Kleine Begebenheiten am Abend

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Der Rhein-Main-Donau-Kanal.

Kaum gehe ich mal ohne Kamera aus dem Haus, sieht der Rhein-Main-Donau-Kanal nicht nur spiegelglatt aus, sondern es abendrötet und nebelt hübsch. Hach. Glücklich hatte die Lieblingshausziege ihr Taschentelefon bei sich und hats für mich festgehalten.

Wir joggelten gestern ein wenig Richtung Erlangen, drehten aber bald wieder um und wanderten zurück zur Hausener Schleuse, als uns ein Schiff überholte und in die Schleuse einfuhr. Die Gelegenheit war günstig – und so sahen wir zu, wie das Wasser von oben aus dem Schleusenbecken in die beiden anderen Becken quirlte und kochte. Dann standen wir vor dem Schleusentor, sahen zu, wie das Schiff langsam immer tiefer sank, wie tief es überhaupt in der Schleuse nach unten ging, fragten uns irgendwann, ob das Schiff dann noch schwimmen würde, oder ob unten am Schleusenboden kleine Rollen sind, auf denen das Schiff dann auf den unteren Teil des Kanals rollt. Ich meine, so still, wie der Kanal da oben auf dem Bild scheint, habe ich keine Ahnung, wie tief die Wasser sind. Oder auch nicht. Nach gefühlter Ewigkeit: „Hoffentlich ist es bald so weit, mir wird kalt“, maulte die Lieblingshausziege, hob sich endlich das Schleusentor, langsam, bis es oben am Anschlag war. Allerdings versperrte es uns auch die Sicht auf das Schiff. Irgendwann kam es tatsächlich, es passte geradeso unten durch und es war leer. Hm. Nagut.

Heute war ich in Forchheim, zum Chorsingen und der zweite Teil der Chorprobe fand gemeinsam mit dem Orchester in der Kirche statt. Von den Noten und dem lateinischen Text kriege ich zwar kaum die Augen hoch, da ich noch nicht so lange dabei bin, trotzdem sah ich irgendwann, dass dicht am Haupteingang zwei Menschen saßen. Nunja, sie waren sicher mitgekommen, mit einem der anderen Sänger oder einem Musiker, die im Orchester spielten. In einer Pause jedoch, als der Dirigent die Stelle suchte, ab der alles noch einmal wiederholt werden sollte, sprangen die beiden auf, ein Taschentelefon blitzte auf, sie riefen „Satan“ und rannten aus der Kirche. „Davon fällt die Kirche jetzt auch nicht um“, zuckte der Chorleiter nur mit den Schultern – und setzte die Probe fort.

Das war sicher eine moderne Version der Mutprobe.

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