Alle Tassen im Schrank #Frapalymo

Wenn du morgens
die Tasse aus dem Schrank nimmst,
wählst du die eine,
die mit dem Sprung,
die nicht mehr klingt,
wenn du sie auf der Untertasse
abstellst.
Ist der Kaffee getrunken
spülst du sie mit der Hand,
reibst die Kaffeekrümel aus,
trocknest sie und
räumst sie zurück.

Verbunden mit: Frau Paulchen und dem #Frapalymo, Frau Paulchens Lyrikmonat.

16 Uhr 22 #Frapalymo

Das Holz knackt leise im Ofen,
längsgestreckt liegt die Katz davor.
Draußen dämmerts. Wir hoffen,
der Vorrat reicht. Bevor

Der Winter recht beginnt, fällt leise
Rieselnd Schnee aufs Gras.
Deckt blanke Erde weise
Zu. Wir sehn durchs Glas,

wie die vertraute Welt versinkt,
wie Stürme rund ums Erdenrund
Wirbeln – wer mag, trinkt
Glühwein heiß und bleibt – gesund.

Feuer im Ofen.

Verbunden mit: Frau Paulchen und dem #Frapalymo, Frau Paulchens Lyrikmonat.

Der Impuls für heute lautete: 16 Uhr 22.

Zwiegespräch #Frapalymo

Ich weiß nicht mehr,
was ich dir sagen wollte
Du hörst nicht zu und ich mag nicht
erzählen.
Ich? Anrufen? Warum?
Es ist nichts passiert.
Ich mache immer noch
das Gleiche und mir geht es gut.
Ja, es ist alles in Ordnung.

Ich soll vorbeikommen?
Da hab ich keine Zeit. Ein andermal?
Ach, du bist nicht da.
Das ist aber jetzt schade.
Echt.

Verbunden mit: Frau Paulchen und dem #Frapalymo, Frau Paulchens Lyrikmonat.

Ein Autobahnparkplatz #Frapalymo

Fuchsrain
Es gibt einen Ort
Jenseits dessen sagen sich
Fuchs und Hase gute Nacht.
Gleichgültig wie bedeutungslos
Wachsen Bäume immer dichter
Rücken den Lichtungen auf den Pelz
bis sie diese gänzlich
erobern und mit ihren Wurzeln die Steine zerbröseln.

Langsam.

Odins Raben warten geduldig.

Verbunden mit: Frau Paulchen und dem #Frapalymo, dem Frau Paulchens Lyrikmonat.

Der Impuls lautete: „sucht euch einen namen eines Autobahnparkplatzes aus und dichtet dazu“, mein gewählter Parkplatz liegt an der A7 zwischen Homberg und Bad Hersfeld und heißt: Fuchsrain.

Ein Foto #Frapalymo

Komm, geh mit mir ins Haus
Klapp die Läden dicht zu
Schließ die Tür fest hinter uns ab,
Leg den Riegel vor: Draußen

Tobt sich der Sturm heulend aus
Er gibt noch lang keine ruh‹,
Hält den Wetterhahn auf Trab
Und lässt ihn kreiseln: Brausend

Jagt er ums Haus,
Wir hängen die Decken im Nu
Tiefer, baun uns im Bett ein Grab
Bevor die Steine stürzen, mindestens tausend.

Innendrin, vorm Sturm geschützt

Verbunden mit: Frau Paulchen und ihrem #Frapalymo, dem Frau Paulchens Lyrikmonat.

Der heutige Impuls war ein stürmisches Bild, hier zu finden.