Valentinstag – eine Blogparade

hna 2280Eigentlich.
Eigentlich ist es wirklich sehr nett, wenn der Mann daran denkt, und seiner Liebsten, also mir, etwas schenkt.
Eigentlich braucht der Mann dafür auch keinen Valentins- und sonstigen Tag.
Doch weil Menschen Rituale so nötig brauchen, wie den Kaffee am Morgen, kann der Valentinstag – der Werbung aller Blumenhändler zum Trotz – doch eine gute Gelegenheit sein, an den Liebsten zu denken. Denn Menschen brauchen diese kleinen Inseln, auf denen sie spüren können, dass sie für den anderen wichtig sind, und dass sie geliebt werden. Leider geht im Trott des Alltags oft vieles unter, auch die Liebe. Oder vielmehr: Sie wandelt sich. Sie wird zu etwas, was selbstverständlich ist und nicht mehr beachtet werden muss. Oder? Es ist selbstverständlich, dass da jemand die Hemden bügelt, das Essen kocht und den Müll rausbringt. Dass dabei etwas Wichtiges zu kurz kommt, merken manche Männer erst dann, wenn die Frau auf und davon ist. Weil sie sich in einen anderen verliebt hat. Bei dem sie spürt: Hier bin ich wichtig.
Nun kann ich nicht für andere Frauen sprechen, sondern für mich.
Aber vielleicht hilft es ja trotzdem.
Immerhin geht es ja bei dieser Blogparade um Geschenkideen für Männer.
Aaaalso.
Es sind für mich weniger die großen Dinge, mit denen ein Mann mich beeindrucken kann, so à la: Mein superschnelles Auto, meine Rolex, mein fettes Bankkonto. Da habe ich eher den Verdacht, dass ich gerade gekauft oder bezahlt werden soll. Es sind eher die unscheinbaren Kleinigkeiten, die für mich wichtig sind. Ich liebe Blumen, ja. Auch wenn es nervt, dass alle Blumenhändler für den Valentinstag Werbung machen, als gäbe es nur diesen einen Tag. Trotzdem liebe ich diese orangefarbenen Tulpen, welche zusammen mit violetten Anemonen einfach fabelhaft aussehen. Oder solche weißen Tulpen mit ihrem leichten Grünstich.
Blumen sind lebendig und haben für mich einen weiteren Vorteil: Sie verblühen.
Dann dürfen sie hinaus auf den Kompost und es ist wieder Platz.
Für einen neuen Blumenstrauß.
Allerdings hätte ich jetzt noch eine Frage.
Woher kommen eigentlich die roten Rosen im Februar, pünktlich zum Valentinstag?
Die meisten Blumen, die als Schnittblumen in den Blumenläden auf die Käufer warten, kommen aus Südamerika oder aus Afrika, haben also eine ganz schön lange Reise mit dem Flugzeug hinter sich. Also dürfte die Ökobilanz dieser Blumen schon allein des Transportes wegen katastrophal sein. Doch das ist es nicht alleine. Die Blumen wachsen beispielsweise in Kenia in Gewächshäusern und brauchen immens viel Wasser. Und das in einer Gegend, in denen es eigentlich wenig Wasser gibt Erschwerend kommt noch dazu, dass die Blumen gespritzt werden, bis nicht sie, aber die Menschen, die dort arbeiten, fast umfallen.
Greenpeace schreibt dazu etwas: Hochgiftige Pestizide.
Der BUND schreibt, was die Pestizide alles anrichten können: Hier.
Gibt es überhaupt Blumen, die ohne Gift und Galle wachsen durften? Sicher, ich will die Blumen nicht essen, sondern sie nur in eine Vase stellen und mich über sie freuen. Trotzdem habe ich etwas dagegen, wenn durch diese Blumen andere Menschen krank werden.
Blumen mit dem Fairtrade-Logo sollen besser sein, verspricht die Seite. Fairtrade bietet bessere Arbeitsbedingungen, einen höheren Gesundheitsschutz und die Arbeiter bekommen auch mehr Lohn. Dafür kosten die Blumen etwas mehr, das ist bei der fair gehandelten Schokolade und dem Kaffee ganz genau so.
Wie steht es denn mit den Blumen, die in den einheimischen Gärtnereien heran gezogen werden? Das sind im Februar immerhin auch eine ganze Menge, wie Osterglocken, Primeltöpfchen und Hyazinthen. Weil aber Blumen weder Lebensmittel, noch Bedarfsgegenstände wie Tabak oder Kosmetik sind, gibt es in Deutschland keinerlei Richtwerte für die zulässigen Höchstmengen an Herbiziden und Pestiziden. Hier ist das Bundesministerium für Ernährung, Verbraucherschutz und Landwirtschaft nicht zuständig. Auch das Umweltbundesamt interessiert sich nicht so sehr dafür, denn Rückstände von Pflanzenschutzmitteln seien doch ein Gesundheitsthema. Dafür sei das Bundesinstitut für Risikobewertung zuständig.
Muss ich also mal im Blumenladen nachfragen.
Also lieber doch keine Blumen für mich.
Und keine Schokolade: Damit die Hose später nicht kneift.
Vielleicht ein Buch?
Liebe Männer. Kümmert euch einfach das ganze Jahr lang um eure Liebste. Dann wisst ihr auch genau, über was sie sich riesig freuen würde. Eigentlich verraten Frauen immer wieder, was sie gerne hätten. Sie verpacken es zwar manchmal etwas umständlich, aber ihr seid doch Meister im Lösen von kniffligen Aufgaben.

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