Über die Grenze #abc.etüden

Basti dreht sich auf den Rücken und sah den ziehenden Wolkentieren hinterher:
„Da oben gibt es keine Grenzen“,

„Stimmt“, rupfte Theo eine Pusteblume ab und blies auf die federleichten Schirmchen. Sie flogen davon. Einige von ihnen nahm der Wind, wirbelte sie hoch und trug sie, bis sie sich ganz im Blau verloren.

„Ob es Wunder gibt?“

„Wer ein Wunder will, muss sich selber kümmern, sagt mein Opa immer“, Heinz kramte ein Stück Käse aus seinem Tornister und biss eine Ecke davon ab. „Ich würde euch ja auch was abgeben, aber der Käsehobel gehört dem Opa, den konnte ich nicht mitnehmen“, nagte Heinz am Käsestück weiter: „Erst wenn es dunkel wird, können wir los“.

„Ich will heim“, jammerte Norbert, der mit seinen knapp 14 Jahren der jüngste war.

„Bist du irre?“ Basti drehte sich um: „Wenn du jetzt zurückläufst, kommst du ins Heim, deine Eltern in den Knast und euer ganzes Zeug wird versteigert.“

„Das glaub ich nicht.“

„Doch. Bei den Nachbarn stand auch nachts ein grüner LKW vor dem Hoftor. Die mussten alles aufladen und dann in ein anderes Auto steigen. Glaubst du, die sind freiwillig weg?“

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Die Worte für die abc.etüden wurden von Andrea gespendet, was anderen Schreiberlingen zu:

Käsehobel, Pusteblume und versteigern

einfiel, könnt ihr bei Christiane nachlesen.

Safranstaubkussspuren, Knospenkollisionskurs, Irisreinkarnationslied #abc.etüden

„Noch ein Käffchen?“

Gingen Olaf und Stefan in der Fußgängerzone auf Streife, wussten sie, dass der Nachmittag ruhig verlaufen würde. Ihnen blieb ausreichend Zeit, sämtliche Eigenarten und Marotten der Kollegen ausführlich zu bekakeln und dem Irisreinkarnationslied der städtischen Gärtner zu lauschen. Stefan wollte an der Kaffeetheke gerade die Bestellung aufgeben, als von draußen lautes Rufen in die kleine Filiale drang.

Mit den Worten: „Haltet den Dieb!“ rannte ein junger Mann am draußen wartenden Olaf vorbei, voll auf Knospenkollisionskurs mit den gerade frisch gepflanzten Blumenkübeln. Auch wenn Olaf nur darauf wartete, dass ihm Stefan den Kaffeebecher in die Hand drücken würde, reagierte er sofort, warf noch einen Blick zu Stefan, sah dass dieser ebenfalls guckte und sprintete los. Safranstaubkussspuren zeigten den Weg, auf dem sich Dieb und Verfolger langsam näher kamen. Stefan rannte zwischen eine junge Frau und ihren Kinderwagen, der gleich kippen wollte, beschwichtigte den alten Herrn, der mit seinem Gehstock auf ihn losging.

In der Ferne rannten Dieb und Verfolger, Olaf sprintete weit abgeschlagen hinterher, ließ sich weder von Dackel noch vom Papierkorb ausbremsen. Ein kurzer Blick zurück zeigte ihm, dass auch Stefan die Verfolgung aufgenommen hatte: Vorneweg flitzte der Dieb, der junge Mann dicht an seinen Fersen. Beide wählten den Weg, der rechts am Kaufhaus vorbei zum Schloss führte.

Leider hatte der Dieb mehr Ausdauer als Olaf und Stefan. Er war verschwunden, als die beiden Polizisten endlich um die Ecke bogen – und auch von dem jungen Mann, der den Dieb verfolgt hatte, war nichts mehr zu sehen. „Tja. Wir sollten mehr trainieren“, stellte Stefan ungerührt fest: „Du siehst ja, dass selbst die Diebe schon schneller als wir unterwegs sind.“

Fenster am Parkhaus in Pilsen.

Fenster am Parkhaus in Pilsen.

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