Unter der Laterne #Rostparade

Die Lomonossov-Universität in Moskau.

Oben auf den Sperlingsbergen hatten wir eine fantastische Sicht auf Moskau und auf die Lomonossov-Universität, ein riesiges Gebäude, von dem es heißt, dass darin so viele Räume sind, dass ein Mensch sein ganzes Leben darin verbringen kann. 50.000 Räume sollen es sein, ob es stimmt, habe ich nicht nachgezählt. Im Gebäude selbst ist alles zu finden, was zum Leben nötig ist: Es gibt Studentenzimmer, Kantinen, Friseur, Post, Schuhreparatur und sogar ein Polizeirevier. Wer mag, braucht hier wochenlang nicht aus dem Haus zu gehen.

Laterne in Moskau

Die Laternen sehen aus, als stammten sie aus der gleichen Zeit wie das Uni-Gebäude. An ihnen hängen nicht nur unglaublich viele Drähte, sondern auch die Oberleitungen der Busse. Was so lange an der freien Luft herumsteht und dabei Wind und Wetter ausgesetzt ist, das muss doch irgendwo Rost angesetzt haben.

Der Laternensockel.

Der Sockel ist dick mit Farbe bestrichen. Da wurde wohl eine Schicht über die andere gelegt.

Laternenmast.

Ich gucke etwas weiter oben: Hier wurde geklotzt und gekleckert: Die Farbe ist so dick aufgetragen, dass sie Nasen bildet.

Rost auf dem Laternenmast.

Doch dem aufmerksamen Auge entgeht nichts: Hier ist Rost zu sehen. Hurra. Ab mit ihm, in die Tonari’sche Rostparade.

Kanonenkugeln zu Pyramiden #Rostparade

Famagusta war 1571 die letzte venezianische Festung auf Zypern, die sich ganze elf Monate lang der osmanischen Invasion widersetzte. Am 1. August sicherte Lala Mustafa (nach ihm ist bis heute die Moschee in Famagusta benannt), den Verteidigern erst freies Geleit zu, nahm aber doch den venezianischen Statthalter Bragadin mitsamt Gefolgschaft fest. Marcantonio Bragadin wurde erst gefoltert, anschließend lebendig gehäutet und getötet. Die Haut wurde mit Heu gefüllt, mit einer Uniform bekleidet, auf einen Ochsen gesetzt und durch Famagusta getrieben. Mustafa Pascha schmückte seine Galeere mit dem Kopf Bragadins und den Köpfen der anderen venezianischen Befehlshaber und brachte diese nach Konstantinopel.

1580 zahlten die Venezianer ein hohes Lösegeld dafür, dass die Haut von Bragadin nach Venedig überführt werden und in der Kirche Santi Giovanni e Paolo bestattet werden konnte.

Die Kanonen und Kugeln in Famagusta sind aus ebendieser Zeit. Damals verfügte das osmanische Reich über die beste Kanonentechnik, schwärmt der Reiseführer. Waren doch die Mauern von Famagusta drei Meter dick und wurden letztendlich bezwungen.

Eine Ruine in Famagusta

Rostige Kanonen und Kugeln in Famagusta.

Rostige Kanonenkugeln. Ganz schön schwere Dinger.

Rostig. Doch nicht minder gefährlich.

Tja. An diese Technik möchten moderne Türken gerne anknüpfen, damit sie wieder Kanonen und Panzer bauen können um damit gegen Menschen in ihrem eigenen Land vorzugehen. Oder warum möchte Rheinmetall unbedingt eine Panzerschmiede in der Türkei aufbauen?

Rheinmetall: Baut Panzer in der Türkei. 

Und die Bundesregierung schaut zu. Ignoriert. Sagt mal, habt ihr sie noch alle?

Verbunden mit: Frau Tonaris Rostparade. 

Aber egal, wie sehr diese Kanonenkugeln poliert werden, blank werden sie hoffentlich nicht mehr. Verbunden mit: Daily prompt „polish“

Mein Stadtmantel ist fertig

Auch wenn der Mitbewohner in den vergangenen Tagen über: „Ein Mäntlein steht im Walde“ gewitzelt hat und ich gerne bei etwas besserem Wetter dort spazieren gegangen wäre, haben wir die Fotos vom Mantel lieber direkt am Haus gemacht. Wer genau guckt, kann im Gras noch die Reste des Schnees liegen sehen, der eben noch in dichten Flocken vom Himmel fiel.

Der Mantel gefällt mir sehr gut, andernfalls hätte ich mir die Mühe mit dem Nähen sparen können.

Es gab schon die eine oder andere knifflige Stelle, doch wozu gibt es schließlich einen Nahttrenner? Die liebsten Kleidungsstücke sind ohnehin diejenigen, die sich einer einfachen Herstellung ein wenig widersetzen. Dafür hat die als schwierig beschriebene Stelle mit dem Einnähen der Futterärmel hervorragend geklappt, vielleicht lag es auch daran, dass ich erst kürzlich unter Aufsicht und Anleitung einer zweifachen Schneidermeisterin (Damen- und Herrenfach) meinen fränkischen Kittel genäht habe.

Also: Besten Dank an Frau Crafteln für den Schnitt und die ausführliche Nähanleitung. Immerhin winkte der Sew-Along mit Fertigstellung am Ostermontag genügend mit dem inneren „Nun-mach-doch-mal-endlich“ und der Mantel ist tatsächlich fertig geworden. Und das von mir, der Queen der angefangenen (und nie beendeten) Dinge.

Detail von innen

Verbunden mit: Me made Mittwoch.

Verbunden mit: Daily prompt: Netty.

Beuteltasche

Neulich war ich zu Besuch in Kassel. An diesem Wochenende fand dort ganz überraschend und völlig ungeplant der holländische Stoffmarkt statt, selbstredend konnte ich diesen nicht ignorieren, nachdem ich davon erfuhr und selbstverständlich fand ich Stoff. So weit, so vorhersehbar.

Hach. Dort kaufte ich einen Stoff, wunderschön grün mit Pfauen, ganz passend für eine repräsentative Einkaufstasche, eine, die so schön werden könnte, dass ich sie gerne nehmen würde. Ich meine, auch eine simple Einkaufstasche darf doch schön werden, oder?

Damit nichts schief geht, wenn ich mich an diesen grünen Stoff mache, ihn zerschneide und neu zusammensetze, habe ich erst einmal eine Probetasche genäht. Der blaue Stoff lag noch im Schrank, als Innenfutter habe ich einen alten, löcherigen Bettbezug so zurechtgeschnitten, schließlich war glücklicherweise noch genügend Stoff zwischen den Löchern.

Außen- und Innentasche nebeneinander.

Schnell waren die Nähte genäht (außen weiß, innen lila, weil der Faden gerade auf dem Spulchen war), blauer Stoff auf das Band appliziert und die Tasche fertig. Kam die Jüngste des Wegs, beguckte sich die Tasche von allen Seiten und monierte: „Och Mutter, hättste aber wenigstens den Unterfaden mal wechseln können.“

Die fertige Tasche.

Ach was, das ist nur eine Probetasche. Da ist das nicht so wichtig. Da die Tasche aber schon das Weite gesucht hat, resp. von der Lieblingshausziege okkupiert wurde, werde ich wohl noch so eine blaue Tasche nähen und die grüne Tasche (mit Pfau!) ebenfalls. Aber vorher brauche ich neues Band für die Träger.

Verbunden mit: Daily Prompt „Volume“

Tagebuchbloggen am 5. April

Wie jeden 5. des Monats ruft die freundliche Nachbarin Frau Brüllen zum gemeinsamen Tagebuchbloggen auf:

Da ich mitten in der Nacht munter wurde – und dann eine Weile gelesen habe – schlief ich heute morgen etwas länger. Das war auch nicht weiter schlimm, manche Texte sind da ganz geduldig. Da heute der erste Mittwoch im Monat war, fuhr ich am späten Vormittag nach Forchheim, parkte das Auto auf der Sportinsel und freute mich über die Spinnweben am Brückengeländer.

Spinnwebe mit Tautropfen im Morgenlicht.

In der Forchheimer Stadtbibliothek traf ich mich mit den anderen Mitgliedern des Literaturkreises. Wir lasen uns gegenseitig Texte vor und kommentierten diese.

Fenster der Stadtbibliothek. Die Buchstaben sieht man doch, oder?

Auf dem Rückweg zum Auto sah ich noch weitere Fenster:

Altes Fenster mit Schnörkelgitter.

Innen bunt verziertes Fenster. Was machen die Schneemänner dort?

Das Haus schläft wohl noch. Jedenfalls sieht es so aus, wenn die Jalousien heruntergezogen sind.

Glasbausteine.

Ein schiefes Fenster zwischen schrägen Balken.

Kaum war ich wieder Zuhause, tischte der Mitbewohner auf. Er hatte in meiner Abwesenheit für leckeres Essen gesorgt.

Der restliche Tag verlief echt unspektakulär: Ich habe Texte geschrieben. Gelegentlich kam die Katz vorbei und forderte ihre Streicheleinheiten. Das Brot, das ich gestern Abend angesetzt hatte, wurde ebenfalls fertig (das nächste Mal nehme ich etwas mehr Salz für den Teig). Da die Lieblingshausziege den restlichen Jogurt zu einem Mango-Smoothie verbastelt hat, habe ich neuen Jogurt angesetzt. Dieser muss nur bis morgen ganz erschütterungsfrei und ruhig auf dem Schrank stehen, bevor er in den Kühlschrank kommt und dort nachreifen kann.

Jetzt ist es fast Zeit fürs Abendbrot, ich werde allerdings noch weiter Texte schreiben.

Verbunden mit: Frau Brüllen

Verbunden mit: Mustermittwoch: Fenster

Große Ereignisse und ihre Schatten

Der Jäger, der im Erdgeschoss wohnt, hat heute Geburtstag. Da er ein notorischer Einzelgänger ist, wäre es ihm am liebsten, er bliebe – ganz wie sonst auch – allein für sich in seiner Küche. Es gibt solche Menschen. Der Mitbewohner hat aus längst vergangenen Tagen berichtet, als der Jäger sich gleich nach der Arbeit und einem kleinen Imbiss in den Wald verzog. Es gab Zeiten, in denen sich Vater und Söhne so gut aus dem Weg gingen, dass die Söhne noch nicht einmal merkten, dass der Vater im Urlaub war.

Doch leider sagten sich andere Jäger an, wollten gratulieren und so wuselte er in den vergangenen Tagen vor sich hin, räumte hier etwas weg und putzte an anderer Stelle etwas sauber. Dabei ließ er oft genug die Haustür offen stehen, so dass es im ganzen Flur eiskalt wurde. Irgendwie scheint bei den Männern als solchen ja dieses Ich-machs-mir-hübsch-und-gemütlich-Gen nicht so ausgeprägt zu sein. Solange sich kein Besuch ankündigt, sieht der gewöhnliche Mann keinerlei Notwendigkeit, leere Flaschen zum Container zu schaffen oder gar den Staubflusen unter dem Schrank auf die Pelle zu rücken. Erst wenn der Besuch quasi schon am Horizont zu sehen ist, verfällt diese Sorte Mann in quirlige Betriebsamkeit, saugt und wischt, was das Zeug hält und kauft den nötigen Getränkevorrat ein.

Reh im Wildpark: Da passiert ihm garantiert nichts.

Dabei werden auch Dinge erledigt, die seit Wochen und Monaten auf ihre Reparatur warten: So ist beispielsweise neben der Garage eine Unterstellmöglichkeit. Dort steht der Traktor, hinter einer Plane versteckt. Die Plane ist seit dem Sommer zerfetzt und eingerissen, bietet ein Bild des Jammers. Doch erst jetzt fiel dem Jäger auf, dass er dringend etwas unternehmen muss, weil doch so eine kaputte Plane ein ganz schlechtes Licht auf ihn wirft. Er besorgte eine neue Plane und befestigte sie, auch wenn das für ihn nicht so ganz einfach war, schließlich ist er nicht mehr der Jüngste und es dauerte lange, bis er so weit oben auf der Leiter stand, dass er die Plane anhängen konnte.

Er hustete die ganze Zeit, als wollte er dem nicht vorhandenen Hofhund Konkurrenz machen, lehnte aber jede angebotene Medizin ab. Heute morgen entschloss er sich, doch noch einen Arzt aufzusuchen, setzte das Bad beim Duschen ordentlich unter Wasser und fuhr los. Kam zurück, hatte eine drei große Laib Brot gekauft, schließlich sollten die Gäste zur Brotzeit auch etwas zu essen kriegen. Der Mitbewohner hatte Wurst und Leber besorgt, ich hatte eine Schwarzwälder Kirsch und einen Rührkuchen gebastelt, diesen noch mit Schokoglasur überzogen. Die Leber wurde in der Pfanne angebraten und mit Cassis und Balsamico gewürzt, auch wenn der Jäger darüber zunächst die Nase rümpfte, getreu seinem Motto: Was ich nicht kenne, will ich nicht, das kann gar nicht gut sein. Doch die anderen Jäger waren neugierig, ihnen schmeckte es ausgezeichnet und von den karamellisierten Zwiebeln habe ich noch eine zweite Pfanne voll geschmurgelt.

Jetzt ist der Tag vorbei, unten sitzt der alte Jäger noch mit zwei von seinen fünf Söhnen, vielleicht hat er sich doch darüber gefreut, dass er seinen Geburtstag nicht so ganz allein verbringen musste, dass er Kuchen und Torte und überhaupt etwas leckeres futtern konnte.

Glas, dünn, blass, See: #Frapalymo

Weht der Wind scharf aus Nordwest,

wird es eisig auf dem See,

es fällt der Rest

der Blätter. Bald kommt der Schnee.

 

Der See wird blass –

erstarrt zu Eis, dünn wie Glas.

Es trennt das Reich der Kröte

vom zarten Klang der Flöte.

 

ft 1566

See unter Eis und Schnee.

 

Verbunden mit: Frau Paulchen. Heute galt es, zwei Strophen zu ersinnen, in denen die vier Worte Glas, dünn, blass und See vorkommen.

 

Unsere dritte Haut: Die Architektur

Ob nun bereits jedes Bauwerk als Architektur gelten kann, oder erst dann, wenn es Elemente enthält, die rein funktional nicht nötig wären, sei mal dahingestellt. Ich glaube, selbst als die Menschen noch in Höhlen wohnten, haben sie diese geschmückt, ihre Häuser später ebenso.

Pfahlbauten am Bodensee.

Heutzutage dagegen scheint jeder Schmuck oft überflüssig. Häuser sehen nur wie blanke, weiße Quader aus, Fenster gibt es als hohe Fensterbänder, so hoch, dass sie niemandem Einblick, aber auch keinen Ausblick gewähren. Wir bauen so dichte Fenster in unserem Land, schwärmte Frau Merkel vor Jahren, da war sie gerade frisch gewählte Bundeskanzlerin. Nicht Schiller, Goethe, irgendwelche Kultur war wichtig, nein, dichte Fenster. Hauptsache dicht und warm eingepackt, Schönheit spielt da keine Rolle. Dafür sehen sie aus wie Festungen, abgekapselt gegen die Unbill der Welt.

Keltenhäuser. Nachbauten.

Schlösser, Burgen, Häuser aus vergangenen Jahrhunderten: Vieles, was sich erhalten hat, steht heute unter Denkmalschutz. Was wird einst von heute modernen Häusern bleiben?

Blick auf die Alhambra in Granada

Sehe ich mir eine Stadt an, dann wegen der Häuser, der Architektur, ich freue mich über schön gestaltete Plätze, gehe flanieren, genieße den Wechsel zwischen Ausblick und gestalteten Fassaden. Nur in einem Wohngebiet mit lauter Einfamilienhäusern gehe ich kaum spazieren. Für Hundertwasser war ein Haus nach der eigenen Haut und der Bekleidung die dritte Haut – und als solche ebenso persönlich und intim, wie die beiden anderen Häute. Er plädierte für verspielte Formen, bunte Farben und unterschiedliche Materialien. Statt dessen regieren die Zahlen der Energieeinsparverordnung und des Kreditrahmens, Hauptsache, es ist effizient, ökonomisch und entspricht dem gerade geltenden Brandschutz.

Damit beteilige ich mich bei Sunny, die noch viel mehr Architektur bei sich versammelt.

Spieglein, Spieglein…

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Im Museum bespiegelt

Meine Oma hatte in ihrem Schlafzimmer einen Frisiertisch. Den fand ich ungeheuer spannend, nicht nur, weil dort alle möglichen Flakons und Zerstäuber standen, Nippes und Näpfchen sortiert waren, sondern vor allem, weil dort ein großer Spiegel angebracht war.

Dieser hatte ein großes Mittelstück und an den Seiten zwei Flügelspiegel – oder Spiegelflügel. Je nachdem, in welchem Winkel diese Spiegelflügel standen, konnte ich mich von allen Seiten sehen, also auch von den Seiten, die im Normalfall nicht bespiegelt werden können.

Dieser Spiegel, in dem ich mich vor einigen Jahren fotografierte, befindet sich im optischen Museum. Warum er dort stand, was er vorführen wollte, das habe ich längst vergessen. Falls überhaupt eine Erklärung daneben zu finden war.

In einer früheren Wohnung hatte der Vormieter das gesamte, allerdings recht kleine Bad rundum mit Spiegeln versehen. Da konnte ich mich noch nicht einmal unbesehen aufs Klo setzen. Fand ich keine so gute Idee, auch wenn kleine Räume mit Spiegeln größer wirken. Hätten in diesem Fall helle Fliesen die Wände geziert, statt der dort angebrachten schwarzen Fliesen, wäre das Bad viel kuscheliger gewesen. So wirkte es eher wie das Vorzimmer zum Kabinett des Grauens.

Sunny lädt zwar bereits sonntags zum Projekt „Punkt.Punkt.Punkt.“ ein, doch so schnell war ich nicht 🙂 Deswegen gibt es meinen Beitrag erst heute.

Tagebuchbloggen am 5. August

Gestern habe ich mich mit meiner Arbeit beeilt, damit wir rechtzeitig zu meinen Eltern und dann weiter zur mittleren Tochter fahren konnten: Dort war Polterabend angesagt. Wir hatten uns nicht angemeldet, so war schlussendlich die Überraschung größer. Heute morgen haben wir dann gemütlich bei Elterns gefrühstückt, dann schien das Wetter ganz passabel, so dass wir kurz nach dem Mittag in den nahe gelegenen Nationalpark Hainich fuhren.

Wir gingen eher langsam, sahen uns um und ein Fröschlein auf dem Schild, deswegen wählten wir genau diesen Rundweg. IMG_4147

Er führte uns am Hünenweiher entlang, dort quakten uns wirklich Frösche an, Libellen surrten, kamen aber nicht so nahe, dass sie sich fotografieren ließen. Das Froschquaken war pünktlich um eins, so dass ich es noch mit Frau Tonaris Freitagsklingeln verlinke. Wer mag, findet hinter dem Link eine ganze Menge an Klingeln.

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Der Teich wurde einst von Menschen angelegt, vor langer Zeit, ebenso wie die Wallburgen, deren Überreste sich im Hainich finden lassen. Einst führte hier die Salzstraße hindurch, vermutlich von Bad Salzungen bis Erfurt. Salz war damals eine so begehrte Ware, dass sich wohl Überfälle lohnten, vor denen sich die Menschen im Hainich schützen wollten. Heute kann ich dagegen einfach in den Supermarkt gehen, dort gibt es das Pfund Salz für noch nicht einmal fünfzig Cent und die Ärzte warnen, man solle nicht so viel davon futtern. IMG_4174

Gestern hatte es ausgiebig geregnet, heute war im Wald alles feucht und rutschig. So blieb Zeit genug, um auf die kleinen Dinge ringsherum zu achten. IMG_4176

So wie auf diese kleinen Blüten, die in Gelb-Violett am Wegrand blühten.

IMG_4143Nach zwei Stunden war die Runde beendet, der Parkplatz erreicht und wir fuhren wieder zurück nach Mühlhausen. Es gab Kaffee und Kuchen, inzwischen ist die Lieblingshausziege mit ihrem Freund eingetroffen, wir werden noch ein wenig das Städtchen unsicher machen und früh schlafen gehen.

Morgen, wenn die mittlere Tochter ihre kirchliche Hochzeit feiert, wird der Tag wohl bis lang in die Nacht reichen.

Da bei Frau Brüllen an jedem 5. des Monats Tagebuchbloggen ist, verlinke ich diesen Post ebenfalls dorthin.