Alles für die Katz #63

Kleine Katz auf großer Katz

Es hat nicht lange gedauert: In den ersten Tagen schlichen die beiden Katzen noch umeinander und fauchten sich an, wenn sie sich versehentlich zu nahe kamen. Da die große Katze lieber draußen unterwegs war und die kleine Katze sich erst einmal an uns gewöhnen sollte, kam das nicht zu oft vor.

Dann begann die Zeit der Nasenküsschen: Kam die große Katze zur Tür herein, stupsten die Katzen ihre Nasen aneinander, hielten jedoch immer noch respektvollen Abstand. Gefaucht wurde immer noch, besonders dann, wenn die gefüllten Katzennäpfe zu nahe nebeneinander standen.

Sie hatten ein Spiel entdeckt: Saß die kleine Katzmatz auf dem Küchenstuhl, platzierte sich die große Katz auf dem Küchentisch obendrüber und tatzte nach der Kleinen. Der Mitbewohner sah es mit Skepsis, aber es schien beiden zu gefallen. Die kleine Katze hätte sich ja auch woanders platzieren können, aber nein, es musste genau dieser Stuhl unter der großen Katze sein.

Irgendwann war es so weit: Katzmatzens legten sich gemeinsam zum Schlafen ab.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen.

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

12 Bilder vom 12. August

Dicke Wolken am Himmel

Ja, sicher. Die dicken Wolken hinter den Sonnenblumen könnten weg. Wäre es aber so heiß und sonnig, wie es den ganzen Sommer schon war, käme ich ja zu nichts. Also schaue ich mal, was alles noch heute weg kann, wenn schon die Wolken bleiben.

Ortsbegehung: Ja, der Erdhaufen muss weg.

Die Gemeinderäte in einem kleinen Dorf schauen sich einen ziemlich großen Erdhaufen an. Dieser muss entweder auf dem Grundstück verteilt werden – und würde dafür sorgen, dass der Boden dann durchschnittlich einen halben Meter höher läge, oder er muss abtransportiert werden. Darüber entscheiden die Gemeinderäte aber erst in der Gemeinderatssitzung, heute haben sie sich nur vom Anblick des Haufens überzeugt und beeindrucken lassen.

Der Salat blüht schon.

Der im Frühbeet vergessene Salat fängt langsam an zu blühen. Der kann auch weg, den will keiner mehr essen.

Heute hat der Mitbewohner Rasen gemäht.

Der Rasen ist weg. Da ist nur noch strubbelkurzes Gras.

Pfefferminze mit Schachtelhalm

Das Unkraut zwischen der Pfefferminze muss auch weg.

Die Tomaten werden reif.

Die Tomaten müssen nicht weg, sie müssen nur gelegentlich gepflückt werden. Eine nach der anderen wird reif, rot, saftig und süß.

Ein übrig gebliebener Baumstamm

Im Frühjahr hat der Mitbewohner einen Nadelbaum abgesägt. Der Stumpf sieht jetzt zwar lustig gefärbt aus, muss aber auch noch weg.

Weiße Trauben.

Ob es den weißen Trauben zu trocken war? Einige sind groß geworden, doch die meisten sind immer noch so klein wie Rosinen.

Rote Trauben

Am roten Weinstock hängen ebenfalls Trauben, die sind aber nicht so unterschiedlich groß.

Kamelie.

Beim Blumengießen sehe ich, dass sich schon wieder kleine Läuse auf der Kamelie niedergelassen haben. Die müssen auch weg. Unbedingt. Weiß jemand, wie?

Das wird ein Shirt.

Da noch genug Stoff im Schrank liegt, muss davon auch was weg: Ich nähe mir jetzt ein Shirt daraus.

An diesem Tag kamen noch eine ganze Menge mehr Dinge weg: Die toten Fliegen auf den Fensterbrettern, die Spinnweben unter der Zimmerdecke, die Staubflusen unter den Schränken – aber davon habe ich kein Bild gemacht. Wenn ich heute noch das Shirt fertignähe, kann ja morgen wieder die Sonne scheinen und ich kann wandern gehen.

Bei Caro von „Draußen nur Kännchen“ gibt es noch viel mehr Bilder vom 12. August zu sehen.

Wind weht #Frapalywo

Wind weht.

Mach das Fenster fest zu,

damit der Wind nicht das Licht ausbläst,

den Staub in den Ecken ruhen lässt.

Alles bleibt, wie es war. Wie es immer schon war.

Doch ich will aufbrechen,

zu unbekannten Ufern. Auch wenn

Weiter Himmel über Franken

ich das Ziel noch nicht kenne.

Verbunden mit: Frau Paulchen. Der dritte Impuls der Lyrikwoche war „Wehen“.

 

Wir schlendern. Absichtslos. #Frapalywo

Sonntag.

Chaos

hat es heute

leichter,

es muss

nichts

dringendes

erledigt werden.

Rosinen picken wir

nebenbei.

Klein, aber mein.

Am Sonntag hatten wir Zeit zum Trödeln und Schlendern. Zwar waren wir zu einer Feier eingeladen, diese begann jedoch so spät, dass wir einfach eine Ausfahrt nehmen konnten, an der wir andernfalls immer vorbeifahren. Und so kamen wir nach Hildburghausen. Wer mehr darüber wissen will, liest einfach im anderen Blog weiter.

Verbunden mit: Frau Paulchen und der Frapalywo, der Lyrik-Woche von Frau Paulchen. Der erste Impuls lautete: Schlendern.

Tagebuchbloggen am 5. August

Die Sonne scheint auf die Bettdecke, die große Katze hat es sich an meinen Beinen gemütlich gemacht: Zeit, aufzustehen und Kaffee zu trinken. Der Mitbewohner ist wie jeden Samstag so nett und holt frische Brötchen vom Bäcker, ich fülle derweil den Katzen die Näpfe. Inzwischen sitzen sie etwa dreißig Zentimeter voneinander entfernt, futtern, gelegentlich knurrt die große Katz, doch die kleine Katz beeindruckt das nicht.

Ganz im Gegenteil: Kaum ist der Kaffeetisch abgeräumt, dekoriert sich die große Katze längelang obenauf, die kleine Katze nimmt auf dem Stuhl Platz. Jetzt sind sie in Tatzweite, und so langt die große Katz immer mal nach unten zur kleinen Katz, sie probieren aus, ob und wie sie miteinander spielen können. Die Annäherung geschieht vorsichtig, ein leises Grollen bleibt, aber sie stupsen ihre Nasen aneinander und geben Nasenküsschen.

Der Mitbewohner belegt zwei Brötchen und sucht seine Wanderkarten, findet sie jedoch nicht. Also fahren wir so los, ohne Karte, einfach der Nase nach, fahren durch einen Ort, biegen ab, fahren zum nächsten kleinen Ort, dort wieder links hoch, parken an einer Wiese und laufen los.

Der Weg ist mit Obstbäumen gesäumt

Alte Obstbäume säumen den Weg, an einigen sind die Äpfel schon reif. Sie leuchten so schön rot-gelb-gestreift, dass wir zwei von ihnen pflücken und essen. Sie sind so saftig, dass ich den Saft von der Frucht regelrecht saugen muss, damit er mir nicht aufs T-Shirt tropft. Allerdings hat noch jemand entdeckt, dass der Apfel lecker ist und sich ein Loch hindurch genagt. Vor dem Maisfeld biegen wir links ab, hier geht es am schattigen Waldrand weiter. In der Ferne staubt ein Mähdrescher durchs Feld und das erste gelbe Blatt liegt auf dem Weg.

Die Buche lässt bereits das erste Blatt fallen.

Kaisermantel auf Blüte

Hochsommerzeit. Wir gehen langsam: Über den Blüten torkelt erst ein Bläuling, ein Stückchen weiter tanzen zwei Kaisermäntel umeinander, naschen nur gelegentlich an Blütenkelchen. Wildbienen, Käfer, es summt und bei jedem Schritt stieben die Grashüpfer in die Höhe.

Wildbienchen an wildem Majoran

Wir wollen nirgendwo hin, haben kein Ziel, laufen einfach vor uns hin und freuen uns an dem, was neben uns läuft, fliegt und krabbelt. Da wir langsam genug unterwegs sind, haben wir Zeit, das alles zu entdecken.

Der Weg ist ein Traum. Hier gibt es nichts, niemand außer uns ist unterwegs, hier gibt es einfach kein Ziel, nichts zu erreichen und so trödelt der Tag vor sich hin und verliert seine Zeit.

Käfer auf Blüte.

Irgendwann kehren wir zum Auto zurück und fahren ein Stück, kehren ein und genießen eine ortstypische Kleinigkeit: Kloß mit Soß. Der junge Wirt erzählt stolz von seinem Spezialkrug, der so schwer sei, dass die manchmal so angeberisch starken Kletterer diesen nicht lange in einer Hand halten könnten und den er sich extra anfertigen ließ.

Ein Motorrad mit SW-Kennzeichen knattert auf der Straße vorbei. Ich wäre ja dafür, dass ein Mikrofon direkt am Auspuff den Lärm abfängt und ihn direktemang unter den Helm zu den Ohren lenkt. Dann hat wenigstens der was davon, der den Lärm bereitet – und nicht immer diejenigen, die gar nichts dafür können.

Dass die Urlaubszeit jetzt ihre Hochsaison hat, lässt sich an der Wirtschaft nicht übersehen: Die Kennzeichen aus ganz Deutschland sind hier versammelt: M, DON, HDH, R, OHV, HA, MD, HH, OF, D, BZ, dazu Holländer und Franzosen. Anschließend fahren wir zurück und der Mitbewohner fängt bei dieser Gelegenheit fünf große Forellen ein.

Zu Hause angekommen, stecken wir den Fischen Kräuter, Salz und Pfeffer in den Bauch und packen sie gut ein. Die kommen erst morgen auf den Grill.

Die Katzen spielen immer noch seeehr vorsichtig miteinander.

Heute gibt es für die beiden recht früh schon das Futter, wir wollen noch einmal los, nach Kronach. Dort wird „Das Wirtshaus im Spessart aufgeführt“, der Mitbewohner hat die Karten besorgt.

Damit habe ich die Frage der freundlichen Blognachbarin beantwortet, die an jedem Monatsfünften wissen möchte, was ich eigentlich so mache. Bei ihr gibt es noch viele andere Tagebucheinträge zu lesen: Frau Brüllen.