Wenn die Nacht am tiefsten ist…

Ist die Nacht am tiefsten, leuchtet das Feuer der Kerzen, spendet Wärme und Licht. So wie die Kerzen am Weihnachtsbaum…

Er wurde bei uns erst am Vormittag des Heiligen Abends aufgestellt, nicht vorher. Kurz vor dem Fest gekauft oder aus dem Wald geholt, kam der Baum frisch in die Stube und wurde geschmückt. Als ich noch Kind war, bekam ich den Weihnachtsbaum erst zu sehen, wenn die Geschenke unter ihm lagen, wenn das Glöckchen geläutet hatte, wenn,  ja, erst wenn es wirklich Weihnachten war.

Solange die Lieblingshausziege klein war, gab es auch im Hause Katz einen Weihnachtsbaum. Der Papa zog los, gerne mit Kind, und holte den Baum vom Förster im Wald. Regnete oder schneite es, war der Baum nass, tropfte unter dem Dach und im Flur und wurde wohl auch einmal ziemlich feucht im Wohnzimmer geschmückt.

Seit der Trennung feiert die Lieblingshausziege Weihnachten beim Papa, dort steht auch der Baum. Ich dagegen brauche keinen mehr, begnüge mich mit den schön geschmückten Bäumen in den Kirchen.

Im vorigen Jahr erstaunte mich die Tageszeitung: Sie forderte die Leser auf, Fotos der geschmückten Weihnachtsbäume zu schicken – dabei war es gerade Halbzeit im Advent: Klick hier. 

Vierzehnheiligen: Die Weihnachtskirche.

Hach. In diesem Jahr gab es wieder keinen Weihnachtsbaum. Wozu auch. Wir waren ja im Kloster, waren auf einen kurzen Hupf in Vierzehnheiligen und der Klosterkirche Banz. Während Vierzehnheiligen immer ganz zauberhaft weihnachtlich geschmückt ist, gibt es in der Klosterkirche Banz gegenüber eine Christkindausstellung, die vom ersten Festtag bis zum Dreikönigstag besichtigt werden kann.

Engelchen am Weihnachtsbaum.

Solange früher Weihnachtsferien waren, solange stand der Baum im Wohnzimmer, solange durfte das Spielzeug liegen, solange reichten die festlichen Tage, die ja auch deswegen schön waren, weil wir als Kinder einfach im Wohnzimmer mit den neuen Sachen spielen konnten, lange im Schlafanzug blieben – und überhaupt alles entspannt war.

Deswegen habe ich echt gestaunt, als bereits kurz nach Weihnachten die ersten Menschen meldeten: Der Baum ist raus.

Hab ich was verpasst? Geht Weihnachten jetzt nicht mehr bis – wenigstens – zum 6. Januar? Nach diesem Termin kamen früher immer die Jungs von der Feuerwehr und wollten die Weihnachtsbäume einsammeln. Wurde der Kalender geändert? Alles muss früher, schneller, weiter werden?

Wenn ihr den Baum so schnell wieder aus dem Haus werfen müsst, warum lasst ihr ihn dann nicht lieber im Wald? Ihr spart euch das Schmücken, nichts nadelt und der Platz im Wohnzimmer bleibt auch erhalten. Oder stellt ihn tatsächlich erst an Weihnachten auf, holt ihn so spät wie möglich und bringt ihn erst zum Heiligabend ins warme Zimmer. Die Nadeln halten länger, der Baum duftet, die Tannenzapfen knistern, wenn sie langsam trocken werden und irgendwann ist dann auch tatsächlich Weihnachten vorbei.

3 Gedanken zu „Wenn die Nacht am tiefsten ist…

  1. ja.. ist schon irgendwie so..
    keiner will mehr auf etwas warten..
    alles muss gleich und sofort..
    die Lebkuchen im August.. Osterhasen im Januar..
    es geht einem viel Vorfreude verloren
    auch bei uns wurde der Baum an hl. Abend geschmückt..
    als Kind war dies die Sache meiner Mutter wenn mein Vater und ich in der Mette waren..
    später als ich verheiratet war hat mein Mann es gemacht..
    da wir aber nur eine kleine Wohnung für viele Personen hatten
    ging das nicht mehr ganz heimlich ..
    aber auch meist wenn die Kinder in der Kirche waren..
    stehen blieb er bis weit in den Januar..
    voriges Jahr hatte ich einen Baum im Topf..
    dieses Jahr aber nur Zweige..
    denn ich feiere hl. Abend bei einer Tochter..
    aber jeder so wie er mag 😉
    ich wünsche dir ein frohes neues Jahr
    Rosi

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