Auf der #denkst17 in Nürnberg

Ich bin ein Gemeinschaftstierchen, sagt die Lieblingshausziege, wenn sie sich mit Nagelfeile und -lack bewaffnet mitten im Wohnzimmer niederlässt, nur eine Nasenweite von mir entfernt. Selbstverständlich könnte sie ihre Nägel auch im Bad lackieren, dort wäre sie allerdings alleine, ganz ohne Gesellschaft.

Da ich normalerweise allein und einsam vor meinem Bildschirm sitze und schreibe, nehme ich ebenfalls gelegentlich und gerne ein Bad in der Menge. Da es grad passte, habe ich mich kurzentschlossen zur Bloggerkonferenz „denkst“ in Nürnberg angemeldet und stieg zwei Tage später in den Regionalzug. Für die Unterhaltung zwischen Forchheim und Nürnberg fühlten sich sechs junge Männer im roten Bayern-Trikot zuständig. Takt und Melodie gab der tragbare CD-Spieler vor und die Männer versuchten mit ihrem Gesang, damit Schritt zu halten. Leider reicht Lautstärke allein nicht aus, um fehlenden Rhythmus und mangelhafte Textkenntnisse auszugleichen. Das störte die sechs Jungs jedoch nicht, sie prosteten sich eifrig zu und ließen die leeren Bierflaschen gleich unter den Sitz kullern. Ob sie es bis München geschafft haben, das entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.

Auf der Strecke zwischen dem Nürnberger Hauptbahnhof und dem Museum für Kommunikation rollkofferte eine Frau, ich überlegte gerade, ob sie wohl das gleiche Ziel wie ich – doch nein, sie blieb am Hotel stehen und kramte. Ich ging also weiter, schaute am Opernhaus auf den Spielplan, da kam sie doch hinterher und ging ebenfalls die Treppen nach oben, die ins Museum für Kommunikation führten und somit zur „denkst“, einer Konferenz für Blogger. An der Anmeldung gab es Aufkleber mit Namen und zugehörigem Blog. So konnte jeder sehen, mit wem er es zu tun hatte. Zwischendrin wurde getwittert und gehashtagt, was das Zeug hielt. Was wie Unaufmerksamkeit anmuten mag, hat bei mir aber durchaus einen praktischen Hintergrund: Jetzt, so im Nachhinein, kann ich auch bei denen gucken, mit denen ich nicht sprechen konnte – es waren einfach viel zu viele tolle Frauen dort – was sie im Netz so machen, was sie antreibt, was ihnen gefällt und wie es ihnen geht. Prima.

Die „denkst“: Da denkst du, oder vielmehr ich, dass ich schon so viel weiß und kenne und werde glücklicherweise immer wieder angenehm überrascht, dass die Welt noch viel bunter ist. An diesem Tag kam ich kaum zum Denken, auch wenn der Titel der Konferenz dazu aufforderte. Es gab so viel an Informationen, Gesprächen und Vorträgen, dass ich in den kommenden Tagen noch etwas sortieren werde, welche Infos für mich nun wichtiger waren – und was ich erst einmal weniger berücksichtigen werde:

Sophie Lüttich (BerlinFreckles) erzählte über Fundraising und was Blogger davon lernen können.

Andrea Reif (dieAnderl) referierte darüber, welche Rolle Blogger im Rahmen des Content Marketing bei Unternehmen spielen.

In der Diskussion auf dem Podium ging es darum, das sich mit Produktproben und Mehrwert keine Miete zahlen lässt.

Thorsten Ising (Thorsten-Ising) zeigte, woher Blogger wissen können, was Leser lesen wollen.

Julia Hubinger (MamaSchulze): Chaos ist Leben und Leben ist Chaos. Sie erzählte nicht nur, sie las aus ihrem wirklich berührenden Buch vor, das im September erscheinen wird.

Svenja Walter: (meineSvenja) Wenn der Blog zur Marke wird.

Ich habe viele unglaublich tolle Frauen getroffen, einige Männer waren auch dort, aber sie waren eindeutig in der Minderheit. Etliche Kinder liefen vergnügt umher und störten überhaupt nichts und niemanden. Ich würde sagen, die „denkst“ wird mir noch eine Weile zu denken geben. Und das ist gut so. Ein dickes Dankeschön also auch an die beiden Initiatoren, Susanne Hausdorf (ichlebejetzt) und Sven Trautwein (Zwillingswelten)

Am Ende des Tages fuhr ich mit dem Zug wieder nach Hause, neben mir eine junge Frau mit Kopfhörern und hinter mir zwei giggelnde Teeniemädchen. Wir wechselten ein paar Worte miteinander, dann stieg erst die junge Frau aus, eine Station weiter die Teeniemädchen. Langsam wurde es ruhiger – und zu Hause konnte ich den Abend mit einem Steinbier auf dem Sofa ausklingen lassen. Ich mag Gemeinschaft sehr, umso mehr, wenn es so liebenswerte Gemeinschaft ist, wie ich sie auf der „denkst“ erlebt habe. Aber ich mag es auch, wenn ich frisch gefüllt mit neuen Eindrücken ganz allein auf dem Sofa liegen kann.

Moskau: Stadtrundfahrt und Kreml

Moskau ist schon beeindruckend. Hier wird geklotzt, nicht gekleckert. Obwohl, als ich die Laternenmasten gesehen habe, an denen auch die Oberleitungen für die Busse hängen, war ich nicht so sicher: Dort war die Rostschutzfarbe so dick aufgetragen, dass die Farbkleckse eingetrocknet hängen blieben.

Das auf dem Gelände des Kremls fast nur Kathedralen stehen, wusste ich nicht. Gut, es gibt dort auch den Kremlpalast, den Senatspalast und das Arsenal, aber vor allen Dingen ziemlich viele Kathedralen. In dieser, der-Mariä-Entschlafens-Kathedrale war kaum mehr Platz, so viele Särge standen innen herum. Von einem war wohl Napoleon ganz beeindruckt: Als er den mit Silber beschlagenen Sarg räubern wollte, drohte ihm die Leiche mit dem Finger. Also ließ er die Finger davon.

Auf dem Roten Platz wird eifrig geputzt und hergerichtet, schließlich soll am 9. Mai hier standesgemäß paradiert werden.

Vor dem Reiterstandbild von Marschall Shukow teilte ein Mann schwarze und weiße Luftballons aus: „Vergesst Odessa nicht“: Vor drei Jahren gab es Auseinandersetzungen zwischen russischen und ukrainischen Demonstranten in Odessa, bei denen 48 russische Menschen ums Leben kamen und mehr als 200 verletzt wurden. In Odessa selbst war der Platz gesperrt, an dem das damals passierte.

Die Stadt ist groß, die Entfernungen sind riesig. Ich bin jedenfalls angemessen beeindruckt und jetzt ziemlich pflastermüde. Morgen geht es weiter.

 

Regentag ist Museumstag #Perlenfischen

Für einen kalten und regnerischen Samstag ist ein Besuch im Museum genau das Richtige. Schon der Gang durchs Städtchen zeigt: Hier ist Provinz. Alle Geschäfte sind längst geschlossen, die Stühle der Wirtschaften stehen zwar draußen auf dem Bürgersteig, sind aber leer und unbesetzt.

Das Museum ist in der Forchheimer Kaiserpfalz.

Im Erdgeschoss sind große Räume, die nicht nur die Sonderausstellung rund um das Osterei beherbergen, hier finden gelegentlich auch andere Veranstaltungen statt. Da der Ostereiermarkt in diesem Jahr bereits Geschichte ist, sitzen leider keine Ostereiermalerinnen mehr im Gemäuer. Dafür gibt es eine ganze Menge Ostereier in großen Vitrinen zu sehen: Vorne sind die Ostereier der diesjährigen Künstler, im hinteren Raum sind weitere Vitrinen mit Ostereiern. Es sieht so aus, als ob jeder Aussteller für jedes Jahr ein Ei für die Dauerausstellung liefern musste. Die Eier sind nummeriert, damit jeder nachgucken kann, wer welches Ei bemalt hat.

In weiteren Vitrinen sind Ostereier aus einer Sammlung. Die Sammlerin hat sie dem Museum geschenkt, das Museum stellt sie aus.

Links ein solcher Block mit Vitrine drin, der Blick auf die wunderschöne Fensterbemalung wird leider etwas versperrt.

Ich gehe eine Treppe nach oben und komme in die archäologische Sammlung. Große massive Blöcke stehen in den Räumen, wie Aquarien sind ebenfalls Vitrinen darin eingefasst. Dort liegen einige wenige Reste, das, was aus der Steinzeit, der Bronzezeit und den Kelten so übrig blieb. Viel ist es leider nicht. Ein Berg Rucksäcke liegt im Weg, die gehören allerdings nicht zur Ausstellung, sondern den Kindern, die einen Raum weiter lauschen.

Ein Skelett im Glaskasten

Am Boden steht ein Glaskasten mit einem Skelett darin, um diesen drängen sich die Kinder. Eine Frau erzählt, dass die Frau erschlagen wurde.  Alle Kinder waren sichtlich beeindruckt und hörten mucksmäuschenstill zu, eines wollte wissen, ob die Frau etwas davon gemerkt hat. Vielleicht hat sie Wein oder etwas anderes zur Betäubung gekriegt, mutmaßt die Erzählerin. Dann hat sie wohl nicht so viel davon gemerkt, sagt sie zur Beruhigung der Kinder. Doch diese lässt das Thema nicht so schnell los, sie stellen immer wieder neue Fragen.

Modell der keltischen Besiedlung

Ich vertiefe mich in der Zwischenzeit in ein Modell: Die kleinen Häuschen zeigen, wie einst die Kelten auf dem Walberla gewohnt haben könnten. Im Nebenraum läuft in Endlosschleife ein Film über den Staffelberg und dessen keltische Besiedlung. Doch irgendwann packten die Kelten ihre Siebensachen zusammen und verschwanden irgendwohin.

Gut 1300 Jahre später befahl Karl der Große die Errichtung von 14 Slawenkirchen an Main und Regnitz, erfahre ich weiterhin. Aber auch hier weiß niemand genau, wo diese Kirchen gestanden haben könnten.

Auf einer alten Nähmaschine wurden früher fränkische Trachten genäht.

In kleinen und dunklen Nebenräumen sind alte fränkische Trachten ausgestellt. Auf Schildern steht jeweils Name und Herkunft der ursprünglichen Trägerin, ebenso der Name des Spenders. An den Wänden erklären Bilder die einzelnen Bestandteile der Tracht, aber alles ist so eng und dunkel, dass ich nicht lange bleiben mag.

Für heute reicht es mir, auch wenn das Museum noch über die Zeit Forchheims als Kaiserpfalz und über die Wahl des ersten deutschen Königs bis in die Zeit der fünfziger Jahre berichten kann. Im gegenüberliegenden Kapellchen ist noch eine Ausstellung über Osterkrippen, doch als ich die Tür öffnen will, ist leider schon abgeschlossen. Schade.

Bis auf die Kindergruppe, die dort offensichtlich einen vergnüglichen Geburtstag verbracht hat, waren kaum Besucher im Museum. Leider gibt es auch kein Cafe, in das ich mich setzen konnte.

Wer also einen ruhigen und ziemlich ungestörten Nachmittag zwischen Lanzenspitzen aus der Keltenzeit, fränkischen Trachten und anderen Exponaten verbringen möchte, ist hier genau richtig.

Verbunden mit: Museumsperlen. Eine Blogparade zum #Perlenfischen

In der fränkischen Seenlandschaft unterwegs

Gestern war Zeit und Gelegenheit, das Fahrrad aus dem Keller an die frische Frühlingsluft zu holen. Für die erste größere Tour haben wir den Altmühlsee und den Brombachsee ausgesucht, schließlich wollten wir erst einmal probieren, wie gut wir noch fahren können. Auf Bayern zwei kam unterwegs die Meldung, dass der Englische Garten in München ab jetzt sowohl für Engländer als auch für englische Hunderassen gesperrt sei. Die Absurdität ließ uns schmunzeln, war doch gestern – richtig: der erste April.

Am Altmühlsee angekommen, wollte der Mitbewohner zunächst einen Teil des Proviantes futtern, damit er diesen nicht auf das Fahrrad packen und als Gepäck transportieren muss. Wir fanden eine freie Bank, auch wenn sich drei Meter vor dieser ein Pärchen auf einer Decke gemütlich gemacht hatte. Der männliche Teil dieses Pärchens krempelte die Hosenbeine hoch und stiefelte halbwadentief ins Wasser: Boah, zehn Grad, ey. Zwei Würstchen, zwei Möhrchen, zwei Frikadellen und zwei Brötchen später fuhren wir los.

Die Menschen waren in ihrer ganzen bunten Vielfalt auf fast ebenso vielen unterschiedlichen Gefährten auf dem drei Meter breiten Radweg unterwegs: Wir sahen Liegeräder, Fahrräder mit und ohne Elektroantrieb, Menschen auf Rollschuhen und Inline-Skates, Menschen zu Fuß und in Fahrradrikschas. Während manche fast unhörbar fuhren, surrten die Mountainbikes mit ihren Stollenreifen wie ein wütender Bienenschwarm.

Auf der Vogelinsel strolchten Männer mit dicken Objektiven und Ferngläsern herum, kamen aber auch nicht näher an die Vögel heran als sämtliche anderen Besucher auch.

Kurz bevor wir den Ausgangspunkt unserer Fahrt um den Altmühlsee erreichten, gönnten wir uns ein Hefeweizen an einer der vielen Imbissmöglichkeiten, die so rings um den See ihre Bänke und Stühle bereits entstaubt und ins Freie geräumt hatten. Am Tisch vor uns schwärmten die Frauen von Speyer: „Dort kannste des Auto beim Ikea stehen lassen und überall toll feiern“.

Überhaupt: Der Altmühlsee ist nicht nur großartig mit Imbissbuden, sondern auch mit Toilettenanlagen bestückt. Gefühlt stand an jedem Kilometer mindestens eine. Da uns die 12 Kilometer, die der Rundweg um den See führte, noch nicht genug waren, fuhren wir bis zum Brombachsee. In Absberg gab es erst Kaffee, Erdbeer- und Windbeutelkuchen, dann begaben wir uns auf den gut 20 Kilometer langen Rundweg. Auf dem Damm überholen wir junge Leute, die alle ein Geschirr und große Karabinerhaken auf dem Rücken tragen. Aber wozu? Hier gibt es doch nichts zu klettern? Doch es hängt ein Seil quer über den kleinen Brombachsee – und über diesen ließen sie sich gleiten. Es surrte dabei wie ein kleiner Motor. Ein Fahrradfahrer kam vorbei und monierte, an seine Begleiterin gewendet: „Wennse auf der anderen Seite noch so’nen Turm gebaut hätten, dass de wieder rüber kannst, aber so?“ „Ich hoffe, dass die alle festgeschnallt sind“, versicherte eine Mutter ihrem Kind.

Über weite Strecken hinweg dürfen Fußgänger und Fahrradfahrer auf unterschiedlichen Wegen fahren. Als es ein kleines bisschen bergauf ging, stiegen wir ab und schoben die Räder. Eine Gruppe Radfahrer überholte und eine Frau rief uns zu: „Ich empfehle Elektro“. Mag sein, dass ich damit leichter fahren könnte, doch will ich das wirklich? Ich war ganz froh, dass ich – Anstieg sei Dank – auch ein paar Schritte laufen konnte. Nunja. Das sollte jeder für sich entscheiden dürfen.

Irgendwann führte der Weg an einem militärischen Sicherheitsgelände vorbei. Zwei Kinder standen am Zaun und warfen etwas darüber. Was machen die da? Wir kamen näher – und sahen, dass eine Rotte junger Wildschweine hinter dem Zaun stand. Sie warteten darauf, dass ihnen trockenes Brot und andere Leckereien über den Zaun geworfen oder durch die Maschen gesteckt wurde. Ein kleines Stückchen weiter hing ein Schild am Zaun: „Füttern verboten“ und ein Ministerium warnte vor der Schweinepest. Es sah allerdings nicht so aus, als würde sich jemand davon beeindrucken lassen.

Kurze Zeit später erreichten wir das Auto und packten die Fahrräder hinten auf den Fahrradträger. Gut war es.

Strom in Zypern #Rostparade

Strom wird in Zypern mit Erdöl erzeugt. Besonders in den abgelegenen Ortschaften brummen dafür kleine und kleinste Kraftwerke. Ich folgte im Kloster Apostolos Andreas einer der vielen Katzen, das Dröhnen hinter den rostigen Türen machte mich neugierig.

Warum der Strom in Nordzypern nicht via Photovoltaik erzeugt wird, obwohl es hier recht sonnig ist, das erschließt sich mir nicht. Solche Kraftwerke und der dazu nötige Kraftstoff kosten doch auch etwas…

Hinter den rostigen Türen dröhnte es laut.

Hach. Da steht ja drauf, was drin ist: Electric.

 

Kleines rostiges Detail. Sicherheit sieht anderes aus.

Ums Eck steht noch was. Auch sehr rostig.

Guck an. Damit wurde auch einmal Strom erzeugt.

 

Verbunden mit: Frau Tonaris Rostparade. Dort gibt es noch viele andere rostige Schönheiten zu sehen.

Was übrig bleibt

Archäologische Funde in einem Museum

Die Überreste der Nekropole von Salamis

Der heilige Barnabas.

Eine Kirche aus der Zeit der Venezianer in Famagusta

Römische Ruinen von Salamis

Was wohl einst von uns bleiben mag, so nach fünfhundert oder noch mehr Jahren? Nicht viel.

Skurriles in Zypern

Der heilige Andreas war hier. Er kam auf einem Schiff nach Nordzypern, ließ anlegen, klopfte mit dem Stock auf einen Fels und – siehe da: Es sprudelte heilkräftiges Wasser heraus. Er wusch damit dem einäugigen Steuermann des Schiffes die Augen aus (er war auf einem Auge blind) und – noch einmal siehe da: Er konnte wieder auf beiden Augen sehen. Und so flitzten alle Reisenden nach unten zur tröpfelnden Quelle, wuschen Gesicht und Knie, füllten gar das heilkräftige Wasser in ein Fläschchen ab.

Das soll heilkräftiges Wasser sein. War es jedenfalls, der Sage nach, so vor rund 2000 Jahren.

Auf Nordzypern laufen wilde Esel herum und ärgern die Landwirte. Also wurden die Esel in ein Naturschutzgebiet gesperrt und werden – sie haben ja immer noch Hunger – von den Touristen gefüttert. Das hat gleich dreierlei Vorteile: Die Esel sind so satt, dass sie nicht mehr an den Feldfrüchten der Bauern naschen, die Bauern können die Möhren zu einem wahrhaft güldenen Preis an die Touristen verkaufen und die Touris kurbeln die örtliche Wirtschaft an. Man hat ja sonst nichts.

Nordzypriotischer Wildesel. Er streckt nicht etwa die Zunge heraus, sondern knabbert an einer Möhre

So ein Bett ist schon eine haltbare Angelegenheit, wenn es denn aus Metall geschmiedet und mit Brettern belegt ist. Eines sahen wir im Geäst eines Baumes. Das habe der Hirt dort oben befestigt, damit er seine Herde bequemer im bl

 

Nikosia: die geteilte Stadt

Eine Friedenstaube kurz vor dem Grenzübergang von der griechischen auf die türkische Seite Nikosias

Heute waren wir in Nikosia unterwegs, erst auf der türkischen, dann auf der griechischen Seite.

Nicht parken. Schon klar. Ich nehme mal an, es ist der Besitzer des Plätzchens. Oder?

Jihad an then she hadn’t. Auch hier: alles klar 🙂

Blick von der griechischen auf die türkische Seite Nikosias. Das Land dazwischen: Wüstes Niemandsland.

Es gibt so Dinge, die lassen sich nur mit dem richtigen Kraut ertragen.

 

Nicht jeder Schirm ist ein Rettungsschirm: Über einer Gasse im türkischen Teil der Stadt.

Türkische Nikosianer über ihre Handys gebeugt.

 

 

#Mein Tag ohne mich

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade „Ein Tag ohne mich“ von #femnetz. Hashtag ist #MeinTagohnemich

Würde ich am Internationalen Frauentag, also heute, meine Arbeit verweigern und im Bett liegen bleiben, würde nichts passieren. Ich arbeite freiberuflich, muss aber für heute keinen Text fertig schreiben. Da das jüngste Kind schon groß ist, kann es sich selbst versorgen, auch die Wäsche mault nicht, wenn sie länger liegen bleibt.

Überhaupt sehe ich die Hausarbeit nicht als das an, was sich grundsätzlich nur von Frauen erledigen ließe. Ich kann Dinge gut liegen lassen und bestehe auch nicht darauf, dass es nur die eine Art gibt – nämlich meine – wie Dinge erledigt werden müssen. Das musste ich allerdings auch erst lernen. Der Mensch ist ja grundsätzlich nicht nur ein Gewohnheitstierchen, sondern auch eines, das viel durch Nachahmung lernt. Bekommt also ein Mädchen vorgelebt, dass die Mutter für alles sorgt, ja, was wird sie wohl lernen?

Wer hat eigentlich den Frauen beigebracht, dass sie für diese dämliche Hausarbeit allein zuständig sein sollen? Das kam doch nicht so von allein, so qua göttliche oder wie auch immer Eingebung? Nein, kam es nicht. Es war eine großangelegte Werbekampagne, die den Frauen erzählte, welche Aufgaben sie denn als Hausfrauen hätten, wie sie für Wäsche, Kinder und den aushäusig arbeitenden Ehemann zu sorgen hätten. Das alles geschah zu einer Zeit, an die wir uns nicht mehr erinnern können, weil keiner mehr lebt: So lange ist das her – und so sicher sitzt das. Dabei betraf das nur eine geringe Schicht an Frauen. Wer zu dieser Zeit einen Ehemann hatte, der in der Fabrik oder in einer Grube schuften musste, der hat mitgearbeitet, die Kinder ebenfalls in vielen Fällen. In der Autobiografie „Meine Jugend“ von Hans Marchwitza sind Skizzen aus dem Leben von Arbeiterfamilien zu lesen, bei denen schon die Kinder sehr jung mit unter Tage arbeiten mussten.

Was Frauen gelernt haben, das können sie aber auch wieder verlernen. Dafür müssen sie nur aufhören, dass sie selbst diejenigen sind, die wissen, wie alles geht. Kann schon sein, dass dann Wäsche anders gewaschen und vielleicht ungebügelt getragen wird. Na und? Aber dann müssen sie auch ertragen, dass der Mann vielleicht das Waschbecken ungeputzt lässt. Vielleicht lassen sie zum Ausgleich dafür die dreckigen Kaffeetassen stehen.

Aber was mir noch einfällt: Eigentlich sind ja die Männer zu bedauern. Die Männer, die in ihrem ganzen Leben nie geschafft haben, sich von der Mama zu lösen. Setzen sie sich, längst über 50 Jahre alt, auf die Eckbank in der elterlichen Küche, dann warten sie nur darauf, dass das Abendbrot aufgetischt wird – statt selbst zuzupacken. Die Männer, deren Mutter immer noch einmal im Monat vorbeikommt, ihnen das Bett frisch bezieht und den Boden putzt – statt selbst für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen.

Sicher, entlassen Mütter ihre Kinder in die Selbstständigkeit, haben sie keine Kontrolle mehr über diese. Dann wird womöglich die Schule geschwänzt, werden die Hausaufgaben vergessen und statt dessen lieber endlos gespielt. Ja und? Solange die Mütter die Verantwortung für ihre – irgendwann auch erwachsenen Kinder – übernehmen, können sich diese zurücklehnen. Und da der Mensch ein bequemes Tierchen ist, bleibt das auch so. Es sei denn, wir verweigern die Arbeit. Dann aber für immer.

Der Flur #Frapalywo

Ein Hausflur in einem alten Bauernhaus.

Der Flur:

Nicht mehr außen,

noch nicht innen

ist der Flur ein Lager

für sechs Jacken,

zwölf Paar Schuhe,

eine Rennmaus,

das Katzenklo,

drei Regenschirme,

den Korb mit leeren Flaschen.

Suche ich nach dem zweiten Handschuh,

finde ich die vertrockneten Träume aus dem Vorjahr.

Verbunden mit: Frau Paulchen – der Flur.