Frühling, genderspezifisch

Genderspezifische Arbeitsteilung funktioniert auch, wenn es Frühjahr ist: Der Mann bietet den sicheren Stand, hält lässig mit einer Hand die Leiter, während er aufpasst, dass er auch jedem PKW-Fahrer, den er persönlich kennt, mit der freien Hand zuwinkt.

Frau dagegen balanciert oben auf derselben, kämpft mit Putzlappen und Wassereimer gegen den hartnäckig-klebrigen Winterdreck auf den Fensterrahmen. Keine Zeit zum Grüßen.

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Kaum ist endlich der Frühling ausgebrochen und das Gras sprießt munter, wird es geköpft und die Vogelzwitscherruhe vom Rasenmäherknattern übertönt. Keine Zeit, nirgends, selbst Muße und Ruhe werden gecoacht, damit maximaler Ertrag erreicht wird. Effizienz ist die neue Achtsamkeit und weil Ideen so wenig ohne Begießen sprießen – ganz wie Blumen auch – gönne ich mir einen Schluck aus der großen Nuckelwasserflasche, an der so viele hängen, seitdem zwei Liter mindestens – wenn nicht noch mehr – des besseren Hirnumsatzes wegen durch den Körper fließen sollen.

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Frühlingsversprechen, Aufbruchszeit, selbst in den Pflasterritzen sprießt es grün – und egal wie lang und kalt der Winter war: Die Plagegeister sirren bereits, lauern auf nackte Wade fürs erste blutrünstige Mahl.


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6 Gedanken zu „Frühling, genderspezifisch

  1. Dein Blog gefällt mir sehr gut. Wenn ich später mit der „Frühjahrsputzerei“ fertig bin, schaue ich mal genauer und mit mehr Achtsamkeit rein. Dein Schreibstil spricht mich an!
    Bis später, lG Kati

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