Tagebuchbloggen am 5. Oktober

Es wird gerade hell und ich ziehe die Jalousie hoch. Ab jetzt habe ich freien Einblick in das noch leere Vogelhaus.

Der erste Spatz kommt. Der zweite wartet noch auf dem Giebel gegenüber, ob irgendeine Gefahr droht, da sich nichts rührt, landet er erst auf dem Dach vom Vogelhäuschen und stürzt sich kurze Zeit später auf das Futter, als würde sonst nichts für ihn bleiben. Nach einer Weile sind die beiden Spatzen wohl satt und fliegen auf und davon.

Noch ist der Spatz dran.

Eine Blaumeise landet links neben dem Blumenkasten und hüpft vorsichtig auf dem Geländer entlang – in Richtung Vogelhaus. Niemand da? Nein, niemand da. Sie steckt ihren etwas zerzausten Schopf in Richtung Meisenknödel, pickt vorsichtig und guckt sich immer wieder um, ob niemand naht. Nein, es kommt kein Spatz. Dafür kommt eine zweite Meise, eine Kohlmeise. Die ist ein kleines bisschen größer und sieht auch nicht so zerrupft aus, passt aber bequem neben die Blaumeise. Beide picken.

Spatz im Anflug. Sofort machen die Meisen Platz. Während sich der Spatz im Vogelhaus breitmacht, picken die Meisen von außen am Knödel. Der Spatz geriert sich als Platzhirsch, pickt nach den Meisen und jagt sie weg. Jetzt kommen weitere drei Spatzen und es entsteht ein wildes Gerangel ums Futter. Leute, es ist genug für alle da, und wenn der Meisenknödel alle sein sollte, kriegt ihr von mir einen neuen. Verstanden?

Offensichtlich nicht. Es wird weiter gezankt. Zwei weitere Spatzen fliegen an und ich wundere mich: Wie funktioniert eigentlich die Spatzenkommunikation? Haben die ein spezielles Telefon oder einen Ausrufer, so nach dem Motto: Kommt alle her, hier gibt es etwas umsonst? Tschilpen die Spatzen so laut, dass es alle anderen Spatzen im Umkreis von drei Kilometern hören?

Auf der nachbarlichen Treppe von gegenüber stiefelt die Katze hoch und setzt sich oben auf den Treppenabsatz vor dem Eingang. Sie wird aufmerksam, setzt sich in Positur und äugt. Zum Glück für die Spatzen liegen sechs Meter Luftlinie zwischen Katzenpodest und Balkongeländer, die kann die Katz nicht mit einem Hupf überwinden.

Aber die Spatzenbande zieht doch lieber ab, sicher ist sicher.

Für eine Weile ist Ruhe vor dem Fenster. Dann kommt ganz seltener Besuch: Eine Goldammer. Die waren im vergangenen Jahr öfter da, als ich noch Rauke im Blumenkasten hatte, und sie dort die reifen Schoten abgeerntet haben. Einige der Raukenkörnchen fielen zwischen die Balkonfliesen, keimten, es wuchs neue Rauke und jetzt – das hatte ich noch gar nicht bemerkt – ist sie wieder verblüht und ihre Körnchen warten auf die Goldammern. Prima.

Goldammer auf Balkongeländer.

Ich? Ob ich auch noch was gemacht habe? Heute?

Nicht viel: Text geschrieben, Steuererklärung fertig gemacht, mit der Lieblingshausziege eine Runde gelaufen und jetzt lernen wir noch tanzen. Die Bügelwäsche liegt immer noch, der Staub tanzt in der Luft und es gäbe noch so viel zu tun. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Jetzt wisst Ihr, was ich so gemacht habe, die anderen gibt es bei Frau Brüllen zu lesen. (Klick auf den Link)

2 Gedanken zu „Tagebuchbloggen am 5. Oktober

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