Ein Spaziergang mit der Lieblingshausziege

Neulich. Ich hatte Zeit. Es gibt Tage, da kommt das nicht so oft vor. Und es war noch hell. Da ich weiß, dass die Lieblingshausziege gerne laufen geht, und ich viel zu selten mitkommen kann, schlage ich ihr vor, wir könnten ja heute mal. Laufen gehen.

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Der Rhein-Main-Donau-Kanal.

Doch die Lieblingshausziege verzieht ihr Gesicht: Sie habe Schmerzen im Bein, könne schlecht auftreten, was weiß ich. Ich hab noch nachgefragt, mich erkundigt, nach Sport und anderen Ursachen und ein letztes Mal die Mails abgerufen. Gesagt habe ich weiter nichts. Gedacht habe ich mir auch weiter nichts. Ich brauche eben mal noch ein kleines Weilchen.

Da hat sie es sich offensichtlich doch anders überlegt, jedenfalls zieht sich die Lieblingshausziege ihren schwarzen Mantel an und ihre Schuhe und will mitkommen. Wir fahren ein kleines Stück mit dem Auto, bis an den Rand des Dorfes. Von dort geht es erst einen Feldweg entlang, an Pferdekoppeln vorbei, bis zur Schleuse in Hausen. Dann ein ganzes Stück den Rhein-Main-Donau-Kanal entlang, immer geradeaus, in der Ferne sind die Hochhäuser von Erlangen zu sehen, und eine Brücke. Zwischendrin steht eine Bank und die Lieblingshausziege setzt sich. Mir ist es zu kalt dazu, ich bleibe stehen  und warte. Drei Entenpärchen schwimmen auf dem Kanal, bleiben aber hübsch weit weg. Wir haben ja auch kein Entenfutter dabei. Bis zur Brücke gehen wir dann heute doch nicht, sondern biegen wieder rechts ab, es geht ein bisschen durch den Wald und über einen Feldweg bis zum Auto.  Zwischendrin verrät mir die Lieblingshausziege, sie wäre mitgekommen, weil ich nichts mehr gesagt hätte, so von wegen: “Dann bleib hübsch auf dem Sofa, und ich gehe alleine spazieren”. Nein. Ich habe gar nichts gesagt, und auch gar nichts gedacht, weil ich schließlich meine Mails abgerufen habe. Doch sie habe das schlechte Gewissen geplagt und deswegen sei sie mitgekommen.

Kurz vor dem Wald steht noch eine Bank für eine Rast mit dem Hinkefüßchen. Damit mir nicht so kalt wird beim Warten, verspreche ich ihr einen heißen Kakao, wenn wir wieder zu Hause sind.

Das hat die Laufgeschwindigkeit deutlich erhöht.

Und die Lieblingshausziege hat auch was dazu gesagt: Hier

2 Gedanken zu „Ein Spaziergang mit der Lieblingshausziege

  1. Haha, das mit dem Kakao könnte auch mein Tochterkind locken. Aber zum Spazierengehen kann ich sie nicht motivieren. Ich bin ja selber nicht so die Spaziergängerin, gebe ich ja zu. *duck* Aber ab und an möchte ich auch mal raus. Schön, das Ihr gemeinsam unterwegs ward. Das Foto ist herrlich.

    Liebe Grüße von Kerstin

    • Ich bin so gerne unterwegs, weil mir da auch viele Einfälle kommen. Leider gibt es genügend Tage, an denen wird es dunkel – und die Arbeit ist immer noch nicht fertig. Dass wir beide gemeinsam Zeit haben, unterwegs zu sein, kommt noch viel seltener vor. Deswegen machen wir es gelegentlich. Wenn es eben passt. 🙂 Außerdem lassen sich da prima Dinge bekakeln.

      viele Grüße Sylvia

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