Licht im Dunkeln

Wer im Dunkeln steht oder sitzt, kann Licht besser sehen:

So ging es uns gestern Abend. Ich habe gerade telefoniert, dochdoch, das geht noch, allen Unkereien zum Trotze, sogar ausgezeichnet und manchmal stundenlang, aber das hängt davon ab, wer sich am anderen Ende der Leitung befindet. Obwohl da eigentlich keine Leitung mehr ist, also: Wer sich am anderen Ende der Funkstrecke befindet. Während ich also telefoniert habe, gab es einen Knall, so heftig, dass das Fenster klapperte und die Scheiben klirrten.

Nach dem Telefonat ging ich nach nebenan und fragte den Mitbewohner, ob er den Knall auch gehört hätte, wir guckten, ob ein Vogel gegen die Scheibe geflogen war oder ob wir – immerhin war es draußen stockduster – irgendetwas sehen konnten. Das Fenster war weit geöffnet und ich habe mich so weit hinausgelehnt, wie es eben ging. Ich gucke nach links: Dort war nichts zu sehen, geradeaus auch nicht. Aber da, ganz rechts, war da nicht eine helle Wolke? Wir gehen zum anderen Fenster, doch dort steht ein Haus im Weg, so dass wir nichts sehen konnten. Also zogen wir die Jacken an, doch, wir waren neugierig, und gingen raus. Außer uns waren noch andere Menschen auf der Straße unterwegs, die Bürgermeisterfrau stand mit anderen Menschen vor ihrem Haus – und von dort konnten wir es von weitem sehen: Es brannte, vielmehr: Es qualmte und dampfte und weißer Rauch stieg in dicken Wolken himmelhoch.

Die Schreinerei brennt, sagte die Bürgermeisterfrau, und als es geknallt hat, da sind Farben explodiert. Ich sah aus der Entfernung, wie die Feuerwehr den Bau begoss, wir rätselten, wie kalt es wohl werden muss, bis das Wasser in den Schläuchen friert. Der Mitbewohner wusste noch, dass der Schreiner eine Holzheizung hat und murmelte irgendwas wie: hoffentlich bleiben die Maschinen verschont. Es dauerte nicht lange, da hatten wir kalte Füße. Die Aufregung hätte sie nicht mehr gebraucht, verabschiedete sich die Bürgermeisterfrau und ging, wir gingen auch, wieder zurück ins Warme.

Feuerzauber in der Nacht

Am nächsten Morgen las ich es online: Eine Stunde hat die Feuerwehr gebraucht, bis der Brand gelöscht war, ein Nachbar hat den Brand gesehen und ihn gemeldet, und nein, es kamen glücklicherweise keine Menschen zu Schaden, aber die Schreinerei und die Maschinen sind wohl hin.

So faszinierend, wie Feuer auch immer ist – wir heizen ja auch mit Holz – so unberechenbar und zerstörerisch kann es jederzeit werden, wenn es außer Kontrolle gerät.

Das Foto zeigt, wie Feuerketten geschwungen werden: Bleibt der Verschluss der Spiegelreflexkamera lange genug geöffnet, ziehen die Ketten solche Kreise. Das ist immer ein bisschen kniffelig, meistens muss ich eine ganze Reihe Fotos machen und hoffen, dass ein oder zwei dabei sind, die gut genug sind.

Fotos zeigen normalerweise etwas Konkretes, einen Baum, ein Haus oder ein Feuer. Das Spiel mit dem Feuer ist allerdings dann nicht mehr so konkret, es verwischt, ich kann es so zeigen, wie es mit bloßem Auge nicht sichtbar ist, sondern anders.

Abstraktion ist das Januar-Motto bei Paleica.

Feuerzauber bei Dunkelheit.

Und weil es so schön passt, schicke ich die Bilder auch zur Weekly Photo Challenge mit ihrem Thema: Ambience.

Z wie zauberhaft: Magic Letters

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Kirchenfenster in der Abtei Münsterschwarzach.

Zauberhaft. Dem Zauber verhaftet – wer spielt da die Polizei und nimmt bloß den Zauber in Haft? Jetzt ist es kurz vor Weihnachten und ich bin heute Mittag gemeinsam mit dem Mitbewohner in die Abtei Münsterschwarzach gefahren. Das ist die Abtei, wo Anselm Grün wohnt und lebt und seine Bücher schreibt und ja, ich habe ihn heute bereits zur Komplet im Chorgestühl gesehen. Er ist da.

Es sind eine ganze Menge Menschen da, die lieber Weihnachten im Kloster verbringen, als allein zu Hause. Ein Mann kommt, weil er nicht weiß, zu welchem seiner Kinder er nun fahren soll. Eine Frau kommt seit vielen Jahren, weil ihr Bruder keinen Platz mehr für sie hatte, nachdem ihr Mann gestorben war. Es wird spannend. Bruder Jakobus hat den Ablauf der nächsten Tage vorgestellt, zum Beispiel morgen: 5.25 Uhr Morgenhore, 7.00 Choralamt, 8.00 Frühstück, 9.15 Singstunde mit Bruder Pascal (das ist der Prior), 10.30 Klosterführung mit Bruder Boniface, 11.45 Mittagshore, 12.10 Mittagessen, 16 lat. Weihnachtsvesper, 18.00 Abendessen und Weihnachtsfeier, 22.45 deutsche Christmette, gegen 24 Uhr Eucharistiefeier. Langweilig wird es bestimmt nicht. Aber es besteht schließlich keine Anwesenheitspflicht, wir sind ja schon groß.

Und jetzt genieße ich den Zauber der Weihnacht. Der kommt, ganz bestimmt.

franken 0881

Kirchenfenster in der Abtei Münsterschwarzach.

Seid gut zu Vögeln

Vögel.

Kaum wird es bei uns nach dem langen und kalten Winter ein kleines bisschen wärmer, fängt das Gras an zu wachsen und die ersten Blumen blühen. Dann kommen sie. Jedes Frühjahr, wenn es bei uns anfängt zu grünen und zu blühen, fallen sie in großer Anzahl bei uns ein. Sie kommen aus dem warmen Süden, wo sie überwintert haben, schließlich ist es dort schöner und wärmer als bei uns. Still, leise und heimlich besetzen sie Hauswände, Hecken und Bäume. Sie sammeln ihr Baumaterial einfach zusammen, fragen dabei weder um Erlaubnis, noch zahlen sie ein entsprechendes Entgelt. Aus Holz und Stroh, aus trockenem Gras und Lehm errichten sie ihre Bauten völlig ohne Bauplan oder Erlaubnis der Bauaufsicht. Sie nisten sich ein, vögeln, setzen ihre Brut in die Welt, fressen sich überall durch, sammeln und raffen an Futter, was sie nur kriegen können, ohne jegliche Gegenleistung. Sie säen nicht, sie bauen nichts an, sie ernten einfach nur und nehmen sich gewissermaßen alles vom bereits gedeckten Tisch. Sie müssen schließlich ihre Kinder versorgen, die alles brauchen, was sie kriegen können.

Doch auch wenn diese groß sind und eigentlich selbst für ihr Auskommen sorgen könnten, geben sie nichts zurück. Sie säen nicht, sie helfen nicht, sie rotten sich statt dessen in großer Anzahl zusammen und fressen, was das Zeug hält. Irgendwann, wenn die Tage wieder kürzer werden, sitzen sie in luftigen Höhen und warten darauf, dass der Wind für sie günstig steht. Dann fliegen sie auf – und davon. Einfach so.

Das ist mein Beitrag zu den Magic Letters von Paleica: S wie schwarz-weiß. Der Klick auf den Link führt zu den anderen Teilnehmern.

R wie Ruhe: Magic Letters

Endlich. Ruhe.

Gestern fuhren Bruder und Schwägerin mit den drei kleinen Nichten in ihr eigenes Zuhause, heute Mittag fuhr die Lieblingshausziege zu ihrer großen Schwester. Jetzt sind nur noch der Mitreisende und ich bei meinen Eltern, die ja nun auch schon ältere Herrschaften sind. Es ist Ruhe eingekehrt. Das heißt nicht, dass nun hier niemand mehr etwas zu sagen hat, es heißt einfach, dass nicht mehr alles sofort erfolgen muss, sondern Dinge gemächlich erledigt werden können.

Ruhe heißt ja nicht: Stille. Also kann durchaus Krach sein, ohne dass die Ruhe verloren geht, wie beim Rauschen eines Wasserfalles oder sogar beim Lärm einer Autobahn. Ich halte gerne inne, wenn ich auf der Fußgängerbrücke über der Autobahn unterwegs bin, und sehe den Autos beim rastlosen Rasen von oben zu. Die haben es so eilig, und ich kann ganz in Ruhe zu meinem Termin gehen.

Das ist mein Beitrag zu den Magic Letters von Paleica: R wie Ruhe. Der Klick auf den Link bringt zu den anderen Teilnehmern.

Ruhe am Wasser.

Ruhe im Wald.

Ja klar. Ruhe bitte. Sonst kann ich nicht schlafen.

 

 

Q wie quirlig: Magic Letters in der Alhambra

Achttausend Besucher täglich: Mehr Karten werden für die Alhambra nicht herausgerückt. Davon sind die meisten längst im Voraus verkauft, die Alhambra ist ausgebucht, bis Mitte Oktober sind keine Karten mehr zu kriegen. Nur ein kleines Kontingent von etwa zweihundert Karten wird täglich noch angeboten, für diejenigen, die sich in dunkler Nacht noch auf den Weg machen, die geduldig warten und – so wie wir es gemacht haben – die Anzeigen über dem Eingang beobachten, immer nachzählend und ausrechnend, ob es sich lohnt, weiter zu warten, ob die freien Karten noch ausreichen, bis man an der Reihe ist.

Achttausend Besucher verteilen sich dabei auf einer Fläche, die so groß ist, wie etwa 30 Fußballfelder. Damit sie sich nicht gar so knubbeln, werden Karten entweder für den Vormittag, oder für den Nachmittag verkauft. Da in den Palästen der Nasriden lediglich 300 Besucher auf einmal hineingelassen werden, wird die Zeit, zu der man diese besichtigen kann, extra auf der Eintrittskarte ausgedruckt und beim Eingang dort auch gründlich überprüft.

Von 14 bis 20 Uhr, so lange war unser Ticket gültig, waren also außer uns noch 3998 weitere Besucher auf dem Gelände, das zwar auf den ersten Blick ganz schön groß schien, in dem es allerdings kaum einen Moment gab, in dem wir den Zauber der Alhambra in Ruhe genießen konnten. Aber das macht nichts. Den anderen ging es schließlich nicht besser. Ich habe einfach immer wieder geduldig gewartet, bis ich meine Fotos machen konnte. Da war genügend Zeit, alles auf mich wirken zu lassen.

Das ist mein Beitrag zu Paleicas: Magic Letters, heute mit Q wie quirlig.

Granada.

Granada: Alhambra.

Granada.

Granada: Alhambra.

Granada.

Granada: Alhambra.

Granada.

Granada: Alhambra.

Granada.

Granada: Alhambra.

Granada.

Granada: Alhambra.

Granada.

Granada: Alhambra.

 

 

O wie Oben: Magic Letters

Himmelhoch oben: Wolken, Flugzeuge, Luftschiffe, Vögel, alles schwebt, fliegt oder flattert in der Luft herum. Ich dagegen muss ohne Technik unten am Boden bleiben. Von dort kann ich nur sehnsüchtig nach oben sehen und davon träumen, wie es wäre, wenn…

Vielleicht schaue ich ja deswegen den Akrobaten so gerne zu, wie sie die Schwerkraft überwinden, Dinge hoch stapeln, sich hoch über den schnöden Boden erheben. Und wenn es auf dem Rücken des Partners ist.

Das sind meine Bilder zu Paleicas Projekt: Magic Letters für O wie Oben.

Schwebend am Trapez

Hochgestapelte Stühle

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N wie Nacht: Magic Letters

Nacht. Seit in den Dörfern und Städten alle Straßen beleuchtet sind, haben es die finsteren Gestalten schwer, unerkannt zu jagen. Seit die Nacht den Tag verlängert, ist sie nicht mehr die Zeit, in der alles zur Ruhe kommt, sich schlafen legt.

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Tulpe in der Nacht

Im Tannenwald herrscht Dunkelheit, dort sind Geister im bleichen Mondenschein unterwegs. Ist die Nacht am tiefsten, drängt das Grauen im Morgengrauen nach oben. Nachtraben zerkrächzen den Schlaf. Nachts, wenn die Gedanken wie herrenlose Hunde auf der Suche nach Nahrung streunen, schreibt die Phantasie ihre Märchen.

Mit Feuer werden böse Geister seit Menschengedenken vertrieben: Doch die Schatten bleiben. Sie warten geduldig am Rand. Dort, wo das Licht nicht mehr hinfällt.

Das ist mein Beitrag zu Paleicas Projekt: Magic Letters. Klick auf den Link, er führt zu den anderen Bildern der Nacht.

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Glühendes Feuer in der Tonne

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Feuerspiele.

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Feuerspucker.

M wie Metall: Magic Letters

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Weg der Hoffnung – Die Verurteilung – Skulpturen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze am Point Alpha von Ulrich Barnickel

Du bist schuld. Du bist schuld, auch wenn Du nur das Gute gewollt hast. Du hast dafür gesorgt, dass die Menschen unzufrieden sind, unzufrieden mit ihrem Los.
He, wer soll denn jetzt die Arbeit machen? Wer soll die Felder bestellen und die Steine aus dem Steinbruch schlagen? Wer soll uns die Paläste bauen und uns bedienen?
Hättest Du nicht einfach Deinem Beruf nachgehen können? Wärst Zimmermann geblieben, hättest ein anständiges Mädchen geheiratet, einen Sohn in die Welt gesetzt, Dir ein Haus gebaut und einen Baum gepflanzt, dann stündest Du jetzt nicht hier, vor mir – und ich müsste Dich nicht verurteilen.
Dabei waren doch die anderen mit einem Stück trockenem Brot, einer Zwiebel und einem möglichst schnellen, frühen Tod doch sehr zufrieden, auch ein ein paar Schläge mit der Peitsche nahmen sie hin und wieder auf den Buckel und murrten nicht. Schließlich sollten sie sich nicht ausruhen, sondern arbeiten, ausruhen gilt nicht, ist Drückebergerei, ist Stillstand, ist Tod.
Jetzt sind die Menschen unzufrieden mit dem, was sie haben, sie wollen nicht nur ein kurzes Leben vor dem schnellen Tod, sondern für ihre Leiden belohnt werden. Sie sind widerspenstig und fügen sich nicht mehr.
Also. Du bist selber schuld. Was wolltest Du auch anderen helfen, für andere ein Himmelreich errichten. Man erzählt doch den Schweinen im Stall nichts von einem besseren Dasein, aus ihnen soll guter Schinken werden, das reicht doch.
Leben, das ist immer für die anderen.
Die übergroßen Metallfiguren von Ulrich Barnickel bilden am Point Alpha einen Kreuzweg, genau dort, wo für eine lange Zeit Zäune aus Streckmetall ein Teil des eisernen Vorhangs waren, der Ost von West schied – und der zwar heute kaum sichtbar ist, doch manchmal noch gefühlt werden kann.
Das ist mein Beitrag für Paleicas Fotoprojekt „Magic Letters“: M wie Metall. (Klick führt zu Paleica und den anderen Teilnehmern)

L wie Licht: Magic Letters

Ob Goethes letzte Worte vor dem finalen Atemzug wirklich „mehr Licht“ waren? Das kann keiner von denen nachprüfen, die es zwar behaupten, aber mangels Anwesenheit den letzten Beweis schuldig bleiben müssen. Heute ist das Licht mein Thema: Licht brauche ich, wenn ich sehen will, und auch, wenn ich Bilder machen möchte, Bilder mit der Kamera.

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Licht auf dem Rhein.

Photografie: Mit Licht schreiben, den Moment, den flüchtigen Lidschlag fangen, einfrieren, damit die Erinnerung bleibt – bis zuletzt. Die Bilder aus der Kindheit der Eltern hielten Szenen und Posen in schwarz-weiß fest, mit den damals noch scharf gezackten Rändern, über die ich mit dem Finger gerne strich, um die kleinen Mulden und Spitzen an der Fingerkuppe zu spüren. Die Bilder von mir selbst hatten schon einen glatten Rand, bis auf die ersten, die Babybilder, auf denen die Mutter in schwarz-weißen Kleid mit Hahnentrittmuster, mich im Kinderwagen schiebend zu sehen ist.

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Hafen in Konstanz

Das Licht ist dann licht, wenn es in der Dunkelheit leuchtet und strahlt. Dagegen kann ich es im gleißenden Sonnenschein nur dann betrachten, wenn ich nicht direkt hineinschaue, mich blenden lassen vom hellen Schein. Die Leuchttürme zeigen mit ihrem Licht, wo sich sichere Fahrwasser befinden, damit nicht an Untiefen Schiffe zerschellen.

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Sonnenuntergang am Weiher

In der Dämmerung brechen Luft und Wolken  das Spektrum des Lichts auf und färben den Weiher, so dass es scheint, als sei er für einen kurzen Moment nicht von dieser Welt.

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Autofahrt durch den Tunnel.

Das ist mein Beitrag zu den Magic Letters von Paleica und hier ist das Licht der anderen Teilnehmer: Klick.

J wie Jetzt: Magic Letters

Jetzt ist so ein Moment, ein flüchtiger, der kaum wahrnehmbar verstreicht. Guckt man ihn an, bleibt er ein Weilchen, manchmal schlafe ich darüber ein. So wie das Kind, dem ich zum Mittagsschlaf den Wecker in die Hand gab: Zeigt der große Zeiger ganz nach oben, darfst du wieder aufstehen. Wer dem Moment, dem Jetzt, dem Nu zuschaut, dem fallen schnell die Augen zu. Und dann ist er vorbei, einfach so, unwiederruflich, unwiederbringbar. In der Erinnerung bleibt er nur manchmal, als ein Gefühl, das mich anspringt, unvermutet und unverhofft.

Ob wohl eher die glücklichen oder die unglücklichen Momente besser in der Erinnerung bleiben? Das weiß ich nicht: Aber Fotos helfen, das Jetzt einzufrieren, festzuhalten, machen es stets und ständig abrufbar. Die Bilder entstanden an einem Stadtfest und das sichere Befestigen der Kinder dauerte länger, als die eigentliche Fahrt mit dem Karussell, das so herrlich skurril war. Ob sie sich noch an den Moment erinnern können, an das kurze Jetzt, als sich alles drehte, jauchzte, freute?

urlaub im sommer 175 urlaub im sommer 180 urlaub im sommer 178Das ist mein Beitrag zu dem Buchstaben: J der Magic Letters von Paleica. 

und zu: Childhood.