Die achte und neunte Rauhnacht

Die achte Rauhnacht: Geburt des neuen Jahres

Die Zeiten ändern sich? Ach was. Auch im neuen Jahr geht alles wie gewohnt weiter. Die Zeit ist nur eine Erfindung, etwas, mit der wir Menschen kapiert haben, dass alles einmal ein Ende hat.

Jetzt sind wir aber nicht mehr bereit, das Ende anzuerkennen oder es gar zu sehen: Wir schieben es ab, an den Rand, in den Wald, dorthin, wo alles gleich-gültig zu sein scheint. Dabei ist die Idee der Zeitlosigkeit, des Zeitlosen, der Aufgehobenheit der Zeit keine neue: In Klöstern sangen einst die Chöre ohne erkennbares Metrum, damit die Menschen, die dem Gesang lauschten, meinten, sie seien zeitlos im Himmel.

Denn die wirkliche Welt dreht sich einfach weiter. Auf den Winter folgt der Frühling, nach der Nacht kommt der Morgen, Mittag, Abend. Heutzutage soll ja alles zeitlos sein, nichts darf an ein mögliches Ende erinnern, alles soll so bleiben, wie es einst war und vor allen Dingen, wie es war, als derjenige jung und schön war – oder sich dafür hielt.

Die neunte Rauhnacht: die heilige Katharina – Segenslicht

Im Traum gehe ich eine schmale Straße entlang, gesäumt von alten und hohen Häusern. An einer Ecke ist ein verwilderter Garten mit Stauden. Ich gehe weiter und die Fenster der Häuser stehen alle offen. So kann ich sehen, dass hier niemand wohnt, dass alles leer ist. In eines der letzten Häuser gehe ich hinein, schaue von oben aus dem Fenster und sehe auf einen Fluss, der breit im Sonnenschein glitzert.

Wieder nach unten zurückgekehrt, führt die Straße durch einen Torbogen und mündet auf einer Brücke, die wohl kurz vor dem Abriss steht: Die Bagger warten bereits und scharren ungeduldig mit ihren Schaufeln.

Hinter mir erklingt Musik: Ich höre Trommeln, Schellen, Querflöten. Jemand, den ich nicht kenne – vielleicht ist es ja das neue Jahr? – überquert die Brücke, kommt mir entgegen und fragt mich etwas. Wir gehen den Weg, den ich gekommen bin, jetzt gemeinsam zurück, begleitet von den kraftvollen Klängen der Musik. Die Sonne scheint tief in die Häuserschlucht hinein und färbt alles golden.

Ein Narr tanzt vor uns, zaubert Blumen in die leeren Fenster und zieht mich zu dem verwilderten Garten: Jetzt scheint die Sonne auf Indianernesseln, Rittersporn, Sonnenblumen, Bartnelken, Rosen, alles wächst und ist von grünem Gras umgeben. „Das ist alles deins“, sagt der Narr – und entschwindet.

Die sechste und siebte Rauhnacht

Sechste Rauhnacht: Festtag der heiligen Familie – Bereinigung

Im Traum habe ich einer alten Tante geholfen, ihre Wohnung auszuräumen. Dabei lebt die Tante bestimmt zehn Jahren nicht mehr.

Versöhnung. Warum heißt es eigentlich Versöhnung und nicht Vertöchterung? Sind es nur die Söhne, die sich streiten – und dann wieder vertragen müssen, vertragen, weil der Vater es so befiehlt?

Ich will mich nicht versöhnen. Jedenfalls nicht mit denjenigen, die alles unter einem Schwall leerer Worte verstecken, ihre Sehnsüchte, ihre Wünsche, ihre Liebe. Die, die mit der Liebe zu anderen doch nur die Liebe zu sich selbst meinen und versuchen, andere Menschen mit wohlklingenden Worten dazu zu bringen, ihren Willen zu erfüllen.

Wer seinen Wunsch nicht aussprechen kann oder darf oder will – dem sollte er verwehrt bleiben. Nein, ich will nichts mehr unter klebrig-süßen Eierkuchen begraben, mich versöhnen oder vertöchtern, nur damit wieder Ruhe im Haus ist, Friedhofsruhe. Es gibt keine Schuld, nur weil jemand seine Wünsche ausspricht.

Manchmal scheint nur wenig Licht durch…

Siebte Rauhnacht: Silvester – Vorbereitung auf das Kommende

Ich bin früh aufgewacht – habe jedoch nicht geträumt.

Inzwischen lagen fast alle Blätter auf dem Boden. Sie kroch unter den Tisch, sammelte alles auf und entdeckte dabei unter der Heizung das leere Nutellaglas, in dem der Löffel noch steckte. In der Ecke saß eine Spinne mit ihren dünnen Beinen und ihre waren viel zu fett, fand sie und versuchte, mit beiden Händen einen Oberschenkel zu umspannen. Ging nicht, schon lange nicht mehr, auch wenn er beteuerte, er hätte lieber etwas in der Hand als nur Haut und Knochen.

Sie strich über die letzten Blüten, die noch auf ihren Stängeln in der Vase standen und ein Staubregen schwebte zur Tischdecke, ließ sich neben Brotkrümeln, Katzenhaaren, Wurstpelle, Käsestanniolpapier, zwei Centstücken und einem Haargummi nieder. Alle hinterließen ihr die Reste, die Überbleibsel, das, was sie nicht mehr brauchten.

In der Brotdose lag eine angebissene Stulle, sie nahm sie heraus und aß sie auf, nachdem sie sich vergewissert hatte, dass kein Schimmel darauf gewachsen war.

Mama macht das schon.

Sie lachte auf. Diesen Satz hatte ihre Mutter einst tatsächlich gesagt, ihn so oft gesagt, dass sie als Kind wütend über ihn wurde, weil sie spürte, was tatsächlich gemeint war:

Du bis doch zu klein, zu doof und blöd.

Deswegen konnte sie bis heute nicht kochen und hätte doch so gerne die Fäden in der Hand gehabt, die richtigen, nicht nur die restlichen, die ihr die anderen nur deshalb überließen, weil sie diese damit entsorgen konnten.

Die Indianernessel im verblühten Strauß duftete noch immer leise nach Sommer, wenn sie über die trockenen Blüten strich. Doch die Stängel in der Vase waren schwarz und als sie den Strauß aus dem Wasser hob, tropfte es schwer und faulig zurück.

Versunkenes Schiff und verrostete Kriegsmaschinen #Rostparade

Das Schiff von Kyrenia

2300 Jahre alt ist das Schiff, das einst zwischen Zypern und Anatolien mit Wein gefüllte Amphoren transportieren sollte. Heute ist es in Kyrenia, dem heutigen Girne in Nordzypern, zu finden. Dort steht es in einem Teil der Festung konserviert, schließlich wurde es in der Nähe der Stadt gefunden und von amerikanischen Unterwasserarchäologen 1969 geborgen. Aus dem harten Holz der Aleppokiefer gebaut, überstand das Gerippe des Frachtenseglers die lange Zeit unter Wasser. Getreidemühlen, Weinamphoren und Mandeln waren an Bord.

Ein rekonstruierter Teil des Schiffes, mit einigen der Amphoren gefüllt.

Obendrüber ist die gewaltige Festung: Von den Byzantinern im 7. Jahrhundert auf römischen Überresten erbaut, wurde sie von den wechselnden Herrschern immer wieder um- und ausgebaut. Die Engländer nutzten sie als Gefängnis. Inzwischen darf sie besichtigt werden. Von den zwanzig Meter hohen Mauern kann man gut auf den kleinen Hafen gucken, der sich wie ein Hufeisen in die Bucht schmiegt.

Hafen von Girne

Oben auf den Festungsmauern sind allerdings auch Überreste mörderischer Maschinen. Von hier hatten die jeweiligen Festungsinhaber eben auch einen guten Überblick.

Verrostete Halterung für ein Maschinengewehr.

Auf der anderen Seite der Festung ist noch eine Halterung für ein Maschinengewehr zu sehen.

Hoffen wir, dass diese nie wieder benötigt werden. Aber vermutlich würde ein nächster Krieg ohnehin mit anderen Waffen geführt.

Verbunden mit: Frau Tonari und der Rostparade. Dort sind noch viel mehr rostige Bilder zu bestaunen.

 

Die fünfte Rauhnacht

Die fünfte Rauhnacht: Thomas – Tag der Freundschaft

Im Traum habe ich irgendwelches Einhornzeug gesucht, kann mich aber nicht mehr daran erinnern, ob ich was gefunden habe.

Liebe I.!

Du hast einmal gesagt, als ich dich nach langer Zeit wieder besucht habe, dass du deine Patenkinder – also auch mich – ganz besonders in dein Gebet und Herz einschließt. Immer.

Vielen lieben Dank dafür. So fand ich immer den Mut – und wenn es nach Jahren war – dein Hoftor zu öffnen, zur Haustür zu gehen, auf die Klingel zu drücken. Kamst du dann an die Tür, habe ich dich bestimmt mehr als einmal gefragt, ob du mich überhaupt noch kennst. Doch du hast mir nie einen Vorwurf gemacht, ein: Du hast aber lange nichts mehr von dir hören lassen. Immer gab es bei dir ein wirklich herzliches, ein uneingeschränktes Willkommen.

Diese Liebe, die du mir und deinen anderen Patenkindern geschenkt hast, die war ein wahres Geschenk, ganz ohne Bedingungen. Sie war nie an eine Verpflichtung geknüpft, an ein: Das gehört sich so.

Je älter ich werde, umso mehr spüre ich, wie kostbar dieses Geschenk an mich, an alle, war – und weiß mich immer wieder aufs Neue getragen. Dass du diese Sicherheit geben konntest, dass ich immer und jederzeit und in jeder Verfassung willkommen sein konnte, bei dir zu Hause wirklich zu Hause war, dafür möchte ich dir heute danken.

Die vierte Rauhnacht

Die vierte Rauhnacht: Tag der unschuldigen Kinder – Tag der Auflösung

Der heutige Traum entfloh so schnell, dass mir noch nicht einmal ein Zipfel übrig blieb. Was solls.

Retten wir mal das Abendland, dachte sich Noah, als die Erdkappenpole schmolzen und das Wasser stieg. Von dem, was einst Niederlande waren, war nichts mehr zu sehen, die wenigen Berge ragten nur noch als einzelne Inseln aus der unendlichen Weite des Meeres. Still kräuselten sich die Wellen und die Fische schwammen durch die Fenster der versunkenen Häuser und wunderten sich über allerlei Dinge, die sie darin fanden.

Hier ließ sich keine Arche mehr bauen, stellte Noah fest und zog weiter, weiter bis zum Teutoburger Wald: Auch schon unter Wasser. Noah seufzte. So wurde das nix. Er sah die vom Wasser unterspülten und gefesselten Bäume – die Tannen und Buchen, die Lärchen und einige Eichen wild durcheinander liegen auf dem Grund des Sees. Noah seufzte noch einmal. So wurde das wirklich nix. Aber in ausreichend langer Zeit würde aus diesem jetzt noch grünen Holz wieder Torf und Kohle und Brennmaterial, mit dem sich künftige Eiskappen auch wieder schmelzen lassen würden.

Mir doch egal, ob alles überschwemmt wird. Ich kann schwimmen, dachte sich die Möve.

Jede nur mögliche Mahnung hatten die Menschen des Abendlandes großzügig ignoriert. Noah erinnerte sich: Zwar waren die rußgeschwärzten Himmel über Essex und dem Ruhrgebiet längst wieder so blau, wie sie strahlender nicht sein konnten, doch dafür gab es Feinstaub und Asbest und Chemikalien mit Namen, die kein Mensch fehlerfrei aussprechen konnte.

Nach einem Gespräch mit dem Menschen war Noah genervt. Das Problem war, dass die geistige Evolution scheinbar der Technik nicht hinterherkam: Zwar verdoppelten sich die Leistungen der Computer alle Nase lang, doch die Konzentration der Menschen hielt nicht Schritt. Konnten Automaten vieles auf einmal erledigen, musste der Mensch immer noch eines nach dem anderen machen. Und das dauerte. Und deswegen gab es trotz immer mehr Technik überall immer weniger Freizeit und während früher nach getaner Arbeit gut Ruhen war, mussten jetzt die zu Hause vorhandenen Geräte bedient werden. Wer hatte da noch Zeit, auf die Natur und die Umwelt zu achten. War doch über Jahrmillionen auch so gegangen und klar gekommen.

Nein, eigentlich ist es nun doch genug, dachte sich Noah und mit einer plötzlichen Entschlossenheit, über die er selbst erstaunte, knallte er die Tür der Arche zu, die er mit den letzten Bäumen aus den Alpen gezimmert hatte. Ich habe das Gefühl, dass der Mensch als solcher maßlos überschätzt ist, dachte sich Noah. Diesmal würde er ohne den Menschen abfahren. Alle Tiere waren schon an Bord, jedenfalls alle die, die es noch gab, weil der Mensch sie noch nicht ausgerottet hatte.

Und damit das Abendland noch zu retten war, mussten Adam und Eva diesmal draußen bleiben.

 

Die dritte Rauhnacht

Die dritte Rauhnacht: Johannes „Wünsche und Ziele“

Kein Traum in dieser Nacht, jedenfalls keiner, an den ich mich erinnern kann. Stattdessen habe ich gut durchgeschlafen.

Ja und? Wenn ich oben angekommen bin, geht es nicht weiter aufwärts, sondern wieder nach unten.

Ich will nichts Neues anfangen. Ich will nur weitermachen, weiterführen, das, was ich längst begonnen habe. Eine Jacke will ich fertigstricken, noch ein, zwei Paar Socken, etwas Nähen, etwas Schreiben, die Katzen streicheln, so wie immer.

Deswegen habe ich keine Ziele, kein höher, schneller, weiter, sondern ein: Weiter so. Ich, Meisterin der angefangenen Dinge, will lieber etwas zu Ende bringen.

 

 

Heute war ich beim Zahnarzt, Fäden ziehen lassen. Im Wartezimmer zischte eine Mutter ihren ziemlich großen Sohn an, dass er sich doch nicht einen solch teuren Anzug kaufen solle, nur für dieses eine Mal. Wann er den denn sonst tragen wolle. Auf einem Ball, antwortete er. Er wusste genau, was er wollte, da guckt er nicht so aufs Geld, entgegnete er ihr. Und sie zischte zurück, dass schon sein Hemd soviel gekostet hätte, wie andere für einen ganzen Anzug bezahlen.

Nun, immerhin hat dieser junge Mann ein Ziel, will sich einen (vielleicht seinen ersten) Anzug kaufen. Wofür auch immer, es ist ihm wichtig. Mama dagegen hatte ein etwas enges Top an und jeder konnte deutlich sehen, dass der BH zu klein gewählt war.

Die zweite Rauhnacht

Die zweite Rauhnacht: »Stephan«: Wer begleitet durchs Leben

Im Traum habe ich versucht, meinen Computer im Regal unterzubringen. Das hat dort genauso wenig wie in der Wirklichkeit funktioniert.

Fängt ein Kind an zu brabbeln, doppelt zum ersten Mal die beiden Silben Pa und Ma zu Pa-pa und Ma-ma, leuchten die Augen der Eltern. Das Kind genießt die Freude der Eltern so sehr, dass es dieses Wunder immer wieder hervorrufen will. Das gleiche passiert, wenn es sich zum ersten Mal auf die eigenen Füße stellt – und frei läuft.
Danach erlosch der Glanz der elterlichen Augen: Statt dessen hörten die Kinder immer wieder »Nein«, »Lass das«, bekamen gelegentlich einen Klaps auf den gepolsterten Windelpo oder auf die Finger.
Beide Kinder bekamen zu hören:
– Was auf den Tisch kommt, wird gegessen!
– Wenn die Erwachsenen reden, hältst du den Mund!
– Sitz gerade!
– Gib das schöne Händchen!
– Hast du auch »Danke« gesagt?
Sie mussten die feuchten Küsse der Großmutter auf den Mund ebenso ertragen, wie die knorrigen Finger des Großvaters auf dem Po.

Manche Monster tragen wir unsichtbar in uns.


Selbst wenn die Kinder irgendwann diese Sätze vergessen haben sollten, wirken sie weiter. Sie bleiben lebenslang in ihnen, eine lebenslängliche Begleitung, von der sie sich nur mühsam befreien können. Dazu gehören auch Sätze wie: »Lass mich das machen, das kannst du nicht!«. Sie bringen hervorragende Zeugnisse aus der Schule nach Hause, immer in der Hoffnung, die Augen ihrer Eltern wieder zum Leuchten zu bringen. Doch der Vater streckte den Zeigefinger, fand den Makel: »Und warum steht dort kein »sehr gut«?
Sie warteten. Warteten darauf, dass ihnen auch weiterhin im Leben jemand sagt, was sie machen sollen und ihnen eine Aufgabe überträgt, so wie die Mutter früher den Staubsauger: Das kannst du schon! Während jedoch der Bub diesen nach zwei Minuten Lärm zurück in die Ecke schob und dafür von der Mutter gelobt wurde, war es beim Mädchen anders. Sie Inspizierte sämtliche Ecken, übersah weder Krümel noch Staub und ließ die Tochter so lange saugen, bis sie nichts mehr finden konnte.

Die Kinder können diese Begleiter später nur dann verabschieden, wenn sie bereit sind, sie kennenzulernen: Das Tageslicht schrumpft Monster klein.

Danach sind sie frei.

Die erste Rauhnacht

Anastasia, »die Aufstehende«: Erhebe dich aus der Dunkelheit ins Licht.

Im Traum war ich unterwegs, irgendwo auf mir noch unbekannten Pfaden. Etwas rieselte weiß und wirkte wie Schnee, stellte sich jedoch zum Glück als Puderzucker heraus, mit dem – wer auch immer – die Geburtstagskuchen bestäubt hatte.

Die Basis. Basis für ein gelingendes Miteinander ist Vertrauen. Das gilt nicht nur für fremde Menschen, das gilt vor allen Dingen für das, was sich in der Familie selbst abspielt. Gibt es dieses nicht, wird es, nunja, schwierig.
Bei einem Teil der Sippe war und ist es üblich, über alle diejenigen zu reden, die gerade nicht anwesend sind. Diese haben keine Chance, nicht nur, weil sie nicht da sind, sondern auch, weil das, was erzählt und behauptet wird, nur selten mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Alles spielt sich in einem parallelen Universum ab, leider einem von der weniger angenehmen Sorte.
Dazu kam, dass nichts und niemand ernst genommen wurde und bis heute wird. Vielleicht lag es ja am System, in dem die Eltern aufgewachsen waren und lebten, vielleicht konnte niemand ernst genommen werden, der an die Planzahlen glaubte oder an das, was vom Politbüro verlautbart und anschließend in Leitartikeln veröffentlicht wurde. Die Menschen in diesem Land schienen zwei Gesichter zu haben, eines, mit dem sie zu Hause augenzwinkernd oder missmutig lebten, aßen, tranken, gelegentlich den Staub unter dem Teppich entfernten – und ein öffentliches. Mit diesem öffentlichen Gesicht guckten sie ernst, redeten ein wenig schnarrend und bewegten sich, als wären ihre Muskeln eingefroren. Es gab zwei Wirklichkeiten, in denen sich die Menschen wie selbstverständlich bewegten.
Kamen die Eltern von der Arbeit nach Hause, redeten sie von den Abwesenden, in diesem Fall den abwesenden Kollegen. Keiner von ihnen taugte in ihren Augen etwas, alle waren unmöglich, bekloppt, der Wortschatz an dieser Stelle eher beschränkt und nicht sehr variantenreich, ließ jedoch in seiner drastischen Deutlichkeit keinen Raum für Zweifel. Auch über die Kinder und Heranwachsenden im Ort wussten sie Bescheid: Aus dem oder der wird nie etwas, urteilten sie ab, das könne doch schließlich jeder sehen. Man müsse sich lediglich die Familie angucken.
Diese Aussagen machten sie jedoch nie öffentlich, sondern immer hinter sorgfältig verschlossenen Türen. Kam jemand in Hörweite, war das Benehmen vorbildlich und die Unterhaltung süß wie gezuckerter Kaffee.
»Aber Kinder, ihr könnt uns doch vertrauen!«, sagten sie zur Tochter und dem Sohn: „Ihr müsst nur lieb sein!«
Was sie jedoch darunter verstanden, hat sich den Kindern nie erschlossen. Jeder Versuch, mit dem diese ihnen beweisen wollten, dass sie etwas konnten, endete in einem Fiasko. Dass sie ihren Eltern heute nichts von dem erzählen, was ihnen wichtig ist, versteht sich.

Vertrauen. Manchmal ein Spiel mit dem Feuer.

Sie lernten, dass die Nachtraben, vor denen bereits die Urgroßmutter gewarnt hatte, wenn sie im Dunkel noch durch das Treppenhaus liefen, nicht zwischen den knorrigen Kronen der Obstbäume lauerten. Sie lebten mit ihnen unter einem Dach.

Es war ein langer Weg, bis wenigstens eines der Kinder begriff, dass es manchen Menschen trauen, vertrauen kann. Dass das, was diese sagen, auch das ist, was sie meinen. Selbst dann, wenn es ihren Standpunkt weder verstehen, noch teilen kann.

24 fröhliche Weihnachtsgrüße aus Franken


Huch, schon ist der ganze Advent fast vorbei – und Weihnachten steht dicht vor der Tür.  Selbstverständlich kommt alles wie jedes Jahr immer wieder völlig überraschend, ist ja klar.

Heute bin ich mit Türchen Nummer 20 des fränkischen Blogger-Adventskalenders dran: Zehn Blogger aus Franken haben sich zusammengetan, um unter dem Motto „Ein Weihnachtsgruß aus Franken“ bis Weihnachten jeden Tag tolle Preise zu verlosen. Mit dabei sind neben mir noch Anke von Mama geht online, Lena von Mini & Mami, Katharina von Kinderleute, Birgit von Birgit schreibt, Alicja von Wiktoria’s Life, Susanne von Ich lebe jetzt, Nadine von Mama und die Matschhose und Sabrina von Mintyanchor.

Heute könnt ihr bei mir etwas gewinnen, das es noch gar nicht gibt:

Anfang November haben wir ja in der Forchheimer St.-Gereon-Kapelle einen fränkischen Abend veranstaltet: Hier klicken zum Nachlesen.

Tja. Und im kommenden Jahr wird es wieder – mindestens einen – fränkischen Abend geben. Mit Musik, Geschichten und fränkischen Tapas. Für den nächsten fränkischen Abend verlose ich heute zwei Karten. Da ich aber noch nicht weiß, wann und wo genau dieser stattfinden wird, ist das für den Gewinner natürlich auch ein kleines Überraschungspaket. Aber es lohnt sich sowas von!

Wer also Spaß an fränkischen Geschichten auf fränkisch und fränkischer Musik hat – alles selbst geschrieben, gedichtet und komponiert, kann seinen Kommentar hinterlassen, auf dass die Glücksfee ihr Vergnügen hat.

  • Teilnehmen kann nur, wer mindestens 18 Jahre alt ist und eine deutsche Postadresse hat.
  • Die Gewinnspiel endet am Donnerstag, den 21. Dezember um 22 Uhr.
  • Unterstützt bitte Fränkische Tapas auf Facebook (kein Muss!)
  • Über den Gewinner entscheidet das Los.
  • Keine Barauszahlung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Viel Glück!

24 fröhliche Weihnachtsgrüße aus Franken

Heute bin ich mit Türchen Nummer 11 des fränkischen Blogger-Adventskalenders dran: Zehn Blogger aus Franken haben sich zusammengetan, um unter dem Motto „Ein Weihnachtsgruß aus Franken“ bis Weihnachten jeden Tag tolle Preise zu verlosen. Mit dabei sind neben mir noch Anke von Mama geht online, Lena von Mini & Mami, Katharina von Kinderleute, Birgit von Birgit schreibt, Alicja von Wiktoria’s Life, Susanne von Ich lebe jetzt, Nadine von Mama und die Matschhose und Sabrina von Mintyanchor.

Winterzeit ist Lesezeit: Draußen wird es früh dunkel, außerdem ist es oft kalt und nass. Was liegt also näher, als sich mit Buch und Tee aufs Sofa zu legen?

Während sich die meisten einfach ein Buch beim nächsten Buchhändler bestellen oder direkt dort einkaufen können, ist es jedoch für Gefangene nicht so einfach. Deswegen gibt es in jedem Jahr die Aktion „Ein Buch als Weihnachtsgeschenk“. In einer Liste stehen die Wünsche von Gefangenen, dahinter der Name und die Haftanstalt. Jedes Jahr wieder gestatte ich dem Verein Freiabonnements für Gefangene e.V., der hinter dieser Aktion steht, den entsprechenden Betrag für ein Buch abzubuchen und dieses demjenigen zu überreichen, der es sich gewünscht hat.

Die Löffel-ListeTja. Und je näher das Jahresende rückt, desto mehr beschäftigen sich viele mit den Dingen, die sie in diesem Jahr geschafft haben und sich im neuen Jahr vornehmen wollen. Das kann man machen, ja. Aber man sollte nicht vergessen, dass es wichtigere und weniger wichtige Dinge im Leben gibt. Dass ich hier nicht konkreter werde, liegt einfach daran, dass diese Dinge für jeden andere sind. In der „Löffel-Liste“ gibt es solche Geschichten zu lesen, 13 Geschichten von Dingen, die Menschen machen möchten, bevor sie den sprichwörtlichen Löffel abgeben. Eine Geschichte davon ist von mir – und eben dieses Buch möchte ich verlosen.

 

Schreibt mir also in die Kommentare, welcher Wunsch auf Eurer persönlichen Löffel-Liste so steht.

  • Teilnehmen kann nur, wer mindestens 18 Jahre alt ist und eine deutsche Postadresse hat.
  • Die Gewinnspiel endet am Dienstag, den 12. Dezember um 22 Uhr.
  • Unterstützt bitte Fränkische Tapas auf Facebook (kein Muss!)
  • Über den Gewinner entscheidet das Los.
  • Keine Barauszahlung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Viel Glück!