Abschied.

Dürrer Baum am Walberla

Der Wind stürmte und pustete die Hitze weg, die in den letzten Tagen und Wochen wie eine stickige Decke über allem lag. Wir liefen rund um das Walberla, den Hexenberg, die ehemalige Keltenfestung. War es unten im Wald so stickig und schwül wie in einer Dampfsauna, fegte oben der Wind so über die Bäume, dass sie sich tief verbeugten. Er drückte uns richtig an die Banklehne, als wir oben auf dem Gipfel vom Kreuz aus in die Ferne träumten, ob der nächste Tag schon in Sicht sei. Glücklicherweise stand das Kreuz hinter uns, der Wind brachte stürmisch jede Menge frische Luft von vorne, falls also das Kreuz fallen sollte, würde es wenigstens nicht heißen: Sie wurden vom Kreuz erschlagen.

Der erste Pflaumenkuchen

Am Parkplatz gab es auf dem Obstregal zur Selbstbedienung neben Kirschen die ersten Pflaumen. Doch, es wird Herbst. Definitiv. Es ist zwar noch nicht August, doch es gilt, vom Sommer bereits Abschied zu nehmen. Die Pflaumen versüßen alles, und legen sich bereitwillig auf den ersten Pflaumenkuchen in diesem Jahr. Hätte ich mich in die Spitze des Geländers gestellt, hätte ich ein Kleid getragen, hätte mich jemand fotografieren können, ganz wie Kate Winslet in Titanic. Nur der stürmische Wind war flüchtig und ließ sich nicht aufs Foto bannen.

Blick vom Walberla

Warten auf den Regen am Walberla

Diese vorgezogene Wehmut setzte sich am nächsten Tag bräsig breit zwischen uns. Damit sie nicht so viel Platz hat, stürmten wir aufs Annafest, räumten das Zimmer um, bezogen die Betten frisch, liefen vom Gügel zur Giechburg, aßen Pizza und tranken frischen roten Federweißer aus dem Weinballon. Nach dem Abziehen gärte der Kirschwein nämlich so heftig, dass der große Ballon überschäumte – und uns den Federroten abgab, gewissermaßen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.