Tagebuchbloggen am 5. Juni

Jeden Monat lädt die freundliche Blognachbarin Frau Brüllen zum gemeinsamen Tagebuchbloggen ein und fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag, kurz: wmdedgt?

Es ist echt wunderbar, wenn draußen alles vögelt, zwitschert und piept und gleichzeitig die Sonne aufgeht, doch vier Uhr morgens war es mir dann doch entschieden zu früh. Ich dachte noch ein Weilchen an das kleine Rotschwänzchen, das gestern Abend flatternd auf der Terrasse gelandet war, ich konnte es zwar vor der Katze retten, doch es schnaufte noch dreimal und streckte die Beinchen. Ein großes Rotschwänzchen saß derweil auf dem Giebel des Nachbarhauses, piepte laut, aber nicht sehr lange.

Ich zog mir lieber noch einmal die Decke über die Ohren, damit ich noch eine Runde schlafen konnte, stand deutlich später auf, setzte mich mit meinem Kaffee vor die Sonntagszeitung und genoß die Ruhe, die immer dann herrscht, wenn die Katzmatz die Nacht aushäusig verbringt und ihr noch niemand die Tür geöffnet hat. Leider hat sie gemerkt, dass ich längst munter bin, mauzte herzerweichend vor der Balkontür und fing an, das Mückengitter mit den Krallen zu perforieren. Damit hatte sie die Aufmerksamkeit, die sie wollte, ich machte ihr die Tür auf und Futter in den Napf.

Die gestrige Feier war – trotz Regen – wunderbar. Gegen Mittag klarte es auf, wir trugen die Tische und Bänke auf die Terrasse und blieben mit den letzten Gästen sitzen, bis die Sonne unterging und die Dämmerung langsam aufzog, schwätzten, aßen, tranken, was man eben auf einer Feier so macht. Viel war nicht übrig, alles wurde im Kühlschrank verklappt und einiges davon verschwand nächtens auf wundersame Weise. Da mir erst einfiel, dass ich die Eier im Kuchenteig vergessen hatte, als ich ihn auch schon in den Ofen schob, blieb er somit fest und flach und kam nicht auf das Büffet, statt dessen habe ich ihn heute aus der Form gekratzt und zum Biomüll gebracht. Tja. Kommt vor.

Der Rest Couscous-Salat wurde mit Paprika und Tomate zu einer lohnenswerten Menge gestreckt, drei von den restlichen Backkartoffeln kamen mit Brokkoli, Ei und Sahne in den Backofen, zwei kleine Töpfchen mit Himbeermascarpone waren auch noch übrig, so dass das Mittagessen heute schnell fertig war. Zwischendrin hatte ich fix die noch wartende Wäsche gebügelt, der Mitbewohner bearbeitete derweil unten im Garten die Stangen des Grillrostes mit Stahlwolle, auf das alles wieder sauber werde. Von den zwei sehr geflöhten Basilikumtöpfchen habe ich alles abgeknipst, was noch ging und im Olivenöl püriert: Ich bekam im Januar ein Fläschchen Basilikumöl geschenkt, das war so fix alle, dass ich jetzt ausprobieren wollte, ob ich das nicht auch selber machen kann.

Da seit Donnerstag zwar die Nähmaschine wieder zu Hause ist, die zur Wartung und Reparatur aushäusig war und jetzt mit neuem Greifer ausgestattet ist, ich jedoch bisher keine Zeit hatte, selbige auszuprobieren, habe ich die Papiere des Mitbewohners wieder auf seine Hälfte des Schreibtisches geschoben, den Staub weggewischt und die Maschine wieder auf ihren angestammten Platz gestellt. Der Stoff ist längst zugeschnitten, ich fing an, die Teile zusammenzunähen und stellte fest, dass die Maschine wieder leise und ruhig läuft. Da die Lieblingshausziege demnächst ihre eigene Nähmaschine hat, darf meine verschnaufen und muss nicht mehr unter Volllast arbeiten.

Draußen rauschte zum Geklapper der Tastatur eine beruhigende Regenmelodie, gelegentlich zwitscherte ein Vögelchen, unten fing der Mitbewohner an, den Flur zu tapezieren. Alles in allem: Ein ruhiger Tag, der auch so ruhig enden wird.

Verbunden mit: Frau Brüllen. Dort sind noch viel mehr Tagbeschreibungen versammelt.

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