Strom in Zypern #Rostparade

Strom wird in Zypern mit Erdöl erzeugt. Besonders in den abgelegenen Ortschaften brummen dafür kleine und kleinste Kraftwerke. Ich folgte im Kloster Apostolos Andreas einer der vielen Katzen, das Dröhnen hinter den rostigen Türen machte mich neugierig.

Warum der Strom in Nordzypern nicht via Photovoltaik erzeugt wird, obwohl es hier recht sonnig ist, das erschließt sich mir nicht. Solche Kraftwerke und der dazu nötige Kraftstoff kosten doch auch etwas…

Hinter den rostigen Türen dröhnte es laut.

Hach. Da steht ja drauf, was drin ist: Electric.

 

Kleines rostiges Detail. Sicherheit sieht anderes aus.

Ums Eck steht noch was. Auch sehr rostig.

Guck an. Damit wurde auch einmal Strom erzeugt.

 

Verbunden mit: Frau Tonaris Rostparade. Dort gibt es noch viele andere rostige Schönheiten zu sehen.

Was übrig bleibt

Archäologische Funde in einem Museum

Die Überreste der Nekropole von Salamis

Der heilige Barnabas.

Eine Kirche aus der Zeit der Venezianer in Famagusta

Römische Ruinen von Salamis

Was wohl einst von uns bleiben mag, so nach fünfhundert oder noch mehr Jahren? Nicht viel.

Alles für die Katz #53

Selbstverständlich sehen wir auch in Nordzypern Katzen. Rote Katzen, dreifarbige Katzen, schwarz-weiße Katzen, graue Katzen, getigerte Katzen…

Die meisten Katzen strolchten rund um die mit EU-Mitteln frisch renovierte Kirche des Heiligen Andreas herum. 

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen.

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

Skurriles in Zypern

Der heilige Andreas war hier. Er kam auf einem Schiff nach Nordzypern, ließ anlegen, klopfte mit dem Stock auf einen Fels und – siehe da: Es sprudelte heilkräftiges Wasser heraus. Er wusch damit dem einäugigen Steuermann des Schiffes die Augen aus (er war auf einem Auge blind) und – noch einmal siehe da: Er konnte wieder auf beiden Augen sehen. Und so flitzten alle Reisenden nach unten zur tröpfelnden Quelle, wuschen Gesicht und Knie, füllten gar das heilkräftige Wasser in ein Fläschchen ab.

Das soll heilkräftiges Wasser sein. War es jedenfalls, der Sage nach, so vor rund 2000 Jahren.

Auf Nordzypern laufen wilde Esel herum und ärgern die Landwirte. Also wurden die Esel in ein Naturschutzgebiet gesperrt und werden – sie haben ja immer noch Hunger – von den Touristen gefüttert. Das hat gleich dreierlei Vorteile: Die Esel sind so satt, dass sie nicht mehr an den Feldfrüchten der Bauern naschen, die Bauern können die Möhren zu einem wahrhaft güldenen Preis an die Touristen verkaufen und die Touris kurbeln die örtliche Wirtschaft an. Man hat ja sonst nichts.

Nordzypriotischer Wildesel. Er streckt nicht etwa die Zunge heraus, sondern knabbert an einer Möhre

So ein Bett ist schon eine haltbare Angelegenheit, wenn es denn aus Metall geschmiedet und mit Brettern belegt ist. Eines sahen wir im Geäst eines Baumes. Das habe der Hirt dort oben befestigt, damit er seine Herde bequemer im bl

 

12 Bilder vom 12. März

Nein, viel geschlafen hatte ich noch nicht, doch der Wecker war unerbittlich, schließlich hatte ich ihn ja selbst auf vier Uhr morgens gestellt. Aufstehen, anziehen, Kaffee trinken, ein Brötchen essen, die Katze füttern und den Koffer packen: Während es draußen noch dunkel ist, fahren wir los. Der Vollmond hängt dick und rund über Franken und leuchtet uns auf dem Weg.

Vollmond über nächtlicher fränkischer Straße.

 

Auf dem Weg nach Frankfurt fahren wir an Würzburg vorbei – und hinter uns geht schon die Sonne auf.

Sonne von hinten, dicht bei Würzburg.

Am Flughafen in Frankfurt. Nein, das ist noch nicht unser Flugzeug.

Am Flughafen angekommen, haben wir noch jede Menge Zeit und können viele Reisende begucken. Jogginghosen scheinen die neue Reisebekleidung zu sein. Bei der Kontrolle habe ich mich noch danach erkundigt, ob ich meine Stricknadeln auch im Handgepäck tragen könnte. Wenn sie nicht länger als sechs Zentimeter sind…

Watteweiche Schäfchenwolken von oben.

Die Frau, die neben uns am Mittelgang sitzt, hat sich einen ganzen Beutel voll mit Essen eingepackt: Käse, Brötchen, Knabberkram. Kostenlos gibt es im Flugzeug nur stilles Wasser und Kaffee, für alles andere soll bar bezahlt werden. Da wir belegte Pappe nicht so mögen und auch keinen Hunger haben, verzichten wir dankend.

Dieses tiefe Himmelblau begeistert mich immer wieder.

Viel zu sehen gab es leider nicht, aber die Sonne war wenigstens da. Rund um uns unterhalten sich alle eifrig. Eine Frau will wissen, wie sie die Armlehne hochklappen kann, der Mann neben ihr versucht zu helfen, doch sie kriegt es nicht hin und entschuldigt sich: „Ich bin schon eine alte Frau“. der Mann erwidert: „Ich bin auch schon ein alter Mann“. Beide lachen. Hahaha.

Zwischenlandung in Alanya. Wir blieben im Flugzeug sitzen.

In Antalya gab es eine Zwischenlandung, das Flugzeug wurde aufgetankt, die eine Crew verabschiedete sich und eine neue Crew kam für das letzte Stück bis Nordzypern an Bord. Da Nordzypern international nicht anerkannt ist, können die dortigen Flughäfen nur direkt von der Türkei aus angeflogen werden. Deswegen der Zwischenstopp.

Alanya von oben

Von oben ist gut zu sehen, wie viel von Antalya unter Folie verpackt ist.

Die Küste von Nordzypern kommt in Sicht.

Der Flug dauert von Antalya nur noch vierzig Minuten, dann sehen wir erst die Küste. Über den Bergen dicht dahinter hängen die Wolken tief.

Berge an der nordzyprischen Küste.

Kurze Zeit später landen wir. Alles rundum ist grün, sattgrün, hellgrün, gelbgrün, tiefgrün. Die Straßen scheinen ungeteert, die meisten jedenfalls.

Kurz vor der Landung: Alles ist grün.

Dann das übliche: Passkontrolle, Koffer einfangen, nach draußen.

Flughafen von Nikosia.

Langsam wird es dunkel. Hier ist es schon zwei Stunden weiter. Im Hotel ist es dunkel, prophezeit eine Frau, die hinter mir im Bus sitzt. Das glaube ich nicht. Die werden sicherlich Strom haben. Und Glühbirnen.

Im Reisebus unterwegs.

Hier sind keine Geisterfahrer unterwegs, hier ist tatsächlich Linksverkehr. Na, wie gut, dass ich hier nicht selbst mit dem Auto fahren muss. Wir fahren in Richtung Osten, nach Famagusta. Da es aber inzwischen ziemlich dunkel ist, mein Handy-Akku nicht mehr mag und es inzwischen 12 Bilder sind, reicht das für heute.

Alle anderen Bilder gibt es bei Draußen nur Kännchen. 

#Mein Tag ohne mich

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade „Ein Tag ohne mich“ von #femnetz. Hashtag ist #MeinTagohnemich

Würde ich am Internationalen Frauentag, also heute, meine Arbeit verweigern und im Bett liegen bleiben, würde nichts passieren. Ich arbeite freiberuflich, muss aber für heute keinen Text fertig schreiben. Da das jüngste Kind schon groß ist, kann es sich selbst versorgen, auch die Wäsche mault nicht, wenn sie länger liegen bleibt.

Überhaupt sehe ich die Hausarbeit nicht als das an, was sich grundsätzlich nur von Frauen erledigen ließe. Ich kann Dinge gut liegen lassen und bestehe auch nicht darauf, dass es nur die eine Art gibt – nämlich meine – wie Dinge erledigt werden müssen. Das musste ich allerdings auch erst lernen. Der Mensch ist ja grundsätzlich nicht nur ein Gewohnheitstierchen, sondern auch eines, das viel durch Nachahmung lernt. Bekommt also ein Mädchen vorgelebt, dass die Mutter für alles sorgt, ja, was wird sie wohl lernen?

Wer hat eigentlich den Frauen beigebracht, dass sie für diese dämliche Hausarbeit allein zuständig sein sollen? Das kam doch nicht so von allein, so qua göttliche oder wie auch immer Eingebung? Nein, kam es nicht. Es war eine großangelegte Werbekampagne, die den Frauen erzählte, welche Aufgaben sie denn als Hausfrauen hätten, wie sie für Wäsche, Kinder und den aushäusig arbeitenden Ehemann zu sorgen hätten. Das alles geschah zu einer Zeit, an die wir uns nicht mehr erinnern können, weil keiner mehr lebt: So lange ist das her – und so sicher sitzt das. Dabei betraf das nur eine geringe Schicht an Frauen. Wer zu dieser Zeit einen Ehemann hatte, der in der Fabrik oder in einer Grube schuften musste, der hat mitgearbeitet, die Kinder ebenfalls in vielen Fällen. In der Autobiografie „Meine Jugend“ von Hans Marchwitza sind Skizzen aus dem Leben von Arbeiterfamilien zu lesen, bei denen schon die Kinder sehr jung mit unter Tage arbeiten mussten.

Was Frauen gelernt haben, das können sie aber auch wieder verlernen. Dafür müssen sie nur aufhören, dass sie selbst diejenigen sind, die wissen, wie alles geht. Kann schon sein, dass dann Wäsche anders gewaschen und vielleicht ungebügelt getragen wird. Na und? Aber dann müssen sie auch ertragen, dass der Mann vielleicht das Waschbecken ungeputzt lässt. Vielleicht lassen sie zum Ausgleich dafür die dreckigen Kaffeetassen stehen.

Aber was mir noch einfällt: Eigentlich sind ja die Männer zu bedauern. Die Männer, die in ihrem ganzen Leben nie geschafft haben, sich von der Mama zu lösen. Setzen sie sich, längst über 50 Jahre alt, auf die Eckbank in der elterlichen Küche, dann warten sie nur darauf, dass das Abendbrot aufgetischt wird – statt selbst zuzupacken. Die Männer, deren Mutter immer noch einmal im Monat vorbeikommt, ihnen das Bett frisch bezieht und den Boden putzt – statt selbst für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen.

Sicher, entlassen Mütter ihre Kinder in die Selbstständigkeit, haben sie keine Kontrolle mehr über diese. Dann wird womöglich die Schule geschwänzt, werden die Hausaufgaben vergessen und statt dessen lieber endlos gespielt. Ja und? Solange die Mütter die Verantwortung für ihre – irgendwann auch erwachsenen Kinder – übernehmen, können sich diese zurücklehnen. Und da der Mensch ein bequemes Tierchen ist, bleibt das auch so. Es sei denn, wir verweigern die Arbeit. Dann aber für immer.

Der Flur #Frapalywo

Ein Hausflur in einem alten Bauernhaus.

Der Flur:

Nicht mehr außen,

noch nicht innen

ist der Flur ein Lager

für sechs Jacken,

zwölf Paar Schuhe,

eine Rennmaus,

das Katzenklo,

drei Regenschirme,

den Korb mit leeren Flaschen.

Suche ich nach dem zweiten Handschuh,

finde ich die vertrockneten Träume aus dem Vorjahr.

Verbunden mit: Frau Paulchen – der Flur.

Tagebuchbloggen am 5. März

Ich bin einfach aufgestanden, habe meinen Kaffee getrunken, die Katze gefüttert, was ich eben jeden Morgen so mache, wenn ich munter bin. Seit es morgens nicht mehr so dunkel ist, fällt mir das auch deutlich leichter. Dann habe ich mich an den Schreibtisch gesetzt, schließlich ist heute der Monatsfünfte und in diesem Fall Abgabetermin für den Fränkischen Krimipreis. Als ich neulich mit dem Zug von Wolfenbüttel zurück nach Forchheim fuhr, hatte ich genügend Zeit und Muße, eine kurze Geschichte mit Stift auf Papier zu notieren, habe es sogar geschafft, diese abzutippen, mit einigen von den Wortwerkern durchzusprechen, noch einmal zu ändern und so weiter. Jetzt ist sie abgeschickt, und, was soll ich sagen, es hat einfach Spaß gemacht, völlig egal, ob die Geschichte nun Anklang bei der Jury findet oder nicht. (Und ich habe gleich mal nach dem nächsten Wettbewerb geguckt, vielleicht fällt mir ja noch einmal irgendwelcher Unfug ein.)

Hasen auf dem Markt.

Während ich also schrieb und änderte, bis alles passte, war der Mitbewohner in der Küche völlig unbeaufsichtigt und ließ sogar irgendetwas anbrennen. Jedenfalls roch es gewaltig nach Kohlkohle. Wie auch immer. Wir aßen, anschließend habe ich noch ein paar Blaubeermuffins gebacken, die es dann zum Kaffee gab. Weil das Wetter schließlich besser als die Vorhersage war, wollten wir raus und gucken, ob wir irgendwo dem Frühling begegnen würden. In Forchheim angekommen, guckten wir verwundert, ob der Menschenmengen, die sich durch die Straßen schoben, aber als wir sahen, dass die Geschäfte offen hatten und überall Marktstände waren, wunderte uns nichts mehr. Fast alle waren in frisches Frühlingsschwarz gekleidet und wirkten tatsächlich so trist und traurig, als hätte der Winter erklärt, er würde von nun an bis in alle Ewigkeit bleiben.

Bunte Frühlingsblumen vor dem Blumenhändler.

Ich nutzte die Gelegenheit und nahm beim Buchhändler noch die zwei Bücher mit, auf die ich schon länger gespitzt hatte, dann fuhren wir wieder nach Hause. Im Flur kündete ein im Weg stehendes Schuhpaar davon, dass die Lieblingshausziege zurück sein könnte, doch sie ließ nur den Koffer im Zimmer und einen Zettel in der Küche, dass etwas im Kühlschrank sei. Nun denn.

Das waren noch die freundlichsten Gesichter auf dem Markt.

Draußen zwitschern die Vögel, innen jammert die Katze, sie möchte wieder raus. Das darf sie auch, für den Donnerstag habe ich nun auch einen Termin beim Tierarzt gemacht, eine Katze reicht schließlich völlig aus.

Heute passiert jedenfalls nicht mehr viel. Ich werde mir jetzt das erste Buch schnappen, mich auf das Sofa legen und lesen, was sonst. Was die anderen Tagebuchbloggerinnen gemacht haben, von denen Frau Brüllen jeden fünften im Monat so wissen möchte, was sie den ganzen Tag so machen, das gibt es bei ihr auch zu lesen.

Verbunden mit: Frau Brüllen.

Verbunden mit: Frühlingserwachen bei Always Sunny. 

Die Gartenlaube #Frapalywo

Ein Hüttchen, irgendwo.

Hinterm Rosenbogen duckt sich

die Laube zwischen den Apfelbäumen.

Ist trockene Heimat

für Spaten und Hacke, Pflanzholz und Schnur.

Vor staubblindem Fenster

weben Spinnen feinste Gardinen.

Am Nagel vier Schlüssel

zu verlorenen Türen.

Wer sie träumt, findet das,

was ihm fehlt.

Verbunden mit: Frau Paulchens Frapalywo, heute: Die Gartenlaube.