Drückt den Speck, wohin er gehört: Die Miederhose

12am12 340

Mit der Hand geschriebener Blogbeitrag…

Wer das – aus Gründen – nur schwer entziffern kann, für den schreibe ich den Text noch einmal ganz gewohnt in Druckbuchstaben, wie jeden Beitrag, der hier erscheint.

Außerdem hat nicht der ganze Text auf dem einen Blatt Platz gehabt, es hätte also ohnehin eine Ergänzung geben müssen, oder, wie die Lieblingshausziege sagt: Und? Wie geht es jetzt weiter?

So:

 

 

Wie heißt es, wenn die Kurve nach innen zeigt?

Konkav oder konvex?

Wer sich nicht sicher sein sollte, kommt mit der kleinen Eselsbrücke schnell ans Ziel:

War das Mädchen brav, ist der Bauch konkav. Hatte es schon Sex, ist der Bauch konvex.

Gut, im Zeitalter von Pille & Co. ist das nicht mehr ganz korrekt, hilft aber prima, wenn man sich den Unterschied einprägen will – oder muss.

Nichtsdestotrotz gibt es im Leben vieler Frauen diesen einen entscheidenden Moment, in dem sie in den Spiegel schaut und feststellt, dass es ihrer Taille (konkav!) höchstwahrscheinlich zu kalt war. Gegen die Kälte hat sie sich mit kuschelig-warmen Speckringen gepolstert. Schließt frau nun den Hosenknopf, ringelt sich der Speck wie ein Wurm darüber, quillt hervor, na, ihr wisst schon. Die Hose lässt sich noch schließen, das ja, sieht aber nicht mehr ganz passend aus.

Bei den Herren gibt es das Phänomen ebenfalls, die müssen sich einfach entscheiden: Tragen sie ab dann den Gürtel über oder unter dem Bauch…

Jetzt kommt – tadaa! – die Miederhose zum Einsatz: Sie drückt den Speck – der sich in der Regel auch als nachgiebig genug erweist – dorthin, wo er gehört: nach oben. Will schließlich nicht fast jede Frau mehr Oberweite haben? Also. Die Miederhose endet ja auch folgerichtig weit über dem Hosenbund. Sie modelliert die Figur und sorgt dafür, dass die Taille wieder konkav aussieht. Die Speckrolle ist weiter nach oben gerollt. Und zwar genau so weit, wie die Miederhose reicht. An deren Ende klemmt die Speckrolle obendrüber. Unter dem Busen. Als unten-doppel-Busen gewissermaßen, allerdings in diesem Fall nicht einzeln unter jeder Brust, sondern als einteilige Rolle. Ach.

Also bleibt die taillierte Bluse weiterhin im Schrank. Abspecken ist angesagt.

Effizienter geht es kaum noch. Den Blogpost verlinke ich gleich dreimal:

Bei Frau Tikerscherk, weil der erste Teil händisch geschrieben wurde – und gestern der Tag der Handschrift war.

Beim Wortmischer, weil ich endlich über die versprochene Miederhose geschrieben habe.

Bei Dominik, als Beitrag zum *txt-Projekt mit dem Wort „nichtsdestotrotz“.

Gestern habe ich auf meinem anderen Blog, der Schreibreise, einen Post veröffentlicht, auf den ich immer noch – hachz – ganz stolz bin. Ja, die Übergänge werde ich beim nächsten Mal ein bisschen sanfter gestalten, aber fürs erste Mal hab ich es ganz gut hingekriegt. Finde ich. Wer es sich ansehen mag, klickt auf das Bild.

8 Gedanken zu „Drückt den Speck, wohin er gehört: Die Miederhose

  1. Endlich wissen wir, wieso es sich Frauen antun, in Miederhöschen zu schlüpfen. Wirklich herzlichen Dank für diese schonungslose Offenbarung. Wobei ich mir den Umgang mit der „einteiligen Unterbusen-Rolle“ auch nicht ganz unproblematisch vorstelle. Wahrscheinlich ebenso unbefriedigend wie die Männerlösung für Bierbäuche, die über den Hosenbund herauskugelt.

    Ich sehe schon: Die Teilnehmer am Kleider-machen-Leute-Projekt scheuen keine Unannehmlichkeiten, um Vor- und Nachteile so mancher Kleidungsstücke unmissverständlich kund zu tun.
    Vielen Dank für diesen köstlichen Beitrag!

    • Gerne doch. Die Miederhose habe ich übrigens an die Lieblingshausziege weitergereicht. Die zieht sie über die Strumpfhose, nur damit dieselbe dort bleibt, wo sie hingehört. Und nicht etwa nach unten rutscht…

      • Sagenhaft. Wozu Miederhosen gut sein können. Interessant ist ja auch, dass diese Miederhose sowohl Mutter als auch Tochter passt. Die einzigen Kleidungsstücke, die Sohn 2.0 und ich teilen können, sind Socken.

  2. Ja, liebe Jaelle, da hast Du ein Problem, das fast alle Frauen kennen, gekonnt und amüsant beschrieben. Ich schmunzel jetzt noch. Eine gute Woche und liebe Grüße Edith

  3. Liebe Jaelle!
    Ich bilde mir ein, Ihre Handschrift ähnelt meiner. Wenn ich Ihre Aufzeichnungen auf dem Block so ansehe, gewinne ich den Eindruck, das Schriftbild könnte von mir stammen.

    • Liebes Rosenherz,
      nun, wer weiß 🙂 Die Graphologen behaupten ja, sie könnten das Wesen des Schreibers anhand der Schrift entziffern, seinen Charakter, seine Haltung, was weiß ich denn 🙂
      Da wird es wohl auch ähnliche Handschriften geben. Das ist ganz gut so, da ist niemand allein auf der Welt.

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