemeinsam gesungenes Lied. Der Weihnachtsbaum kann für Weihnachten bleiben.

 

Alles für die Katz #24

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Katzenleckereien.

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Katzenleckereien.

Katzen sind süß – in vielerlei Hinsicht. Es gibt Katzenzungen und – die Lieblingshausziege war neugierig: und brachte vegane Gummikätzchen ins Haus.

Wir haben genascht und probiert und festgestellt: Unser Geschmack ist es nicht. Ich möchte das jetzt nicht so gerne weiter ausführen, aber allein die Konsistenz ist, nunja, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig. Und, ehrlich: Daran möchte ich mich nicht gewöhnen.

Heute bin ich etwas spät dran, ich weiß. Kommt gelegentlich vor.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen. Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist.

(Und wer seinen Beitrag unter dem vom 1. Dezember verlinkt hat, dem antworte ich trotzdem ;-), schließlich war ich ja diejenige, die getrödelt hat.

 

 

Tag der (urbanen) provinziellen Schönheit

Herr Ackerbau wohnt in Pankow. Da hat er es  – allein seiner privilegierten Lage wegen – viel leichter als ich, Eisenbahnen von oben zu fotografieren. Schließlich fahren in Berlin Züge, und nicht nur diese, sondern auch S-Bahnen, U-Bahnen, Straßenbahnen, was auch immer. Er rief zu einer Blogparade unter dem Motto „Menschen, die auf Schienen starren“ auf und möchte gerne die urbane Schönheit der Schienenbilder von oben sehen.

Ich habe leider nur Provinz zu bieten, in meinem Fotoarchiv gekramt und einen Schatz herausgefischt, den es heute nur noch in dieser Form der digitalen Erinnerung gibt: Einst verkehrte hier die Kanonenbahn, zwischen Eschwege und Kassel, genauer: zwischen Walburg und Harmuthsachsen. Erst fuhren auf dieser Strecke Bahnbusse bis in die Ortschaften hinein, dann wurde der Zugverkehr eingestellt und es fuhren nur noch Busse. Die Schienen rosteten so vor sich hin.

Dann kam die Wende – und auf der nebenan verlaufenden Bundesstraße 7 stauten sich die Autos. Eine Autobahn sollte für Abhilfe sorgen, doch wie das bei manchen Dingen so ist, das dauert. Die Naturschützer fanden einen Kammmolch nach dem anderen, ihr wisst ja, wie so was geht. Der erste Abschnitt der neuen Autobahn wurde dann einfach gebaut, zwischen Hessisch Lichtenau und Walburg, noch ganz ohne endgültige Genehmigung und auf die damals durchaus noch reale Gefahr hin, dass dieses Stück Autobahn so in der Natur herumsteht.

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Blick auf Schienen von oben.

Hinter der Autobahn, hinter dem dafür aufgeschütteten Kiesberg, auf dem die Abfahrt wieder zur Bundesstraße führte, lagen die alten Gleise immer noch.

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Alte Eisenbahnbrücke.

Ich lief die Strecke entlang, kämpfte mich durch Brombeerhecken und Weißdorn. Hier könnt Ihr sehen, wie nahe sich Bundesstraße und Bahnstrecke kommen, doch interessanterweise war von dem Lärm der Straße nicht viel zu hören. Die Vögel zwitscherten, Schnecken hatten die Schienen als Schnellstrecke entdeckt und Insekten summten.

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Alter Schaltkasten.

Überall standen Relikte, wie dieser Schaltkasten oder verrostete Signale und Weichensteller.

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Altes Bahnhäuschen.

Ein ehemaliges Gebäude der Bahn. Das Menetekel ist klar und deutlich: Ein ICE wird wohl hier nicht fahren – und der Sensenmann wartet bereits. Inzwischen hat der Sensenmann längst zugeschlagen, die ganze Strecke ist geräumt und wird großräumig zur Autobahn umgebaut.

Weil in diesem Jahr noch ein ganz besonderes Jubiläum ist, habe ich für Herrn Ackerbau noch einen ganz besonderen Blick über Schienen: Vor 180 Jahren fuhr nämlich am 7. Dezember 1835 die erste deutsche Dampflok auf der Strecke zwischen Nürnberg und Fürth. Damals wagte sich kein Deutscher auf ein solches Ungetüm, also wurde nicht nur die Lok, sondern auch der Lokführer aus England importiert: William Wilson fuhr den Zug, versah seinen Dienst selbst bei Regen und Sturm standesgemäß in Frack und Zylinder. Die erste Strecke verlief schnurgerade vom Nürnberger Plärrer bis Fürth, da der Motor der Lok noch keine Kurve schaffte. Wie in jedem Jahr ist in der Forchheimer Kaiserpfalz eine Eisenbahnausstellung – und in diesem Jahr ist dort der Adler unterwegs.

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Der Adler mit Lokführer.

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Drehscheibe mit Lok.

Einmal in der Stunde fährt eine historische Lok aus dem Schuppen auf die Drehscheibe, damit sie auf dem Schaugleis eine Runde vor den an der Scheibe plattgedrückten Kindernasen drehen kann. Manche der Dampfloks dampfen sogar richtig.