Wilde Reiter auf der #Rostparade

Eine Weintour wars, bestimmt. Nehme ich mal an. Das schlimme an solchen Weintouren ist ja, dass man von einem Ort zum anderen fährt, hier probiert, dort nascht, Weinkisten hinten im Auto verräumt, irgendwann glücklich nach Hause fährt und nicht mehr weiß, wo man eigentlich war. Auf dem Fensterbrett ritt Don Quichotte auf einer alten Nähmaschine, bestimmt ratterte die Nähmaschinennadel in seiner Erinnerung noch im Takt der Hufe.

Sah er das dünne Stahlseil, mit dem sein Pferdchen angebunden war?

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Reiter auf Nähmaschine

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Reiter auf Nähmaschine

Jetzt jedenfalls reiten beide, Don Quichotte und Sancho Pansa, zu Frau Tonaris Rostparade. Der Klick führt zu den anderen rostigen Teilnehmern.

Kiss me, Kate…

Im Vorbeigehen sahen wir vor einigen Wochen, dass im Nürnberger Theater „Kiss me, Kate“ aufgeführt wird und haben uns Karten besorgt. Es gab nur noch einzelne Sitzplätze, wir bekamen trotzdem noch zwei nebeneinander, in der letzten Reihe. Das hat solange nicht gestört, bis der Vordermann vor mir Platz nahm. Ähem. Der Sitzriese ragte einen Kopf über die anderen Köpfe hinaus. Prima. Ich sah mich schon die Vorstellung im Stehen verfolgen, wie gesagt, wir saßen ja in der letzten Reihe. Da kann ich auch aufstehen, ohne dass ich befürchten muss, dass hinter mir jemand sitzt, dem ich die Sicht nehme.

Kurz vor Beginn der Vorstellung fragte der Mitbewohner nach, ob denn zwei andere Plätze noch frei blieben, der Platzanweiser guckte nach und meinte, wir könnten gerne wechseln. Dort war die Sicht dann tatsächlich frei.

Kiss me, Kate. Während sie „Der Widerspenstigen Zähmung“ von Shakespeare auf der Bühne aufführen, zoffen sich die beiden Hauptdarsteller auch hinter der Bühne. In Shakespeares Stück balgen sich die heiratswilligen Männer um die jüngere Tochter des Kaufmanns Batista. Doch dieser will erst seine ältere Tochter Katharina verheiraten, die, widerborstig und spitzzüngig, als Teufelin bei den Männern verschrien ist. Doch sie will selbst über sich bestimmen – und hat die Männer längst durchschaut. Da sie jedoch von niemandem verstanden wird, sehen die anderen sie nur als boshaftes Weibsbild, die nicht zu zähmen ist.

Staatstheater in Nürnberg

Dann taucht Petruchio auf, ohne Geld, aber bereit, sie zu heiraten – und wenn sie hässlich wäre. Petruchio ist ein solcher Macho, dass sich Katharina eigentlich gegen ihn wehren müsste. Er lässt sie hungern, verprügelt sie so, dass sie nicht mehr sitzen kann und zeigt ihr doch nur, wie hart sie geworden ist bei ihrem Kampf um die Selbstbestimmung.

In der Rahmenhandlung sind die beiden Hauptdarsteller eigentlich seit einem Jahr voneinander geschieden – und können doch nicht voneinander lassen. Als zwei zwielichtige Gestalten Geld von Fred haben wollen und ihn mit der Pistole bedrohen, schickt er sie zu Lilli, die gerade dabei ist, ihre Sachen zu packen. Doch ohne diese kann das Stück nicht aufgeführt werden, gibt es kein Geld. Mit vorgehaltener Pistole muss Lilli auf die Bühne, wird dort als Katharina von ihrem geschiedenen Ehemann verprügelt. Schließlich gibt dieser den Petruchio.

Zum Schluss sind beide versöhnt: Katharina und Petruchio im Theaterstück, Fred und Lilli hinter der Bühne. Küss mich, Kati, ab ins Bett!

Katharina sagt dem Mann den Kampf an – sie hat ihn durchschaut: Dass sie sich dann trotzdem von ihm bezwingen lässt, das ist eines dieser Rätsel dieser Welt. Sicher, er ist ihr in vielen Dingen ebenbürtig. Und sicher ist auch dass dieser Machismo für viele Frauen wenigstens in der Fantasie attraktiv scheint. Oder warum wurde „Shades of Grey“ so oft verkauft?

Die Aufführung gefiel mir jedenfalls sehr gut, rasant und raffiniert, wie sie war. Vielleicht sollte ich mir demnächst mal das Original ansehen, „Der Widerspenstigen Zähmung“, ob das Frauenbild darin nun eher fortschrittlich oder rückständig ist. Wobei: Wenn alles friedlich und gesittet zuginge, wäre ja der ganze Spaß im Theater nicht mehr. Nur: Wer sich heute in Natura immer noch so benimmt, macht sich damit bestimmt keine Freunde.

Fröschchen, muntere Fröschchen…

Da – es bewegt sich! Auf dem Weg! Guck doch mal: Es hüpft.

Fröschchen auf Kinderhand

Kaum scheint im Frühjahr die Sonne und sorgt dafür, dass das Wasser in Tümpeln, Weihern und Pfützen wärmer wird, fängt es an zu wimmeln. Aus glibbrigen Froscheiern wachsen kleine Kaulquappen. Übrigens: Ich habe wirklich nur ein einziges Mal den Sago in der Suppe als Froscheier bezeichnet. Aus Spaß. Danach hatte ich meine Sagosuppe für mich alleine.

Es wimmelt in der Pfütze.

Aus solchen Pfützen haben wir immer mal die kleinen Froscheier gerettet und in ein großes Gurkenglas umgesiedelt. Aus ihnen wurden ebenfalls muntere Kaulquappen. Zwar war der Gartenteich anschließend groß genug für alle, doch irgendwie wurden es dort immer weniger.

Froschfrau trägt Froschmann.

Haben es die Kaulquappen tatsächlich an Land geschafft, sind bis in den Wald oder wohin auch immer gehüpft, dann werden tatsächlich große Frösche aus ihnen.

Die Fröschchen schicke ich – so kalt und glatt sie auch sind – zu Cubus Regio. Dort werden die kleinen Sachen alle gesammelt.

Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht

… und aus Kindern werden auch dann keine Überflieger, wenn sie waagerecht in der Luft liegend von Mama und Papa über die Ziellinie gezerrt werden.

Vielleicht war es gut, dass dieses Wettrennen stattfand, über dessen Bilder sich alle empört haben. Das Bild, in dem Mütter und Väter ihre weinenden und sich sträubenden Kinder ins Ziel gezerrt haben. Es braucht solche Momente, die deutlich machen, dass es so nicht geht, dass diese Art von Wettbewerb ein Rattenrennen ist, in dem es nur Verlierer geben kann.

Ein solcher Moment ist weder für die Betroffenen, noch für die Zuschauer schön – und bietet dennoch die Gelegenheit, einfach innezuhalten. Ich kann mich erinnern, dass ich – es ist wirklich lange her – es auch einmal mehr als eilig hatte: Damals habe ich studiert, hatte ein Kind und holte es gerade aus dem Kindergarten ab. Warum alles an diesem Tag ein wenig länger dauerte, weiß ich nicht mehr, aber als wir um die Ecke bogen, sahen wir, wie der Bus kam: Den mussten wir kriegen. Unbedingt. Also sind wir gerannt, bin ich gerannt und habe das Kind dabei mitgezogen. Wir haben den Bus noch gekriegt, gerade noch so, stiegen ein, setzten uns hin – und ich wurde ausgezankt. Eine ältere Frau hatte vom Bus aus gesehen, wie ich zur Haltestelle gerannt war und schimpfte mit mir. Püh. Das fand ich in dem Moment ausnehmend doof.

Später jedoch habe ich – ohne Publikum und ganz für mich alleine – durchaus darüber nachgedacht. Ja, mir tat das Kind auch leid, aber – in solchen Fällen gibt es eben leider auch immer ein „Aber“, welches sich durchsetzt: Prüfungen, Terminstress, was es eben alles so gibt. Solange alles ruhig und friedlich läuft, muss ich meine Handlungen und Wirkungen nicht reflektieren, läuft ja. Ist anerkannt, machen alle so. Kinder müssen schließlich gefördert werden, schon von Anfang an, damit sie sich gut entwickeln können,  heißt es. Und die Rede ist von Entwicklungsfenstern, die sonst wieder geschlossen sind. Wirklich? Ich bin mir inzwischen nicht mehr sicher. Aber das ist ja jetzt nicht das Thema.

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Es ist immer eine Balance.

„Jedem Menschen ist es zu eigen, sich selbst zu erkennen und vernünftig zu denken“, das gilt immer und überall. Aber zwischen dem, wie ich mich selbst sehe „Ich will mein Kind fördern“ – um mal bei dem Bild zu bleiben – und dem, wie mich andere wahrnehmen „Ich zerre mein Kind über die Ziellinie, damit es den Wettbewerb gewinnt“ – liegen gerne Welten. Erst mit einem solchen Bild gelingt es, kurz innezuhalten und zu fragen, was eigentlich abgeht.

Was hat ein Kind davon, wenn die Eltern feststellen, dass es hochbegabt ist und ab jetzt keine Zeit mehr zum Spielen hat. Dafür wird es von Chinesisch-Kurs übers Geige-lernen und was weiß ich gezerrt. Vielleicht ist das übertrieben, mag sein. Es mag auch tatsächlich Kinder geben, die von sich aus lieber komplizierte Rechenaufgaben lösen, statt mit dem Fahrrad über eine Brache zu cruisen. Ich habe auch lieber irgendwo gesessen und Bücher gelesen. Der Unterschied machts: Will das Kind – oder wollen die Eltern, dass das Kind will. Obwohl auch das manchmal schwer zu unterscheiden ist…

Was die Kinder betrifft: Solange das im Prinzip eine einmalige Angelegenheit ist, kann man hinterher – so als Mutter oder Vater – seinen Fehler zugeben: „Du, ich hab tatsächlich gedacht, Dir macht das Spaß“ oder so ähnlich – und gemeinsam darüber lachen, wie blöd man war. Das freut das Kind (meine Eltern machen auch mal Fehler) und alles ist gut. Schwieriger ist es, wenn dieses Leistungsprinzip überall gilt…

Das war – nach langer Zeit mal wieder und völlig verspätet – ein Beitrag zum Webmasterfriday. Zu den anderen Beiträgen geht es per Linkklick. Wie üblich.

 

Alles für die Katz #32

Danke, Cubus. Du hast mich daran erinnert, dass der 15. längst vorbei ist. 🙂

Und ich stecke so in meiner Arbeit, dass ich das Datum glatt vergessen habe. Glücklicherweise habe ich jemanden, der sich um das Essen kümmert, und auch darum, dass ich mich gelegentlich einmal von meinem Schreibtisch erhebe und ein Stündchen nach draußen gehe.

Dabei habe ich eine Katz gesehen:

Suchbild: Wo ist die Katz

Die Katz ist noch nicht einmal weggelaufen, nein, sie blieb ganz ruhig sitzen, als ich kam.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen. Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist.

(Auch wenns nicht immer ganz pünktlich ist)

12 Bilder vom 12. April

Sonne in der Regnitz

Sonne in der Regnitz

Es ist Dienstag. Wie jeden Dienstag fahre ich früh am Morgen nach Forchheim, parke das Auto auf der Sportinsel und laufe in die Innenstadt. Die Sonne scheint und spiegelt sich in der Regnitz, auf der Autobahn lärmen die Lastwagen.

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Franken WC

Wisst Ihr eigentlich, dass ich noch nicht gefrühstückt habe? Nach diesem Spruch vergeht mir allerdings erst einmal der Appetit. Das macht nichts, das spart Kalorien.

Aquarell

Ich habe ein Bild gemalt, vielmehr: zunächst die obere Hälfte. Auf die untere Hälfte des Blattes – das hier nicht zu sehen ist -.kommt noch eine Schale mit Radieschen.

Rathaus in Forchheim

Der langjährigen Forchheimer Bürgermeister ist aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Preisfrage: Wie lautet sein Vorname?

Spitze für Trachtenschürze.

Die Lieblingshausziege will sich für die rote Schürze ihrer Tracht noch eine Spitze kaufen. Wir fahren nach Kunreuth, dort gibt es das nötige Zubehör.

Alte Knöpfe.

Sie findet alte Knöpfe, schöne Borten, allen möglichen Tand und Tinnef und schlussendlich:

Alte Jacke.

Eine alte Jacke. Mit Spitzen, tailliert, hüftkurz, ein wenig abgetragen, doch richtig hübsch. Musste natürlich mit. Logisch. Jetzt ist das Taschengeld für diesen Monat alle.

Schwan im Nest.

Zwischendrin hat es geregnet, der Schwan blieb trotzdem auf seinem Nest sitzen.

Täschchen mit Ankerknopf

Einen Knopf mit Anker fand die Lieblingshausziege ebenfalls. Jetzt ist das Täschchen endlich fertig.

Bach unter der Straße

Ich war noch ein bisschen mit dem Bauausschuss unterwegs. Hier läuft noch der Bach unter der Straße lang und ist von Betonelementen abgedeckt. Diese müssen raus, dafür kriegt der Bach daneben ein neues Bett, so dass er wieder (fast) frei fließen kann.

Da ist schon ein Teil des neuen Bachbettes.

Hier kann man schon sehen, wo der Bach künftig fließen darf. Allerdings müssen einige Betonwannen bleiben, weil schließlich die Anwohner auch mit dem Auto auf ihre Grundstücke fahren wollen.

Noch ist Wiese.

Hier werden bald zwei neue Häuser gebaut.

Neues Haus.

So sollen die Häuser einmal aussehen.

Abriss.

Das kleine Häuschen wird einer Garage Platz machen. Diese soll genauso groß werden…

Das waren jetzt sogar 13 Bilder vom 12. April. Die anderen gibt es bei Draußen nur Kännchen zu sehen.

Das Lavameer auf Lanzarote

Ich soll ein Paar Schuhe wählen, dass sich leichter reinigen ließe, meint der Mann. Wir würden schließlich auf einem Vulkan unterwegs sein. Ja, und? Die Asche liegt doch auf dem Boden? Wenn aber viele Leute umherlaufen, würde sie hochwirbeln. Soso. Ich ziehe trotzdem meine bequemen Schuhe an.

Lanzarote: Vulkanlandschaft

Vor knapp 300 Jahren spuckte die Erde auf Lanzarote Feuer, begrub Dörfer unter sich, hustete giftige Dämpfe, bis das Vieh tot auf den Weiden lag, und bebte, dass nicht nur die Tassen im Schrank klirrten. Sechs Jahre lang dauerten die Ausbrüche der mehr als 100 Vulkane, die es auf Lanzarote gibt, von 1730 bis 1736. Die jüngste Eruption war 1824, ob es die letzte gewesen sein wird, kann niemand vorhersagen.

Jetzt ist hier der Nationalpark Timanfaya.

Vulkanlandschaft auf Lanzarote

Gleich hinter dem Visitors Centre fahren wir mit dem Auto in die ehemaligen Lavafelder hinein, für 18 Euro. Wie beim Autoscooter steht bald eine Reihe an Fahrzeugen, in die wir uns einreihen, eines hinter dem anderen. Vor uns steigen Menschen aus, stolpern ein paar Schritte über die Steinbrocken, nehmen kalte Lavabrocken in die Hand.

45 Fahrzeuge sind noch vor uns. Der Wind zerrt und rüttelt am Fahrzeug. Ein Taxi fährt an der Schlange vorbei, gefolgt von einem anderen Auto. Ein Mann joggt hinter den Fahrzeugen her, zückt sein Handy und fotografiert das Kennzeichen des hinteren Autos. Er geht ganz nach vorne, dorthin, wo ein Wächter die Weiterfahrt erlaubt oder die Autoreihe wieder stoppt. Der Wächter steht auf, winkt dem Fahrzeug zu, das sich hinter dem Taxi nach vorne gemogelt hat und bedeutet dem Fahrer, er möge umdrehen.

Er muss wenden, fährt zurück. War einer vom Schiff, meinte der Mann, der sich besser Gesichter merken kann, als ich. Einer von denen, die denken, dass sie was Besseres seien, und nicht in der Reihe mit den gewöhnlichen Leuten warten müssten.

Jetzt sind wir an achter Stelle. Beim nächsten Mal geht es rein.

Vulkanlandschaft auf Lanzarote

Ich sehe Flechten auf den Steinen. Die liegen schon länger hier herum, als wir warten.

Wir kommen zu einem Parkplatz, steigen um in den Bus. Denn nur diese dürfen den 14 Kilometer langen Rundweg befahren. Der Busfahrer erzählt Geschichten in drei Sprachen, hält gelegentlich an, nur aussteigen darf niemand. Hier soll alles bleiben, wie es ist. Die Forscher wollen wissen, welche Tiere und Pflanzen sich freiwillig in einer solch feindlichen Umgebung ansiedeln.

Als wir aus dem Bus aussteigen, gießt ein Mann Wasser in Metallröhren, die in den Boden eingelassen sind. Es dauert nicht lange, bis die Hitze unter der Oberfläche das Wasser als Dampf in den Himmel schießt.

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Wasser in Metallröhren

Wasser kommt als Dampf zurück. Hier hat der Druck bereits nachgelassen.

Als Vergleich das gleiche Bild in Farbe.

Das ist mein Beitrag zu Schwarz/Weiß bei Mariusz und zur Weekly Photo Challenge: „Spare“.

Wer auf den Link klickt, kann sich die Bilder der anderen Teilnehmer anschauen.

Tagebuchbloggen am 5. April

Was ich den ganzen Tag lang mache, oder abgekürzt: WMDEDGT. Das möchte Frau Brüllen an jedem 5. des Monats wissen.

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Sonne in der Regnitz.

Heute morgen fuhr ich nach Forchheim. Da ich das Auto lieber auf der Sportinsel parke, lief ich über den Rhein-Main-Donau-Kanal und die Autobahn in die Innenstadt. Ich finde es jedes Jahr wieder unglaublich, wie schnell alles auf einmal grünt, sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühling auftauchen.

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Aquarellmalereien.

Ich habe ein bisschen mit den Aquarellfarben gemalt, mit anderen Frauen einen Kaffee getrunken und bin zurück zum Auto gelaufen. Über die Regnitz ragte ein Baum, ganz in Gelb.

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Gelber Baum über blauem Wasser.

Ich fuhr nach Kunreuth, weil ich noch Haken und Kettchen brauche, mit der die Tracht vorne geschlossen wird. Da ich bis zum Sonntag meine fränkische Tracht endlich fertig stellen muss, da sich alle Trachtennäherinnen in dieselbe werfen um sie zu präsentieren, muss ich noch ein wenig fleißig sein.

Anschließend habe ich eingekauft und fuhr wieder nach Hause. Der Mitbewohner hatte gekocht, so dass es gleich etwas zu essen gab. Noch ein, zwei Texte, dann muss ich später noch einmal los, zu einer Gemeinderatssitzung. Das kann länger dauern und ist selten unterhaltsam.

Wer in der Zwischenzeit bei den anderen Tagebuchbloggern stöbern möchte, kann gerne den Link als direkten Weg nutzen: Frau Brüllen.

Alt? Das sind doch immer nur die anderen…

Vor meinem zwanzigsten Geburtstag waren die 25-jährigen alte Knacker, längst fertig mit allem, was interessant und angesagt war. Sie hatten ihre Lehre oder das Studium abgeschlossen und waren fest in der Firma angestellt, in der sie bis zur Rente schuften würden. Etliche hatten bereits geheiratet, bekamen Kinder, legten sich Schrankwand und Ehebett zu. Überraschungen waren im Lebenslauf nicht mehr vorgesehen.

münsterschwarzach 117Kurz vor meinem dreißigsten Geburtstag waren die über 40-jährigen die alten Knacker: So gefühlt kurz vor der Rente hatten sie ihren Zenit längst überschritten, auch wenn es nicht alle von ihnen wahrhaben wollten. Mich wunderte es nur, dass sie das Knirschen ihrer morschen Knochen selbst noch nicht hören konnten. Aber ich hatte weder Zeit noch Lust, mich mit ihnen und ihren festgefahrenen Ansichten und Meinungen zu beschäftigen.

 

 

 

münsterschwarzach 118Als ich selbst auf die Vierzig zusteuerte, sah ich die über 60-jährigen als alte Knacker, erstaunt darüber, dass sie noch am Leben waren, obwohl sie längst kahlköpfig oder zumindest grauhaarig herumliefen. Sie unkten herum, vermuteten überall Verschwörungen und krächzten wie Unheil bringende Krähen. Früher war alles besser, lautete deren gängiges Urteil. Übrigens bemerkte ich zu dieser Zeit, dass sich auch meine Sicht auf jüngere Menschen verändert hatte: Die unter 20jährigen wirkten auf mich wie vorlaute und unreife Kinder. Sie hatten keine Ahnung, taten aber so, als wüssten sie über alles Bescheid. Sie spuckten große Töne – und ich dachte: Macht ihr nur. Ihr werdet schon noch lernen, wohin der Hase läuft.

münsterschwarzach 143Jetzt bin ich gerade noch so unter fünfzig. Jetzt finde ich die 70jährigen alt, manche von ihnen scheinen kaum noch zu klaren Gedanken fähig. Seltsamerweise merke ich, so im Gespräch mit manchen dieser alten Knacker, dass sie erstaunlich jung wirken können. Einige von ihnen sind offensichtlich nicht zu Kalkstreuern mutiert, sondern bewahrten sich geradezu jugendfrische Gedanken. Wenn mir allerdings ein 30jähriger, der noch nicht ganz trocken hinter den Ohren ist, völligen Ernstes erklären möchte, wie der Hase läuft und die Welt funktioniert, winke ich nur müde ab. Komm du erst mal in mein Alter, Alder und erleb so viel, wie ich. Anschließend können wir uns gerne unterhalten. Das Leben ist schließlich kein Wunschkonzert, in dem sich alles nach der Ansicht eines Grünschnabels richtet.

Beim Wortmischer las ich über dessen Ansichten zum Älterwerden und fand somit zur Aktion von Frau Quadratmeter über das #älterwerden.

Alles für die Katz #31

Auf der letzten Wanderung trafen wir sie: Eine schwarze Schönheit. Sie saß im Fenster, schaute gelangweilt nach nirgendwo und doppelte sich spiegelnd in der Fensterscheibe.

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Schwarze Katze im Fenster.

Kaum vernahm die Katz jedoch das „Klick“ der Kamera, siegte die Eitelkeit: „Von vorne sehe ich doch viel schöner aus als so im Profil“, ich hatte Verständnis und fotografierte noch einmal. Bitte sehr, eitle Katz.

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Schwarze Katze im Fenster

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen. Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist.