Touristen in Cordoba

Ach, was wäre das langweilig, ohne all die Touristen, die hier ebenfalls durch Cordobas enge Straßen ziehen, ewig auf der Suche nach einem Schnäppchen, nach einem günstigen Imbiss, nach dem optimalen Platz für das ultimative Selfie. Da der Alcazar von Cordoba nicht so groß ist, wie der von Sevilla, ging es auf den Wendeltreppen, die hoch in den Turm und wieder herunter führten, bei Gegenverkehr entsprechend eng zu. Ein wenig Geduld half hier weiter, ich wartete und konnte auch beim Runtergehen die Außenspur benutzen, die mir genügend Trittbreite für die Füße bot. So ganz schwindelfrei bin ich nämlich nicht.

Cordoba.

Alcazar in Cordoba.

Sie standen auf des Daches Zinnen, und schauten mit vergnügten Sinnen auf Cordobas grünen Garten hin: „Das will ich mit den Freunden teilen“, knipst jeder, und er muss sich eilen: „Schaut doch alle, wo ich bin!“, so frei nach Schiller gedichtet.

Ja, diese Ecke auf dem Turm war ein beliebter Ort. Doch es gab noch mehr davon, an denen sich alles irgendwie knubbelte.

Cordoba

Cordoba, Garten des Alcazar.

Einer davon war ein Brunnen: Jeder, der vorbeilief, hielt mit seiner Hand einen der kleinen Wasserspeier zu, war er – oder sie – erwachsen, wischte er sich mit der nassen Hand rund um den Nacken, diesen zu kühlen, war es ein Kind, spritzte es die Begleitpersonen nass. Rund um diesen Brunnen saßen für eine Weile fünf junge Männer, sie unterhielten sich auf spanisch, ich verstand also kein Wort. Einer von ihnen hielt keine zwei Sekunden still, er zuppelte an seinen Hosen, rückte die Unterhosen gerade, strich mit den Händen durch die Haare, fingerte an den Barthaaren – nein, er wächst nicht schneller, wenn jemand daran zieht – popelte kurz in der Nase und zuppelte wieder an der Hose herum. Dabei schwätzte er die ganze Zeit auf die anderen ein.

Weiter unten im Park saß ich auf einer schönen Bank unter Orangenbäumen, mit Blick auf das Ende der Bassins. Auch hier war es wieder ein sehr vergnüglicher Film, vor allen Dingen, wenn die Frauen die Fotos der Männer kritisch beäugten, um sie anschließend selbst noch einmal zu machen.

Cordoba.

Cordoba. Garten des Alcazar.

Der Blick von hier reicht über die Wasserspiele bis hin zum Palast. So etwa:

Cordoba.

Cordoba. Garten des Alcazar.

Nein, ohne Menschen ist diese Szene nicht zu haben. Aber warum auch nicht? Ich fand es sehr vergnüglich, habe schließlich genügend Zeit. Leider kam kurz nach zwei der Wächter und scheuchte alle Touristen aus dem Park und dem Palast, damit ab halb drei alles geschlossen werden kann.

Cordoba.

Cordoba. Innenstadt.

Ein Selfie kann ich auch, wie ihr hier sehen könnt, als ultimativen Beweis dafür, dass ich wirklich hier war.

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