Fotos aus Ghana in Hamburg: Von einer der größten Mülldeponien für Elektroschrott

Die Versuchung, mir einen neuen Laptop zu kaufen, grinst mich immer mal an, aber ich bleibe standhaft. Seit gut anderthalb Jahren steht der Desktop im Schrank, dafür läuft nur noch der Laptop. Das reicht. Ich brauche ihn ja im Prinzip nur als elektronische Schreibmaschine.

Zwar ist er manchmal doch ein bisschen langsam, trödelt, bis er alles auf dem Bildschirm ordentlich sortiert hat, aber hej, das bisschen Zeit habe ich. Währenddessen fange ich mir noch einen Kaffee ein, setze einen Tee auf, popele in der Nase, was auch immer.

Wenn ich daran denke – das hört sich jetzt zwar fast an, als erzähle Oppa vom letzten Krieg – aber wenn ich die heutige Geschwindigkeit des Laptops mit der von früher vergleiche, so aus der Steinzeit der Rechenknechte, wie wir sie damals genannt haben, dann funktioniert selbst dieser langsame Laptop wie ein geölter Blitz. Damals wurde das entsprechende Programm erst per Floppy Disk eingelesen, das dauerte. Das dauerte so lange, dass genügend Zeit war, dass ich aus dem Rechnerraum raus in den Flur ging, um dort eine zu rauchen. Ab davon, dass ich jetzt die Rauchpause schon allein deswegen nicht mehr brauche, weil ich seit über 14 Jahren nicht mehr rauche, aber so lange braucht der Laptop nun wirklich nicht.

Sinn der langen Vorrede, die nur symptomatisch für die gefühlt lange Trödelei des Laptops stehen soll, sind die Fotos des Fotografen Kevin McElvaney, die für zwei Tage, nämlich am 6. und 7. Juni in Hamburg gezeigt werden. In Ghana, in Agbogbloshie, ist eine der größten Mülldeponie für Elektroschrott auf dieser Welt. Wenn ich mir die Bilder anschaue, dann weiß ich, dass ich meinen Laptop noch so lange benutzen will, wie er funktioniert.

3 Gedanken zu „Fotos aus Ghana in Hamburg: Von einer der größten Mülldeponien für Elektroschrott

  1. Ich fühle mit dir, hatte ich nicht bis vor ein paar Wochen noch ein Lifebook von Siemens, welches anno 2004/2005 seine Entstehung feierte.
    Lange Zeite habe ich gehadert, aber bin jetzt glücklich mit meiner „T’Sally 520“, die ein Lenovo Thinkpad T520 ist. Griffige Tasten und trotz des Baujahrs enorme Geschwindigkeit auffährt. Die Teile gibt es noch in 10 Jahren. Von daher, las dir Zeit. Ich hab früher immer nebenbei Buch gelesen, wenn Frau Siemens mal ein wenig länger für ihr „lifebook“-Darsein gebraucht hatte.
    PS: der größte Vorteil ist für der der Hörfreude. T’Sally ist erstaunlich ruhig.

    • Ja, ich bin zwar manchmal hin- und hergerissen, aber trotzdem kann ich nur schwer Dinge entsorgen, die eigentlich funktionieren. Sollte der Laptop wirklich schneller den Geist aufgeben, als ich denke und hoffe, kann ich immer noch den anderen Computer wieder aus dem Schrank befreien. Zumal ich das ohnehin endlich machen müsste, weil dort ein großer Teil meines Fotoarchivs lagert. Ach ja. Dafür bräuchte ich mal eine Tüte Extra-Zeit. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.