Versunkenheit #Leben mit Büchern

Tief in ein Buch versinken – und die Welt um sich herum vergessen.

 

Als Kind konnte ich tief in Bücher tauchen, zwischen Buchdeckeln wohnen, völlig egal, was um mich herum geschah. Meine Mutter fand das nicht immer lustig, vor allem dann nicht, wenn sie irgendwas hektisch packen wollte, wenn sie putzen wollte, na, eigentlich fast immer.

War ich bei den Großeltern zu Besuch, konnte ich ganze Tage und Nächte in der Dachkammer verbringen und ein Buch nach dem anderen lesen. In der Speisekammer gabs Brot und Speck, das hat mir gereicht.

Inzwischen tauche ich nicht mehr so leicht in Geschichten hinein, schließlich muss ich jetzt selbst sorgen und kochen. Auch die Katzen würden mir gewaltig was husten, wenn ich keine Näpfe fülle und das Klo nicht mehr richte. Als wir jedoch mit dem Schiff auf der Wolga unterwegs waren und die neverending Landschaft gemächlich vorbeiglitt, zog mich „Der Distelfink“ von Donna Tartt in seinen Bann. Dagegen konnte das ganze Spaßprogramm auf dem Schiff nicht mithalten, nein, da war nichts zu machen. Sobald das Schiff abgelegt hatte, lag ich in der Koje und las und las und las. Toll war das.


Frau Tonari wies heute darauf hin, dass es auf einem anderen Blog gelegentlich um Fotografien und Bücher geht, um das Leben mit Büchern: Kerki – Leben mit Büchern.

Da fiel mir die kleine Figur wieder ein, das Mädchen, das wir auf den Straßen von Sevilla fanden, die so tief in ihre Bücher versunken war, dass sie sich von nichts stören ließ.

Verbunden mit: Weekly Photo Challenge – Waiting. 

 

6 Gedanken zu „Versunkenheit #Leben mit Büchern

  1. Liebe Jaelle,
    was für eine wunderbare Skulptur. Genau so soll es sein: In die Welt des Buches eintauchen, den Alltag vergessen, abschalten und sich entführen lassen in eine neue Welt.
    Lieben Gruß
    moni

  2. Den Distelfinken habe ich schon zweimal als Hörbuch begonnen zu hören und schlafe regelmäßig darüber ein. So unterschiedlich nimmt man Literatur wahr.
    Die Skulptur finde ich klasse. Sie passt perfekt zum Projekt.

    • Das war auch schon mein zweiter oder dritter Anlauf zum Distelfink. Beim ersten Mal habe ich nach etwa hundert Seiten aufgegeben, weil ich keinen Zugang fand. Erst als ich auf dem Schiff auch die äußere Ruhe hatte, ging es. Und wie. Dann hats mich gepackt und nicht mehr losgelassen.

    • Ja, das Mädchen sitzt in Sevilla herum, allerdings etwas abseits. Das ist eben so, wer es ruhig beim Lesen haben möchte, kann sich nicht ins Getümmel begeben ;-), obwohl manche Menschen dort ebenso gut lesen können wie anderswo.

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