Erste Worte #Frapalymo

„Ich bin vielleicht zwei Jahre alt und gerade wach geworden“

Im Jetzt leben –

nicht auf morgen schielen oder das Gestern betrauern.

Vom Baum segelt das /

Blatt tanzend im Wind, der/

auf den Boden es treibt.

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Der erste Satz stammt aus „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf, das gerade beim mir im Bett liegt. Das Blog kannte ich zwar längst, zwischen zwei Buchdeckeln liest sich der Text jedoch anders, dichter, er scheint weniger fragil und flüchtig.

Vor kurzem waren wir sogar im Kino, in „Tschick“, den musste die Lieblingshausziege für ihren Deutschkurs begucken, wir waren neugierig und gingen als Begleitung mit. Ich bin für ein Roadmovie, bei dem zwei vierzehnjährige Jungs die Hauptrolle spielen, nicht so ganz die Zielgruppe. Die drei Jahre ältere Lieblingshausziege fand die Probleme der Jungs jetzt auch nicht so spannend, aber das ist vielleicht tatsächlich eine Altersfrage. Mit 17 findet man eben andere Dinge wichtiger und als Mädchen sowieso.

Ansonsten konnte ich überhaupt nicht meckern: Alles war unterhaltsam und vergnüglich. Die beiden Jungs spielen wunderbar, besonders Tschick gefiel mir sehr gut. Was mir beim Film so richtig auffiel: Brauchte es Tschick als Grenzgänger, als jemanden, der nicht im konventionell-bürgerlichen System verankert war, damit Maik überhaupt von dort entfliehen konnte? Sollten wir nicht alle irgendwo einen Tschick haben? Als ich jedoch diese Erkenntnis mit der Lieblingshausziege diskutieren wollte, winkte sie ab. Ich solle nicht immer so psychologisieren, meinte sie. Dabei wollte ich ihr doch nur bei ihrer Argumentation im Deutschkurs, na, lassen wir das eben.

Neulich stolperte ich im Netz über Frau Paulchen, diese lud nun zum Dichten im November ein. Zwar ist die Lyrik nicht ganz die meine, aber versuchen kann ichs ja mal. Ob ich es allerdings tatsächlich einen Monat lang schaffe, zu ihrem Impuls etwas lyrisches zu ersinnen, darüber wage ich heute noch keine Prognosen. Man wird sehen. Oder auch nicht. #Frapalymo und der erste Impuls: Erste Worte.

 

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