Kurz vor dem Lärm…

Noch ist fast himmlische Ruhe am Nürnberger Dutzendteich, auf dem Zeppelinfeld, an der Kongreßhalle, die im Nürnberger Volksmund „Kolosseum“ genannt wird.

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Die Kongresshalle hinter dem Dutzendteich. Ein Dach hat sie nie bekommen…

Aber spätestens ab Freitag 13 Uhr klingt es, als würden Düsenflieger starten. Oder so. Dann beginnt zum 31. Mal „Rock im Park“ – und zum ersten Mal wird die Lieblingshausziege dabei sein.

Sie hat sich mit Freundinnen und Freunden verabredet, wird hoffentlich die Stöpsel für die Öhrchen auch wirklich in die Ohren stecken, und hört drei Tage lang Musik von Bands, von denen ich (wenigstens zum größten Teil) noch nie etwas gehört habe. Aber das macht ja nichts, die Hauptsache ist, ihr macht es Spaß. Auf drei Bühnen spielen mehr als 80 Bands, es wurden wer-weiß-wie-viele Tickets verkauft. Mit der Ruhe wird es dann für drei Tage vorbei sein. Sobald allerdings alles wieder abgebaut ist, sieht es dann aus, wie auf den Bildern.

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die Große Straße, einst für Paraden geplant.

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Hier werden manche Reifen abgeschmirgelt.

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Gummi auf dem Asphalt.

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Die ehemaligen Tribünen sind längst von Brennnesseln überwuchert.

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Blick auf das Zeppelinfeld. Hier fanden einst die Aufmärsche statt.

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Noch einmal ein Blick von weitem auf die Kongresshalle.

 

Die Bilder, die so in Schwarz-Weiß ein wenig so aussehen, als stammen sie noch aus der Zeit, in der hier ein ganz anderer Geist wehte, schicke ich zur Frauke und ihrem Schwarz-Weiß-Blick. 

17 Gedanken zu „Kurz vor dem Lärm…

  1. Die Bilder in SW schauen schon ziemlich …….. totalitär aus, vor allem die Paradestraße. Das wird gar nicht so einfach sein dort ein Festival abzuhalten

    • Es ist ein Platz, der wohl ganz gerne dazu genutzt wird. Da findet nicht nur Rock im Park (schon das 31. Mal!) statt, sondern auch das Volksparkfest. Beispielsweise. Dann ist totalitär ganz gut genutzt 😉 Über den Rest der Bauten streiten ja die Geister. Eigentlich müsste die Tribüne saniert werden, die ist im Untergrund ziemlich marode, aber wer soll das bezahlen?

  2. Die Bilder strahlen so eine Stille aus, dass man sich kaum vorstellen mag, wie es voll befüllt wirken würde. Machst Du auch Bilder wenns brummt? Würde spannend im Vergleich aussehen.

    Viel Spaß und gute Ohrstöpsel 😉
    Aqually

  3. Als Kind habe ich immer geglaubt, das früher alles s/w war und es keine Farbe gab. Da war TV und Fotos immer s/w. Inzwischen finde ich s/w wieder toll weil sie einen andere Perspektive zu farbig zeigen.
    Tolle Bilder, wäre spannend zu sehen wie es aussieht wenn alles voll ist ;))
    Liebe Grüsse
    Barbara

    • Die Farbe lenkt nicht ab ;-), sondern s/w bietet eine andere Sichtweise auf die Dinge… finde ich.
      Wenn ich Bilder haben will, wie es dort gefüllt aussieht, muss ich die Lieblingshausziege bitten. Vielleicht macht sie ja welche.

  4. Hallo Sylvia,
    nett, wieder eine neue Bloggerin kennenlernen zu dürfen. Deine S/W Bilder sind sehr ansprechend, weil sie auch eine Stimmung transportieren. besonders gut gefallen mir die Reifenabdrücke bzw. das hängengebliebene Gummi.
    Deiner Tochter wünschte ich dann am Freitag viel Spaß beim Abrocken und natürlich gutes Wetter dazu.

    Herzliche Grüße
    Arti

    • Das Gummi fand ich auch sehr beeindruckend. Wie heiß muss da jemand seinen Reifen glühen lassen, so dass dieser anschließend so auf dem Asphalt klebt.
      Das Wetter wird glücklich etwas besser, aber das hält ja das Kindervolk nicht davon ab, zu Rock im Park zu gehen ;-). Mal sehen, wie das Töchterlein nach drei Tagen aussieht…

  5. Das sind ja spannende Bilder.
    Ganz Toll!!
    Ich hätte gar nicht gedacht, dass es solche Parade Straßen noch gibt,
    meist sind solche Relikte doch längst abgerissen oder saniert worden.
    Durch deinen Schwarz Weiß Blick kommen wirklich seltsame nostalgische Gefühle auf, aber was für ein schöner großer Platz zum Feiern!!!
    So ist es doch eigentlich richtig, den Dingen eine neue Intention einhauchen….
    Ich wünsche deiner Tochter ganz viel Freude und dir wünsche ich, dass du ein ruhiges Plätzchen findest.
    Liebe Grüße
    Kerstin

    • Ich wohne glücklicherweise 50 Kilometer von Nürnberg entfernt :-), das sollte genügen. In einem kleinen Teil der Kongresshalle (von der je ein viel größerer Teil nie fertiggebaut wurde) ist jetzt das Reichsparteitags-Dokumentationszentrum drin. Auch das ist beeindruckend.

  6. In Schwarzweiß versetzen die Bilder einen genau in die Zeit, als das Gelände noch für den gedachten Zweck genutzt wurde …
    Eine tolle Serie!

    Deine Sicht auf Lost Places gefällt mir, sie sind ja tatsächlich ein wenig wie Menschen und ihre Lebenszeit!

    Liebe Grüße … Frauke

    • Ja, aus dieser Zeit gibt es ja auch ganz viele Fotografien, am bekanntesten sind wahrscheinlich die Aufnahmen von Leni Riefenstahl. als rechts und links von den Tribünen die Scheinwerfer den Himmel anstrahlten. Die Fundamente der Lichtdome und die Fassungen, in denen einst die Scheinwerfer waren, sind ja noch zu sehen, ganz am Rand des Bildes, auf dem die überwachsenen Tribünen zu sehen sind.

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