Kleine Dinge in Cordoba und: Was ist in meinem Koffer?

Heute soll der heißeste Tag werden, sagt die freundliche Wirtin in Cordoba und weist darauf hin, dass es wichtig sei, genügend zu trinken. Irgendwie fühlt es sich an, als sei alles langsamer, der Fluss quirlt sich langsam durch sein Bett, die Forellen an der römischen Brücke bewegen sich ebenfalls nur so viel, dass sie nicht abgetrieben werden und die Menschen bewegen sich auch irgendwie träge. Ein richtig heißer Tag lässt sich gut im Grünen verbringen, doch in der Stadt selbst gibt es nicht so viel davon. Deswegen fällt die Wahl auf den botanischen Garten. Und siehe da, kaum ist es draußen richtig heiß, sind sogar die Gewächshäuser kühler. Das liegt vermutlich daran, dass hier Wasser versprüht wird, damit es hübsch feucht ist.

Cordoba

Cordoba: Grille auf dem Fußweg.

Auf dem Weg erschreckt mich eine große Grille, die direkt vor mir davonhupft. Wäre ich sonst auf sie getreten? Ich weiß es nicht, so aufmerksam war ich nicht. Aber dann war ich wach. Sie flog noch zweimal ein kleines Stück weiter, bis sie so lange sitzenblieb, dass ich sie fotografieren konnte.

Bei anderen Tieren war ich nicht schnell genug. Wie zum Beispiel da:

Cordoba

Gecko im botanischen Garten von Cordoba.

Der kam nur nicht weiter, sonst wäre er vermutlich ganz verschwunden.

Cordoba.

Cordoba: Vogel im Abflug.

Der war auch schnell weg. Und ich zu langsam.

Cordoba.

Feige in Cordoba.

Dafür plumpste vor mit die reife Feige vom Baum und blieb liegen.

Ich sags ja, es ist einfach nur heiß. Da eine ganze Woche Cordoba vor uns liegt, bleibt für sämtliche Sehenswürdigkeiten noch ausreichend Zeit. Da darf ein bisschen trödeln sein.

Da Sabine in ihrem Blog danach gefragt hat, was so alles in den Koffer gepackt wird, habe ich – neben dem üblichen Gedöns – drei Dinge, die ich zwar immer und jedesmal unverbesserlich einpacke, aber eigentlich nie benutze. Aber ich könnte sie benutzen, wenn ich denn wollte. Und wenn ich sie nicht dabei hätte, bräuchte ich sie wahrscheinlich so unbedingt, dass ich sie mir neu kaufen müsste:

– Mein Stativ für die Kamera. Groß genug, dass ich es nur schräg in den Koffer legen kann. Und dann die Sachen drumherum stopfen muss. Ähm. Ja. Brauche ich unbedingt, wenn ich nachts beleuchtete Aufnahmen von irgendwelchen Sehenswürdigkeiten machen will.

– Mein Teleobjektiv: Ebenfalls groß, ich muss darauf achten, dass es in der Koffermitte verpackt wird, damit nichts passiert, wenn der Koffer mal herunterfällt oder unsanft behandelt wird. Brauche ich unbedingt, wenn ich die goldene Kugel auf der Kirchturmspitze in ganz nah fotografieren will. Logisch.

– Meine Maltasche. Gut, die ist nicht ganz so groß. Da ist nur ein Skizzenblock drin, DIN A5, ein kleiner Aquarellmalblock, der Aquarellmalkasten, die Aquarellstifte, ein paar Bleistifte. Ich stelle mir jedesmal vor, wie schön es wäre, wenn ich im Urlaub so viel Zeit hätte, um mich einfach hinzusetzen und zu malen. Ja. Meistens kritzele ich schnell mit dem Fineliner eine Skizze in mein Tagebuch, das wars.

12 Gedanken zu „Kleine Dinge in Cordoba und: Was ist in meinem Koffer?

  1. Was sagen denn die Sicherheitsbeamten, wenn sie deinen Koffer durchleuchten und ein Stativ samt riesigen Teleobjektiv entdecken? Oder ist da noch keinem was aufgefallen? Beim Handgepäck werde ich immer gefilzt, wenn ich zu viel Fotokram in der Tasche habe 😉
    Mit dem Malblock vor der Kirche in Cordoba sitzen und versunken vor sich hinmalen … stelle ich mir unglaublich toll vor! Werde ich nie können, aber ich bewundere so viel Talent!
    Danke, dass du mitgemacht hast!
    LG
    Sabiene

    • Die Sicherheitsbeamten haben noch nie gemeckert. Ich geb den Koffer einfach auf – das wars. Im Handgepäck ist: Kamera und Laptop, das reicht. Ähm. Und das mit dem Talent, das ist einfach machen. Auch – oder gerade – wenn Du denkst, dass Du es nicht kannst. Aber wie Du ja schon weißt, ich schlepp das Zeug mit und komme nicht dazu…
      Viele Grüße
      Jaelle Katz

  2. Oh. Teleobjektiv in den Koffer legen? Niemals würde ich das tun.
    Nachdem ich nun schon zwei Mal in meinem Leben am Zielflughafen flehentlich auf das leere Gepäckband gestarrt habe und mein Koffer einen anderen Weg genommen hat, bin ich da sehr, sehr vorsichtig geworden. Zwar habe ich ihn mit einiger Verzögerung immer wieder bekommen, aber frau muss ja nicht den Totalverlust provozieren, oder?
    Ein Stativ nehme ich auch mit. Ein ganz kleines. Ein Gorilla*pod. Das reicht, um mit der kleinen Knipse auch mal ´ne Nachtaufnahme zu machen. Für mehr fehlt inzwischen mein Ehrgeiz.
    Eine Maltasche habe ich mangels Talent nicht. Bei mir sehen alle Skizzen nach technischen Zeichnungen aus 🙂

    Liebe Grüße in den Urlaub.
    Danke, dass wir in Deinen Koffer gucken durften.

    • Bis jetzt kamen alle Koffer immer gleichzeitig mit mir an. Deswegen hab ich mir auch wegen irgendwelchen möglichen Verlusten nieundnimmernich Gedanken gemacht.
      Technische Zeichnungen kann ich auch. Damit hab ich schließlich mal angefangen… Es hilft übrigens immer noch.
      Viele Grüße nach Berlin,
      Jaelle Katz

      • Im Januar erst standen wir in Hongkong ziemlich ratlos am Gepäckband. Beide Koffer weg. Das ist bitter. Dabei packe ich immer so, dass wenn einer verschwindet, sich beide aus dem anderen Koffer noch bedienen können. Zumindest für ein paar Tage. Zum Glück hat man sie uns 36 Stunden später ins Hotel gebracht.

      • Konnte ich mir auch nie vorstellen, dass der Koffer mal später ankommt. Wenn du mit Zwischenstopps und Anschlussflügen reist, ist es nur eine Frage der Zeit bis es passieren wird.

        Im März rannte ich 15 Minuten durch den Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle, weil der erste Flug Verspätung hatte. Mein Koffer war etwas langsamer und wurde einen Tag später hinterher geschickt.

  3. Ich würde es ehrlich gesagt auch nie wagen das Teleobjektiv in den Koffer zu packen. Besonders weil ich einige Bekannte habe, die auf dem Flughafen arbeiten ;-). Ich weiß, wie manchmal mit Gepäck umgegangen wird. Malsachen, das finde ich klasse, du solltest sie auch ab und an verwenden :-).

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Hmpf. Bisher war ich da eher wurschtig, aber ich glaube, ab jetzt bekommt der Begleiter das Teleobjektiv in den Rucksack gepackt. Ich ließ ja sogar das Auto schon in Berlin stehen, ohne es sofort abzuschließen, bin gewissermaßen der personifizierte Leichtsinn. Aber – das muss ich jetzt einfach dazu sagen – es ist auch noch nie etwas passiert.
      Liebe Grüße
      Jaelle Katz

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