Hölzernes Klappern

DIMG_20160527_181443er verregnete Morgen ließ mich die Arbeit schnell erledigen, doch ich brauchte trotzdem bis zum Nachmittag, bis alles fertig war. Da der Mitbewohner heute mit Zwillingsbruder und Kumpel in einer ganz speziellen fränkischen Unterkunft nächtigt, habe ich mir das Fahrrad geschnappt und bin bei Sonnenschein nach Forchheim gefahren und habe den Buchdealer -händler besucht.

Nächsten Freitag stellen wir in der Buchhandlung Bücher vor, ich backe Bärlauchbrot und es gibt selbstgemachte Holunderlimonade. Wer kommen mag, muss sich beeilen, viel Platz ist in dem kleinen Buchladen leider nicht. Aber das macht nichts, so wird es hübsch kuschelig.

Das Wochenende läute ich jetzt endlich ein, kurz bevor ich zu den Wortwerkern nach Erlangen fahre. Ich nehme dazu die Klanghölzer, inzwischen bestimmt zwölf Jahre alt, mindestens. Die Lieblingshausziege nahm sie eine Zeit ganz gerne und klopfte damit den Takt und aus irgendwelchen Gründen haben sie sich hier erhalten und wurden nicht weggegeben.

Das war überhaupt etwas, das ich neu lernen musste: Dinge wegzugeben. Früher gab es nicht viel, da war jeder froh, wenn er Handtücher, Bettwäsche oder, ganz besonders begehrt, Fliesen ergattern konnte. Ein großes blaues Handtuch hat mir meine Großmutter mal vor über 30 Jahren geschenkt, ich habe es immer noch, auch wenn es inzwischen gestopft ist und die Ränder neu versäubert wurden. Dinge wurden weitergegeben, an die jüngeren Geschwister, die Cousine und später die eigenen Kinder. Dass es so viele Dinge im Überfluss gibt, dass es einfach zu viel ist, das hätte ich mir früher nicht ausdenken können. Ich fand es nicht schlimm, dass es nicht viel gab, die Dinge besaßen damit ihren ganz eigenen Wert. Ich finde es jetzt schlimmer, dass es so viel gibt – und nichts mehr einen Wert hat.

Jetzt kommen die Klanghölzer zu Frau Tonari, die gerade auf der anderen Seite der Welt unterwegs ist.

16 Gedanken zu „Hölzernes Klappern

  1. Das ist ja mal etwas ganz anderes zum Klang und schön ausgefallen zum Projekt.
    Und in Anbetracht das Familie Tonari zur Zeit dort ist.
    Tolle Idee von dir liebe Jaelle. Gefällt mir sehr.

    Liebe Grüsse
    Elke

  2. Coole Idee, solche Klanghölzer zu zeigen.
    (Einen kurzen Moment lang hielt ich sie jedoch für Staffelstäbe.)
    Mit ihnen kann man das Wochenende nicht allzu aufdringlich einklopfen.
    Ich bin gespannt, ob ich hier in Japan auch ungewöhnliche Fahrradklingeln finde.

  3. Liebe Jaelle,
    ausgefallen und ausgesprochen sorgsam in der Ausführung, so sehen Deine Klanghölzer aus. Ich wurde sie gerne mal hören.
    Lieben Gruß
    moni

  4. wegwerfen kommt sowieso nciht in Frage. Fuer Bekleidung habe ich einen wunderbaren Platz, die bekommen sein einem Jahr alles davon von mir. Das Hauptproblem sind unsere Buecher, die auf Deutsch sind. Da ist hier kein solcher Bedarf mehr, wie noch vor 40 Jahren. Mal sehen, was davon bei mir ausgesucht wird. Die Englischen, die sind kein Problem.

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