Ich habe die Pflaumen nicht geschüttelt…

Pflaumen.

Pflaumen am Baum.

Wir brauchten Pflaumen und fuhren dafür in die Fränkische. Noch hängen hier Pflaumen am Baum, die nur gepflückt werden müssen. Wenn in zwei Wochen das Brennereifest dort stattfindet, fallen die Städter wie Heuschrecken über die Bäume her, danach hängt nichts mehr, hatte neulich der Bauer gesagt. Er brachte die Leiter auf die Wiese, zu seinen Pflaumenbäumen, erklärte, wie sie sicher aufgestellt wird – und machte sich vom Acker. Ich reckte mich und pflückte die Pflaumen, die ich ohne Leiter erreichte, während der Mitbewohner auf der Leiter stand – und sich in der Höhe nicht immer wohlfühlte, wie er sagte. Er hielt die Luft an, machte sich auf der Leiter ein kleines bisschen leichter und schnaufte jedesmal hörbar, wenn er wieder nach Luft schnappte.

Pflaumen

Pflaumen im Körbchen

Ich merkte schnell, dass es Pflaumen gab, die sich bereitwilligst vom Baum fallen ließen und sozusagen in den Korb drängelten. Diese waren zwar besonders weich und saftig, doch nachdem ich in drei dieser Wunderpflaumen gebissen hatte, war mir klar: So schön sie auch sind: Es wohnt bereits ein weißes Würmchen in ihnen. Also ließ ich sie auf die Wiese fallen – und liegen.

Pflaumen.

Fünf Eimer voll mit Pflaumen.

Beim Auswiegen auf dem Bauernhof drängelte sich der junge Hund zum Pflaumeneimer und schnappte sich eine reife Frucht. Willst du die wirklich fressen? Ja, wollte er. Und spuckte brav den Kern aus.

 

Inzwischen liegt ein Eimer Pflaumen bereits entkernt im Dörrautomat, die anderen vier Eimer bleiben bis morgen stehen. Aus ihnen wird noch Pflaumenmus und Pflaumenkompott und am Wochenende bestimmt auch ein Pflaumenkuchen.

Der Buchhändler meines Vertrauens überreichte mir am Nachmittag zwei Bücher, die ich vor einigen Tagen bei ihm bestellt hatte. So wird es mir an Lesestoff in den kommenden Tagen kaum mangeln: „Die goldenen Äpfel der Hesperiden“ von Thomas Vogel und „Ein untadeliger Mann“ von Jane Gardam. Letzteres begann ich gleich zu lesen. Wir erwarten zwar Gäste heute Abend zum Essen, doch das Kochen geht mich nichts an. Der Mitbewohner bestückte die Taijine und komplimentierte mich rigoros aus der Küche, als ich nachfragte, ob ihm etwas angebrannt sei. So gibt es davon eben keine Bilder.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.