Der Albaicin in Granada

Granada.

Blick auf den Albaicin von der Alhambra aus.

Für ganze zehn Tage lang wohnen wir im ältesten Stadtteil Granadas, dem Albaicin. Seit 1994 Weltkulturerbe, werden die engen Gassen und Gässchen nicht etwa passend für den Autoverkehr gemacht, sondern einfach dafür gesperrt. Außer Taxis, den kleinen Bussen und den wenigen Anwohnern darf hier niemand mit dem Auto herumfahren. Das ist insoweit erfreulich, dass es eben auch so gut wie keinen Autoverkehr gibt.

Granada.

Buckeliges Straßenpflaster, hier vor einer Kirche mit Reis.

Aufpassen muss ich trotzdem. Das buckelige Straßenpflaster ist alles andere, als eben und hat mir einiges an Schweißtropfen abgefordert, als wir bei der Ankunft das Gepäck mal eben zu Fuß zur Unterkunft bringen wollen: Das sind doch nur vierhundert Meter, das können wir ja laufen. Dazu kommt, dass es keine Grünflächen gibt, Hunde also einfach auf das Pflaster pinkeln und dort auch ihr Häufchen machen. Nach einer Weile ist dann alles trocken, und stinkt auch nicht mehr, aber bis dahin ist es besser, wenn ich die Tretminen sorgfältig meide.

Schön ist es trotzdem, ehrlich. Auch wenn jeden Abend im Restaurant nebenan der Takt des Flamencos laut in die Nacht knallt, der Muezzin vom Minarett ruft und es sich manchmal anhört, als würden die Reiseführer ihre Gruppen direkt durch das Haus führen. Macht nichts. Ich weiß ja, dass eine Mauer dazwischen ist. Es fühlt sich trotzdem seltsam an, wenn alles so eng auf der Pelle hängt. Ich bin es schließlich nicht mehr gewohnt. Dabei ist es auf einem Zeltplatz ja ähnlich, die Wände bestehen nur aus Stoff und dass die Nachbarn fünf Zelte weiter weg Äpfel knurpseln, ist zweifelsfrei zu hören.

Hier gibt es alles: frischen Fisch im Geschäft, frisches Obst und Gemüse auf dem Markt, eine unglaubliche Menge an Kneipen, Restaurants und Bars. Nebenan, fußläufig gewissermaßen, ist der Stadtteil Sacromonte:

Granada.

Granada: Stadtteil Sacromonte mit den Zigeunerhöhlen.

Ebenso verwinkelt, mit kleinen Häuschen und – Wohnungen, die in den Berg hinein gegraben wurden. Die Cuevas werden von Zigeunern bewohnt, manche bieten wohl Luxus, aber wir sahen von der Abtei Sacromonte aus auch Höhlen, die bewohnt sind, aber bestimmt noch nicht einmal über fließendes Wasser verfügen dürften.

Granada.

Granada: Albaicin.

Granada.

Granada: Blick vom Albaicin auf die Alhambra.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.