einzigartig, Straßenschlucht, Achterbahn #abc.etüden

Herr Tausendschön seufzte leise. Es schien egal, wie leise er die Haustür öffnete und die Treppe nach oben schlich: Gelangte er zum zweiten Absatz, öffnete Frau Rasch ihre Tür und jammerte: „Herr Tausendschön, mein einzigartiger Wäscheständer ist weg“.

„Frau Rasch, er wird im Keller auf sie warten“.

„Der Hausmeister hat ihn neulich beim Altmetallhändler auf das Auto geworfen, als dieser durch unsere Straßenschlucht kam. Ich hab alles von oben beobachtet und seitdem benimmt sich mein Blutdruck wie eine Achterbahn: Es geht immer auf und ab!“

In die kurze Pause, die sich nur deswegen ergab, weil auch Frau Rasch einmal Luft holen musste, klappte unten leise eine Tür. Frau Rasch winkte ab, drehte sich um, verschwand in ihrer Wohnung und zog die Wohnungstür hinter sich zu.

„Ich hab den Schrott aus dem Keller entsorgt, so wie Sie das gewünscht haben“, wieselte der Hausmeister durch das Treppenhaus, seinen unvermeidlichen Putzlappen in der Hand: „Jetzt macht nur die Rasch Ärger und behauptet, das verrostete Drahtgestell wäre ihr Wäscheständer“.

Die Katze schläft auf dem Wäscheständer

„Wenn das so ist, kaufe ich ihr einen neuen“, seufzte Herr Tausendschön, getrieben von seinem Wunsch nach Ordnung und Ruhe.

Verbunden mit: Christianes abc.etüden.

4 Gedanken zu „einzigartig, Straßenschlucht, Achterbahn #abc.etüden

  1. Ich habe zwar aufgehört, mir über die Beweggründe kätzischer Handlungen Gedanken zu machen, aber: Ist das nicht zu hart und zu unbequem? Schon gut, offensichtlich nicht.
    Und was sagt Frau Rasch dazu? 😉
    Liebe Grüße
    Christiane, grinsend

  2. Dann danke mal für den Teil 1. Rückwärts lesen kann somit auch interessant sein. Und die Katze ist der Kracher, aber das ist ja immer so…
    LG.

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