Der alte Laden

Während früher ein Laden klein sein konnte, es dort Mehl und Zucker, Butter, Milch, Eier, Sauerkraut und Kartoffeln gab, sind moderne Läden so groß, dass in ihnen Fußballfelder Platz hätten. Dafür muss ich manchmal lange suchen, bis ich das finde, was ich brauche. Hefe, Streichhölzer und Leinsamen sind zwischen den vielen anderen Dingen gut versteckt. Wer braucht das ganze Zeug eigentlich? Wird das jemals gegessen?

Der kleine Konsum in Schwarz-Weiß.

Den alten Konsum sah ich in Görlitz: Hier ging es sicher zur einen Tür hinein – und zur anderen wieder hinaus. Einbahnstraßenkonsum. Heute sind die Fenster verbrettert, innen dürften Mäuse huschen und Spinnen ihre Netze weben. Die guten Tage sind vorbei und wer weiß, was diesem kleinen Laden noch so blühen mag?

Ein alter Konsum. Hier ging das Einkaufen fix.

 

Ein Supermarkt ist mir dagegen immer zu viel, es gibt dort einfach zu viel. Ich stehe vor den vollen Regalen und frage mich: Wer kommt auf die Idee, nicht einfach Müsli, sondern meterweise Müsli, nicht einfach Milch, sondern meterweise Milch immer weiter zu differenzieren und anzubieten, in so vielen Variationen, dass die einfache Milch in der Flasche, die ohne irgendeine Extra-Behandlung abgefüllt wurde, fast nicht mehr sichtbar ist.

Verbunden mit: Cubus Regio, der marode Schönheiten sucht, mit Kirsi, die vergangene Dinge schätzt.

Verbunden mit: Czoczo, der einmal im Monat ein schwarz-weißes Bild sehen möchte.

Und wer noch mehr von Görlitz sehen möchte, hier entlang bitte.

7 Gedanken zu „Der alte Laden

  1. Ich bedanke mich ganz herzlich für diesen wunderschönen Beitrag zum Passé. Ja das ist wirklich vergangen – schade nur das es keine Nachnutzung gefunden hat …
    Diese kleinen Tante-Emma-Läden in welchen ich als Kind noch einkaufen konnte vermisse ich schon manchesmal.
    Einen schönen Abend und liebe Grüße
    Kirsi

  2. ja du hast Recht
    und früher wurde man noch bedient
    da musste man nicht selber suchen 😉
    aber ich kaufe eigentlich immer die gleichen Dinge und lasse mich nicht verführen
    dadurch geht das einkaufen fix..
    ausser es wurde mal wieder umgeräumt 😉

    schade um so einen alten Laden ..
    liebe Grüße
    Rosi

  3. Hallo Anne
    es ist wirklich schade wen solch interessante Immobilien dem Verfall gelassen wird.
    Sowas sehe ich in Wuppertal auch sehr offt . Man Baut neue, moderne geschäfte und die alte stehen dann Jahrelang leer
    Tolle Beitrag
    LG czoczo

  4. Es ist wirklich bedauerlich, dass die alten Konsumläden verschwunden sind. Ist aber wohl kaum noch zu ändern, obwohl auf einigen Dörfern jetzt wieder solche kleinen Läden entstehen. Deine Bilder sind große Klasse und verdeutlichen sehr gut die Traurigkeit, die einen bei so einem Anblick überkommt.
    Angenehmen Tag und lieben Gruß
    moni

  5. Hallo,
    diese alten Läden hatten noch etwas persönliches und ich find es schade, dass immer mehr kleine Geschäfte wegfallen und leider oft auch verfallen! Auch wenn es dadurch immer wieder interessante Fotomotive gibt… Den letzten Laden dieser Art hat man hier vor einigen Jahren platt gemacht – heute ist an der Stelle eine chromblitzende Apotheke…

    Schöne Fotos!

    Liebe Grüße, Maje

  6. Schade ist es, da stimme ich den Vorschreibern/innen zu liebe Jaelle.
    Zum Glück hier in Schweden noch keinen..Hier heissen sie COOP (früher wohl auch Konsum) aber völlig OK, also nicht zu oder verfallen.

    Interessante Fotos.
    Liebe Grüsse
    Elke

  7. Hallo Jaelle,
    Dein Beitrag ist super! Auch deine Gedanken zum heutigen Einkaufsverhalten teile ich. Wenn ich die überfüllten Auslagen betrachte, denke ich oft, brauchen wir das alles ….. Ich bin froh, dass ich zu Fuss ein eher kleineres Lebensmittelgeschäft habe, wo ich so ziemlich alles bekomme was ich brauche. Das erspart mir oft den Weg in die grossen Einkaufsgeschäfte.
    Liebe Grüsse
    Esther

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