Von Mäusen und Katzen

Es war einst richtig kalt im Februar, aus dem Rosenbusch wuchsen lange Eiszapfen, mit denen der Wind so lange klimperte, bis er daraus eine kleine Melodie wurde. Die Mäuse zogen in dieser Zeit mit Sack und Pack ins warme Haus, schließlich fand sich zwischen Balken und Lehm immer ein freies Plätzchen, groß genug für eine Mausewohnung. Ihre im Sommer gesammelten Vorräte ließ die Mausefamilie in der tiefgekühlten Kammer unter dem Gemüsebeet liegen, die würden sich bis zum Frühjahr halten.

Ein Käsestück, das den Weg in den Kühlschrank vergessen hatte, verschwand plötzlich krümellos. Eine Praline in der offenen Packung bekam kleine Riefen, Mausezähnchenspuren. Die Nager im Haus verrieten damit ihre Anwesenheit. Wozu, zum Kuckuck, patroullierten zwei große Kater durch alle Räume? Aber keiner der beiden trug stolz eine Mausebeute zum Dosenöffner, statt dessen lagen sie tagsüber dösig auf Sessel und Sofa und jagten sich abends gegenseitig aus lauter Übermut.

Draußen wurde es noch kälter, bitterkalt, so eisig, dass es den Mäusen in der Fachwerkwand noch zu kalt wurde. In der Nacht, als alles dunkel war und alles schlief, kroch das erste Mäuschen aus dem Mauseloch, suchte Wärme und fand sie auch: Unter einer Bettdecke. Dort war es tatsächlich am wärmsten, dort lag ja schon jemand, an den sich die Maus kuscheln konnte. Ich wachte auf, weil sich die Maus unter der Bettdecke keineswegs still und ruhig schlafen legte, sondern weil sie unablässig nach der besten, der wirklich besten Schlafposition suchte, dabei zappelte und strampelte.

Auf der Bettdecke lag einer der beiden Kater, so wie immer. Er riskierte zwar einen kurzen Augenblick, sah die Maus, schob sie mit der dicken Pfote ein wenig an, als sie, von mir erschreckt, sich lieber wieder in ihre eigenes Heim verkrümeln wollte. Dabei quiekte sie laut, doch der Kater ließ sie laufen. Schließlich machen wohlerzogene Kater ihr Spielzeug nicht kaputt. Wer weiß, wozu er es noch gebrauchen kann.

Am nächsten Morgen suchte ich – hausfraulich pflichtbewusst – alle Ecken des Zimmers nach dem Mauseloch ab, fand aber nichts. Der Blick unter das Bett offenbarte jedenfalls nichts aufregendes, hier waren nur die Wollmäuse zu Hause, die ich anschließend mit dem Staubsauger fing.

Den Hausmäusen legte ich jedenfalls eine fristlose Kündigung ihres Hausbesetzung in den Flur. Sollten sie nicht binnen dreier Tage ihr Sack und Pack zusammengerafft haben und wieder ausgezogen sein, würde ich die üblichen Mausevernichter aus dem Speicher kramen, die Bügelfallen. Schließlich war das zumutbar, die Elstern schwätzten bereits darüber, dass es in drei Tagen wieder wärmer werde und suchten unter dem Schnee nach Laub und kleinen Ästen. Sie wollten schließlich pünktlich mit den ersten Frühlingssonnenstrahlen ihren jährlichen Bau des Eigenheimes beginnen.

All das fiel mir ein, als ich im Landlebenblog über die Mausefallen las, als Must-haves des Landlebens.

miep 1111

Ein Mausefänger?

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