Webmasterfriday: Die fundierte Recherche

Wozu Recherche? Es gibt doch das Internet… Da tippe ich meine Suche in den Eingabeschlitz ein und kriege alles perfekt serviert:

Horst hat seine Meinung, braucht keine Recherche und verkündet das auf: Netzexil. 

Viktor stellt verschiedene Möglichkeiten zur Suche vor: Mittwald.

Da Tina über Bücher bloggt, bildet sie ihre Meinung dazu, in dem sie diese liest – und weniger darüber recherchiert: Saphirasworld.

Breakpoint findet das Recherchieren ebenfalls überflüssig, schreibt lieber über eigene Erlebnisse auf dem Blog Breakpt.blog.de.

Sabine ist dagegen vorsichtiger, und recherchiert lieber doch einmal mehr. Auch wenn es nur bei der Omi ist: Sabienes.

Hans achtet darauf, dass er seine Quellen, auf die er bei der Recherche stößt, auch nennt. Trotzdem lässt er sich manchmal treiben und schreibt seine Meinung, ganz ohne Recherche: Tagesgedanken.

Kurbelursel liest sich ein, guckt, was andere so schreiben und achtet darauf, dass sie die Dinge persönlich überprüft, bevor sie diese einfach so übernimmt: Mered.

Der Contentking recherchiert als erstes, was die Leser so suchen, bevor er sich ans Schreiben der Artikel macht: Contentking.

Das waren jedenfalls die Beiträge der anderen Teilnehmer am Webmasterfriday.

franken 378

Auch das Kätzchen recherchiert, ob sich in der Zeitung etwas interessantes verbirgt.

Wenn ich danach gehe, auf welchen abenteuerlichen Pfaden bzw. nach welch seltsamen Suchanfragen Menschen auf meinem Blog landen – darüber möchte ich in den meisten Fällen lieber keinen Beitrag schreiben. Oder ich sollte es… aber dazu später. Da muss ich erst recherchieren.

Ob ich nun recherchiere, oder nicht – das kommt ganz darauf an. Heute morgen habe ich einen Blogbeitrag über Zusatzernährung beim Sport geschrieben, und einen anderen über die Entfernung von Tattoos. Da muss ich erst recherchieren, klar. Anschließend geht es darum, die Fakten hübsch lesbar aufzubereiten und so anschaulich zu schreiben, dass es für den Leser vergnüglich zu lesen ist. Diese Beiträge erscheinen allerdings nicht hier im Blog, sondern ganz woanders. (Wer Interesse daran hat, dass ich Blog- und andere Beiträge schreibe, kann sich gerne melden.)

Die Recherche ist dank Internet viel einfacher, als noch vor einigen Jahren. Hier kann ich (fast) alles finden. Ein zweiter Schritt ist – meiner Meinung nach – aber wesentlicher: Nach der fundierten Recherche, bei der ich auch überprüft habe, ob die behaupteten Tatsachen stimmen können, geht es darum, das Wissen so aufzubereiten, dass es gut zu lesen und zu verstehen ist. Da muss ich gelegentlich zusammenfassen, ein passendes Bild finden, abstrakte Fakten in konkrete Beispiele wandeln, na und so weiter.

Manche Texte sind sich allerdings so ähnlich, dass ich den Eindruck´habe, dass sich jemand über das schöne Internet gefreut hat, weil er bei seiner Recherche über einen passenden Artikel gestolpert ist. Nachdem er diesen ein wenig umfrisiert hat, „paraphrasiert“ nennt man das – ist er fertig. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt… Das betrifft eher die Ratgeber, die behaupten, dass sie genau wissen, in welchen sieben Schritten der perfekte Blogartikel, die funktionierende Diät oder der Weg ins persönliche Nirwana gemeistert werden kann. Da Rezepte nur dann richtig gut funktionieren, wenn hinterher ein Kuchen aus dem Ofen kommt, sind diese Anleitungen zwar nett zu lesen, doch das war es auch meistens.

Hier im Blog erscheinen durchaus Beiträge, zu denen ich nicht recherchiere. Dafür ist dieser ja ein privater Blog, da darf ich auch (fast) schreiben, was ich will. Wenn ich dagegen unterwegs bin, ob in Franken oder anderswo, recherchiere ich oft hinterher, was ich eigentlich gesehen habe, passe aber auf, dass meine Beiträge auf Schreibreise nicht so klingen, wie ein Eintrag im Reiseführer. Hier sollen die Fakten nur meine eigenen Eindrücke ergänzen. Und die sind subjektiv. Schließlich war ich ja da – und habe es eben auf meine eigene Weise erlebt.

8 Gedanken zu “Webmasterfriday: Die fundierte Recherche

  1. Hallo Jaelle Katz,
    Ich hab denk ich einen guten Mix aus „von der Seele weg“ und recherchiert. Persönliche Geschichten, Berichte bedürfen ja keiner Recherche. Manchmal schon mal mit nützlichen Infos ergänzen.
    Danke dir sehr herzlich fürs erwähnen. Schönen Freitag noch und ein schönes Wochenende
    HG Hans

  2. Ich finde es sehr bequem, dass sich diese Frage mir selten stellt. Die meisten Fakten um die Fotos herum sind unumstößlich. Wie ein Bild entwickelt wurde, und worauf belichtet, weiß ich am besten selbst. Wenn es um Hintergrundinfos geht, nutze ich meist mehrere Quellen. Häufig sind erste Grundlagen mündliche Erläuterungen, oder Beschilderungen an (Natur-)Denkmälern und Gebäuden. Seit ich dabei einmal auf die Nase gefallen bin, weil eine Info-Tafel Quatsch erzählte, bin ich da etwas penibler, und nutze mein Lexikon oder Internetquellen zum Gegencheck. Mein Häufigster Rechercheweg ist aber ein anderer. Wenn ich ein interessantes Tier erwischt habe, dann suche ich es beim Kosmos Tier und Pflanzenführer. Dem glaube ich dann…

    Liebe Grüße
    Jakob

  3. Pingback: Artikel-Recherche oder warum Content nicht immer King ist

  4. Hach, ich werde keine Zeit haben diesmal mitzumachen, weil ich viel zu viel recherchieren musste (eben gerade dieses Wort, also wie man es schreibt, getippt habe ich es nicht, gibt ja copypaste). 😀
    Es ist echt ein schönes Thema, aber eben auch blogbezogen. Bei meinem B-Blog muss ich nichts recherchieren, und bei meinem A-Blog recherchiere [copy+paste ;-)] ich nur, ob denn schon mal jemand sich die gleichen Gedanken gemacht hat und zu ähnlichem Ergebnis kam. Wenn ja, lasse ich es und schreibe nix.

    • Ja, die Gedanken von anderen noch einmal durch die Mühle zu drehen, nur damit ich auch meinen Senf zu einem Thema abgeben kann, mag ich auch nicht so sehr. Deswegen lese ich mir die anderen Beiträge des Webmasterfriday erst dann durch, wenn ich meine eigenen Gedanken dazu versammelt habe. 🙂

  5. Schwierig ist aber auch, dass sich im weiten, großen Internet zu jeder Sache sowohl dafür als auch dagegen „Informationen“ finden lassen. Ich meine, es gibt sogar Leute, die dafür argumentieren, dass wir im Inneren einer hohlen Kugel leben.
    Letztlich ist diese Verfügbarkeit von Argumentationen für und wider genau die Essenz wissenschaftlichen Denkens. Was sind schon Tatsachen in unserer postmodernen Welt?
    Einfach nur kopieren und einfügen ohne zu filtern reicht dann eben nicht. Ein Schelm, wer sich durch angegebene „Informationen“ einfach überzeugen lässt ohne zumindest ein wenig eigene Recherchen anzustellen und eventuelle Gegenargumente abzuwägen.

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