Einfach Brot.

Es könnte so einfach sein: Wasser, Mehl, Sauerteig oder Hefe als Treibmittel, Salz. Fertig ist ein Brot. (In diesem Fall auch noch mit Möhrenraspeln)

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Irgendwann, vor tausenden von Jahren, verstanden die Menschen das Brot als ein Geschenk der Erdmutter Demeter. Diese lehrte die Griechen, wie sie Getreide anbauen und daraus ihr Brot backen können. Der Begriff „Cerealien“ stammt ursprünglich von der römischen Göttin Ceres. Ebenso teilten die ersten Christen Brot und Wein miteinander, ganz nach Jesus‘ Worten symbolisiert es hier den Leib Christi: „Ich bin das Brot des Lebens“ (Joh. 6,35).
Nirgendwo gibt es mehr Brotsorten, als in Deutschland, heißt es. Dabei gibt es immer weniger traditionelle Bäckereien. Immer mehr Brot und Brötchen werden irgendwo in China, beispielsweise rund um Shanghai hergestellt, eingefroren und mit dem Schiff nach Deutschland gebracht. In den Filialen der Bäckereiketten werden sie dann nur noch aufgebacken. Das ist billig. Und schmeckt auch so. Trotzdem wird es gekauft, vielleicht auch deswegen, weil selbst die traditionellen Bäckereien mit Mehlmischungen arbeiten, in denen Zusatzstoffe sind, die das Teigkneten einfacher machen.
Falls jemand wissen will, was in diesen Mischungen drin ist: Oft wissen es die Bäcker selbst nicht, noch viel weniger oft die Verkäuferinnen, die vorne im Laden stehen. Zusatzstoffe sorgen dafür, dass das Brot immer gleich gut gelingt, dass es länger frisch bleibt. Es werden andere Backtriebmittel, Enzyme und Säuerungsmittel eingesetzt. Gleichzeitig leiden immer mehr Menschen an Allergien.
Alles könnte so einfach sein, so wie oben beschrieben. Doch weil nur noch wenige Bäckereien so puristisch backen, bleibt oft nur das Selber-Backen. Mit etwas Übung ist das gar nicht so schwer, wie es scheint. Wichtig dabei sind: Den Teig ausreichend kneten, damit sich die Moleküle des Mehlklebers richtig miteinander verbinden. Den Teig ausreichend gehen lassen. Den Backofen so heiß wie möglich anheizen und auf den Boden eine Schale mit Wasser stellen.
Chemie ist nicht das, was ich im Brot haben möchte. Doch ohne diese Hilfsmittel ist es nicht möglich, dass bis zum Ende des Verkaufstages noch das volle Sortiment angeboten werden kann. Vor nicht allzu langer Zeit durfte das Cystein, welches dafür sorgte, dass der Teig geschmeidig war, noch aus asiatischen Menschenhaaren hergestellt werden. Das wurde durch eine EU-Richtlinie verboten. Jetzt dürfen nur noch Schweineborsten für die Herstellung von Cystein verwendet werden.
Hungersnöte sind, zumal hier bei uns in Europa, inzwischen relativ unwahrscheinlich geworden. Deswegen ist es auch nicht notwendig, alles zu jedem Preis zu essen. Ich backe mein Brot oft selbst, das ist nicht nur ein entspannender Ausgleich beim Schreiben, sondern ich erlebe, wie ich etwas mit meinen Händen schaffe. Damit diese Kostbarkeit angemessen aufbewahrt werden kann, packe ich es in einen Brotkasten . Dort gehört es hin – und dort hält es sich gut.

 

5 Gedanken zu „Einfach Brot.

  1. Sehr schön geschrieben. Seitdem ich vegan lebe esse ich auch in der Tat kein Brot mehr, allerhöchstens aus der Not heraus.
    Wobei ich hier das Glück habe, dass noch eine „Bäckera“ kommt, die weiß, wie ihre Zutatenlieferanten mit Vornamen heißen 😉 Meine Nachbarin ist eine ihrer Kundinnen und ich der „Sub-Abnehmer“, wenn sie – wie eigentlich immer – zu viel gekauft hat. Das Brot wird dann von mir getrocknet und den Hunden verfüttert.

    • Da muss ich ja gestehen: Ohne Brot und Käse könnte ich mir mein Futter nicht vorstellen. Ohne Fleisch, ja. Das ginge. Aber warum gibt es bei veganem Leben kein Brot? Da ist doch nichts vom Tier drin?

  2. Wenn keine Schweineborsten drin sind spricht nichts dagegen 😉
    So wie ich lebe, fällt zwar in den Begriff „vegan“, hat aber starke Tendenzen zum Rohköstlichen. Von daher lege ich größeren Wert darauf, erhitzte Speisen zu vermeiden. Es ist aber nicht unbedingt so, dass ich das gänzlich aus dem Speiseplan streiche. Zuhause dampfe ich mir oft Wurzelgemüse wie Pastinaken, Schwarzwurz, auch mal Karotten sowie Spargel, gelegentlich dazu Kartoffeln.
    So gesehen könnte ich ohne meinem Dampfkochtopfset zurzeit nicht gänzlich leben. 😉
    Und Brot esse ich nur, wenn ich das Bedürfnis verspüre satt zu werden. Das ist bei mir nicht oft der Fall.

  3. Da hast du so recht.
    Bewusstes Einkaufen ist nicht mehr möglich, nicht weil es kei e Möglichkeiten gibt, sondern weil man sich selbst keine Zeit mehr nehmen möchte. Und weil einem die Zeit offensichtlich fehlt, macht man auch nichts mehr selbst. Dabei ist gerade Brot backen so einfach. Es kann auch wunderbar für den nächsten Tag vorbereitet und dann gebacken werden.

    • Oder anders: Man braucht so viel Zeit für andere, scheinbar wichtigere Dinge, die dann fehlt, wenn es um die wesentlichen Sachen geht. Nur: Wer sein Brot zu Hause bäckt, isst still und vergnügt vor sich hin. :-), oder teilt Zeit und Brot mit Menschen, die ihm wichtig sind. Jetzt muss ich erst mal weiter backen, das Körnerschrot ist aufgekocht und abgekühlt. Es ist Zeit, den Teig zu kneten. 🙂 Jetzt backe ich übrigens wieder Brot mit Kräutern, weil Frühling ist und die so gut darin schmecken.

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