12 Bilder vom 12. November

Regennasse Fliesen auf dem Balkon

Der Morgen fängt schon nass an: Es regnet und leise gurgelnd rinnt das Wasser über die Ziegeln, in die Regenrinne und bis nach unten.

Nein, ich will nicht raus.

Selbst die Katz entscheidet sich für ein gemütliches Morgenschläfchen auf meiner Zeitung und hält sich die Augen zu. So muss sie nichts sehen. Klappert allerdings der Futternapf, springt sie sofort hellwach auf.

Der Ofen mit Stein wird langsam heiß.

Da heute die Lieblingshausziege zurückkommt, braucht sie morgen was zu essen. Es gibt Pizza: Die kann sie sich mit an die Arbeit nehmen und dort aufwärmen.

Unterwegs. Zwei Gänse auf dem Feld.

Ich muss los, auch wenn das Wetter wenig schön ist. Zwei Gänse landen auf dem Feld und wundern sich ebenfalls über die weiße Pracht.

Das Gras ist noch grün.

Auch das Gras hat noch nicht mit Schnee gerechnet: Alles ist noch ganz grün.

Baum noch mit Blättern.

Das Bäumchen hält die letzten Blätter ganz fest. Aber ich fürchte, nicht mehr lange.

Viel wächst nicht mehr. Aber das Zeug könnte auch in einer Vase eine gute Figur machen.

Blumen gibt es in dieser Zeit nicht mehr.

Die Vogelscheuche friert. Oder?

Die Vogelscheuche guckt, als wäre ihr so richtig kalt. Ja, dann geh doch dorthin, wo es warm ist.

Eine Rose ist noch im Vorgarten.

Im Vorgarten ist noch eine letzte Rose.

 

Ein heißer Tee,

drei echte Elisen-Lebkuchen

Feuer im Kamin

und prasselndes Feuer im Kamin. So endet der Tag.

 

Die freundliche Nachbarin, bei der es draußen immer Kännchen gibt, sammelt alle Bilder von diesem Tag – dort gibt es noch viel mehr davon zu sehen.

12 Bilder vom 12. Oktober

Ein trüber Tagesbeginn. Die Wolken hängen tief über dem Kanal.

Heute morgen habe ich die Lieblingshausziege zum Kersbacher Bahnhof gebracht, damit sie von dort nach Nürnberg zur Arbeit fahren kann. Anschließend habe ich die Gelegenheit genutzt, war kurz einkaufen – schließlich war ich ja schon unterwegs – und habe das Auto an der Sportinsel geparkt. Das ist praktischer als in der Stadt selbst: Hier gibt es immer freie Parkplätze und ich kann ein paar Meter mal zu Fuß laufen. Das schadet nicht. Dort war ich verabredet, aber davon gibt es keine Fotos, auch nicht von dem schönen Cafe, in dem wir gesessen und Kaffee getrunken haben.

Zu Hause ging auch nicht gerade die Post ab:

Nachmittags wurde das Wetter allerdings noch richtig schön, so dass wir uns noch einmal aus dem Haus wagten.

Wilder Wein am Baum.

Vorsicht, nicht drauftreten.

Herbstzeitlose.

schwarze Beeren.

Ein kleiner Pilz.

Ein bisschen Ausblick gab es auch.

Bewegen sich etwa die Muscheln im Weiher?

Im Weiher daneben sind ebenfalls große Teichmuscheln drin. Aber alle sind leer.

Tja. Alle Karpfen sind weg.

 

Verbunden mit: Draußen nur Kännchen. Wer mag, kann auf den Link klicken und findet noch viel mehr Bilder vom 12. Oktober.

12 Bilder vom 12. August

Dicke Wolken am Himmel

Ja, sicher. Die dicken Wolken hinter den Sonnenblumen könnten weg. Wäre es aber so heiß und sonnig, wie es den ganzen Sommer schon war, käme ich ja zu nichts. Also schaue ich mal, was alles noch heute weg kann, wenn schon die Wolken bleiben.

Ortsbegehung: Ja, der Erdhaufen muss weg.

Die Gemeinderäte in einem kleinen Dorf schauen sich einen ziemlich großen Erdhaufen an. Dieser muss entweder auf dem Grundstück verteilt werden – und würde dafür sorgen, dass der Boden dann durchschnittlich einen halben Meter höher läge, oder er muss abtransportiert werden. Darüber entscheiden die Gemeinderäte aber erst in der Gemeinderatssitzung, heute haben sie sich nur vom Anblick des Haufens überzeugt und beeindrucken lassen.

Der Salat blüht schon.

Der im Frühbeet vergessene Salat fängt langsam an zu blühen. Der kann auch weg, den will keiner mehr essen.

Heute hat der Mitbewohner Rasen gemäht.

Der Rasen ist weg. Da ist nur noch strubbelkurzes Gras.

Pfefferminze mit Schachtelhalm

Das Unkraut zwischen der Pfefferminze muss auch weg.

Die Tomaten werden reif.

Die Tomaten müssen nicht weg, sie müssen nur gelegentlich gepflückt werden. Eine nach der anderen wird reif, rot, saftig und süß.

Ein übrig gebliebener Baumstamm

Im Frühjahr hat der Mitbewohner einen Nadelbaum abgesägt. Der Stumpf sieht jetzt zwar lustig gefärbt aus, muss aber auch noch weg.

Weiße Trauben.

Ob es den weißen Trauben zu trocken war? Einige sind groß geworden, doch die meisten sind immer noch so klein wie Rosinen.

Rote Trauben

Am roten Weinstock hängen ebenfalls Trauben, die sind aber nicht so unterschiedlich groß.

Kamelie.

Beim Blumengießen sehe ich, dass sich schon wieder kleine Läuse auf der Kamelie niedergelassen haben. Die müssen auch weg. Unbedingt. Weiß jemand, wie?

Das wird ein Shirt.

Da noch genug Stoff im Schrank liegt, muss davon auch was weg: Ich nähe mir jetzt ein Shirt daraus.

An diesem Tag kamen noch eine ganze Menge mehr Dinge weg: Die toten Fliegen auf den Fensterbrettern, die Spinnweben unter der Zimmerdecke, die Staubflusen unter den Schränken – aber davon habe ich kein Bild gemacht. Wenn ich heute noch das Shirt fertignähe, kann ja morgen wieder die Sonne scheinen und ich kann wandern gehen.

Bei Caro von „Draußen nur Kännchen“ gibt es noch viel mehr Bilder vom 12. August zu sehen.

12 Bilder vom 12. Juli

Heute war ich den ganzen Tag immer wieder unterwegs: Am Vormittag zu einem Treffen der Mompreneurs in Nürnberg, anschließend gab es zu Hause Kirschenmännla, nachmittags habe ich mich mit einigen anderen Erlanger Wortwerkern und einigen der Fotografen getroffen. Wer mag, kann unsere gemeinsame Ausstellung mit Fotos und davon inspirierten Texten in der Forchheimer Stadtbücherei besichtigen.

Kurze Vorstellung der Referentin.

Fang jetzt an!

Nürnberger Straßenbegleitgrün.

 

 

Kirschen gibt es überall am Straßenrand.

Zu Hause blüht meine Lieblingsrose.

Hey – dieses Jahr gibt es echten Wein. Hoffentlich.

Auf zum Treffen der Wortwerker mit Fotografen.

Die Sonne glänzt auf dem Asphalt.

Eine Tafel voller Leckereien. Jeder hat etwas mitgebracht.

Ab nach Hause. Es wird schließlich schon dunkel.

 

Wer noch mehr Bilder sehen möchte: Hier bei Caro gibt es ganz viele davon.

12 Bilder vom 12. Juni

Zwei Libellen über dem Wasser.

Vormittags war Schreibzeit, ich kann ja schließlich nicht den ganzen Tag faulenzen. Dafür war ich aber bald nach dem Mittag draußen: Das Wetter war schön, die Wäsche ist geduldig und wer weiß, wie lange es sonnig und warm ist. Ich wollte die Fröschlein besuchen, ein paar Holunderblüten pflücken und auf der Bank am Weiher einen kleinen Text mit der Hand schreiben.

Hupf – da war das Fröschlein weg.

Doch am ersten Weiher waren die Fröschchen schneller als ich, hupften ins Wasser, nur die Kreise im Wasser kündeten davon, dass sie grad hier noch waren.

Einer der unzähligen Weiher, die es hier zu hunderten und tausenden zwischen den Wäldern und Feldern gibt.

Die Kiefernnadeln bildeten einen weich-federnden Teppich, von oben wehte der Wind die Zapfen herab.

Ein leerer Weiher. Jetzt ist hier Wiese.

Harziger Holzduft.

Der harzige Duft des frisch geschlagenen Holzes kriecht in meine Nase. Ich inhaliere den Duft, habe für einen Moment das Gefühl, als säße ich in einer Wanne mit Latschenkiefernschaumbad, doch der Wind treibt mich weiter.

Verwunschener Pfad?

Ein wie verwunschen wirkender Pfad führt in den Wald, da ich keine Eile habe, folge ich einfach –

Hütte im Wald

und finde eine kleine Hütte im Wald. Wohnt da jemand?

Der Holunder blüht.

Ich hole die Schere aus der Tasche, schneide die Dolden und verstaue sie sorgfältig. Nachher gibt es Rührkuchen mit Holunderblüten.

Ein Fröschchen.

Im nächsten Weiher höre ich die Fröschchen schon von weitem. Und als ich mich näherschleiche, sehe ich sie.

Großartiger Himmel

Auf einer Bank am Weiher schaue ich den ziehenden Wolken hinterher. Und schreibe.

Kreuzende Flugzeuge.

Gleich bin ich zurück.

Keine bunten Sommerblüten, nirgends, nur einheitlich sattes Grün: Grasgrün, Tannennadelgrün, Moosgrün, Birkengrün, Hafergrün. Lediglich die Dolden des Holunders leuchteten weiß und verströmten ihren bittersüßen Duft, der Basti an den Sirup erinnerte, den die Oma manchmal vor ihn stellte und an den Fliedertee, den er trinken musste, wenn er fieberkrank im Bett lag.

Sie kamen bis zu einem Hof, von dem nichts mehr existierte, außer dem leeren Platz, den sich das Unkraut langsam zurückeroberte. Kaum etwas erinnerte mehr daran, dass es hier einmal ein Wohnhaus, Ställe und Scheunen gegeben hatte. „Zu nah an der Grenze“, lautete das Urteil, das die Sprengung befahl. Die Bewohner durften ihre Sachen packen und mussten gehen. Selbst der Schutt wurde abtransportiert. Zwei Stufen schienen nach unten zu führen, versandeten im Kies „Hier war sicher ein Bunker“, vermutete Norbert.

Weit hatten sie es jetzt nicht mehr.

Verbunden mit: Draußen nur Kännchen, hier gibt es noch viele andere Bilder schöner Tage.

Verbunden mit: Irgendwas ist immer und den drei gespendeten Worten Bunker, Sommerblüten und bittersüß.

Verbunden mit: Daily prompt „Taper“. 

12 Bilder vom 12. Mai

Boah. Draußen ist es echt ganz grün.

Gestern war es schon nach 22 Uhr, als wir endlich zu Hause ankamen. Der erste Blick aus dem Fenster heute morgen zeigt die sattgrüne Wiese. Dazu die traumhaften gut zwanzig Grad, die draußen herrschen. Der Blick aus dem Flugzeug kurz nach dem Start in Moskau sah noch ganz anders aus:

Schnee. Im Mai.

Zwischen den Wäldern lag weißer Schnee auf den Feldern.

Frisches Butterbrot.

Erst gab es Kaffee und Butterbrot, dann ging es ans Auspacken.

Die Butter.

Echt russisches Wasser: Akva Ideal steht drauf.

Die Wasserflasche war im Koffer verstaut, sonst hätte sie nicht mitfliegen dürfen.

Seife mit Butter und Honig.

Bei der Hotelseife konnte ich dieses Mal nicht wiederstehen: Seife mit Milch und Honig, mit siebzigjähriger Tradition.

Völlig leerer Akku

Gibt es unterwegs weder W-Lan noch Empfang, vergesse ich glatt, das Taschentelefon aufzuladen. Das muss erst mal an die Strippe, dann bin ich auch wieder erreichbar.

Kalender mit Gedichten.

Nach zehn Tagen war auch der Kalender nicht mehr aktuell. Jetzt schon.

Eine Reihe bunter Matrjoschkas.

Das Mitbringsel für die Lieblingshausziege.

Blaues Tuch.

Ein blaues Tuch für mich. (Irgendwie sind die Farben gerade seltsam, diesen Rotstich hat das Tuch in Wirklichkeit nicht)

Salat im Frühbeet.

Der Salat im Frühbeet ist sehr schön gewachsen, während wir unterwegs waren.

Katze im Kästchen.

Die Katz sitzt immer noch dort, wo sie hingehört. Hach, ist das schön, so nach einer Reise wieder zu Hause anzukommen.

Verbunden mit: Draußen nur Kännchen.

12 Bilder vom 12. April

Da ich gelegentlich am Wochenende arbeite, nehme ich mir auch mitten in der Woche frei. Ist das Wetter schön, kann ich es so nutzen und muss nicht warten, bis der nächste Regen die geplante Wanderung zur Schlammschlacht werden lässt. Wir fuhren nach Kasendorf, das nicht weit von Kulmbach und Bayreuth entfernt liegt und schöne Aussichten verspricht.

Vor der Gastwirtschaft „Goldener Anker“ begrüßt uns ein Herkules auf dem österlich geschmückten Brunnen.

Herkules auf dem Osterbrunnen in Kasendorf

Was macht der hier? Ich frage ihn, doch er schaut nur stumm über mich hinweg und antwortet nicht. Bevor er mir jedoch seine Keule über den Kopf ziehen kann, gehen wir lieber weiter.

Herkules in Franken. Mit Löwenfell und Keule.

Bis zum Ortsausgang müssen wir der Hauptstraße folgen. Soll etwa der ganze Wanderweg an dieser entlang führen? Nein, wir biegen links ab. Von einem alten Haus ist nur noch der Keller zu sehen, auf den Mauerresten hat sich ein Baum eingenistet. Wird die Natur nicht gestört, wächst sie einfach wild und überall. Ab hier geht es steil bergauf. Wir überholen ein junges Paar mit kleinem Kind, das sich hier im Spazierenstehen übt.

Auf dem Berg war eine Wallanlage, vom Tor ist nichts mehr vorhanden. Eine Tafel klärt auf, dass der Weg schon damals im Uhrzeigersinn auf den Berg führte: Da Rechtshänder ihren Schild links trugen und rechts das Schwert, blieben sie so ungeschützter und waren von oben leichter mit Pfeilen zu treffen.

Der Magnusturm. Auf dem Rest einer alten Zufluchts- und Wehranlage erbauter Signalturm.

Bald sind wir oben: Hier steht der Magnusturm, der 1498 als Wart- und Signalturm auf den Ruinen eines früheren Turmes errichtet wurde und damals Signale an die Plassenburg und Burg Zwernitz gab. Die Plassenburg können wir deutlich in der Ferne erkennen, nur von Burg Zwernitz ist nichts zu sehen. Vielleicht suchen wir ja auch in der falschen Richtung, wer weiß.

Jetzt, so hier oben, würde ich auch Kaffee und Kuchen genießen. Aber außer der Aussicht wird nichts geboten.

Oben auf dem Magnusturm.

Die Buchen sind noch unbelaubt, unter ihnen grünt und blüht es: weiße und gelbe Buschwindröschen, Himmelsschlüssel, Scharbockskraut und Lerchensporn, der ein wenig wie kleine Akeleien aussehen. Gelegentlich fliegt eine dicke Hummel des Wegs, Zitronen- und andere Falter flattern.

Lila Lerchensporn.

Wenn wir auf dem Weg zurück nicht so eifrig geschwätzt und währenddessen einfach geradeaus gelaufen wären, wäre uns vielleicht aufgefallen, dass der richtige Weg nach rechts abbog.

Also: Wieder zurück, steil nach oben stiefeln und den richtigen Abzweig nehmen. Wer auf der falschen Bergseite absteigt, muss andernfalls unten einen viel längeren Umweg laufen. Zurück in Kasendorf überqueren wir die Hauptstraße und steigen auf der anderen Seite den nächsten Berg hoch. Ein Weg soll nach rechts zum Sonnentempel führen, doch welcher mag das sein? Der erste führt zu einer Art Müllhalde. Wer ein Handwaschbecken braucht, an dem selbst die chromblitzende Armatur noch vorhanden ist, bitte sehr. Hier werden Sie fündig.

Erst ganz oben steht der Wegweiser und zeigt auf einen schmalen Pfad. Dieser führt um eine Bank und zwischen Wald und Feld entlang zunächst durch den Wald, dann bis zum Sonnentempel. Wir gehen näher und setzen uns. Die Farbe riecht noch ganz frisch, der Mitwanderer muss zweimal niesen, aber sie ist völlig trocken.

So schön es hier oben auch ist, die Vögel geben sich wirklich die allergrößte Mühe, doch der Verkehr dröhnt. Während jedoch die Autos immer leiser unterwegs sind, scheint für Motorräder das Gegenteil zu gelten. Sie dröhnen immer lauter.

Wandermarkierung in Blau-Weiß. In Franken!

Wir gehen weiter nach rechts und übersehen fast den schmalen Pfad, der rechts in den Wald hineinführt. Die blau-weiße Markierung schimmert jedoch schon von weitem und führt uns zum Felsentor.

Felsentor bei Kasendorf

Wir gehen hindurch, passen aber immer gut auf, wo wir hintreten. Fränkische Steine und Wege sind schließlich keine ebene Fußgängerzone.

Das Felsentor bei Kasendorf von der anderen Seite.

Da wir jetzt auf der anderen Seite von Kasendorf unterwegs sind, haben wir immer mal einen schönen Blick auf das Dorf und den Magnusturm. Als der Weg an einer kleinen Schlucht entlang führt, sind die hellen Felsen gut zu sehen. Noch ist nichts belaubt. Hier ist auch der Endpunkt eines Geologischen Lehrpfades. Auf Tafeln wird erklärt, wie die Steine hier entstanden, die wir so schnöde mit Füßen treten.

Geologischer Lehrpfad. Hier wird alles erklärt.

Tafel mit Aussicht.

Das Bienenhäuschen erkennen wir nicht sofort als solches, die Bretter vor den Fluglöchern wirkten wie gemütliche Bänke. Da hätten wir aber bestimmt nicht lange gesessen. Durch einen Hohlweg geht es zurück nach Kasendorf.

Aussicht: Auf dem gegenüberliegenden Hügel ist der Magnusturm.

Das sind meine 12 Bilder vom 12. April, die anderen sind bei der freundlichen Nachbarin zu sehen, bei der es Draußen nur Kännchen gibt.

Verbunden mit: Daily prompt. 

12 Bilder vom 12. März

Nein, viel geschlafen hatte ich noch nicht, doch der Wecker war unerbittlich, schließlich hatte ich ihn ja selbst auf vier Uhr morgens gestellt. Aufstehen, anziehen, Kaffee trinken, ein Brötchen essen, die Katze füttern und den Koffer packen: Während es draußen noch dunkel ist, fahren wir los. Der Vollmond hängt dick und rund über Franken und leuchtet uns auf dem Weg.

Vollmond über nächtlicher fränkischer Straße.

 

Auf dem Weg nach Frankfurt fahren wir an Würzburg vorbei – und hinter uns geht schon die Sonne auf.

Sonne von hinten, dicht bei Würzburg.

Am Flughafen in Frankfurt. Nein, das ist noch nicht unser Flugzeug.

Am Flughafen angekommen, haben wir noch jede Menge Zeit und können viele Reisende begucken. Jogginghosen scheinen die neue Reisebekleidung zu sein. Bei der Kontrolle habe ich mich noch danach erkundigt, ob ich meine Stricknadeln auch im Handgepäck tragen könnte. Wenn sie nicht länger als sechs Zentimeter sind…

Watteweiche Schäfchenwolken von oben.

Die Frau, die neben uns am Mittelgang sitzt, hat sich einen ganzen Beutel voll mit Essen eingepackt: Käse, Brötchen, Knabberkram. Kostenlos gibt es im Flugzeug nur stilles Wasser und Kaffee, für alles andere soll bar bezahlt werden. Da wir belegte Pappe nicht so mögen und auch keinen Hunger haben, verzichten wir dankend.

Dieses tiefe Himmelblau begeistert mich immer wieder.

Viel zu sehen gab es leider nicht, aber die Sonne war wenigstens da. Rund um uns unterhalten sich alle eifrig. Eine Frau will wissen, wie sie die Armlehne hochklappen kann, der Mann neben ihr versucht zu helfen, doch sie kriegt es nicht hin und entschuldigt sich: „Ich bin schon eine alte Frau“. der Mann erwidert: „Ich bin auch schon ein alter Mann“. Beide lachen. Hahaha.

Zwischenlandung in Alanya. Wir blieben im Flugzeug sitzen.

In Antalya gab es eine Zwischenlandung, das Flugzeug wurde aufgetankt, die eine Crew verabschiedete sich und eine neue Crew kam für das letzte Stück bis Nordzypern an Bord. Da Nordzypern international nicht anerkannt ist, können die dortigen Flughäfen nur direkt von der Türkei aus angeflogen werden. Deswegen der Zwischenstopp.

Alanya von oben

Von oben ist gut zu sehen, wie viel von Antalya unter Folie verpackt ist.

Die Küste von Nordzypern kommt in Sicht.

Der Flug dauert von Antalya nur noch vierzig Minuten, dann sehen wir erst die Küste. Über den Bergen dicht dahinter hängen die Wolken tief.

Berge an der nordzyprischen Küste.

Kurze Zeit später landen wir. Alles rundum ist grün, sattgrün, hellgrün, gelbgrün, tiefgrün. Die Straßen scheinen ungeteert, die meisten jedenfalls.

Kurz vor der Landung: Alles ist grün.

Dann das übliche: Passkontrolle, Koffer einfangen, nach draußen.

Flughafen von Nikosia.

Langsam wird es dunkel. Hier ist es schon zwei Stunden weiter. Im Hotel ist es dunkel, prophezeit eine Frau, die hinter mir im Bus sitzt. Das glaube ich nicht. Die werden sicherlich Strom haben. Und Glühbirnen.

Im Reisebus unterwegs.

Hier sind keine Geisterfahrer unterwegs, hier ist tatsächlich Linksverkehr. Na, wie gut, dass ich hier nicht selbst mit dem Auto fahren muss. Wir fahren in Richtung Osten, nach Famagusta. Da es aber inzwischen ziemlich dunkel ist, mein Handy-Akku nicht mehr mag und es inzwischen 12 Bilder sind, reicht das für heute.

Alle anderen Bilder gibt es bei Draußen nur Kännchen. 

12 Bilder vom 12. Januar

Hach. Es klingelt schon früh an der Tür und die grüne Kiste steht davor.

Katzmatz schnüffelt zwischen dem Gemüse. Nein, da ist kein Leckerli versteckt.

Katzmatz springt auf den Tisch und kontrolliert, ob ihr der Inhalt zusagt. Der Kohlrabi hinten ist übrigens gut anderthalb Kilo schwer. Da muss ich mir echt was einfallen lassen… (oder hat jemand eine Idee, was ich damit alles anstellen könnte?)

Katzmatz guckt aus dem Fenster, doch draußen ist nichts los.

Ich muss noch Texte schreiben. Das findet Katzmatz nur mäßig interessant. Manchmal allerdings legt sie sich dabei vor die Tastatur und auf meinen linken Arm. Das wiederum finde ich nur mäßig toll, aber gelegentlich kann ich ja auch ein kleines Päuschen brauchen.

Morgen ist die Amaryllis aufgeblüht. Bestimmt.

Die Amaryllis blüht bald. Leider hat sie sich nicht so fest wie sonst im Topf verwurzelt – also lasse ich sie an der Wand stehen, da kann sie nicht umkippen.

Kuchen…

Mittag ist längst vorbei, die Texte erledigt, da darf es noch ein Stückchen Kuchen sein. Der blieb vom gestrigen Geburtstag übrig.

Dechsendorfer Weiher mit Verbotsschild.

Ich fahre zum Dechsendorfer Weiher, das ist kurz vor Erlangen. Überall taut es, da laufe ich lieber nicht in der Pampa herum, sondern dort, wo es ordentliche Wege gibt. Diese Schilderhalter stehen neu herum, je nach Anlass lassen sich wechselnde Verbotsschilder dort einfügen. Nun denn.

Schwäne und Blesshühnchen auf dem Wasser.

 

In den eisfreien Stellen schwimmen die Schwäne, Enten und Blesshühnchen. Doch ich habe nichts für die Vögel zu fressen eingepackt. Also kommen sie ganz umsonst neugierig heran.

Ein echter Lichtblick auf dem Weiher.

Zwischendrin versucht die Sonne, zwei oder drei Strahlen durch die dicke Wolkendecke zu schicken. Hat ja auch geklappt. Aber zu mehr hat es denn doch nicht gereicht.

frierender Reiher auf dem Eis.

Der Reiher sieht aus, als würde er frieren, so wie er die Schultern bis zu den Ohren hochzieht. Dabei ist Tauwetter…

Blesshühnchenfüßchenabdrücke.

Hier sind Blesshühnchen lang gelaufen. Deren Füßchen erinnern mich immer ein bisschen an Seetang.

Mit bunten Bändern geschmücktes Bäumchen.

Am Wegrand steht ein kleines Bäumchen, mit bunten Stoffbändern geschmückt. Ein Zettel hängt auch dran, Moment:

Ein Wunschbaum.

Siehe da: Die Kelten und die Tibiter hängen Bänder und Gebetsfahnen in Bäume und den Wind, damit die Wünsche erfüllt werden können.

Danach war die Runde um den Dechsendorfer Weiher zu Ende. Ich glaube, so einsam wie heute war es hier noch nie. Jetzt ist es dunkel, die Lieblingshausziege liegt müde auf dem Sessel und ich müsste noch ein wenig bügeln. Mal sehen, ob ich mich aufraffen kann. Wenn nicht, bleibt die Wäsche auch ganz geduldig liegen und mault nicht.

Die anderen Bilder vom 12. gibt es bei „Draußen nur Kännchen“ zu sehen.

12 Bilder vom 12. Dezember

Tja. Heute hat zwar die Lieblingshausziege Geburtstag, doch ich bin bei ihrer großen Schwester, dort muss eine Wohnung renoviert werden.

 

Doch zunächst muss ich noch etwas schreiben, so wie fast jeden Tag. Nur ist hier der Blick aus dem Fenster ein anderer als bei mir daheim. Logisch, oder?

Da die große Schwester keinen Kaffee trinkt und somit keinen Kaffee im Haus hat, warte ich, bis der Nieselregen aufhört und gehe dann los.

Unterwegs ist es klar und ganz hübsch. Wenn ich mich denn auf die Kleinigkeiten konzentriere.

Auf dem Rückweg komme ich am Zirkus Rambazotti vorbei. Guck an, ich wollte immer schon mal wissen, wo dieser wohnt.

Huch. Der Kaffee war ganz schön schnell alle.

Die beiden Kater kuscheln miteinander.

Mittagessenszeit. Normalerweise mache ich meinen Salat ja selbst… Aber es gibt eben auch Ausnahmen.

Noch ein Kaffee. Sonst schlafe ich gleich ein.

Noch ein Kater guckt um die Ecke. Vielleicht ist ja was im Futternapf. (Nein, da ist nichts)

Jetzt bin ich fertig mit Schreiben – und es ist schon wieder dunkel. Das macht aber nichts. Jetzt ziehe ich meine alten Sachen an und fange an, die Tapeten zu entfernen. Vielleicht gibt es später noch die restlichen zwei Bilder dazu.