Was macht den Treckerfahrer glücklich?

Treckerfahrer sind glücklich, wenn sie mit ihrem blankgrünen John Deere im ersten Frühlingsmorgen fahren können.

Auf dem Acker, meint jetzt der normale Nicht-Trecker-Fahrer. Weit gefehlt: Glücklich ist der Treckerfahrer, wenn er morgens früh, gleich nach Kaffee und Butterstulle mit dem blankgrün geputzten Deere fahren kann. Nicht etwa auf dem Acker – dort würde ja der Trecker gleich wieder dreckig. Nicht auf dem Feldweg – dito. Nicht auf dem Wirtschaftsweg – dort können die Pferde gar nicht angemessen ausgefahren werden.

Nach der langen Winterpause scharren die vielen Pferde mit den Hufen, sind stallmüde, vollgefressen, stampfen ungeduldig. Damit also alle gemeinsam – mit dem Treckerfahrer – Auslauf kriegen und der Treckerfahrer das Glück für einen Morgen zum Greifen nahe hat, fährt er mit seinem John Deere auf der Bundesstraße.

Dort kann der Treckerfahrer auf unendliche Asphaltweiten vor sich blicken, völlig autofrei. Lediglich auf der Gegenfahrbahn rauschen die bunten Peugeots, Mazdas und BMWs an ihm vorbei. Der Treckerfahrer sitzt in seiner schalldichten, wohltemperierten und klimatisierten Kabine und fährt glücklich auf der leeren Straße.

Nur manchmal guckt er in den Rückspiegel und grinst:

Heute ist er der Erste.

Es blüht und grünt und stinkt. Die Landwirte sind offensichtlich der Meinung, jeder solle auch etwas vom Frühling riechen. Sie fahren mit vollen Güllefässern auf Wiesen, die eigentlich gerne frisch ergrünen wollen. Anschließend sind die Wiesen wieder braun und ich muss alle Ritzen des Autos dicht verschließen, damit der Gestank nicht in den Innenraum kriecht und drin bleiben will.

Dabei gibt es doch so viele Möglichkeiten, die Nase in Dinge zu stecken, die wirklich angenehmer riechen:

heldrastein 079

2 Gedanken zu „Was macht den Treckerfahrer glücklich?

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