Eine kleine Ritterburg #Rostparade

Wie eine kleine Ritterburg wirkt das Castillo Santa Barbara auf Lanzarote von weitem. Es wurde vor rund 700 Jahren auf einem Vulkan errichtet und sollte die Bewohner von des nahe gelegenen Ortes vor Piraten schützen. Allerdings nutzte es nicht immer: Piraten nahmen die kleine Festung mehrmals ein und zerstörten sie dabei. Seit 1991 ist in ihrem Inneren ein Emigrantenmuseum: Ende des 19. Jahrhunderts herrschte eine Dürre auf Lanzarote, so dass rund 250 Familien die Insel verließen und nach Florida, Argentinien, Kuba und Venezuela auswanderten, einfach um nicht zu verhungern.

Das Castillo Santa Barbara auf Lanzarote

Wie bei einer kleinen Ritterburg gibt es Türmchen für Wächter.

 

Damit niemand herunterfällt, sind überall Ketten gespannt.

Und alles rostet still und leise vor sich hin.

Ein verrostetes Schloss an der Tür.

 

Verbunden mit: Frau Tonari und der #Rostparade. Diese findet an jeden Monatsletzten statt.

Stilblüte, banal, jodeln #abc.etüden

Egal wie banal der Streit um manche Dinge auch war, eines war sicher: Wurde Harri lauter, flitzte Siggi und schloss sämtliche Fenster des Hauses:
»Die Nachbarn.«
»Mich interessieren die Nachbarn nicht, mich interessiert, wieso das Konto schon wieder überzogen ist!«
»Das weiß ich doch nicht«, pampte sie zurück und überlegte, ob Harri die zwei neuen Blusen im Schrank gefunden hatte. Deren Etiketten hatte sie vorsichtshalber direkt in der Mülltonne versenkt und den Müllbeutel aus der Küche noch obenauf gepackt.
Harri wedelte mit der Heizölrechnung: »Der Kühlschrank ist leer und die Rechnung muss bezahlt werden. Wenn du in den nächsten zwei Wochen nicht von trocken Brot und Finkensirup leben willst, solltest du mal deinen alten Herrn um Geld bitten.«
»Das kann ich nicht«, wehrte sie ab.
»Du kannst dich selbstverständlich auch in die Fußgängerzone stellen und jodeln«, schlug Harri vor, »Stilblüte hin oder her. Dann ist dein Jodeldiplom wenigstens zu etwas nütze.«

Verbunden mit:Christiane und den abc.etüden.

Es gilt, die drei Worte „Stilblüte, banal und jodeln“ in maximal zehn Sätzen unterzubringen.

Alle Tassen im Schrank #Frapalymo

Wenn du morgens
die Tasse aus dem Schrank nimmst,
wählst du die eine,
die mit dem Sprung,
die nicht mehr klingt,
wenn du sie auf der Untertasse
abstellst.
Ist der Kaffee getrunken
spülst du sie mit der Hand,
reibst die Kaffeekrümel aus,
trocknest sie und
räumst sie zurück.

Verbunden mit: Frau Paulchen und dem #Frapalymo, Frau Paulchens Lyrikmonat.

Alles für die Katz #68

Löwenkopf als Türzieher

 

Ein Löwenkopf dient schon seit der Antike als Wächter, sollte Diebe und freche Eindringlinge schrecken. Ob die sich dann tatsächlich von Tempeln und Grabstätten fernhielten?

Bis heute kann man viele dieser Großkatzengesichter auf Portalen finden. Das liegt nicht nur daran, dass die Türen seit dem Mittelalter sämtliche Zeit unbeschadet überstanden haben, sondern auch daran, dass Löwenköpfe irgendwann einmal wieder sehr modern waren. Zu welcher Spezies dieser gehört, kann ich nicht sagen: Die Helligkeiten auf dem Holz können jedoch darauf hinweisen, dass er wohl nicht mehr ganz gerade hängt.

alles_fuer_die_katz_logo_120x120Wer sich gerne am Projekt “Alles für die Katz” beteiligen möchte, kann das an jedem 1. und 15. des Monats machen.

Einfach den eigenen Beitrag im Kommentar verlinken: Und schon freuen sich alle Katzenfans über schöne Bilder. Das von Kerstin gestaltete Logo darf sich auch jeder mitnehmen und verwenden, der bei “Alles für die Katz” dabei ist. Klickt euch durch die Galerie der Katzen, streichelt ihnen über den Kopf, lasst euch auch einmal anfauchen – und sagt einfach denen, die sie fotografiert haben, wie schön ihre Katzen sind.

12 Bilder vom 12. November

Regennasse Fliesen auf dem Balkon

Der Morgen fängt schon nass an: Es regnet und leise gurgelnd rinnt das Wasser über die Ziegeln, in die Regenrinne und bis nach unten.

Nein, ich will nicht raus.

Selbst die Katz entscheidet sich für ein gemütliches Morgenschläfchen auf meiner Zeitung und hält sich die Augen zu. So muss sie nichts sehen. Klappert allerdings der Futternapf, springt sie sofort hellwach auf.

Der Ofen mit Stein wird langsam heiß.

Da heute die Lieblingshausziege zurückkommt, braucht sie morgen was zu essen. Es gibt Pizza: Die kann sie sich mit an die Arbeit nehmen und dort aufwärmen.

Unterwegs. Zwei Gänse auf dem Feld.

Ich muss los, auch wenn das Wetter wenig schön ist. Zwei Gänse landen auf dem Feld und wundern sich ebenfalls über die weiße Pracht.

Das Gras ist noch grün.

Auch das Gras hat noch nicht mit Schnee gerechnet: Alles ist noch ganz grün.

Baum noch mit Blättern.

Das Bäumchen hält die letzten Blätter ganz fest. Aber ich fürchte, nicht mehr lange.

Viel wächst nicht mehr. Aber das Zeug könnte auch in einer Vase eine gute Figur machen.

Blumen gibt es in dieser Zeit nicht mehr.

Die Vogelscheuche friert. Oder?

Die Vogelscheuche guckt, als wäre ihr so richtig kalt. Ja, dann geh doch dorthin, wo es warm ist.

Eine Rose ist noch im Vorgarten.

Im Vorgarten ist noch eine letzte Rose.

 

Ein heißer Tee,

drei echte Elisen-Lebkuchen

Feuer im Kamin

und prasselndes Feuer im Kamin. So endet der Tag.

 

Die freundliche Nachbarin, bei der es draußen immer Kännchen gibt, sammelt alle Bilder von diesem Tag – dort gibt es noch viel mehr davon zu sehen.