Die Post war da

Manche Dinge vermisse ich erst dann, wenn ich plötzlich eines von ihnen in der Hand halte. Mit der Hand geschriebene Briefe gehörten beispielsweise dazu. Zwar liegt fast jeden Tag irgendein Brief im Kasten, doch die kennt ja jeder: Werbung, das neueste Angebot der Krankenkasse, Rechnungen, na und so weiter.

Früher war das alles anders. Da gab es gelegentlich handgeschriebene Briefe. Oder vielmehr: Waren sie mit der Schreibmaschine verfasst, kamen sie (meistens) von irgendeinem Amt und waren sie handschriftlich, dann waren es private Briefe. Von der Freundin, vom Freund, manchmal von der Oma oder der Tante. Da gab es ja nichts anderes, keine sms, keine Mails, kein F…b…k, na, und so weiter.

Gut, ich gebe es zu: Ich selbst war noch nie zu fleißig im Briefe schreiben. Vielleicht lag es daran, dass es eine Zeit gab, in der ich Briefe schreiben musste: Als meine Eltern in Afrika und ich im Internat war. Da haben die Erzieher tatsächlich notiert und aufgepasst, dass jeder und jede wenigstens einmal im Monat an die Eltern schrieb…

Wie schön es aber ist, wenn unvermutet handgeschriebene Post im Briefkasten liegt, das habe ich gerade jetzt dreimal erlebt: Erst kurz vor Weihnachten, da kam die Karte von Frau Tonari an, die rote mit dem Hasen drauf. Gestern kam ein Brief aus der Schweiz, von Helmut, der unter dem Namen Dunkelangst (als Gegenteil von Hel(l)-Mut, wie er mal in Nürnberg erklärt hat) bloggt und mit seinem Blog gerade hierhin umgezogen ist. Im Brief war auch ein Tütchen Tee mit einer ganz genauen Bedienungsanleitung. Ich wusste zwar, dass sich der Tee mehrfach aufgießen lässt, aber nicht, wie viele Minuten er dann ziehen muss. Vielen Dank. Heute kam noch ein dritter Brief, als Dankeschön für eine Buchspende: Jedes Jahr suche ich mir auf der Internetseite von Freiabonnements für Gefangene ein Buch aus und spende den Betrag dafür. Der Gefangene, der sich das entsprechende Buch gewünscht hat, bekommt das dann zu Weihnachten. Dieser schrieb extra einen Brief und bedankte sich. Da der Gefangene ja nicht wissen kann, wer ihm das Buch spendiert hat, liegt der handgeschriebene Brief der Spendenbescheinigung des Vereins bei.

handgeschriebene Briefe und Karten.

 

Und weil Frau Tonari aufforderte, sich an einer Blogparade bei Tikerscherk zu beteiligen und etwas händisch geschriebenes zu posten, mache ich das doch. Passt ja gerade so schön:

Danke!

Es gibt ein handgeschriebenes Danke von mir für alle fleißigen Briefschreiber. Ich habe mich wirklich sehr gefreut und mir echt und ernsthaft vorgenommen, jetzt auch mal selbst zu schreiben. Ich meine, was soll ich denn auch sonst mit dem schönen Briefpapier machen, das seit Jahren bei mir herumlungert?

 

4 Gedanken zu „Die Post war da

  1. Eine schöne Idee mit den Freiabonnements. Das mach ich nach.
    Und Frau Tonari ist wirklich die weltbeste Verschickerin. ich bekam auch einen Gruß zu Weihnachten von ihr nd habe mich sehr darüber gefreut:
    Dir vielen Dank für´s Mitmachen bei der Blogparade! Ich nehme mit, dass es höchste Zeit ist mal wieder händisch einen Brief zu schreiben und fange gleich heute damit an.

    • Das mit dem händisch geschriebenen Brief ist ein wunderbarer Vorsatz. Ich ahne nur, wie es bei mir endet: Sobald das Briefpapier parat und der Stift gespitzt ist, muss ich dringend Fensterputzen, Boden wischen, die Wände streichen, den Garten umgraben und auch sonst alles machen, was noch so anliegt.

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