Wie früher: Jeden Morgen Feuer im Ofen

Jetzt ist der zweite Winter fast vorbei, in dem wir die ganze Wohnung fast ausschließlich mit einem Holzofen heizen. An Tagen, in denen sich die Temperatur mindestens um den Gefrierpunkt herum bewegt, reicht dieser eine Ofen. Sollen die anderen Zimmer beheizt werden, mache ich einfach die Türen auf.

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Asche ist draußen. Jetzt kann wieder angefeuert werden.

Ist es dagegen richtig kalt, wird der zweite Ofen angeheizt, der vorne bei der Lieblingshausziege im Zimmer steht. Ab jetzt dauert es nicht lange, und wir laufen in T-Shirts durch die Wohnung, weil es so kuschelig warm ist. Ich hatte fast vergessen, wie schön eine solche Ofenwärme sein kann. Das liegt einfach daran, das ein Ofen nun einmal anders heizt, als eine Heizung. Zum einen steht der Ofen an einer Wand, die innen im Haus ist – und nicht unter einem Fenster. Zum zweiten aber, das ist entscheidend, produziert der Ofen, auch dank seines wunderschönen großen Sichtfensters, eine unglaubliche Hitze und wärmt wie eine kleine Sonne mit seiner Strahlungswärme die Bude.

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Untendrin Papier und Späne, obendrauf ein großes Scheit. So reicht ein Streichholz aus.

Die Lieblingshausziege lässt sich selbst dann noch gerne von der Ofenwärme bestrahlen, wenn es in den Räumen längst kuschelig warm ist. (Weiß jemand, ob es einen automatischen Drehteller gibt? Dann könnte sie sich gewissermaßen rundum gleichmäßig wärmen.)

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Schnell brennt das Feuer und es wird kuschelig warm.

Dank der Holzfeuerung fällt verhältnismäßig wenig Asche an. Ich staune immer wieder, wie wenig übrig bleibt, wenn sich die dicken Scheite in wohlige Wärme aufgelöst haben. Selbstredend gibt es ein paar kleine Nachteile: Ist es richtig bitter kalt, achten wir beispielsweise darauf, dass der Ofen auch in der Nacht brennt. Der letzte, der ins Bett geht, legt noch einmal auf – und der erste, der aufsteht, guckt gleich wieder nach dem Ofen. Sonst kühlt die Wohnung etwas aus. Aber selbst wenn der Ofen ausgehen sollte: Der Morgenkaffee ist noch nicht fertig getrunken – da ist die Wohnung wieder warm. Das dauert nur dann ein wenig länger, wenn wir ein paar Tage hintereinander nicht heizen, weil wir unterwegs und woanders sind.

Noch ein kleiner Nachteil ist: Jedesmal, wenn ich die Ofentür aufmache, um wieder Holz auf das Feuer zu legen, wirbelt etwas Asche hoch und legt sich als feine Staubschicht auf die Möbel. Gut: Auch da gibt es Schlimmeres. So habe ich wenigstens jedes Mal ein Erfolgserlebnis, wenn ich Staub wische. Es lohnt sich. Immer! Und: Jetzt, nach dem zweiten Winter, sollten wir auch die Zimmerdecke des Wohnzimmers neu streichen. Die Tapeten müssen ohnehin wieder von den Wänden: Der Katzmatz gefallen sie gar nicht und so hat Madame mit ihren Krallen schon an verschiedenen Stellen probiert, ob sie sich nicht ablösen lassen…

Den Ofen möchte ich jedenfalls nie mehr missen. Eine Zentralheizung ist dagegen nichts. Echtjetzmal.

6 Gedanken zu „Wie früher: Jeden Morgen Feuer im Ofen

  1. Hallo liebe Sylvia,
    ich bin schon ein wenig neidisch… wie gerne hätte ich auch so einen Ofen, aber die Gegebenheiten unseres Hauses lassen eine solche Aktion einfach nicht zu. Also schon, aber nur mit riesigem Aufwand. Wer weiß, vielleicht kann ich den Hobbykoch ja doch eines schönen und kalten Tages überzeugen, dass so ein Öfchen durchaus eine Daseinsberechtigung hätte. 😉

    Viele liebe Grüße zu Dir,
    Kerstin

    • Dafür ist bei Euch aber eine Heizung. Und so gerne wie die Lieblingshausziege sich auch vor dem Ofen dreht, manchmal murrt sie schon, wenn sie Holz holen und neben den Ofen packen muss…;-) Trotzdem freut sie sich, dass sie auch in ihrem Zimmer einen Ofen hat, in dem sie ganz alleine Feuer machen darf.
      viele liebe Grüße auch zu Dir zurück
      Sylvia

  2. So ein warmer Ofen… Immer wieder toll. Wir haben auch einen, und ich freue mich im Winter täglich, wenn er morgens noch glüht. schließlich wärmt das Holz einen ja zwei- bis dreimal: Einmal beim Hacken, einmal beim reintragen, und einmal wenns brennt 😀

    UNd mit einer Gruppe Jugendlicher um ein (Kamin-)feuer sitzen und zu Gitarre (und Cajon) singen genieße ich immer wieder.

    Liebe Grüße
    Jakob

  3. kann nur Gänsefüsschen unter deinen Beitrag setzen Sylvia
    ein Ofen macht zwar Dreck,aber diese Wärme ist immer NEU die Wucht,so anderes als die Heizung
    LG zum Sonntag vom katerchen bei dem der Ofen auch schon Wärme verbreitet

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