Frauenpower

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Die genderspezifische Arbeitsteilung funktioniert im Tierreich ebenso: Da trägt die Krötenfrau den Krötenmann, während sie mit der Last mühevoll den Weg zum Teich sucht. Zu dem Teich, in dem sie selbst zur Welt gekommen ist – Kröten sind da eher konservativ. Ob er sie wenigstens gefragt hat, bevor er sie so als sein persönliches Krötentaxi bestieg? Oder bedankt er sich in irgendeiner Weise? Vielleicht revanchiert sich ja der Krötenmann, und lädt die Krötenfrau zum Essen ein, wenn sie beide glücklich und gesund im Teich angekommen sind, spendiert ihr eine dicke Fliege.

Jetzt, wo wieder die große Wanderung der Kröten beginnt, sind an manchen Stellen die Straßen von deren Leichen übersät. Denn die Tiere werden aus Erfahrung nun einmal nicht klug, sondern platt. Deswegen hat der Mensch an vielen Stellen Planen aus Plastik gespannt und Gräben gezogen, an deren Enden Eimer stehen. Die Kröten plumpsen in ebendiese Eimer und werden täglich über die Straße getragen, so wie man auch kleinen Kindern oder alten Menschen über die Straße hilft.

Quaken die Kröten hinterher, dann danken sie nicht etwa ihren besorgten Rettern, sondern suchen eben jene Krötenfrau, die sie trägt.

Ein Schelm, der Übles dabei denkt, wenn er den tierischen Vergleich aufs Menschliche bezieht?

Was bekommt man, wenn man einen Frosch an die Wand wirft?

Nein. Keinen Prinzen. Einen platten Frosch.

Ein Gedanke zu „Frauenpower

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