Sonntags mit dem Radl unterwegs

Aus unserem Ort führt seit kurzem ein weiterer Radweg direkt neben der Straße in den nächsten Ort. Damit müssen wir nicht mehr auf der engen und recht kurvenreichen mit den Autos um den Platz konkurrieren. In den vergangenen Jahren entstanden recht viele Radwege entlang von Bundes- und Kreisstraßen, wahrscheinlich gibt es eine Vorschrift, die diese zur Pflicht macht. Ich finde das erfreulich, da ich mich zwischen Autos nur ungern mit dem Fahrrad bewegen mag. Diese Radwege sind sogar mit einem blauen Schild gekennzeichnet, das heißt, ihre Benutzung ist Pflicht, sogar dann, wenn sie auf der linken Seite der Fahrbahn entlangführen. Warum es allerdings immer noch Radfahrer gibt, die auf diesen so stark frequentierten Straßen Verkehrshindernis spielen und sich dabei in Lebensgefahr begeben müssen, das erschließt sich mir nicht. Aber da sitze ich meistens selbst im Auto und muss gut darauf achten, einen solchen Radler nicht aus Versehen als Galionsfigur mitzunehmen, wie gesagt, nebenan sind hübsche, neue, frisch geteerte Radwege.

Die Bachstelze fünf Meter vor uns wippte noch dreimal mit dem Schwanz, der Lärm nebenan störte sie nicht, doch wir kamen ihr zu nahe, da flog sie lieber auf, die Kirchglocken bimmelten und läuteten die Zeit. So schön, so geteert, so gerade, so gut. Was allerdings schon nach kurzer Zeit gewaltig nervt: Kaum geht es in einen Ort hinein, endet der Radweg zuverlässig am Ortsschild.

Peng. Anhalten, absteigen, warten bis eine Lücke im Verkehr ist, Fahrbahn queren und auf der Straße weiter durch den Ort radeln, biestige Motorradfahrer und mit quietschenden Reifen bremsende Autofahrer hinter uns gibt es gratis. Zwar gelten im Ort die üblichen 50, manchmal sogar nur 30 km/h, doch kaum einer scheint sich daran zu halten, der Weg ist ja gerade und keine Ampel in Sicht. Nur der Radler stört. Ist der Fußweg breit genug, nutze ich diesen, wohl wissend, es ist nicht erlaubt. Dafür ist er fast ungenutzt, jedenfalls Sonntags. Auch Werktags sind auf dem Fußweg nur die wenigen Kinder unterwegs, die nicht mit dem Elterntaxi zur Schule gebracht werden, die noch den Bus nehmen müssen.

Trotz allem war der Weg vergnüglich – wir kamen am Dorffest an, gingen zum kleinen Schloss. Dort wollte sich der Mitbewohner die drei Fotos von mir angucken, die zwischen den anderen Bildern der Ausstellung hingen, da er am Freitag nicht zur Vernissage kam.

Durch den Torbogen in den Schlosshof

Noch am Mittwoch hatte ich Flyer verteilt, ganz in der Nähe, und es gab Alteingesessene, die verwundert fragten: Dort gibt es ein Schloss?

Die kleine Schlosskapelle

Ja, gibt es. Auch wenn es nur klein ist.

Auf dem Rückweg Rast am Weiher.

Gleich wieder zuhause.

Verbunden mit: Daily prompt. 

Ein Gedanke zu „Sonntags mit dem Radl unterwegs

  1. Liebe Jaelle,
    es gibt solche Radler usw. und solche.

    Wenn du mich fragst, so finde ich dass generell wie beim Autofahren auch beim Radfahren eine Prüfung zu absolvieren wäre. Denn viele können nicht radeln. Das ist zur Zeit mit den Pedelecfahrern ganz schlimm. Da gibt es Radler dabei – auch Junge -, die sind in ihrem ganzen Leben noch nie auf einem Rad gesessen und nun seit es eben Pedelecs gibt Rad fahren.

    Es ist schlimm, aber es ist halt so. Man sollte sich auf befahrenen Radwegen schon an gewisse Regeln halten. Wir fahren meist in der Gruppe so ca. 5 – 8 Fahrer und IMMER hinereinander und verständigen uns durch Handzeichen. Das erfordert schon Konzentration aber da gibt es eben Sonntagsfahrer, die oft auch zu Dritt usw. nebeneinander fahren und das auf befahrenen Radwegen, man hat schon Mühe.

    Ich denke aber, dass der Gesetzgeber mit der Zeit wohl auch zu einer Prüfung übergehen wird, denn wir haben gestern auch einen schweren Unfall mit einem Pedelec und einem älteren Herrn gesehen, der wohl das erste Mal auf einem Rad gesessen ist und dazu dann auch noch den befahrenen Neckartalradweg herausgesucht hat.
    Es gibt Radler, die in Einbahnstraßen fahren und und und und.
    Ja, wir sind auch auf der Straße gefahren, weil es manchmal wirklich besser ist, wenn man schnell fahren möchte. Aber wir fahren immer hintereinander, so dass jedes Auto ohne Mühe vorbeifahren kann.

    Es ist alles nicht ganz einfach, aber du hattest ja einen tollen Tag und das ist die Hauptsache.

    Lieben Gruß Eva

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