Tagebuchbloggen am 5. November

Die nette Blognachbarin Frau Brüllen möchte heute wieder wissen, was ich so den ganzen Tag lang mache, oder kurz: WMDEDGT.

Unten im Tal leuchten die gelben Schilder der Tankstelle durch den Nebel, als ich an Forchheim vorbei und vor dem Walberla entlangfahre. Die Kirschbäume in Pretzfeld haben sich ebenfalls mit leuchtend gelbem Laub geschmückt. Gestern nachmittag fing mein Nähkurs in der Fränkischen Schweiz an: Zu meiner Tracht will ich mir noch einen Kittel nähen, das mache ich gemeinsam mit anderen Frauen unter der Leitung von Marianne, einer Schneidermeisterin.

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Die Ferne in Nebel gehüllt.

Heute geht der Kurs weiter, da ich keinen passenden Faden zum Stoff habe, fahre ich über Ebermannstadt, kaufe rosa Nähgarn und fahre hoch nach Morschreuth. Aus den Flanken der Berge steigt Nebel, je höher ich fahre, desto stärker wandelt sich der Nebel in Niesel und dieser in Regen. Als ich komme, sind die anderen Frauen schon still am Werkeln. Marianne erklärt, dass wir die hinteren Rückennähte zunächst nur heften sollen, weil dort später Spitze eingenäht wird, doch meine Nähte sind schon fertig. Dann muss ich eben auftrennen.

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Das Zuschneiden erledigt die Schneidermeisterin lieber selbst.

Klack. Licht aus. Irgendeines der Bügeleisen sorgte schon gestern dafür, dass die Sicherung rausflog. Allerdings haben wir da eine Weile gesucht, bis wir die zuständige Sicherung gefunden und wieder reingedrückt haben.

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Blick von vorne: Sieht doch schon gut aus.

Die Seitennähte sind jetzt auch genäht, die Schulternaht geschlossen. Ich stecke vorne den Übertritt fest, ziehe die Jacke über die Tracht, drehe mich vor dem Spiegel und finde, es passt. Da habe ich die Rechnung aber ohne den kritischen Blick von Marianne gemacht: Selbstverständlich muss ich die Schulternähte wieder auftrennen, ebenso wie die vorderen Nähte, alles soll ein wenig enger sitzen und sich besser an die Figur anschmiegen.

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Blick von hinten in den Spiegel: Passt fast.

Mittags bringt eine Frau aus dem Ort Kaffee und Kuchen. Wir sitzen und schwätzen, erzählen von früher und heute. Dann geht es weiter an der Jacke. Marianne führt an einer Jacke vor, wie wir den überschüssigen Stoff gut verstecken können. Falls wir dicker werden sollten, ließe sich dann der Jackenumfang entsprechen anpassen: Alles glatt bügeln, die Nahtzugabe bis auf vier Zentimeter zurückschneiden, von außen ein kleines bisschen mit der Schere einzwicken. Dann lässt sich der Stoff mit Dampf etwas dehnen und leichter auseinanderbügeln.

Futterstoff schneiden, Einlage einbügeln, Ärmelschnitt anpassen, Ärmel zuschneiden, Einlage einbügeln. Marianne flitzt von einer Näherin zur nächsten, steckt hier eine Naht enger, schneidet dort eine Rundung nach. Die Zeit verfliegt im Nu. Dann ist es Zeit, alles zusammenzuräumen, ins Auto zu packen, zusammenzufegen.

Ich fahre nach Hause und lasse mir dort das Essen schmecken, das der Mitbewohner netterweise gekocht hat. Schluss für heute.

Ergänzt: Wie der Mitbewohner das Essen gekocht hat. Es gab leckere Ochsenbäckchen. 

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