Die Seifenschachtel in meiner Tasche

stadtkurier 1271Nichts ist schlimmer, als wenn Mutter ein Taschentuch erst bespuckt und es gleich darauf mit den Worten: „Da klebt noch Schokoeis“ quer durch das Gesicht reibt und rubbelt. Da trage ich doch lieber ein Stück Seife in meiner Tasche, rot und herzchenförmig, in einer Blechdose, blau mit roten Herzchen drauf.

Man kann ja nie wissen, wer einem so begegnet, der sich eine gründliche Kopfwäsche mehr als verdient hat. Praktisch ist das schon: Nimmt ein Gegenüber schmutzige Wörter in den Mund, Worte von Dingen, die ich noch nicht einmal in die Hand nehmen würde, kann ich flugs die Seife auspacken und anbieten: „Soll ich dir jetzt den Mund auswaschen?“

Nein, ich leide nicht an Waschzwang. Eher stören mich die unsauberen Mitmenschen, welche ihre schmutzigen Phantasien fast schon öffentlich lesbar auf der Stirn tragen. Für die allgemeine Ordnung und Sauberkeit bin ich nicht so zuständig, wie’s Annchen im Kaufunger Rathaus: http://www.amazon.de/Mich-frochd-kinner-Gedanggen-nordhessischen/dp/3935663056/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1363354187&sr=1-2

Aber es gibt so Tage, da kommt es mir vor, als hießen alle Brüderle. Besonders, als noch Faschingszeit war und die wenigen grauen Zellen mancher Zeitgenossen, welche im Normalfall heftig „Einspruch“ oder „Vorsicht“ rufen würden, waren mit Alkohol gründlich außer Gefecht gesetzt worden.

Notfalltropfenmäßig, quasi.

2 Gedanken zu „Die Seifenschachtel in meiner Tasche

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