Tagebuchbloggen am 5. Januar

Es ist wieder der 5., der erste im neuen Jahr. Ich werde gegen fünf Uhr munter und habe Kopfschmerzen. Das ist wenig erfreulich, wenn mich mein Kopf auf diese Weise weckt, habe ich in der Regel den ganzen Tag etwas davon. Schlafen nutzt hier nichts mehr, ich stehe also auf, nehme eine Schmerztablette, mache mir meinen Kaffee und lese ein bisschen in der Zeitung.

Irgendwann bin ich halbwegs wach und setze mich an den Computer. Kopfschmerz hin oder her, wenigstens zwei Texte müssen fertig werden. Da nutzt alles nichts.

Zwischendrin vernähe ich noch die Fäden zweier Socken, mit der letzten war ich gestern gerade fertig geworden. Die Socken packe ich zusammen mit einem Säckchen voll Lavendel aus dem Sommer und einem Foto mit Sonnenstrahlen in ein Kuvert und adressiere es an mein ältestes Kind.

Die Texte sind erstaunlich schnell fertig, der Kopfschmerz hält sich allerdings hartnäckig hinter der Stirn. Da der Mitbewohner in der Küche werkelt, nehme ich mir einfach das Bad vor. Fast den ganzen Dezember war ich unterwegs, da hatten die Spinnen ausreichend Zeit – und die haben sie auch eifrig genutzt. Ich hole mir einen Stuhl, damit ich das Regal, in dem die Lieblingshausziege ihr Schmink- und sonstiges Zeugs aufbewahrt, leichter auswischen kann und Katzmatz klettert hinter mir auf den Stuhl und guckt zu. Ich staune, was so eine 17-jährige alles an interessantem Kram braucht und überlege, ob ich in dem Alter damals ähnlich viel hatte. Ich glaube nicht. Das war eine Zeit, da war das Schminken gerade nicht so angesagt. Bunte Nägel trug ich nicht mit 17, sondern mit 27. Oder so.

Der Badputz ist meditativ und genau das Richtige, wie mir scheint. Während ich den Boden wische, verkrümelt sich das Kopfweh langsam.

Katzmatz bleibt allerdings außerordentlich anhänglich. Ich fege noch den Flur und die Küche, sie spielt mit dem Besen und mit dem, was ich an Krümeln so unter dem Küchenschrank hole.

Weil es mir dann besser geht, ziehe ich mir den Mantel und die Stiefel an, nehme den Umschlag und bringe ihn zu Fuß bis zur Post, die hier eine kleine Filiale in der Tankstelle hat. Das ist nicht weit, und ich habe wenigstens einen Grund, auch mal vor die Tür zu gehen.

Anschließend suche ich noch einen Text und schicke ihn ans Wortwerk: Wir wollen gemeinsam mit Fotografen eine Ausstellung mit Fotos und dazu passenden Texten machen, die Texte sind längst geschrieben und die Fotos gemacht, da allerdings ein Buch aus allem werden soll, sollen die Texte noch lektoriert werden. Meine beiden anderen Texte werde ich dann am Wochenende noch ein bisschen putzen und wegschicken.

Der Mitbewohner ist immer noch in der Küche am Basteln. Ich bin gespannt, wie es nachher schmecken wird, auch wenn ich erst spät zum Essen komme: Ich fahre nämlich bald nach Erlangen, zum wöchentlichen Treffen der Wortwerker. Mehr wird also heute hier nicht passieren.

Was alle anderen so machen? Das gibt es wie immer bei Frau Brüllen zu lesen.

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