Moskau: Stadtrundfahrt und Kreml

Moskau ist schon beeindruckend. Hier wird geklotzt, nicht gekleckert. Obwohl, als ich die Laternenmasten gesehen habe, an denen auch die Oberleitungen für die Busse hängen, war ich nicht so sicher: Dort war die Rostschutzfarbe so dick aufgetragen, dass die Farbkleckse eingetrocknet hängen blieben.

Das auf dem Gelände des Kremls fast nur Kathedralen stehen, wusste ich nicht. Gut, es gibt dort auch den Kremlpalast, den Senatspalast und das Arsenal, aber vor allen Dingen ziemlich viele Kathedralen. In dieser, der-Mariä-Entschlafens-Kathedrale war kaum mehr Platz, so viele Särge standen innen herum. Von einem war wohl Napoleon ganz beeindruckt: Als er den mit Silber beschlagenen Sarg räubern wollte, drohte ihm die Leiche mit dem Finger. Also ließ er die Finger davon.

Auf dem Roten Platz wird eifrig geputzt und hergerichtet, schließlich soll am 9. Mai hier standesgemäß paradiert werden.

Vor dem Reiterstandbild von Marschall Shukow teilte ein Mann schwarze und weiße Luftballons aus: „Vergesst Odessa nicht“: Vor drei Jahren gab es Auseinandersetzungen zwischen russischen und ukrainischen Demonstranten in Odessa, bei denen 48 russische Menschen ums Leben kamen und mehr als 200 verletzt wurden. In Odessa selbst war der Platz gesperrt, an dem das damals passierte.

Die Stadt ist groß, die Entfernungen sind riesig. Ich bin jedenfalls angemessen beeindruckt und jetzt ziemlich pflastermüde. Morgen geht es weiter.

 

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