Wie viel Sand gibt es im Main? #Rostparade

Sandschöpfen am Main: Schwere Arbeit auf dem Wasser.

Heute werden sicherlich so viele bunte Sterne für einen kurzen Moment den Himmel färben, wie es Sandkörner im Main gibt. Schon ab der Mitte des 18. Jahrhunderts begannen die Sandschöpfer, diesen vom Flussgrund zu bergen, wie ein Foto zeigt, das ich in der Landesausstellung einst sah.

Seit fast zwei Jahrhunderten wird der Sand aus dem Main gefischt, erst mühselig mit Booten, später mit Hilfe automatischer Förderanlagen, wie wir sie sahen, als wir am Main zwischen Miltenberg und Wertheim entlangradelten.

Sandwerk am Main.

Rostige Rohre.

Auf der anderen Seite des Flusses steht ebenfalls ein rostiges Ungetüm.

So wie niemand weiß, wie viele Sandkörner noch unten im Main liegen, so weiß niemand, wie viele Sandkörner noch in unserer ganz persönlichen Sanduhr stecken. Bis das letzte Körnchen jedoch zu Boden rinnt, bleibt eine unbekannte Menge an Zeit. Warum behandeln wir die Zeit, wenn wir denn welche haben, immer wie ein wildes Tier? Wir vertreiben sie, wir schlagen sie tot, verbannen sie oder jagen sie zum Teufel. Lasst uns die Zeit lieber ein wenig besser behandeln, damit sie auch gerne bei uns bleibt und nicht immer so schnell entflieht.

Die rostigen Sandwerke schicke ich zur Rostparade, die immer am letzten Tag eines Monats bei Frau Tonari stattfindet. Ich wünsche euch an diesem letzten Tag des Jahres noch viel Sand in eurer Uhr, und viel Zeit, die gerne bei euch bleibt, für all die Dinge, die euch wichtig sind.

2 Gedanken zu „Wie viel Sand gibt es im Main? #Rostparade

  1. So alte Industrieanlagen sind wirklich super Lieferanten für Rost und in diesem Fall sogar für Sand.
    Gut, dass wir meist nicht wissen, wie viel Sand in unserer Lebensuhr noch vorhanden ist. Ich habe in 2016 sehr lange bewusst zuschauen müssen, wie die letzten Körnchen durch das Glas rinnen. Das war sehr schmerzhaft und es tröstet nur wenig, dass wir Zeit für einen richtigen Abschied hatten.
    Ich wünsche Dir ein wunderbares Jahr 2017 mit möglichst wenig Sand im Getriebe.

    • Dabei habe ich recherchiert, aber nichts über das Alter der Sandförderung gefunden. Möglicherweise sind die Anlagen gar nicht so sehr alt, sondern nur rostig, weil sie ständig mit Sand, Wasser und Sauerstoff in Berührung kommen.

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